Liebe Leser*innen,
wenn ich über Kameras schreibe, reagieren Menschen, beispielsweise in den Kommentaren, oft mit fantasievollen Ideen für Gegenmaßnahmen. Sticker auf die Linse, Ziegel darauf fallen lassen, mit Ketchup bespritzen. Eine Person erzählte, sie habe früher oft Luftschlangenspray benutzt, um den Geräten die Sicht zu nehmen. Eine andere schilderte ihren Traum, eine EMP-Pistole zu bauen, die einen elektromagnetischen Impuls aussendet, der Kameras wahlweise stört oder zerstört. Und eine teilte mir mit, wie oft sie bereits Kaugummi auf Kameralinsen appliziert hatte.
Im Rahmen der darauf folgenden Recherche habe ich erfahren, dass die Betriebseinschränkung von Videoüberwachungsanlagen als Aktionsinstrument in sozialen Bewegungen bereits eine gewisse Tradition hat. Dazu habe ich recherchiert, wo in Deutschland der rechtliche Unterschied zwischen dem Zerstören und dem Abdecken einer Kamera liegt.
Um sich gegen Kameras und die beispiellose Welle KI-gestützter Überwachung zu wehren, muss man aber gar nicht zu so handfesten Maßnahmen greifen, der Widerstand lässt sich auch symbolisch ausdrücken. Zum Beispiel mit einem Besuch der Anti-Überwachungs-Demo am 13.6. in Berlin.
Würde mich freuen, euch da zu sehen!
Martin

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