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Auf den PunktEin europäisches Palantir macht es auch nicht besser.

  • Anna Biselli

Liebe Leser:innen,

europäische Alternativen zu US-Produkten zu suchen, ist derzeit en vogue. Die neueste Diskussion dreht sich um die Analyse-Software Palantir für Polizeien. Die will man nun nicht mehr so gerne haben, weil man die sowieso schon sensiblen Daten nicht einem US-Konzern auf dem Silbertablett servieren will. Meine Kollegin Constanze hat die Bundesländer mal nach möglichen europäischen Konkurrenzprodukten gefragt. Aber da fällt niemandem etwas ein.

Die Alternative, ganz auf derartige Big-Data-Anwendungen mit einem großen Risiko für Privatsphäre und Grundrechte zu verzichten, wäre ja auch mal einen Gedanken wert.

Liebe Grüße

anna

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Ticker-News von heise online vom 16. 04. 2025

Das ging schnell: Als Reaktion auf die drohende Abschaltung des CVE-Systems sprang die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA ein und stellte die bereits länger geplante Schwachstellendatenbank „European Vulnerability Database“ kurzerhand online.

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Als erste trans Person hat es Anastasia Biefang bis zur Kommandeurin der Bundeswehr geschafft. Nachdem ihr ein Tinder-Posting einen Verweis eingebracht hat, zog sie vor das Bundesverfassungsgericht – das ihre Verfassungsbeschwerde nun abgelehnt hat.

Ticker-News von Reuters vom 16. 04. 2025

Im Beipackzettel von Sicherheitsupdates findet sich oft das unscheinbare Kürzel CVE. Dahinter verbirgt sich ein wichtiges System für die Identifizierung und Benennung von Sicherheitslücken. Diese Datenbank ist nun in Gefahr, weil die Trump-Regierung finanziell nichts mehr beisteuern will.

Ticker-News von The Washington Post vom 16. 04. 2025

Ja, beim Kauf von Instagram wollte Mark Zuckerberg einen Mitbewerber „neutralisieren“. Die Washington Post fasst zusammen, wie der Meta-Chef beim Kartellprozess von der US-Handelsbehörde FTC gegrillt wurde. Der Prozess dürfte sich jedoch über Jahre ziehen.

Ticker-News von Human Rights Watch vom 16. 04. 2025

Human Rights Watch berichtet über die Dimension der Handy-Überwachung in Tibet durch die chinesische Regierung. Schon der Kontakt zu Angehörigen im Ausland könne zu Verhaftung, Inhaftierung und Folter führen. Seit 2021 seien Dutzende Menschen festgenommen worden.

Ticker-News von NEJM AI vom 16. 04. 2025

Therapeutische Chats mit einem dafür optimierten, großen Sprachmodell können Menschen mit unter anderem Depressionen helfen. Das zeigt eine Vergleichsstudie mit rund 200 Teilnehmenden. Es braucht aus Sicht der Forschenden jedoch größer angelegte Versuche, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Ticker-News von taz vom 16. 04. 2025

Nachdem das Zeit-Feuilleton das Meme-Genre des „German Brainrot“ analysiert hat, knöpft sich die taz das verwandte „Italian Brainrot“ vor. In Figuren wie dem Turnschuh-tragenden Hai namens „Tralalero Tralala“ sieht sie den „verführerischen Charme der Sinnlosigkeit“.

Ticker-News von The Washington Post vom 16. 04. 2025

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Ticker-News von Euronews vom 15. 04. 2025

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Doctolib gilt als Platzhirsch, wenn es darum geht, online einen Praxistermin zu buchen – ist aber nicht gerade ein Musterschüler beim Datenschutz. Auf seinem IT-Sicherheitsblog vergleicht Mike Kuketz alternative Portale wie Jameda oder Dr. Flex.

Ticker-News von The Verge vom 15. 04. 2025

Meta wird seine KI bald mit Daten von EU-Nutzer:innen seiner Apps trainieren, darunter Facebook und Instagram. Die Nutzer:innen können sich gegen eine Teilnahme entscheiden. Betroffen seien nur Personen über 18 Jahren, private Nachrichten will Meta nicht nutzen.

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Der britische Guardian hat Leser:innen gefragt, was ihnen (parasoziale) Beziehungen zu personalisierten Chatbots bringen. Die Antworten zeigen: Große Sprachmodelle können Menschen Resonanz, Hilfe und Halt geben.

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Twitter-Mitgründer Jack Dorsey fordert, das Urheberrecht abzuschaffen, es würde Kreativität einschränken. Elon Musk stimmt ihm zu. Wohl nicht ganz selbstlos: Er trainiert seine KI Grok mit den Werken anderer Leute.

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Über 50.000 Posts von Elon Musk hat die Washington Post ausgewertet. Mit anschaulichen Datenvisualisierungen lässt sich nachvollziehen, was dem Rechtsradikalen besonders am Herzen liegt – und welche Folgen seine Interaktionen haben können.

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Über die Autor:innen

  • Anna Biselli
    Darja Preuss

    Anna ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr).


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