Was vom Tage übrig blieb: Funklöcher, Facebook-Lobbying und offene Bildungsmaterialien

Wie Facebook in Brüssel Lobby-Arbeit betreibt, offene Bildungsmaterialien ein neues Hausmedium erhalten, die ersten Mobilfunkanbieter sich für die 5G-Auktion aufstellen und die Mecklenburgische SPD ihren Koalitionspartner durch den Kakao zu ziehen versucht. Die interessantesten Reste des Tages.

Im Süden nichts Neues: Grau, nass, kalt. Aber der Kran hat sich bewegt. Immerhin.

Inside Facebook’s fight against European regulation (Politico)
Der Social-Media-Konzern hat in den vergangenen Jahren in Brüssel eine gewichtige Lobby-Präsenz aufgebaut und mischt in zahlreichen Themen mit, von Datenschutz bis zur großen Urheberrechtsreform. Dabei wehrt sich Facebook vehement gegen praktisch jeden Versuch, neue gesetzliche Auflagen zu schaffen. Ein Bericht des Brüssel-Insidermagazins Politico zeichnet Jahre an Lobbyarbeit nach.

Welcome to the age of surveillance capitalism (The Guardian)
Der Guardian stellt das Buch „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ der Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff vor und verweist auf den großen gesellschaftlichen Zusammenhang hinter den Datenschutzscharmützeln, über die wir hier täglich berichten: „Die eigentliche Nachricht handelt nicht so sehr von der Natur digitaler Technologie, sondern von einer neuen Mutationsform des Kapitalismus, die Technologie für ihre Zwecke nutzt.“

United Internet beteiligt sich offiziell an 5G-Auktion (Golem)
Der bislang nur als virtueller Betreiber auf dem deutschen Mobilfunkmarkt tätige Anbieter United Internet will sich an der für das Frühjahr geplanten 5G-Auktion beteiligen. Es dürfte sich um mehr als nur eine Marketing-Aktion handeln: Laut Golem seien bereits Kredite gesichert, zudem hätte der Vorstand und Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch sein OK gegeben. Der Konkurrent Freenet wiederum hat abgewunken und wird bei der Frequenzvergabe nicht mitbieten.

Eine Zeitschrift zum Thema OER (Informationsstelle OER)
Mit dem neuen Journal of Open Educational Resources (IJOER) bekommt die Forschung zu offenen Bildungsmaterialien ein Hausmedium. Die englischsprachige Veröffentlichung soll zwei Mal im Jahr erscheinen und ist selbstverstänldich Open Access.

So trollt die SPD die Funkloch-App der CDU (Nordkurier)
Die Mecklenburgische SPD wollte lustig und sein und mit der Funkloch-App der Landes-CDU ein bisschen Spaß haben. Deshalb meldeten die Genossen Funklöcher in Form des Schriftzuges SPD. Blöd nur, wenn damit beim Rezipienten erstmal rüber kommt, dass die mitregierende SPD an den Funklöchern schuld sei.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

2 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.