Liebe Leute,

irgendwie ist mir zwar klar, dass es Menschen braucht für generative Sprachmodelle, für Bilderkennung – und für allerlei anderes, was gern als KI bezeichnet wird. Es braucht nicht nur Entwickler:innen, sondern vor allem Datenarbeitende, die mühsam Trainingsdaten sichten, aufbereiten und damit die Grundlage für automatisierte Prozesse schaffen. Aber wer sind diese Menschen? Darüber höre ich viel zu wenig.

Meine Kolleg:innen Ingo und Constanze haben eine davon getroffen. Joan Kinyua aus Kenia kämpft für Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen und berichtet von Erfolgen und Rückschlägen.

Von den Folgen sogenannter KI lest ihr in unserem netzpolitischen Ticker – es geht um nicht-einvernehmliche Deepfakes und darum, wie Sprachmodelle der psychischen Gesundheit schaden können.

Spannende Lektüre wünscht euch

anna

Wir sind communityfinanziert

Unterstütze auch Du unsere Arbeit mit einer Spende.

Unsere Artikel des Tages

Versteckte Kosten von KI„Sie wissen, welche Schäden Künstliche Intelligenz verursacht“

Datenarbeiter:innen hinter KI werden ausgebeutet und unsichtbar gemacht. Joan Kinyua aus Kenia kämpft für Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen. Im Interview erklärt sie, warum sie nicht auf Gewerkschaften zählt und warum auch deutsche Autokonzerne Verantwortung tragen.

Lesen Sie diesen Artikel: „Sie wissen, welche Schäden Künstliche Intelligenz verursacht“

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

beck-aktuell
Der Verwaltungsgericht Berlin hat die Rechte von Menschen gestärkt, die erotische Inhalte veröffentlichen. Demmach darf die Medienaufsicht den Instagram-Account einer Darstellerin nicht pauschal abklemmen, sondern muss auf einzelne Beiträge eingehen.
The Times Of Israel
Auf Polymarket wetten Menschen teils hohe Summen auf Weltereignisse. Manche sollen einen israelischen Journalisten mit Todesdrohungen und Bestechungsversuchen belästigt haben, damit er eine Nachrichtenmeldung zu ihren Gunsten umschreibt.
BMJV
Wegen steigender Unfallzahlen mit E-Scootern will die Bundesregierung die Haftung verschärfen. Unter anderem sollen künftig Sharing-Anbieter für Schäden haften, auch wenn sie diese nicht verschuldet haben, so ein Gesetzentwurf aus dem Justizministerium.
queer.de
Fünf Angeklagte müssen sich in Frankfurt (Oder) vor dem Landgericht verantworten. Wie queer.de berichtet, sollen sie homosexuelle Männer per Dating-App in die Falle gelockt, verprügelt, beraubt und beleidigt haben. Ein 18-Jähriger sei bereits verurteilt worden.
tagesschau.de
Die Kreditauskunftei Schufa hat ihren neuen Score und dessen 12 Kriterien offengelegt. Die Transparenz deckt Schwächen auf, berichtet tagesschau.de: Benachteiligt würden demnach etwa Menschen, die oft umziehen.
The Guardian
Bei manchen, dafür anfälligen Menschen verstärken Chatbots wahnhaftes Denken. Eine wissenschaftliche Studie hat sich das „KI-Psychosen“-Phänomen erstmals genauer angesehen.
heise online
In den USA haben drei Personen Klage gegen Elon Musks Unternehmen xAI eingereicht. Der Chatbot Grok soll von ihnen sexualisierte Deepfakes erstellt haben, als sie noch minderjährig waren.
The New York Times
Zwei US-Kriminolog:innen, die zu Massenschießereien forschen, haben in den letzten Jahren eine Verschiebung bemerkt: Die meist männlichen Täter:innen gehen mit messianischem Eifer zur Sache, sind zunehmend jung – und hängen in fragwürdigen Online-Communities ab.
taz
Im Interview mit der taz spricht die Filmemacherin und Autorin Alyssa Loh über die Tücken von Dark Patterns, Big Tech und der Aufmerksamkeitsökonomie.
Open Measures
Alternative Online-Dienste, ob Bluesky, Mastodon oder Gab, sind vielleicht nicht ganz so groß wie etwa Instagram. Aber sie sind bei weitem nicht so unbedeutend, um sie als Randphänomen zu betrachten, zeigt eine Auswertung von Open Measures.
U.S. National Archive
Das US-Nationalarchiv stellt mehrere Millionen NSDAP-Mitgliedskarteien erstmals ins Netz, wie der Spiegel (€) berichtet. Damit lässt sich per Mausklick erforschen, ob in der eigenen Familiengeschichte womöglich Geheimnisse lauern.
YouTube/Forbrukerrådet
Mit einem satirischen Video klärt die norwegische Verbraucherschutzbehörde über "Enshittification" auf – also die Verschlechterung digitaler Dienste, damit sie mehr Profit abwerfen.
Lambda Bundesverband
Der Lambda Bundesverband vertritt die Interessen queerer Jugendlicher in Deutschland und lehnt ein Social-Media-Verbot für Minderjährige ab: "Digitale Räume sind für queere Jugendliche unverzichtbar."
The Guardian
Eine Großmutter aus dem US-Bundesstaat Tennessee soll zu Unrecht sechs Monate im Gefängnis verbracht haben. Eine als KI bezeichnete Software für Gesichtserkennung hatte nahegelegt, dass sie wie eine Verdächtige aussehe.
Bundesnetzagentur
Wer vermutet, in einem mit Breitbandinternet unterversorgten Gebiet zu leben, kann dies mit der Testversion eines neuen Online-Tools der Bundesnetzagentur überprüfen.
Oldenburger Onlinezeitung
Laut Justizministerium setzt sich Deutschland in der EU für eine Ja-heißt-Ja-Regelung im Sexualstrafrecht für Jugendliche ein. Anlass sind die laufenden Verhandlungen zur "Chatkontrolle"-Verordnung, die den sexuellen Missbrauch von Kindern bekämpfen soll.
The New York Times
Donald Trump und seine Schergen, von Verteidigungsminister Hegseth bis zum FCC-Chef Carr, üben starken Druck auf US-Medien aus, um eine vorteilhafte Berichterstattung über den Krieg in Iran zu erzwingen.
Die Medienanstalten
Auch Influencer:innen müssen in der EU künftig politische Werbung transparent kennzeichnen, sonst droht Bußgeld. Die deutsche Medienaufsicht bereitet sich auf die Durchsetzung vor, zeigt der erste Beitrag eines neuen Berichts zur Social-Media-Regulierung.
t3n
Der US-Konzern Niantic arbeitet weiter an der Verwertung von Milliarden Aufnahmen, die Nutzer*innen des Hype-Spiels Pokémon Go angehäuft haben. Ein daraus abgeleitetes Modell der Welt soll Lieferrobotern bei der Navigation helfen.
Washingtonian
Die Washington Post von Amazon-Chef Bezos nutzt seit Neuestem personenbezogene Daten, um algorithmisch die Abo-Gebühr zu ermitteln. Dabei bleiben viele Fragen offen.
Science Media Center
In der jüngsten Reaktion von X auf die EU-Kommission sehen Fachleute ein Signal für wirkende Regulierung. Hintergrund ist ein Verfahren auf Basis des Gesetzes über digitale Dienste (DSA), unter anderem wegen irreführender blauer Haken.
Instagram
Ab 8. Mai schafft Instagram in Direktnachrichten die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ab, die Grundrechte wie Privatsphäre und Vertraulichkeit der Kommunikation schützt.
taz
Die taz hat einen 25-Jährigen besucht, der in seiner Freizeit soziale Medien nach Nazisymbolen und Volksverhetzung durchsucht und Anzeigen stellt. Denn er hat Angst, dass aus Worten Taten werden.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bemängelt die IT-Sicherheit von Software-Produkten des Gesundheitswesens. Untersucht hat die Behörde digitale Praxisverwaltungssysteme und Pflegedokumentationssysteme.
Geschichte der Gegenwart
Der Historiker Gleb Albert beschreibt eine alternative Geschichte sozialer Medien, die selbstbestimmt und dezentral verwaltet werden. Eine Entwicklung von Bulletin Boards bis Mastodon.

Deine Spende für digitale Freiheitsrechte

Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich zu fast 100 Prozent aus den Spenden unserer Leser:innen.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.