Andrea Jonjic-Beitter

Andrea studiert Political and Social Sciences (MA) in Würzburg, twittert als @seditioni und ist Redakteurin des Sicherheitspolitik-Blog. Kontakt: andrea@netzpolitik.org (PGP)

  • : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 19
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    Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 19

    Diese Woche war nicht allzu viel los auf Netzpolitik.org, da wir alle auf der re:publica waren – dafür gibt es ein paar Artikel von dort, und wie immer die wichtigsten Themen der Woche, auch in einem kleinen Podcast (mp3):

    • Syrien ist offline [UPDATE]

    Google, Renesys, OpenDNS und andere bemerkten Dienstag Abend, dass es plötzlich keinen Datenverkehr mehr von und nach Syrien gab.[Zum Artikel]

    10. Mai 2013
  • : Indien: Umfangreiche Überwachung von Onlineaktivitäten, Telefonanrufen und Textnachrichten
    Indien: Umfangreiche Überwachung von Onlineaktivitäten, Telefonanrufen und Textnachrichten

    The Times of India berichtete diese Woche von der Errichtung eines Central Monitoring System (CMS), das es staatlichen Stellen ermöglichen soll, alle Onlineaktivitäten, Telefonanrufe und Textnachrichten inklusive Standort von Bürgerinnen und Bürgern zu überwachen. Nach Pranesh Prakash, Direktor am Centre for Internet and Society, könne man das Projekt nur schwer bewerten:

    In the absence of a strong privacy law that promotes transparency about surveillance and thus allows us to judge the utility of the surveillance, this kind of development is very worrisome. Further, this has been done with neither public nor parliamentary dialogue, making the government unaccountable to its citizens.

    10. Mai 2013
  • : Aufruf zum Thema Filesharing/ Störerhaftung!
    Aufruf zum Thema Filesharing/ Störerhaftung!

    Thomas Stadler, Fachanwalt für IT- Recht, ruft auf seinem Blog Internet Law Gewerbetreibende und Gastwirte dazu auf, sich bei ihm oder Ulf Buermeyer zu melden. Grund: Eine Anhörung zur Störerhaftung im Bundestag am Montag.

    Am kommenden Montag findet im Unterausschusses Neue Medien des Bundestages eine Sachverständigenanhörung zur WLAN-Störerhaftung statt. In der parlamentarischen/politischen Diskussion wird nun offenbar verstärkt die Behauptung aufgestellt, Filesharing-Abmahnungen beträfen nur Privathaushalte, Gewerbetreibende, insbesondere Gastwirte und Hoteliers würden gar nicht abgemahnt.

    Dass das nicht zutreffend ist, weiß ich schon aus meiner eigenen Sachbearbeitung. Gerade Hotels, Pensionen und Gaststätten, die ihren Gästen Internetzugang zur Verfügung stellen, bekommen immer wieder Abmahnungen.

    Der als Sachverständige geladene Ulf Buermeyer sucht hierzu noch konkrete Beispiele, um das Problem plastisch zu machen und auch der These entgegen zu treten, Gewerbetreibende und Gastwirte würden überhaupt nicht abgemahnt.

    Ich bitte, betroffene Gewerbetreibende und Gastwirte sich bei mir zu melden, ich werde dann an Ulf Buermeyer weiterleiten. Gilt natürlich auch für Anwaltskollegen, die (anonymisiert) Beispielsfälle beitragen können oder wollen.

    10. Mai 2013 2
  • : Not in my country: Whistleblowing-Seite für Studierende in Uganda und Kenia
    Not in my country: Whistleblowing-Seite für Studierende in Uganda und Kenia

    15 Uni-Absolventinnen und Absolventen aus Uganda haben eine Whistleblowing-Seite eingerichtet, mithilfe derer unangemessenes Verhalten von Hochschulpersonal sowie Korruptionsvorfälle beleuchtet werden sollen. Unter dem Motto „Not In My Country“ können auf der Seite Studierende aus Ugangda und mittlerweile auch Kenia anonym die Leistung ihrer Lehrenden bewerten, positiv wie negativ, und Korruptionsfälle melden. Einer der Gründer der Seite (alle wollen anonym bleiben) sagte laut Daily Nation, dass die Studierenden sich oftmals nicht trauen, Vorfälle zu melden – eine Gründerin aus Kenia sagt, der Betreuer ihrer Abschlussarbeit verzögerte diese, nachdem sie nicht mit ihm schlafen wollte.

    The founders say that the creation of the local chapter of notinmycountry.org was inspired by a statement made by former US secretary of state Hillary Clinton when she visited Kenya in 2009. Clinton said then: “I think there’s an opportunity for young people and for civil society to use modern technology to run corruption watches and reporting. Young people should use interactive media to report real-time allegations of corruption.”

    9. Mai 2013 2
  • : USA: Strafen für Unternehmen, die keine Daten liefern?
    USA: Strafen für Unternehmen, die keine Daten liefern?

    Erst vor wenigen Tagen wurde von einer Arbeitsgruppe der US-Regierung berichtet, die ein Gesetz zur Bestrafung von solchen Unternehmen erarbeitet, die auf Anfrage von Sicherheitsbehörden nicht kooperieren und Daten liefern. Es sei angetrieben von Bedenken des FBI, das sich nicht fähig sehe, die Kommunikation von “Terroristen und anderen Kriminellen” anzuzapfen und richte sich an solche Unternehmen, die sich weigern nach dem Wiretap Act zu handeln und Strafverfolgungsbehörden Zugang zu der Kommunikation von Verdächtigen zu ermöglichen. Zuvor wurden Pläne des US-Justizministeriums öffentlich, durch die die Netzüberwachung deutlich verschärft werden soll. Dabei ging es um die “2511 Letters”: Freibriefe, die gegenüber Unternehmen den Verzicht auf strafrechtliche Verfolgung nach dem Wiretap Act garantieren. Nun sollen also Vorkehrungen getroffen werden, falls Unternehmen sich dennoch weigern. Die NY Times berichtete gestern, dass das Weiße Haus erwägt, diese Neuerung des Wiretap Acts zu unterstützen:

    While the F.B.I.’s original proposal would have required Internet communications services to each build in a wiretapping capacity, the revised one, which must now be reviewed by the White House, focuses on fining companies that do not comply with wiretap orders.

    8. Mai 2013 6
  • : Syrien ist offline [UPDATE]
    Syrien ist offline [UPDATE]

    Google, Renesys, OpenDNS und andere bemerkten gestern Abend, dass es plötzlich keinen Datenverkehr mehr von und nach Syrien gab.

    Im November 2012 hatte es bereits einen zweitägigen Blackout gegeben, und beide Seiten des Bürgerkriegs beschuldigten die jeweils andere der Sabotage. Später meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana, dass das Internet in Damaskus „nach Wartunsarbeiten wieder funktioniere“. Die Ursache für den aktuellen Ausfall ist noch nicht bekannt. Laut dpa vermuten Flüchtlinge, die seit Dienstagabend die Grenze überquerten, und Rebellen, die auf Satelligenverbindungen zurückgreifen können, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad die Kommunikation absichtlich gestört habe. Cloudflare beobachtete:

    Today at 18:48 UTC, Syria dropped off the Internet. Based on the data we collect from our network, as well as reports from other organizations monitoring network routes, it appears that someone systematically withdrew the BGP (Border Gateway Protocol) routes from the country’s border routers. This is the same technique that was used to withdraw Syrian Internet access last November.

    8. Mai 2013 6
  • : Birgitta Jonsdottir auf der rp13: In einer Demokratie leben bedeutet sie mitzugestalten
    Birgitta Jonsdottir auf der rp13: In einer Demokratie leben bedeutet sie mitzugestalten

    IMG_6618Heute startete die diesjährige re:publica, eine internationale Konferenz auf der ein weit gefasstes Spektrum von politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Fragestellungen thematisiert wird. Birgitta Jonsdottir, die gerade erst mit der Piratenpartei ins isländische Parlament gezogen ist und zuvor für die Partei Bürgerbewegung 2009 ins Parlament gewählt worden war, sprach heute auf der rp13 über die isländische Crowdsourcing-Verfassung, die Anfang April am Parlament (vorerst) gescheitert war. Die Verfassung sollte nach der Finanzkrise 2008 einen neuen Anfang für Island markieren und war unter starker Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entstanden.

    Diese Verfassung befinde sich nun in einem Koma, so Birgitta. Vor den Parlamentswahlen habe niemand mehr über die Verfassung gesprochen, auch in den Medien sei sie nicht thematisiert worden. Nun, nach den Wahlen, erhielten die liberal-konservativen Parteien die Mehrheit und die Zukunft der neuen Verfassung ist ungewiss. Die Aktivistinnen und Aktivisten seien nicht schnell genug gewesen und hätten nicht alle Mittel genutzt, die ihnen zur Verfügung standen. So sei es wichtig, dass den Abgeordneten erklärt wird, was sich durch das Internet verändert und verändern könnte, und wieso Datenschutz zum Beispiel ein Thema ist, dass immer wichtiger wird.

    Auch sollen laut Birgitta nicht Politikerinnen und Politiker die Verfassung eines Landes festlegen, sondern die Gesellschaft, die diese betrifft. Durch das Internet werde sichtbar, dass viele Systeme dysfunktional sind – es gibt keine informationellen, finanziellen, wirtschaftlichen Grenzen mehr und das muss in der nationalen Politik bedacht werden. Wer das erkennt, dürfe jedoch nicht warten bis zur Krise.

    Birgitta versteht sich in ihrer Rolle als Parlamentarierin als „Plugin für die Gesellschaft“: Sie strebt eine Dezentralisierung der politischen Macht an und hat in dem Moment ihren Respekt vor Gesetzen verloren, als sie sie mitgestalten konnte. Nun sei es wichtig, dezentrale Strukturen wie ein Liquid Feedback zu etablieren, um es allen Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, aktiv an Politik teilzunehmen – denn das sei es, was eine Demokratie ausmacht.

    6. Mai 2013 1
  • : Google erkennt durch Änderung der lokalen Suche Palästina an
    Google erkennt durch Änderung der lokalen Suche Palästina an

    Google hat seine lokalisierte Suchseite, die zuvor als für die „palästinensischen Gebiete“ bezeichnet wurde, nun zu „Palästina“ geändert. Gegenüber der BBC sagte ein Sprecher von Google, dass sich diese Änderung nicht nur auf der lokalisierten Suchseite zeigt, sondern auch Einfluss auf die Produktpalette des Unternehmens haben wird.

    In this case, we are following the lead of the UN, Icann [the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers], ISO [International Organisation for Standardisation] and other international organisations.

    Im November letzten Jahres hatte die UN Palästina einen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen eingeräumt, 138 der 193 UN-Mitglieder stimmten dafür, 41 enthielten sich (darunter Deutschland).

    Yigal Palmor, Sprecher des israelischen Außenministeriums, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP:

    „This change raises questions about the reasons behind this surprising involvement of what is basically a private internet company in international politics – and on the controversial side.“

    Ein Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas hingegen nennt diese Änderung von Google einen Schritt in die richtige Richtung sowie einen, der andere ermutigen könnte, Palästina als solches zu bezeichnen und nicht als „palästinensische Gebiete“.

    4. Mai 2013 11
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 18
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    Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 18

    Hier mal wieder der Netzpolitische Wochenrückblick mit den wichtigsten Themen der Woche! Die Audio-Version des Rückblicks (MP3) haben wir diese Woche zum ersten Mal in Kooperation mit Berlin FM erstellt, und wir freuen uns wie immer über Feedback!

    • Deutsche Telekom: Bis 2018 haben alle Kunden die neue AGB und Netzneutralität wird abgeschafft

    Der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom, Niek Jan van Damme, hat der Zeitung Die Welt ein Interview zu den Drosselplänen gegeben. Einerseits erklärt van Damme, dass die AGB-Änderungen hin zu den Volumentarifen selbstverständlich alle Kunden treffen wird – nur nicht sofort, sondern etwas später. Bis 2018 sollen alle Kunden umgestellt sein. Ebenfalls bestätigt wird in dem Interview unsere Befürchtung, dass die Deutsche Telekom gegen Geld Partnerdienste bevorzugen wird. [Zum Artikel]

    3. Mai 2013
  • : CISPA: Weißes Haus will ein Cybersecurity-Gesetz, das Privatsphäre schützt
    CISPA: Weißes Haus will ein Cybersecurity-Gesetz, das Privatsphäre schützt

    Auch dieses Jahr gab es Widerstand gegen den Gesetzentwurf CISPA: Darunter war eine Online-Petition, die bis zum 15. März diesen Jahres lief und mehr als 110.000 Unterschriften erzielte. Nun antwortete das Weiße Haus auf diese Petition. In der Antwort heißt es, der Entwurf würde den grundlegenden Bedenken des Weißen Hauses noch immer nicht Rechnung tragen und es wird verwiesen auf das zuvor angekündigte, wahrscheinliche Veto des Präsidenten. Dennoch äußert das Weiße Haus darin auch, dass ein Cybersecurity-Gesetz unbedingt notwendig ist, das es Unternehmen und Regierungsbehörden ermöglicht, Informationen über ‚Cybergefahren’ auszutauschen.

    There is broad consensus on the need for more threat-related information sharing – including among the leading privacy advocates we regularly engage on the issue. The essential question on which people across the spectrum disagree isn’t if we can share cybersecurity information and preserve the principles of privacy and liberty that make the United States a free and open society – but how.

    2. Mai 2013
  • : Tochterunternehmen deutscher Firma zahlt Millionenstrafe wegen Blue Coat Lieferung an Syrien
    Tochterunternehmen deutscher Firma zahlt Millionenstrafe wegen Blue Coat Lieferung an Syrien

    Der Nachritenagentur Reuters liegen Dokumente des US-Verteidigungsministeriums vor, nach denen das Unternehmen Computerlinks FZCO mit Sitz in Dubai im Rahmen einer Einigung mit US-Behörden einer Strafe von 2.8 Millionen Dollar zugestimmt hat. Mutterunternehmen ist die Computerlinks AG in München. Trotz US-Embargo hat Computerlinks FZCO Blue Coat Geräte des Typs ProxySG im Wert von 1.4 Millionen Dollar an Syrien verkauft, in drei separaten Transaktionen zwischen Oktober 2010 und Mai 2011.

    Dabei habe Computerlinks FZCO gegenüber Blue Coat angegeben, dass die Produkte in den Irak und nach Afghanistan geschickt werden, es kann also nicht nachgewiesen werden, dass Blue Coat von der Lieferung an Syrien wusste. Die deutsche Firma, die ein „authorised Middle East distributor for Blue Coat“ ist, stimmte unabhängigen Prüfungen durch Drittparteien zu, ein Sprecher der Computerlinks AG in München sagte in einem Statement: „The company is happy to have the matter resolved … and is moving forward with its business.“

    30. April 2013 1
  • : Studie: Politisches Engagement in Social Media
    Studie: Politisches Engagement in Social Media

    Aaron Smith, Wissenschaftler im Internet & American Life Project am Pew-Forschungszentrum in Washington D.C., veröffentlichte am 25. April eine Studie zum „Civic Engagement in the Digital Age“ (PDF). In 2.253 Telefoninterviews versuchte Smith herauszustellen, wie sich die politische Online-Aktivität von US-Amerikanern im Wahlkampf 2012 im Vergleich zum Wahlkampf 2008 verändert hat. Sein Ergebnis: Seiten sozialer Netzwerke haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen als Ort für politisches Engagement, Lernen und Debatten.

    39% der Amerikaner (ab 18 Jahren) waren demnach im Wahlkampf 2012 irgendwie politisch aktiv in Social Media, 2008 hingegen haben nur 33% der Bevölkerung Social Media überhaupt genutzt. Als „irgendwie politisch aktiv“ gilt dabei u.a. das Posten politischer Nachrichten, das Folgen von Politikerinnen und Politikern und der Eintritt in Gruppen, die sich mit politischen oder gesellschaftlichen Themen befassen. Dabei seien für die meisten Nutzer Social Media Kanäle kein seperater Teil ihrer politischen Aktivität, sondern fungierten als Ergänzung. Die überwiegende Auseinandersetzung mit politischen Themen finde dennoch offline statt.

    30. April 2013 1
  • : Internetüberwachung in den USA: Strafen für Unternehmen, die keine Daten liefern?
    Internetüberwachung in den USA: Strafen für Unternehmen, die keine Daten liefern?

    Die Washington Post berichtete gestern über eine Arbeitsgruppe der US-Regierung, die ein Gesetz zur Bestrafung von solchen Unternehmen erarbeitet, die auf Anfrage von Sicherheitsbehörden nicht kooperieren und Daten liefern. Es sei angetrieben von Bedenken des FBI, das sich nicht fähig sehe, die Kommunikation von „Terroristen und anderen Kriminellen“ anzuzapfen (das „going dark“ Problem) und richte sich an solche Unternehmen, die sich weigern nach dem Wiretap Act zu handeln und Strafverfolgungsbehörden Zugang zu der Kommunikation von Verdächtigen zu ermöglichen.

    30. April 2013 3
  • : Frieden 2.0: Kampagne für effektive Exportkontrolle von Überwachungstechnologie
    Frieden 2.0: Kampagne für effektive Exportkontrolle von Überwachungstechnologie

    bahrainBarbara Lochbihler, Mitglied im Europäischen Parlament und seit 2011 Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Konstantin von Notz, Mitglied des Deutschen Bundestags und Sprecher für Netzpolitik der grünen Bundestagsfraktion, starteten gemeinsam die Kampagne „Frieden 2.0“ und fordern eine effektive Exportkontrolle von Überwachungstechnologie. Auf der Kampagnenseite frieden2punkt0.de werden verschiedene deutsche Unternehmen vorgestellt, die „digitale Waffen“ exportieren, darunter Trovicor und Gamma International. An verschiedenen Ländern wird erklärt, wie Überwachungstechnologie aus Deutschland dort missbraucht und gegen Aktivistinnen und Aktivisten eingesetzt werden, zum Beispiel in Bahrain, Syrien, Iran oder in den USA. Auf der Seite findet sich unten eine vorformulierte Email, die an die Vorsitzenden von CDU, CSU und FDP adressiert ist und folgende Forderungen enthält:

    1. Eine Ausweitung und Stärkung der europäischen Dual-Use-Verordnungen 428/2009 und 1232/2011.
    2. Alle Exporte von Spyware müssen im Vorfeld an zentraler Stelle, in diesem Falle von der Europäischen Kommission kontrolliert und autorisiert werden.
    3. Regelmäßige Vierteljahresberichte durch die Europäische Kommission an Öffentlichkeit, Mitgliedstaaten, nationale Parlamente und Europäisches Parlament.
    4. Die Ausarbeitung – unter Beteiligung des Europäischen Parlaments – eines Strafmaßnahmenkatalogs für den Fall, dass EU-Mitgliedstaaten oder die dort ansässigen Unternehmen die vereinbarte Genehmigungspflicht oder die Entscheidung der Kommission nicht achten.
    29. April 2013 2
  • : Google-Transparenzbericht: Löschanfragen steigen
    Google-Transparenzbericht: Löschanfragen steigen

    Google hat den Transparenzbericht für das zweite Halbjahr des vergangenen Jahres veröffentlicht. 2285 Mal wurde Google von Strafverfolgungsbehörden und Gerichten aufgefordert, insgesamt 24.179 Inhalte zu löschen. Im ersten Halbjahr 2012 waren es noch 1811 Ersuchen für 18.070 Inhalte gewesen. 45 Prozent aller Ersuchen ist Google nachgegangen. 20 Länder ersuchten die Löschung von YouTube-Videos mit Ausschnitten des Films „Innocence of Muslims“. In vielen muslimisch geprägten Ländern hatte das Video zu Demonstrationen geführt, in einigen wurde der Zugang daraufhin eingeschränkt.

    google_transparenz

    26. April 2013
  • : USA: Mit geheimen Anweisungen das Internet überwachen
    USA: Mit geheimen Anweisungen das Internet überwachen

    Declan McCullagh beschreibt bei CNet, wie das US-Justizministerium die Netzüberwachung deutlich verschärfen will. Aus Dokumenten, die das Electronic Privacy Information Center (EPIC) durch Anfragen nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat, geht hervor, dass die Abhörbefugnisse für Behörden mit geheimen Anweisungen deutlich ausgeweitet wurden. Eigentlich bezog sich diese Genehmigung auf ein Pilotprojekt, bei dem das Militär die Internetverbindungen von Rüstungsbetrieben überwachen sollte. Seitdem wurde das Programm jedoch, auf Anordnung von Barack Obama, ausgeweitet und erstreckt sich auf viele weitere Bereiche wie Energieversorgung, Wirtschaft und Gesundheitswesen. Sie sollen ab dem 12. Juni stärker beobachtet werden.

    Bislang genossen Telekommunikationsunternehmen in den USA Immunität auf Basis des Foreign Intelligence Surveillance Act. Das Gesetz, das die Auslandsaufklärung und Spionageabwehr der USA regeln soll, erlaubt es vor allem der der National Security Agency NSA, ohne richterliche Genehmigungen Telefonate abzuhören oder E‑Mails abzufangen. Laut den veröffentlichten Papieren wird Internet Service Providern (ISP) allerdings auch Immunität zugesichert, wenn es um die Ausleitung des gesamten Internetverkehrs von und zu den Netzwerken der Provider geht. Diese Immunitätszusicherungen werden als „2511 Letters“ bezeichnet und stellen quasi den Verzicht auf strafrechtliche Verfolgung nach dem Wiretap Act dar. McCullagh schreibt, vor allem die NSA und das Verteidigungsministerium haben auf eine Ausweitung des Pilotprojekts gedrängt.

    Mit CISPA könnten die 2511-Freibriefe unnötig werden: Der Gesetzentwurf sieht vor, dass sich Unternehmen und Regierung stärker über Sicherheitsbedrohungen austauschen. Damit würden sämtliche geltenden Regelungen überschrieben, auch der Wiretap Act. AT&T, Verizon und andere ISPs haben ihre Unterstützung für CISPA bereits ausgedrückt. Hoffen wir mal, dass CISPA wirklich, wie auch letztes Jahr, im Senat versandet.

    26. April 2013
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 17
    CC-BY-NC-ND <a href="http://www.flickr.com/photos/41460120@N04/5032798787/" >Masashi Mochida</a>
    Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 17

    Diese Woche stand ganz im Zeichen der Drossel: Am Montag verkündete die Telekom die Abschaffung von Flatrates und bestätigte dabei gleichzeitig, dass man die eigenen Dienste gegenüber der Konkurrenz bevorzugen und damit die Netzneutralität verletzen wird. Wer davon schon genug gelesen hat, scrolle runter. Den Rückblick gibt es natürlich auch wieder als kleinen Podcast, und zwar hier.

    • Telekom macht Ernst: Tarifwechsel führt zur Ende der Flatrates und Verletzung der Netzneutralität

    26. April 2013 5
  • : Online-Faktenchecks für Bundestagswahl und user-generated content
    Online-Faktenchecks für Bundestagswahl und user-generated content

    Das ZDF will gemeinsam mit Phoenix einen Online-Faktencheck zur Bundestagswahl einrichten und lädt die Wikipedia-Community dazu ein, Aussagen zum Faktencheck vorzuschlagen und mitzuhelfen, die Richtigkeit der Aussagen zu prüfen. Der Online Faktencheck wird auf der re:publica am 6.5. in Berlin unter dem Label #ZDFcheck vorgestellt, die darin erarbeiteten Mediendateien stehen unter einer Freien Lizenz der Nachnutzung offen. Die Wikimedia bezeichnet das als einen ersten Meilenstein in der Zusammenarbeit mit einem öffentlich-rechtlichen Sender. Diese Zusammenarbeit soll durch einen so genannten “Wikipedian in Residence” koordiniert werden, der aktiv die Community ansprechen soll. Eine Ausschreibung hierfür ist seit Mittwoch online. Ab August soll das Projekt richtig durchstarten, alle Arbeitsschritte des Faktenchecks sollen live mitverfolgt und mitgestaltet werden können.

    Einen Crowdsourcing-Fakten-Check haben auch Ingenieure des Masdar Institute of Technology und des Qatar Computing Research Institute entwickelt. Die Plattform Verily soll Informationen aus sozialen Medien verifizieren. Behauptungen sollen mittels der Crowdsourcing Plattform in weniger als zehn Minuten bewertet werden, Verily arbeitet dafür mit einem Anreizsystem, das erfolgreichen Nutzern Punkte vergibt. Wer sich im Laufe der Zeit als guter Detektiv bewährt, wird mit fame und höherer Glaubwürdigkeit belohnt.

    26. April 2013
  • : Cute cat theory of digital activism
    Cute cat theory of digital activism

    lolcatDank eines Tweets von Jillian York, Direktorin für Internationale Meinungsfreiheit bei der Electronic Frontier Foundation, wurden wir in der Redaktion auf eine uns bisher unbekannte Theorie aufmerksam: Die cute cat theory of digital activism. Und die hat sogar schon einen eigenen Wikipedia-Artikel. Worum geht es also?

    Ethan Zuckerman, Direktor des MIT Center for Civic Media, hat die Theorie entwickelt. Demnach interessieren sich die meisten Menschen nicht für Aktivismus im Internet, sondern wollen es nutzen, um sich auszutauschen und nach Pornografie oder lolcats zu suchen. Die Tools, die dafür entwickelt werden, wie Facebook, Flickr, Blogger, Twitter und ähnlichen Plattformen, seien dann wiederum für Aktivisten sehr nützlich, denen die Mittel fehlen, selbst Tools zu entwickeln. Und es mache die aktivistische Arbeit resistenter gegen Repressionen: “The government can’t simply shut down Facebook, because doing so would alert a large group of people who they can’t afford to radicalize”, erklärte Zuckerman gegenüber der NY Times.

    (Sehr viel) mehr zu Zuckermans These und süße Katzenbilder gibts auf seinem Blog.

    26. April 2013 2
  • : CISPA versandet (wieder) im Senat
    CISPA versandet (wieder) im Senat

    Nachdem der Gesetzentwurf des Cyber Intelligence Sharing and Protection Act CISPA letztes Jahr das Repräsentantenhaus passiert hatte, versandete er im Senat und wurde dort niemals abgestimmt. So wird es wohl auch beim zweiten Anlauf kommen, sagen Mitglieder des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Transport. Jay Rockefeller, der den Ausschuss anführt, nannte den Datenschutz bei CISPA unzureichend, auch wenn er Gesetze zur Cybersecurity generell begrüße. Er und Dianne Feinstein brachten kürzlich eine eigene Gesetzesinitiative ein, den Cybersecurity and American Cyber Competitiveness Act. CISPA Gegner hoffen, dass ein Entwurf aus dem Senat zwar den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Regierungsbehörden erlaubt, jedoch den Umfang der Informationen begrenzt und die Immunität der Unternehmen, die Informationen teilen, einschränkt.

    26. April 2013