Auf den PunktRechtsextreme Äußerungen haben einen „bösen Schein“.

  • Sebastian Meineck

Liebe Leser*innen,

„böse“ ist ein sonderbares Wort im Kontext unserer Arbeit. Begegnet ist es mir heute in der Begründung des OVG Münster, das einen Justizbeamten wegen rechtsextremen Chats aus dem Dienst entfernt hat. Seine wahre Gesinnung ist demnach nicht relevant; es genügte der „böse Schein“ – siehe Ticker.

Einen bösen Schein habe ich auch wahrgenommen, als ich das hier las: CSU-Innenminister Dobrindt plant Zwangsouting per Verordnung. Wer Vornamen oder Geschlechtseintrag ändern lässt, soll künftig über Behörden hinweg von einer Datenspur verfolgt werden. Fachleute und Verbände für queere und trans* Menschen sind entsetzt.

Wie kann so ein Vorstoß nicht böse gemeint sein?

Liebe (!) Grüße

Sebastian

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Über die Autor:innen

  • Sebastian Meineck
    Philipp Sipos

    Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker und Jugendmedienschutz. Er schreibt einen Newsletter über Online-Recherche und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Grimme-Online-Award sowie dem European Press Prize.

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