Breitband

  • : Das Outsourcing der Geheimdienste
    Das Outsourcing der Geheimdienste

    Breitband auf Deutschlandradio Kultur hat am Samstag über „Das Outsourcing der Geheimdienste – Wenn sich Sicherheitsbehörden und Privatwirtschaft verstricken“ berichtet. Davon gibt es eine MP3.

    Internet-Startups und Geheimdienste haben nicht viel gemein – sollte man denken. Tatsächlich kaufen sich US-Geheimdienste bei Neugründungen in der Tech-Branche systematisch ein. Meike Laaff hat recherchiert, wie verstrickt staatliche Sicherheit und private Wirtschaft schon sind. So investiert die CIA über den Risikokapital-Geber In-Q-Tel in innovative Start-Ups. Geld floss auch an die Firma Keyhole, die das entwickelt hat, was wir heute unter dem Namen “Google Earth” kennen.

    Wie kommt es bei Sicherheitsbehörden zum Outsourcing? Was hat es für Konsequenzen, wenn Geheimdienste und Unternehmen zusammen arbeiten? Darüber sprechen wir mit dem investigativen Journalisten James Bamford, der sich seit Jahren mit den US-amerikanischen Sicherheitsdiensten befasst.

    Ebenfalls als MP3 gibt es die Langfassung des Interviews mit James Bamford und auch ein Interview mit Ian Brown von der Universität Oxford (MP3).

    10. April 2012
  • : Tolles Ziel von Angela Merkel: 50Mb/s bis 2040! (Update)
    Tolles Ziel von Angela Merkel: 50Mb/s bis 2040! (Update)

    Hab ich eigentlich was verpasst? Angela Merkel hat gestern auf ihrer Rede zur Eröffnung der Cebit ein großes Ziel für den Breitbandausbau angekündigt:

    Wir haben jetzt eine nahezu vollständige Versorgung mit dem Breitband-Internet in seiner untersten Entwicklungsstufe. Wir wollen, dass drei Vierteln der Bevölkerung bis 2040 das Internet mit einer Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung steht. Dafür müssen wir noch viel investieren.

    In Zeiten, wo aktuell z.B. Südkorea und Australien mit 100 Mb/s Breitbandversorgung in den nächsten Jahren planen, halte ich 50 Mb/s in 29 Jahren für unterambitioniert, um es mal vornehm auszudrücken. Aber ich hab es mehrfach gelesen, im Redetranscript auf bundeskanzlerin.de steht tatsächlich 50 Mb/s bis 2040 für 3/4 der Bevölkerung.

    Update: Nach gut 30 Stunden hat man dann das Redemanuscript korrigiert und die 2040 durch 2014 ersetzt.

    1. März 2011
  • : Recht auf Breitband in Finnland
    Recht auf Breitband in Finnland

    Am 1. Juli ist in Finnland das Grundrecht auf Breitbandzugang in Kraft getreten. Jeder Bürger hat das Recht auf einen 1 MBit/s Zugang. Gegenüber der BBC erklärte die finnische Kommunikationsministerin Suvi Linden:

    „We considered the role of the internet in Finns everyday life. Internet services are no longer just for entertainment.“ „Finland has worked hard to develop an information society and a couple of years ago we realised not everyone had access,“ she said.

    Nach Angaben der BBC sind in Finnland schon 96% der Bevölkerung online. Das ist ganz schön viel. Bis 2015 möchte Finnland übrigens 100 MBit/s verbindlich anbieten. Das Ziel der digitalen Agenda der EU-Kommission ist übrigens:

    Zielvorgabe der Strategie Europa 2020 sind Internetgeschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s für alle europäischen Bürger und Anschlüsse mit 100 Mbit/s oder mehr in der Hälfte aller europäischen Haushalte.

    Ein Recht auf Breitbandzugang wäre doch mal eine tolle Idee für Thomas de Maiziere, wo doch eine seiner Thesen ist:

    These 7 – Staatliche Grundversorgung sicherstellen. Das Internet ist eine Basisinfrastruktur unseres Zusammenlebens geworden. Der Staat hat eine Verantwortung dafür, dass das Internet flächendeckend zur Verfügung steht und sichere Basisdienste bereitgestellt werden.

    2. Juli 2010
  • : Berkman Center Breitband-Report
    Berkman Center Breitband-Report

    Das Berkman Center hat einen Breitband-Report veröffentlicht: „Next Generation Connectivity – A review of broadband Internet transitions and policy from around the world“.

    On July 14, 2009, the Federal Communications Commission (FCC) announced that the Berkman Center for Internet & Society at Harvard University would conduct an independent expert review of existing literature and studies about broadband deployment and usage throughout the world and that this project would help inform the FCC’s efforts in developing the National Broadband Plan. The Berkman Center’s Final Report was submitted to the FCC on February 16, 2010.

    Das PDF ist 4 MB groß.

    David Weinberger hat dazu Yochai Benkler interviewt:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    16. Februar 2010
  • : Information Economy Report 2009
    Information Economy Report 2009

    Die United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) hat ihren Information Economy Report für 2009 veröffentlicht. Untertitel: „Trends and Outlook in Turbulent Times“.

    Das „turbulent“ dürfte sich besonders auf die Entwicklungsländer beziehen, in denen es enorme Wachstumsraten bei der Verbreitung von Internet und Mobilfunk gibt. Das Kapitel zum Wachstum des Mobilfunkmarktes ist dementsprechen überschrieben: „The mobile revolution continues“. Der Guardian widmet der Entwicklung in Afrika, wo die Mobilfunk-Durchdringung in den letzten fünf Jahren um 550% gewachsen ist, einen Artikel, der die Ergebnisse des Reports gut zusammenfasst:

    Mobiles have come as a blessing to those who never had access to landlines because of poor infrastructure. At the end of 2007, there were eight times as many mobile phones as fixed lines in the least developed countries.

    Auch bei der Internetanbindung holen Afrika und Asien auf: 2008 lebten erstmals mehr als die Hälfte der Internetnutzer in Entwicklungsländern. Als eine Folge der Entwicklung sieht die UNCTAD den Digital Graben schrumpfen, obwohl weiterhin extreme Unterschiede gerade bei der Breitbanddurchdringung bestehen.

    26. Oktober 2009
  • : Finnland schafft Recht auf Breitbandzugang
    Finnland schafft Recht auf Breitbandzugang

    Finnland schafft im kommenden Juli ein Recht auf 1 MBit Breitband-Internetzugang. Das soll aber nur ein Zwischenschritt sein für das nächste Ziel in 2015, wo man 100 MBit anpeilt. Das berichtet der finnische TV-Sender YLE: 1Mb Broadband Access Becomes Legal Right.

    Ein schönes Beispiel für unsere Politiker. Die Bundesregierung will zwar bis Ende 2010 jeden Haushalt mindestens mit einer 1‑Megabit-Verbindung versorgt wissen, aber ein Recht auf Breitbandzugang klingt doch etwas anders. Mal schauen, wann weitere englischsprachige Artikel aus Finnland kommen, die beschreiben, wie genau sie sich das vorstellen.

    14. Oktober 2009
  • : FES-Kurzstudie: Breitband? Sofort! …aber wie?
    FES-Kurzstudie: Breitband? Sofort! …aber wie?

    Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine aktuelle Kurzstudie zum Thema Breitbandausbau in Deutschland veröffentlicht: „Breitband? Sofort! …aber wie?“ (PDF)

    Arne Börnsen beleuchtet den aktuellen Stand der Umsetzung der Breitbandstrategie der Bundesregierung. Gerade hier steckt der Teufel oft im Detail: Zwar sind Gelder und politischer Wille zum flächendeckenden Breitbandausbau vorhanden, doch herrscht Unklarheit, welche technische Lösung vorzuziehen sei. Unsere Kurzstudie möchte hier Abhilfe leisten und Entscheidungsträgern sowie Interessierten wichtige Informationen an die Hand geben.

    30. Juni 2009
  • : CSU: Lieber Bauern als Breitband fördern
    CSU: Lieber Bauern als Breitband fördern

    Man glaubt es ja kaum: Milch soll Vorrang vor Breitband-Internet haben.

    Der EU-Gipfel hatte ein Konjunkturprogramm im Umfang von fünf Milliarden Euro beschlossen. Eine Milliarde Euro davon soll in die Entwicklung des ländlichen Raums fließen, vor allem in den Ausbau schneller Datenverbindungen. Deutschland erhält auf diesem Weg 90 Millionen Euro. Aigner zufolge soll das für Deutschland vorgesehene Geld in erster Linie den Bauern zugute kommen statt dem Ausbau der Breitband-Internetverbindungen.

    Bundesagrarministerin Ilse Aigner ist Gesandte der CSU in der Bundesregierung. In einer früheren Zeit hieß ihr Job mal für kurze Zeit Verbraucherschutzministerin. Letzte Woche hieß es noch „Der Breitband-Flop: Bayern lahmt beim schnellen Internet“. Das wird sich jetzt wohl nicht ändern. Statt Breitbandinternet sollen jetzt neue Kuhställe gebaut werden.

    Bedankt Euch bei den Bauern und der CSU. Bei der kommenden Europawahl gibt es die historische Chance, die CSU aus dem Europaparlament zu wählen. Dazu ist es notwendig, in allen anderen Bundesländern die Wahlbeteiligung zu erhöhen (Grob gesagt, wenn die CSU nicht stärker mobilisieren kann). Geht einfach zur Wahl, und kickt die raus!

    24. März 2009
  • : Das Spektrum öffnen statt versteigern!
    Das Spektrum öffnen statt versteigern!

    Die digitale Spaltung findet in Deutschland auch zwischen den Regionen statt, die ans Breitbandnetz angeschlossen sind und denjenigen, die ausgeschlossen sind. Viele Dörfer und Gemeinden haben sich mangels Alternativen und dank freifunk.net oder ähnlicher Initiativen mittlerweile selbst an die Digitale Gesellschaft angeschlossen. Größtes Handycap ist, dass die verwendete WLAN-Funkfrequenz (2,4 und 5 GHz) jedoch eigentlich nicht oder nur schlecht für diesen Zweck geeignet ist. Seit Jahren fordern deshalb Netzaktivisten aus der ganzen Welt, dass noch weitere Funkfrequenzen delizensiert und für die öffentliche Nutzung freigegeben werden sollen: Öffnet das Spektrum! Immerhin gehört die Luft uns allen und anstatt den Zugang zu den Spektren zu öffnen, werden diese gerne privatisiert. Eine der wichtigsten Frequenzen ist dabei das 800 MHz Band, also das ehemalige analoge TV.

    Nun soll ausgerechnet diese Frequenz auf dem üblichen Weg von der Bundesnetzagentur versteigert werden, statt für die öffentliche und lizenzfreie Nutzung freigegeben zu werden. Damit wird sie aber den selben Firmen und der selben Logik Preis gegeben, die nachweislich nicht taugt, um das eigentliche Problem zu lösen. Denn gering besiedelte Gebiete sind „areas of market failure!“. Das bedeutet, es lohnt sich nicht, sie kommerziell zu erschliessen. Bereits mit WiMAX (ebenfalls Funk) und UMTS wurde uns versprochen, dass dieses Problem nun gelöst werden soll. Jedoch ist das längst keine Frage mehr der Technologie, sondern eines der Marktgesetze. Man kann diese Problem nicht kommerziell lösen. Das sieht jetzt sogar die CSU ein.

    Es ist Zeit zu handeln, damit das 800 MHz Band nicht versteigert, sondern delizensiert und wie WLAN für die öffentliche, lizenzfreie Nuzung freigegeben wird.

    19. März 2009
  • : Nachrichtenüberblick 3. März
    Nachrichtenüberblick 3. März

    ZDNet: Verteidiger fordert Freispruch im Pirate Bay-Prozess:

    „Die Nutzung legaler Internetangebote zur Verbreitung illegaler Kopien sei kein Problem von The Pirate Bay, sondern ein Problem des weltweiten Internets“:

    Golem: Julius Genachowski von Obama für die Federal Communications Commission nominiert:

    „Genachowski gilt als Befürworter einer Politik der Netzwerkneutralität, des Ausbaus der Breitbandnetze und von mehr Vielfalt im Medienbereich“

    Linux.com wechselt Besitzer von Sourceforge zur Linux-Foundation:

    „For the community, by the community, Linux.com will be the central source for Linux information, software, documentation and answers across the server, desktop/netbook, mobile, and embedded areas“

    Techcrunch: Vermisste Skifahrer mit Hilfe von Twitter und Google Maps gefunden:

    „members of the group put out a request on Twitter in order to learn the numbers of their mobile phones, so they could use the signals to track them down“

    Rechtsradikaler erhält Markenrecht für links-geprägten Begriff „Hardcore“:
    Pressemitteilung der DPMA und Blog zur „Recherche über rechte Strukturen im Hardcore“

    Heise: Der NDR will dem Initiator einer Kampagne zur Verbesserung der Fernsehqualität keine Aufträge mehr geben:

    „In einem öffentlichen Kommentar zur Reaktion des NDR betonte Kreymeier, dass er mit seiner Kampagne „weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt“ habe. Seine Kritik habe sich vielmehr auf Inhalte konzentriert. Allerdings habe ihm die Entscheidung des NDR nun gezeigt, „dass das öffentlich-rechtliche System am Ende ist.“

    (Update: Torsten klärt in den Kommentaren auf, dass es sich eher um Selbstdarstellung handelt als dass da wirklich ein Skandal dran ist).
    Heise: DNS-Filter können DNSSEC stören:

    „DNS-Filter würden durch das DNSSEC, das vor Fälschungen und Spoofing schützen soll, zumindest beeinträchtigt. Die Beantwortung einer DNS-Anfrage durch den „falschen“ Server könne je nach Implementierung dazu führen, dass die Antwort als „nicht-autoritativ“ verworfen wird. Eine mögliche Stopp-Seite würde dann nicht angezeigt, die Filtermaßnahme wäre nicht mehr transparent“

    Heise: Web 2.0 hat hohe Bedeutung für islamistische Propaganda:

    Zuvor hatte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Einrichtung der Überwachungsstelle von Polizei und Geheimdiensten mit inzwischen 41 Mitarbeitern unter anderem mit dem Hinweis begründet, dass die „globale Informationsgesellschaft“ auch „Basis des Verbrechens“ ist.

    Golem: Breitband-Anbindung im ländlichen Raum durch freie Funkfrequenzen:

    In Deutschland gibt es noch rund 800 Kommunen, in denen Breitband nur über Satellit verfügbar ist. Diese weißen Flecken beeinträchtigten die Lebensqualität in den betroffenen Gebieten und führten dort zu „gravierenden Wettbewerbsnachteilen“

    heute.de: Schnelles Breitbandinternet: Versorgung zwischen Wunsch und Wirklichkeit:

    Wie viele Bürger völlig durch das bundesdeutsche DSL-Netz fallen, lässt sich nur schätzen. Bis zu 800 Städte und Gemeinden mit rund 2200 Ortschaften seien immer noch nicht angeschlossen, sagt Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

    sueddeutsche.de: Bericht und Interview zum Rechtsstreit zwischen Blogger Jens Weinreich und DFB-Chef Theo Zwanziger:

    Haben Sie nicht das Gefühl, gegenüber dem DFB mit unterlegenen Waffen zu kämpfen?
    Das muss man auseinanderhalten. In Fragen der Kommunikation und der Transparenz fühle ich mich nicht unterlegen. Überhaupt nicht.

    The New Republic: Der Niedergang der klassischen Zeitung im Zusammenhang mit Korruption in den neuen Medien:

    The dispersion of attention, begun with cable and talk radio and crowned by the Internet, has led to a more inert and uninformed general public. The most politically engaged members of society have used the new diversity of offerings to flock together and become better informed than they could possibly have been in the past. But they are also more partisan. Because of these twin effects, the demise of the 20th century business model of newspapers threatens to undermine the way our democracy functions and to introduce a new era of corruption.

    4. März 2009
  • : Internet ist Infrastrukturpolitik
    Internet ist Infrastrukturpolitik

    Yochai Benkler argumentiert bei Talking Points Memo, dass Breitband-Internet-Infrastruktur vom Staat finanziert werden sollte, vergleichbar mit Strassen und Autobahnen: Two (Radical?) Thoughts on Infrastructure.

    The fundamental mistake is to take as given that communications infrastructure must be produced, from the ditch digging up, by private firms. No one imagines that we will privatize highway and bridge construction in order to update them. They are shared core infrastructure, that is run as a commons, and are maintained at public expense by private companies that employ workers, foremen, and managers, and whose employment fuels the economy. Why can’t communications infrastructure be the same?

    In die gleiche Richtung hab ich u.a. hier argumentiert.

    5. Dezember 2008
  • : „Pods and Blogs“ auf BBC
    „Pods and Blogs“ auf BBC

    Breitband stellt die BBC Radio Five – Sendung „Pods and Blogs“ vor:

    Nicht nur Journalisten können sich das Berufsleben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Von der Recherche bis zur Verbreitung: Ohne das Netz geht’s kaum noch. Kein Wunder, dass immer mehr Kollegen das Internet und seine Folgen auch als Thema entdecken: Wie verändert es den Journalismus? Welche interessanten Blogs gibt es wo, und was ist ihr Inhalt? Wir in „Breitband“ berichten seit fast einem Jahr über Medien und digitale Kultur. Und auch die BBC in Großbritannien hat eine Sendung in ihrem Radioprogramm, das sich mit den Bloggern und Podcastern in aller Welt befasst. „Pods and Blogs“ heißt sie, und Michael Meyer stellt sie uns vor.

    Hier ist die MP3.

    18. August 2008
  • : Breitband-Versorgung in Deutschland
    Breitband-Versorgung in Deutschland

    Frank Patalong schreibt bei Spiegel-Online ausführlich über „Die Grenzen des Breitband-Booms“:

    Die Quote der Breitbandanschlüsse eines Landes gilt als Fortschrittsindikator. Um nun auch den ländlichen Raum zu vernetzen, will die EU-Kommission Subventionen erlauben – dabei zeigen US-Zahlen, dass Infrastrukturförderung nicht genug ist: In Wahrheit geht es auch um eine soziale Frage. […] Einen Topf zur Füllung der Finanzierungslücke sozial benachteiligter Bürger in Ballungsgebieten gibt es dagegen noch nicht. Dabei ist so mancher digitale Graben nur ein paar Euro breit – und wäre mit direkten Zuwendungen oder Subventionen an Menschen, die in Versorgungslücken leben, wohl billiger zu schließen, als mit Millionenschweren Infrastrukturmaßnahmen. Denn natürlich hat das Wirtschaftsministerium mit seinem Breitbandatlas prinzipiell recht: 98 Prozent des Landes sind theoretisch bereits mit Breitband versorgt. Nur bezahlen muss man das können.

    Neben einer guten Analyse des Problems sind dort auch einige interessante Links zu finden. Im Gegensatz zum offiziellen Breitbandatlasder Bundesregierung, wo von theoretisch 98% technischer Abdeckung bei Breitband in Deutschland berichtet wird, gibt es auch den Schmalbandatlas. Das Community-Projekt sammelt Daten von Bürgern, die im DSL-Loch wohnen.

    Zur Zeit enthält der Schmalbandatlas über 25.000 Datensätze von Interessenten an DSL-Anschlüssen oder anderen Breitbandzugängen, die auf der Webseite der Interessengemeinschaft kein-DSL eingetragen wurden. Mit dem neuen Schmalbandatlas erheben wir die Daten erheblich präziser. Die bisherige lokale Zuordnung allein durch die Postleitzahl erweist sich mittlerweile als zu ungenau.

    Und das PEW Internet & American Life Project hat aktuell eine Studie zur Breitbandabdeckung in den USA veröffentlicht.

    8. Juli 2008