Technologie
Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.
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: Weiter Verzögerungen bei Riesendrohnen „Global Hawk“, „Euro Hawk“ und „Triton“
Die erste der fünf an die NATO ausgelieferten Drohnen des Typs "Global Hawk". Sie trägt noch die Kennung "NATO 1". : Weiter Verzögerungen bei Riesendrohnen „Global Hawk“, „Euro Hawk“ und „Triton“ Der US-Konzern Northrop Grumman baut die Drohne „Global Hawk“ in mehreren Derivaten, darunter die von der Bundeswehr einstmals begehrte „Euro Hawk“ und das Nachfolgemodell „Triton“. Fünf „Global Hawk“ werden von der NATO beschafft und auf Sizilien stationiert. Für Ende 2017 ist die „militärische Anfangsbefähigung“ angekündigt.
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: Neue Regeln für Drohnen: Dobrindt plant Kennzeichnungspflicht und Führerschein
Die Drohnen sollen die Arbeit der Polizei erleichtern : Neue Regeln für Drohnen: Dobrindt plant Kennzeichnungspflicht und Führerschein Das Bundesverkehrsministerium plant strengere Vorschriften für die Drohnennutzung. Piloten sollen viele Drohnen mit Namen und Adresse kennzeichnen. Für Drohnen mit mehr Gewicht wäre ein Führerschein erforderlich, und über Wohngrundstücken soll Flugverbot herrschen. Das geht aus dem Entwurf für eine Drohnenverordnung hervor, den wir veröffentlichen.
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: Datenschutz im Zug: Deutsche Bahn will Sicherheitslücke in neuem ICE-WLAN schließen (Update)
Das neue WLAN gibt Verbindungsdaten der Nutzer preis. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/diorama_sky/3602187510/">Jeff Stvan</a> : Datenschutz im Zug: Deutsche Bahn will Sicherheitslücke in neuem ICE-WLAN schließen (Update) Durch die unsichere Infrastruktur des neuen ICE-WLANs konnten Nutzerdaten, wie zum Beispiel MAC-Adressen, ausgewertet werden. Die Deutsche Bahn reagiert und will heute noch ein Softwareupdate einspielen, um das Problem zu beheben.
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: Erfolgreiche US-Initiative: 45 Regierungen für die Verschönerung des Drohnenkrieges
Schöner Drohnenkrieg: Zukünftige Einsätze sollen sich an Völker- und Menschenrecht orientieren. Über die Praxis gewordenen außergerichtlichen Hinrichtungen durch Militärs und Geheimdienste der USA verliert die Deklaration kein Wort. : Erfolgreiche US-Initiative: 45 Regierungen für die Verschönerung des Drohnenkrieges Auch die Bundesregierung unterzeichnete eine Deklaration gegen den „Missbrauch“ bewaffneter Drohnen. Sie sollen völker- und menschenrechtskonform eingesetzt werden, ansonsten darf nicht exportiert werden. Ab Frühjahr soll die unverbindliche Erklärung in Diskussionen um eine weltweit gültige Regelung münden.
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: Kampfdrohnen der Bundeswehr: Verteidigungsministerium hält Hintertüren in israelischer Verschlüsselung für möglich
Die HERON TP in der Version "Eitan". Alle Angaben zur Bewaffnung hält das israelische Verteidigungsministerium geheim. (Bild: Wikipedia, gemeinfrei) : Kampfdrohnen der Bundeswehr: Verteidigungsministerium hält Hintertüren in israelischer Verschlüsselung für möglich Die Bundesregierung verrät Details zum geplanten Ort der Stationierung und zur möglichen Ausrüstung ihrer Kampfdrohnen. Auch die Aufgaben des Rüstungskonzerns Airbus im Grundbetrieb und im Einsatz werden benannt. Diesen Monat will Airbus ein Angebot vorlegen, dann steht der Preis fest. Erst im Februar wird die Klage des Konkurrenten General Atomics gegen die Vergabe ohne Ausschreibung verhandelt.
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: Bundeswehr beschafft Nano-Drohnen
Die Nano-Drohne "Black Hornet"; zehnmal zwei Stück will die Bundeswehr für das Heer beschaffen. (Bild: Richard Watt/MOD. <a href="https://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/1/">Open Government Licence v1.0</a>) : Bundeswehr beschafft Nano-Drohnen Zur „verdeckten Aufklärung im Ortsbereich“ will die Bundeswehr noch in diesem Jahr über ein Dutzend kleine Dröhnchen verfügen. Eingesetzt würden sie vom Heer. Für ähnliche Zwecke kauft die Marine handelsübliche Quadrokopter des Typs „Phantom 4“. Die Beschaffung der größeren Helikopter-Drohnen für die Korvetten der Marine verzögert sich weiter.
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: Airbus erhält erste EU-Lizenz zur Musterzulassung großer Drohnen für die zivile Luftfahrt
Airbus ATLANTE, tataquax (Wikipedia) : Airbus erhält erste EU-Lizenz zur Musterzulassung großer Drohnen für die zivile Luftfahrt Auch im zivilen Bereich wächst der Markt für große Drohnen rasant. Airbus will die „Führungsrolle“ übernehmen, auf EU-Ebene scheint das mit der Drohne „Atlante“ zu gelingen. Airbus und die EASA haben die Zulassungsverfahren von der bemannten auf die unbemannte Luftfahrt übertragen. Für 2024 ist die gleichberechtigte Teilnahme großer Drohnen am allgemeinen Luftverkehr anvisiert.
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Going Dark: Die Mär, dass Verschlüsselung den Staat blind macht
Behörden fürchten, bald im Dunkeln zu stehen. Going Dark: Die Mär, dass Verschlüsselung den Staat blind macht In den letzten Jahren fingen immer mehr Menschen an, Verschlüsselungstechnologien zu nutzen. In Deutschland und vielen anderen Ländern warnen Behörden davor, dass sie technisch nicht mehr in der Lage seien, ihre rechtlichen Pflichten auszuüben. Ein Bericht der Harvard-Universität ging dieser These nach, hält diese Sorge aber für unbegründet.
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: Die Bundeswehr verfügt über 567 Drohnen, und es werden stetig mehr
Die wegen fehlender Zulassung gegroundete Euro-Hawk-Drohne der Bundeswehr in Manching. (Bild: Maximilian Schönherr/CC-BY-SA-3.0) : Die Bundeswehr verfügt über 567 Drohnen, und es werden stetig mehr Laut dem Verteidigungsministerium hat die Bundeswehr derzeit mehrere Hundert Drohnen unterschiedlicher Gewichtsklassen. Weitere Anschaffungen vom Quadrokopter bis zur Riesendrohne sind geplant. Nicht alle Vorhaben werden benannt. Wieder stürzten einige LUNA-Drohnen ab.
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: Verpixelung macht unsichtbar – oder doch nicht?
Foto: Wer erkennt den Politiker? <a href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/14132312700/">Metropolico.org </a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">[CC BY-SA 2.0]</a> : Verpixelung macht unsichtbar – oder doch nicht? Zum Schutz von privaten Informationen und Identitäten werden Kennzeichen und Gesichter auf Bilder und in Videos unkenntlich gemacht. Für das menschliche Auge reichen diese Methoden aus, doch künstliche Intelligenz kann Menschen und Objekte auf diesen Fotos weiterhin identifizieren.
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: Schwarzbuch zur Bundeswehr kritisiert Militarisierung des Cyberraums und Drohnenaufrüstung
Schwarzbuch Bundeswehr: Kritische Gegenposition zu den Aufrüstungsplänen des Verteidigungsministeriums - Originalbild via <a href="http://www.streitkraeftebasis.de/portal/a/streitkraeftebasis/!ut/p/c4/TYrbCsIwEET_aLdmaVp98yu0vkhulMVcSowX_Ho3D4IcOMMwgxcUsnnyahqXbCKecXF8sC-43-x14w-8IQXPxnL0eOp3H8CVHFp3C7mxeK2mlQpbqS325VGrLMAeF9rRSLMKRKTEvZGkJkXDP3qmUXs9aaf3k5HP8AO3lI5frIqhfw!!/">PIZ SKB</a> : Schwarzbuch zur Bundeswehr kritisiert Militarisierung des Cyberraums und Drohnenaufrüstung Im Schwarzbuch zur Aufrüstung und Einsatzorientierung der Bundeswehr von Linken und Rosa-Luxemburg-Stiftung geht es auch um die Cyberoffensive und die Pläne zur Aufrüstung mit Drohnen. Es soll als Gegengewicht zum Weißbuch des Bundesverteidigungsministeriums im Aufrüstungswettlauf stehen.
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: Kampfdrohnen der Bundeswehr fliegen mit Raketen aus Israel und Verschlüsselung aus Deutschland
Bild: NIMROD-Rakete von IAI (Wikipedia). : Kampfdrohnen der Bundeswehr fliegen mit Raketen aus Israel und Verschlüsselung aus Deutschland Airbus soll Hauptauftragnehmer für den deutsch-israelischen Drohnen-Deal werden. Der Konzern verfügt dann über 13 alte und neue Drohnen des Typs „Heron“ für die Bundeswehr. Ab Frühjahr 2019 wäre die Bewaffnung garantiert. Nun klagt der konkurrierende US-Drohnenhersteller General Atomics vor der Vergabekammer des Bundes.
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: Bundesregierung: „Cyberangriffe sind geeignetes Mittel hybrider Konfliktaustragung“
Cyberangriff (Symbolbild) <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-ND-NC 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/flowtastic/15189817972/in/photolist-p9gMFj-nKMXxN-cwiuhf-rzXTzb-kXT13r-kXSXDi-gjcFJV-fwyavs-zEpdJH-daEM5K-4KZr2Z-xDzBDT-yy9ruu-bz6BrP-rWnSZ-yzvi37-9unyMD-yiWUoa-5fu9a5-yy9rwy-yzvhGY-yiS92w-yy9rro-brw2D5-Bx8fw-yiWTQX-qy6vh2-ab8YY7-eNZABc-9M2QU4-s7Cjh1-bj5ZpD-8THg1g-bj5ZCK-d3esUd-7RBJx3-d3et9S-eqxQSg-d3eqEQ-6tCvre-rFrL1H-gidmDz-9jwjPh-d3erc1-d3eqyj-d3etgC-d3eosJ-9NvFDv-8MtWiC-yEtqs9">flowtastic</a> : Bundesregierung: „Cyberangriffe sind geeignetes Mittel hybrider Konfliktaustragung“ Auch wenn es noch keine einheitliche Definition sogenannter hybrider Bedrohungen gibt, werden bereits Gegenmaßnahmen geplant. Als Teil dieser hybriden Bedrohungen werden Cyberangriffe, Propaganda und Desinformation gezählt. Bei der Abwehr soll die Bundeswehr helfen, aber auch auf NATO- und EU-Ebene gibt es Pläne.
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: Verkehrsrecht: Von Menschen und Autopiloten
: Verkehrsrecht: Von Menschen und Autopiloten Das Verkehrsrecht mit seinen Regeln für das Führen von Fahrzeugen soll umgebaut werden, um autonomes Fahren mit Autopiloten zu ermöglichen. Aber wie könnten eigentlich Autopiloten in Zukunft aussehen?
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: „Playbook“: Leitlinien für den Drohnenkrieg, die nicht bindend sind
A Reaper MQ-9 UAV (Unmanned Aerial Vehicle) based at Creech Air Force Bace, Nevada, USA prepares for a training mission over the west coast of America. The MQ-9 Reaper is a medium-to-high altitude, long endurance remotely piloted aircraft system. The MQ-9's primary mission is to act as an intelligence, surveillance and reconnaissance (ISR) asset, employing sensors to provide real-time data to commanders and intelligence specialists at all levels. <i>This image is available for non-commercial, high resolution download at www.defenceimages.mod.uk subject to terms and conditions. Search for image number <b>45150452.jpg</b></i> ---------------------------------------------------------------------------- Photographer: SAC Andrew Morris Image 45150452.jpg from www.defenceimages.mod.uk : „Playbook“: Leitlinien für den Drohnenkrieg, die nicht bindend sind Wie sind die offiziellen Richtlinien und Entscheidungskriterien für oder gegen das Töten mit militärischen Drohnen? Auf diese Frage suchten Bürgerrechtler in den Vereinigten Staaten seit langem Antwort. Nun haben sie mit Erfolg die Herausgabe des „Playbook“ erstritten – den Leitlinien der US-Regierung für das gezielte Töten mit Drohnen.
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: Die Ramstein-Drohnenbasis und der Nonstop-Krieg
: Die Ramstein-Drohnenbasis und der Nonstop-Krieg Ramstein ist mehr als eine gewöhnliche Militärbasis. Sie ist von zentraler Bedeutung für die Drohneneinsätze, die zwar von den Vereinigten Staaten aus gesteuert werden, aber auf Ramsteins technische Hilfe angewiesen sind. Die deutsche Regierung tut unwissend und hält damit den endlosen Krieg am Laufen.
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: Kommentar: Kriecht aus dem fiesen „Darknet“ das Unheil der Welt?
Klassische Darknet-User (Symbolfoto) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0 </a> <a href="https://www.flickr.com/photos/deepeco/24042036622/sizes/h/">kehworks</a> : Kommentar: Kriecht aus dem fiesen „Darknet“ das Unheil der Welt? Alles redet wieder über das ominöse „Darknet“, seit die bayerische Polizei angegeben hat, der Münchner Amokläufer hätte dort die Waffe beschafft. Faktisch ist damit ein verschlüsselter Teil des Internets gemeint, der parallel zu vielen anderen Diensten in den Netzen läuft. Verschlüsselungstechniken und die Tor-Software sind die Basis und die Voraussetzung der Nutzung für das, was manche das „Darknet“ nennen.
Seit es im Jahr 2013 über die Umschlagplattform „Silk Road“ für allerhand Illegales internationale Berichterstattung gab, hat es sich medial quasi festgesetzt, dass sich hier all das Böse der Welt zusammenrottet. Es ist ja verständlich, dass man fürchtet, was man nicht kennt, aber im Jahr 2016 sind kaum mehr abzählbare Möglichkeiten der dezentralen verschlüsselten Kommunikation Alltag geworden. Ein allseits bekanntes Forum wie vor ein paar Jahren „Silk Road“ ist gar nicht mehr nötig. Es reicht aus, eine Suchmaschine bedienen zu können.
Von „Dark-Google“ redet aber keiner, übrigens auch wenig davon, woher die wahrscheinlich aus der Slowakei oder Tschechien kommende Waffe ursprünglich stammt. In der FAZ wird sie nach Angaben von Ermittlern als wieder schussfähig gemachte Dekowaffe des Typs halbautomatische Glock-Pistole klassifiziert.
Wie groß der Anteil der Seiten im „Darknet“ tatsächlich ist, die sich auf den Verkauf von Waffen oder umbaubaren Dekowaffen spezialisieren, ist schwer abschätzbar. Eine Studie (pdf), die Tor Hidden Services untersuchte, kam auf einen Wert von vier Prozent, bei dem ein Waffenbezug besteht. Eine andere Studie (pdf) fand auf 0,3 Prozent der untersuchten Seiten Bezüge zu Waffen.
„Darknet“-Nutzer: Journalisten, Menschenrechtsorganisationen, Whistleblower
Nach kurzer Recherche in der ganz normalen digitalen Unterwelt mit Hilfe von „Dark-Google“ tun sich unzählige Waffen-Shops mit und ohne verschlüsselten Zugang auf, in denen ich solche Dekowaffen bestellen könnte. Ein paar Stunden Fahrt mit dem Zug, dann könnte ich sie auch gegen Bargeld sofort mitnehmen. Kostet übrigens ungefähr soviel wie das Zugticket. Glücklicherweise habe ich ein Händchen für Technik, so dass der Rückbau zu einer scharfen Waffe keine große Hürde wäre.
Aber aus dem fiesen „Darknet“ soll das Unheil der Welt kriechen. Aus politischer Sicht ist es immer einfacher, mehr Überwachung und Verbote im Netz zu fordern oder gar ein Ende von anonymisierenden Diensten. Das sieht bei Fragen des legalen und illegalen Waffenbesitzes anders aus, obwohl es in der Bevölkerung Unterstützung finden mag, Waffen- und Munitionsverkauf noch stärker zu regulieren. Unter Waffen jedoch können sich Menschen etwas vorstellen, das „Darknet“ aber bleibt die ferne, von Waffen- und Drogenhändlern bevölkerte Netzzone, die man selbst nie gesehen hat.
Dass aber verschlüsselte Netzwerke genauso von Journalisten, von Menschenrechtsorganisationen, von Whistleblowern oder von Menschen, die sich aus anderen Gründen schützen müssen, verwendet wird, spielt in der populistischen Diskussion um die Schlussfolgerungen nach einem Amoklauf keine Rolle. Menschen kommunizieren übrigens in diesem „Darknet“ anonym auch ganz normale Dinge, ich spiele zum Beispiel dort Schach.
Doch was genau meint der LKA-Präsident aus Bayern, Robert Heimberger, eigentlich, wenn er vom „Darknet“ redet?
Wenn Heimberger sagt, der junge Mann hätte „die Waffe über das Internet“ bezogen, dann hat das noch direkten keinen Bezug zum mythischen „Darknet“. Es gäbe aber …
„… einen Chatverlauf im Darknet, der darauf schließen lasse“.
Allzu „dark“ kann die möglicherweise verschlüsselte Kommunikation also nicht gewesen sein.
Es gibt eine netzpolitik-onion-Adresse, da stehen wir Facebook in diesem „Darknet“ in nichts nach. (Update: Tatsächlich ist die Kritik an der technischen Umsetzung in den Kommentaren berechtigt. Ich hätte besser formulieren sollen: Es gibt zwar diese Adresse, aber sie ist nicht in der Redaktion entstanden, das sind also nicht „wir“.)
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: Gesetzesänderung für Autopiloten: Dobrindts „Black Box“
: Gesetzesänderung für Autopiloten: Dobrindts „Black Box“ Verkehrsminister Alexander Dobrindt plant gesetzliche Änderungen, um die Nutzung von Autopiloten im Straßenverkehr zu ermöglichen. Der Minister soll sich für den Einbau einer „Black Box“ ausgesprochen haben, bevor die Fahrzeuge sich autonom im Straßenverkehr bewegen dürfen, berichtet das Handelsblatt. Welche Daten dabei anfallen werden und wer unter welchen Bedingungen die Daten aus dieser „Black Box“ nutzen darf, darum bahnt sich politischer Streit an.
Der Gesetzesentwurf aus Dobrindts Haus liegt der Zeitung vor, sie zitiert daraus, dass sich in Zukunft …
… der Fahrzeugführer während der Fahrzeugführung mittels automatisierter Fahrfunktion vom Verkehrsgeschehen und der Fahrzeugsteuerung abwenden darf.
Fahrzeuge mit verschiedenen Automatisierungsgraden sind zwar seit Jahren im normalen Straßenverkehr unterwegs, allerdings würden nun auch Autopilot-Systeme erlaubt werden, deren Software das Steuern des Autos vollständig übernimmt. Gemeint sind also automatisierte Systeme, die definierte Funktionen selbst ausführen, ohne dass der Fahrer unmittelbar kontrollierend oder auch nur überwachend eingreift. Der Dobrindt-Gesetzentwurf soll dazu das Straßenverkehrsgesetz (StVG) ändern.
Wenn ein Autopilot die Steuerung übernimmt, hat der Mensch am Steuer Zeit für andere Dinge in seinem rollenden Wohnzimmer. Das bedeutet in der Regel, dass er abgelenkt ist und die motorische, visuelle und kognitive Kontrolle über das Fahrzeug nach einer Zeit, in der es automatisiert gesteuert wurde, nicht sofort fehlerfrei wiederherstellen kann. Er wird sich erst orientieren, um wieder „in the loop“ zu kommen und die Verkehrssituation zu erfassen. Es muss also eine Phase vorgesehen werden, in der der Fahrer nach der Übernahmeaufforderung durch den Autopiloten die Fahraufgaben wieder sicher beherrscht.
Übernahmezeit des Menschen nach Autopilot-Einsatz
Lobend haben sich heute die Autohersteller zu Dobrindts Plänen für die gesetzliche Änderung in Richtung automatisiertes Fahren geäußert. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gab dem Handelsblatt sein Wohlwollen zur Kenntnis. Wirklich überraschend dürften Dobrindts Ideen für den VDA nicht sein, denn der Lobbyverband ist in die Meinungsbildung des Ministeriums eingebunden:
Der VDA unterstützt aktiv den vom Verkehrsministerium eingesetzten runden Tisch „Automatisiertes Fahren“, um in Deutschland eine Grundlage für die Einführung von automatisierten Fahrfunktionen auf dem Weg zur Automatisierung zu schaffen.
Der Wortlaut des Gesetzesentwurfes liegt dem VDA nach eigenen Angaben gegenüber netzpolitik.org nicht vor, soll aber in der nächsten oder übernächsten Woche öffentlich werden. Neben den Regelungen zu Autopiloten soll auch die Nutzung der Daten aus der „Black Box“ eine Rolle spielen.
Leider liegen dem Kraftfahrzeugbundesamt und dem Bundesministerium für Verkehr nach unseren früheren Recherchen keine Zahlen und Fakten über die Folgen der zunehmenden Computerisierung bei Fahrzeugen oder über Änderungen bei Unfallhäufigkeiten durch Software oder Fehlfunktionen von Software vor. Es gibt aber Versuchsreihen und Messungen dazu, wie lange ein Mensch benötigt, um nach einer Fahrt mit dem Autopiloten wieder vollständig das Fahrzeug zu übernehmen. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat solche Übernahmezeiten in Testszenarien (pdf) ermittelt. Demnach richten neunzig Prozent der Fahrer …
… nach einer Fahrt mit hoher Ablenkung
- nach drei bis vier Sekunden das erste Mal den Blick wieder auf die Straße,
- haben nach sechs bis sieben Sekunden die Hände wieder am Lenkrad und die Füße wieder an den Pedalen
- und schalten nach sieben bis acht Sekunden dann die Automation ab.
Der Hersteller Audi plant beispielsweise eine Übernahmezeit von etwa zehn Sekunden, nach der die Kontrolle wieder an den Fahrer übergeht. Ob konkrete zeitliche Vorgaben per Gesetz geplant sind, wird sich nach der Veröffentlichung der Vorstellungen von Minister Dobrindt zeigen.
Wir haben beim Verkehrsministerium um einen Ansprechpartner gebeten. Leider konnte niemand zur Verfügung stehen.
Dem VDA haben wir einige schriftliche Fragen zur geplanten Gesetzesänderung und zur „Black Box“-Datennutzung gestellt, deren Antworten wir natürlich nachreichen.