Der frühere NSA- und CIA-Direktor Michael Hayden hat eine Rede bei der New America Foundation gehalten. In den Exzerpten, die der Guardian veröffentlichte, gab es vor allem zwei interessante Punkte: Hayden verglich die Vorkommnisse um Charlie Hebdo mit Ebola und kommentierte Deutschlands Nichtmitgliedschaft bei dem Spionierverein Five Eyes.
Wie die Ansteckungswege bei Ebola könne man die Hintergründe der Anschläge auf Journalisten des Satiremagazins Charlie Hebdo zurückverfolgen und im Nachhinein begründen. Die Anschläge seien unvermeidlich gewesen und dann: „Wenn man die Forensik betrachtet, wäre jeder dieser Angriffe vermeidbar gewesen“. Ein Widerspruch, mit der bekannten Quintessenz, dass Überwachung gebraucht wird, um Terrorismus™ zu verhindern.
An Deutschland richtete Hayden eine klare Botschaft: Eine Mitgliedschaft in den Five Eyes oder ein No-Spy-Agreement wird niemals passieren:
Man kann so viele Trips nach Washington machen, wie viel man will. Wir haben nicht die Schlüssel, um aus fünf Augen sechs zu machen.
Er entschuldigte sich dann – doch nicht etwa für das „Ausspähen unter Freunden“. Sondern dafür, dass diese mitbekommen hätten, dass sie ausgespäht würden und nun in schlechtem Licht dastünden. Spionieren würden ja alle, man solle sich nicht so anstellen:
Wir haben uns nicht die Kleider vom Leib gerissen oder rumgeheult. Wir wissen, dass das einfach so läuft. So spielen Erwachsene nun mal in der Welt.
