Technologie

Hype um offene und freie Twitter-Alternative Mastodon

„Es gibt keine Alternative“ ist so etwas wie der Leitspruch der letzten Jahrzehnte. Dass soziale Netzwerke auch ohne Datensammelei und Gewinnabsichten funktionieren könnten, zeigt hingegen das Projekt Mastodon.

Länger aber weniger hoch, war das Mastodon genauso schwer, wie das Mammut. Public Domain Verschiedene

Das Mastodon ist eigentlich die amerikanische Version des Mammuts und schon vor vielen tausend Jahren ausgestorben. Das Gegenteil ist der Fall, wenn vom sozialen Netzwerk Mastodon die Rede ist. Die dezentrale Open-Source-Alternative zu Twitter erlebt gerade einen Hype. Der geht soweit, dass die „Mutterplattform“ mastodon.social gerade keine weiteren User annimmt und die schon lange existierende Band Mastodon sich sehr lesenswert über den Zuspruch wundert.

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Sarah Jeong beschreibt auf Motherboard Mastodon als Twitter ohne Nazis, The Verge spricht vom Angriff des Klons und Heise stellt die Frage, ob Mastodon das bessere Twitter sei.

Alternativen zu den kommerziellen Netzwerken sind da

Eines zeigt Mastodon auf jeden Fall: Es gibt offene, freie, dezentrale und nicht-kommerzielle Alternativen zu Twitter. Es braucht nur die Menschen, die sie auch massenhaft nutzen. Wer Mastodon ausprobieren will, findet hier Instanzen, bei denen man sich trotz des Hypes anmelden kann.

Mastodon ist eine alternative Implementierung des Projekts GNU social und nutzt Ruby on Rails. Mastodon ist dabei kompatibel mit GNU social und Plattformen, die das OStatus-Protokoll nutzen. Der Code ist auf Github zu finden.

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7 Kommentare
  1. Wie greift bei einem dezentralen sozialen Netzwerk eigentlich das geplante Netzwerkdurchsetzungsgesetz? Gilt die Grenze von zwei Millionen, dann für das gesamt federierte Netz oder pro Instanz?

  2. Werden diese Netzwerke eigentlich irgendwie betreut, oder wie wird ein „Twitter ohne Nazis“ (Pornographie und illegale Inhalte) sichergestellt?

    1. Das ist wohl eine reine Schlussfolgerung – die „Nazis“ und „Illegalen“ hatten mit VK ja schon vor einigen Jahren ihr eigenes neues SM ;-)

    2. Das Problem ist, das die meisten Artikel einfach die Regeln der Instanz des Entwicklers zitieren und dabei nicht verstehen das, wenn jeder eine eigene Node aufsetzen kann, das natürlich auch Nazis können. Es gab meines Wissens auch schon ein altright.social, was mit Mastodon lief. (allerdings bevor es populär wurde)
      Man hat als Admin allerdings die Möglichkeit das federieren mit einer solchen Node zu unterbinden, also einen Instanzblock.

  3. Ein großer Nachteil aller förderierten Netzwerke, die ich mir bisher angeschaut habe ist, dass der Account an die Instanz gebunden ist, bei der man sich angemeldet hat. Soweit ich das verstehe, ist das bei Mastodon genauso.

    Am Ende meldet man sich doch bei der größten Instanz an, da man ja nicht riskieren will, dass der Account weg ist, wenn der Betreiber einer kleinen Instanz keine Lust mehr hat. Dadurch geht aber irgendwie auch der ganze Nutzen des verteilten Systems flöten.

    Ich fände es daher sehr nützlich, wenn man den Account migrieren könnte, z.B. über ein lokales Backup. Noch schicker wäre es, wenn die Account-Informationen auf X wählbare Instanzen repliziert würden.

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