Linkschleuder

Wahl in Uganda: Social-Media-Portale abgeschaltet

Bei den heute stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Uganda ist es zu Unregelmäßigkeiten gekommen: Journalisten und Aktivisten berichten, dass sie seit Beginn des Wahltages nicht mehr auf Social-Media-Seiten wie Facebook, Twitter und WhatsApp zugreifen können. Auch mobile Bezahlsysteme sind von der Blockade betroffen.


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Während zu Beginn unklar war, wer hinter der Netzsperre steckt, hat sich die ugandische Telekommunikationsbehörde gegenüber dem ugandischen TV-Sender NBS Television dazu bekannt. Auf Anforderung der Wahlbehörde seien Facebook und Twitter gesperrt worden, weil dort noch nach Ende der offiziellen Kampagnenzeit Wahlwerbung betrieben worden sei. Die mobilen Bezahldienste hätten der Bestechung von Wählern gedient.

Seit dreißig Jahren regiert Präsident Yoweri Museveni in Uganda, der sich für eine weitere Amtszeit bewirbt. In den Umfragen liegt der 71-jährige Museveni vorn, doch es gibt auch aussichtsreiche Herausforderer wie seinen ehemaligen Leibarzt Kizza Besigye.

Laut Reporter ohne Grenzen unterdrückt der Staatsapparat von Präsident Museveni die freie Presse massiv: In den vergangenen Monaten sind mehr als vierzig Journalisten festgenommen und angegriffen worden. Im letzten Jahr war bekannt geworden, dass Oppositionspolitiker durch das Militär mit der deutsch-britischen Spionagesoftware FinFisher überwacht worden waren.

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16 Kommentare
  1. Ich lebe zur Zeit in Uganda und bin leider auch von der Sperre betroffen. Es ist einfach unglaublich zu welchen Mitteln hier gegriffen wird! Niemand wusste von den geplanten Sperren und es kam für uns alle sehr unerwartet. Durch ein paar Ausschreitungen in den letzten Tagen sind natürlich unsere Familien in Deutschland besorgt und würden gerne von uns auf dem Laufenden gehalten werden. Dies ist jedoch nur noch über Skype und E-Mail möglich.
    Die Wahlbüros müssten jetzt gleich schließen und wir sind alle gespannt, wann uns der Zugriff wieder gestattet wird.

  2. …es zeigt u. a. mal wieder, dass solch [b] zentralisierte Strukturen à la „Facebook“ [/b] und dieser Kladderadatsch einfach nur Mist sind.

  3. Ich lebe zurzeit mit meiner ugandischen Freundin in Kampala.Es ist unglaublich,zu was dieser Museveni fähig ist.Für uns demokratische Europäer nicht denkbar.Museveni und seine Konsorten schalten einfach die Social-Media Portale am Wahltag ab.Weder Twitter, WhatsApp noch Facebook waren normal zu erreichen;möglich nur über Einsatz von VPN Server Client auf dem Rechner und Nutzung vom Host in Großbritannien.Uganda hat wirklich eine Zukunft mit einem anderen Präsidenten verdient.

  4. Uganda braucht dringend Reformen und einen politischen Wechsel Freiheit. Gerechtigkeit. Menschenwürde. Bildung. Gesundheitswesen. Arbeit für die 80% jugendlichen. Die ohne Arbeit sind .
    Museveni hat keine Änderung für die jungen Menschen erreicht. Es ist tragisch und er ist erbarmungslos gegen jede Person. Die anderer Meinung ist. Der Diktator soll sein Feld verlassen. Die Jugend braucht Perspektiven für die Zukunft. Jetzt!

  5. Anscheinend ist Whatsapp in Uganda immer noch auf dem normalem Weg gesperrt. Seit dem Tag des Wahlbeginns habe ich keinen Kontakt mehr zu meinen Ugandischen Freunden auf Whatsapp. Ich musste auch zu bedauern feststellen, das ich keine normale SMS aus Uganda mehr erhalte. Kann das auch jemand bestätigen?

  6. Also Whatsapp, Facebook und Twitter sind immer noch gesperrt! Normalerweise bekommt man in Uganda von seinem Mobilfunkanbieter jeden Tag unzählige SMS. Ich selber habe MTN und schon seit Donnerstag nur eine einzige bekommen, in der stand, dass die sozialen Medien nicht erreichbar sind.
    Meiner Mitbewohnerin kann ich allerdings SMS schreiben, also sollte das funktionieren.
    Viel schlimmer für die Ugander ist aber, dass außerdem MobileMoney nicht funktioniert. Das ist für viele hier ein gängiges Bezahlsystem und somit können momentan keine Rechnungen oder Leistungen bezahlt werden….

  7. Ich habe gerade in Uganda angerufen und konnte meine Freunde problemlos erreichen. Whatsapp aber in Uganda funktioniert anscheinend immer noch nicht.

    1. Genau wir haben immer noch keinen Zugang zu den sozialen Medien…
      Ich habe gerade mit einem Polizisten gesprochen der meinte, der Zugang würde voraussichtlich erst am 15.03.2016 freigeschaltet werden.

      1. oha das ist aber ne lange Zeit. Ich hoffe aber trotzdem, das Whatsapp wieder früher in Uganda funktionieren wird, den Telefonate nach Uganda kosten wesentlich mehr.

      2. Liebe Sophia, auch dir vielen Dank für die Kommentare zur Social-Media-Sperre. Falls es weiterhin oder in Zukunft wieder Sperren geben sollte, kannst Du mir gerne per E-Mail (Adresse s.o.) Bescheid geben. Manchmal hilft ja internationale Berichterstattung bei solchen Dingen.

  8. Whatsapp funktioniert wieder in Uganda. Einer meiner Bekannten benutzt MTN und konnte mich wieder auf Whatsapp erreichen.
    @Sophia: Ich wünsche Dir eine schöne Zeit in Uganda.

    1. Lieber Jürgen, viele Dank fürs Informieren über die weitere Lage in Uganda. Du kannst mir gerne schreiben (s. E-Mail-Adresse oben), falls deine Bekannten wieder über Störungen/Netzsperren berichten.

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