Auf den PunktIn Berlin hängen jetzt Kameras zur Verhaltenskontrolle.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

am Sonntagmorgen habe ich eine Sprachnachricht bekommen: „Es geht los“. Ich bin sofort zum Kottbusser Tor geradelt. Dort wurde gerade die berlinweit erste Kamera zur dauerhaften polizeilichen Videoüberwachung des öffentlichen Raums aufgehängt. Ich habe dann den Kabelstrang, an den die Kamera angeschlossen wurde, einmal um den Block verfolgt. Alle paar Meter hingen Kabel heraus – offensichtlich um weitere Kameras anzubinden. Zudem finden sich an dem Strang an vielen Stellen auch massive Scheinwerfer, mit denen die Polizei wohl die Gegend ausleuchten kann.

Das Areal rund um den Kotti wird künftig total überwacht. Die Bilder können von Polizist*innen eingesehen werden, außerdem kontrolliert eine Software permanent das Verhalten aller Abgebildeten. Ich fühlte mich wie in einer Dystopie. Das Berlin, in das ich mich einst verliebt hatte, wirkte plötzlich sehr fern.

Mit wehmütigen Grüßen

Martin

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Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Für Recherchen zur Spionage-App mSpy hat er gemeinsam mit Chris Köver 2026 den Sonderpreis Print des Datenschutz Medienpreises DAME erhalten.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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