UN-Sonderberichterstatter löchert Apple-Chef wegen Löschung von VPN-Apps

Tim Cook in einer Zeichnung von Álvaro Tajada Portalo. CC-BY-SA 2.0 Álvaro Tajada Portalo

Der UN-Sonderberichterstatter für die Meinungsfreiheit, David Kaye, stellt kritische Fragen zur Entscheidung des Unternehmens Apple, VPNs aus dem chinesischen App-Store zu nehmen.

In einem Brief an Apple-Chef Tim Cook (PDF) verweist er auf die Menschenrechtslage in China und indirekt auf die Verantwortung des Unternehmens und fragt beispielsweise nach, ob Apple überhaupt eine direkte Aufforderung zum Entfernen der Apps bekommen habe. In insgesamt acht Fragen wird der Apple-Chef gelöchert, ob das Unternehmen wirklich alles getan habe, um die Löschung abzuwehren.

Virtual Private Networks (VPNs) tragen dazu bei, die allgegenwärtige Zensur in China zu umgehen. Sie können mit einer verschlüsselten Verbindung die Internetverbindung ihrer Nutzer ins Ausland tunneln, wo die Webseiten und Dienste dann ganz normal erreichbar sind.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

2 Ergänzungen

  1. das betrifft ja nicht nur china. es betrifft mich direkt ebenso. in deutschland muß ich mich seit den veröffentlichungen von edward snowden über die überwachung durch bka bnd usw., selber um meine privatssphäre in deutschland kümmern und mich selbstverteidugen. wenn ich das nicht mehr kann,was ist dann mit meinen grundrechten, die mir laut grundgesetz zustehen?

    bitte apple, lass den scheiß! oder was hast du für einen auftrag und von wem?

  2. matthias roeingh,

    apple stellt proprietäre Systeme her die dich beherrschen und nicht du sie. Die erste Grundregel für Sicherheit, das Kerckhoffs’ Prinzip, muss erfüllt sein. Anderweitig ist es faktisch nicht möglich sich selbst mit gerättschaften die dagegen verstoßen zu schützen.
    Schau dir zb F-Droid + LineageOS an.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.