Die Datenabteilung des Bayerischen Rundfunk hat die Follower der Accounts der großen Parteien analysiert und kommt zum Schluss, dass alle sehr viele falsche Follower haben. Dabei stützt sich die Analyse auf die Annahme, dass Follower ohne Profilbild, Biografie und eigene Tweets verdächtig sind, genauso wie Accounts mit sehr vielen Zahlen im Nutzernamen.
Spitzenreiter bei den fragwürdigen Followern ist die CSU mit fast 40 Prozent Followern aus der Kategorie kein Profilbild, keine Biografie, keine Tweets. Die anderen Parteien haben alle Werte um die 30 Prozent. Nun sind falsche Follower oder Bot-Follower noch lange kein Indiz für Betrug. Erstens bewirken sie nicht viel mehr, als dass ein Account größer aussieht, und zweitens kann jeder einem Account falsche Follower anhängen. Bewiesen ist damit noch nichts.
In einer zweiten Analyse hat sich BR Data die Retweets der Parteien angeschaut. Hier gewinnt die AfD und deren Spitzenkandidaten, deren Tweets besonders häufig geteilt werden. BR Data führt dies auf eine besonders aktive Followerschaft zurück. Etwas schade, dass der Artikel hier nicht auf die gemeinsame Analyse „So twittert die AfD“ von Tagesspiegel und netzpolitik.org eingeht, bei der wir ein gut organisiertes inoffizielles Unterstützernetzwerk nachweisen konnten.
