Was vom Tage übrig blieb: Lobbying, offene Daten und eine Gratulation

Google und Facebook geben in den USA immer mehr Geld für Lobbying aus, während sich der chinesische Netzwerkausrüster Huawei immer mehr in Europa breit macht. Die EU wiederum will mehr offene Daten, Google keine Ad-Blocker in Chromium und Kirsten Fiedler hat den Felipe-Rodriguez-Preis gewonnen. Die interessantesten Reste des Tages.

Dramatische Szenen auf der Spitze des Berliner Fernsehturms.

Google, Facebook spend big on U.S. lobbying amid policy battles (Reuters)
Die beiden Digitalkonzerne gaben 2018 allein in den USA rund 34 Millionen Dollar für Lobbying aus. Im Fokus standen dabei wohl Bemühungen von US-Gesetzgebern um neue Datenschutz- und Wettbewerbsgesetz. Die Zahlen zeigen, wie viel die Konzerne in die Verteidigung ihrer digitalen Oligopolstellung investieren – und wie niedrig diese Beträge dennoch im Vergleich zu ihren Profiten sind.

How Huawei Wooed Europe With Sponsorships, Investments and Promises (New York Times)
Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten hat der chinesische Netzwerkausrüster Huawei Mitte der Nuller-Jahre in Europa Fuß gefasst – und stattet mittlerweile nicht nur weite der Teile europäischen digitalen Infrastruktur aus, sondern lobbyiert bislang recht erfolgreich für die eigenen Produkte, etwa durch Co-Sponsoring des letzten CDU-Parteitags. Nicht ganz unlustig mit Sprüchen wie „Mutti, wann sind wir eigentlich in Neuland?“ Langsam scheint sich der Wind in der EU aber zu drehen.

EU-Gremien einig: Mehr offene Daten für Künstliche Intelligenz und Startups (Heise)
Die Europäische Union möchte öffentliche Daten maschinenlesbar der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Was öffentliche Verwaltungen der EU-Staaten an Daten produzieren, muss künftig frei verfügbar sein. Darauf einigten sich Verhandler diese Woche in Brüssel, eine endgültige Abstimmung im EU-Parlament folgt bald. Die EU-Kommission hofft dadurch auf schnellere Fortschritte bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

Wow, fancy that. Web ad giant Google to block ad-blockers in Chrome. For safety, apparently (The Register)
Google könnte durch Änderungen an seinem Open-Source-Browser Chromium Ad- und Content-Blocker wie „uBlock Origin“ vor erhebliche Probleme stellen.

EDRi’s Kirsten Fiedler wins Privacy Award (EDRi)
Die langjährige netzpolitik.org-Autorin Kirsten Fiedler ist mit dem Felipe-Rodriguez-Preis für den Schutz der Privatsphäre ausgezeichnet worden. Kirsten war Managing Editor bei European Digital Rights (EDRi) und hat in den vergangenen Jahren aus einer Ein-Personen-NGO eine einflussreiche Stimme für digitale Rechte gemacht. Glückwunsch, Kirsten!

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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