Die Android-Version des Krypto-Messengers lässt sich nun auch offiziell außerhalb des Google Play Store installieren. Moxie Marlinspike, der Entwickler und Gründer von Open Whisper Systems, stellte am Montag die Applikation zum Download bereit. Somit sind Nutzer nicht mehr auf den Play Store von Google angewiesen.
Zudem entfernte Marlinspike vor drei Wochen die Verzahnung mit Google Cloud Messaging (GCM), das zum Verteilen von Push-Nachrichten genutzt wird. Das stellt einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit von Googles Infrastruktur dar, der generell zu begrüßen ist.
LibreSignal wird nicht mehr weiterentwickelt
Die Veröffentlichung der Applikation geschah, nachdem Nutzer andere Wege suchten, die App außerhalb des Google Play Stores zu verbreiten. Über den alternativen Appstore F‑Droid war bisher LibreSignal zu erhalten: eine Weiterentwicklung des Quelltextes von Signal, ohne auf GCM aufzusetzen.
Mit Signal lassen sich Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten verschicken und seit Neuestem auch verschlüsselte Video-Anrufe führen. Ende 2015 wurde der Messenger von TextSecure zu Signal umbenannt und wird unter anderem von Whistleblower Edward Snowden als sicher empfohlen. Der Quellcode ist auf Github einsehbar.
Signal setzt auf Datensparsamkeit
Die Technik hinter Signal zeichnet sich vor allem durch Datensparsamkeit aus. Letztes Jahr verlangten etwa US-Behörden Verbindungsdaten von Nutzern des Messengers. Open Whisper Systems konnte aber nur die zwei Information herausgeben, welche auf den Servern gespeichert werden: der Zeitpunkt der Konto-Erstellung und der des letzten Logins. Ebenfalls im letzten Jahr konnte Signal Zensurversuche durch die Regierungen von Ägypten und den Vereinigten Arabsichen Emiraten unterbinden, indem sie den Traffic der App verschleierten.
Kritikpunkt bleibt weiterhin die zwingende Angabe der Handynummer. Nutzern sollte die Verwendung eines Pseudonyms zur Registrierung erlaubt werden.
