Auf den PunktWir sollten mehr Bürokratie wagen.

  • Chris Köver

Liebe Leser*innen,

Bürokratie abbauen, das klingt erst mal gut. Aber was, wenn diese Bürokratie etwa die Arbeit des Bundeskriminalamtes betrifft?

Dieses soll in Zukunft unbürokratischer bei Gericht bestimmte Überwachungsmaßnahmen beantragen dürfen. Statt der Abteilungsleitung soll dann jede beliebige Person mit einer juristischen Ausbildung etwa den Einsatz von Staatstrojanern oder die Überwachung von Telekommunikation beantragen dürfen.

Zu viel Bürokratie sieht das Bundesinnenministerium auch in der Berichtspflicht an den Bundestag zu „sicheren Herkunftsstaaten“. Wozu soll das Parlament denn bitte alle zwei Jahre darüber unterrichtet werden müssen, ob sich an der Einstufung dieser Länder – und somit an den Chancen auf Asyl – etwas geändert hat?

Warum das Deutsche Institut für Menschenrechte damit ein Problem hat und in welchen anderen Bereichen die Bundesregierung weitere Potenziale für Bürokratieabbau verortet, das lest ihr bei meiner Kollegin Anna. Ich habe nach der Lektüre plötzlich eine ganz neue Vorliebe für Bürokratie entwickelt.

Einen guten Abend wünscht euch

Chris

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Ticker-News von Euractiv vom 16. 01. 2026

In einem Brief an die EU-Kommission sollen mehr als 50 Abgeordnete ein klares Verbot von Diensten für sexualisierte Deepfakes gefordert haben. Schon jetzt setzen KI-Verordnung und Gesetz über digitale Dienste (DSA) hohe Hürden.

Ticker-News von Der Standard vom 16. 01. 2026

Mit sogenannten KI-Agenten schlagen Tech-Unternehmen einen „gefährlichen Weg in die Totalüberwachung auf PC und Smartphone“ ein, analysiert der Standard. Schon auf Ebene des Betriebssystems könnten künftig Inhalte aller Apps zusammenfließen.

Ticker-News von 404 Media vom 15. 01. 2026

Ein Daten-Tool der Überwachungsfirma Palantir soll der brutalen US-Abschiebe-Behörde ICE potenzielle Zielpersonen zur Verfolgung und Deportation anzeigen – versehen mit einem „Score“, der ausdrücken soll, wie verlässlich die Berechnung ist.

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Die von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey entwickelte Messaging-App Bitchat gewinnt in Uganda und Iran aufgrund der dortigen Internet-Sperren an Popularität. Die App verwendet nämlich Bluetooth-Mesh-Technologie, um ein dezentrales Netzwerk aufzubauen.

Ticker-News von Wired vom 15. 01. 2026

Neurowissenschaftler*innen haben einen Gehirnmechanismus identifiziert, der erklären soll, warum Menschen insbesondere unangenehme Aufgaben aufschieben. Dieser Mechanismus ließe sich deaktivieren, allerdings schütze er auch vor Überarbeitung und Burnout.

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Über die Autor:innen

  • Chris Köver
    Darja Preuss

    Chris Köver recherchiert und schreibt über Migration, biometrische Überwachung, digitale Gewalt und Jugendschutz. Recherche-Anregungen und -Hinweise gerne per Mail oder via Signal (ckoever.24). Seit 2018 bei netzpolitik.org. Hat Kulturwissenschaften studiert und bei Zeit Online mit dem Schreiben begonnen, später das Missy Magazine mitgegründet und geleitet. Ihre Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Journalistenpreis Informatik, dem Grimme-Online-Award und dem Rainer-Reichert-Preis zum Tag der Pressefreiheit.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), BlueSky, Mastodon, Signal: ckoever.24


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