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Bundesnachrichtendienst lädt ein: Tipps zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung

Am Wochenende veranstaltet die Bundesregierung ihren jährlichen Tag der offenen Tür. Wir stellen Veranstaltungen vor, die netzpolitisch interessant sind – darunter Besuche beim Bundesnachrichtendienst, Live-Hacking des Innenministeriums und Ausstellungen zum Breitbandausbau.

Die neue BND-Zentrale in Berlin lädt zum Besuch. Foto: thornet_ (Flickr) [CC BY-SA 2.0]

„Eine Entdeckungsreise mit 20 spannenden, bunten und interessanten Stationen“: Die Bundesregierung veranstaltet am kommenden Wochenende zum 18. Mal einen Tag der offenen Tür in Berlin.


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Mit von der Partie sind neben dem Bundeskanzleramt und der Bundespressekonferenz auch alle Bundesministerien sowie bestimmte nachgeordnete Behörden des Innenministeriums – darunter der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Wir haben die netzpolitischen Highlights der beiden Tage zusammengefasst:

  • Einmalige Möglichkeit: Der Bundesnachrichtendienst (BND) öffnet am Samstag und Sonntag „erst- und einmalig“ die Pforten seiner Zentrale und lädt zum geführten Rundgang auf sein Gelände. Das Betreten der Gebäude ist zwar nicht erlaubt. Dafür darf man den BND-Neubau ohne Anmeldung von 10 bis 18 Uhr aus der Nähe betrachten. Das Anfertigen von Fotos ist zumindest laut Ankündigung nicht verboten. Dazu gibt es eine Atmosphäre wie auf dem Flughafen – „Alkoholfreie Getränke können Sie in Plastikflaschen bis zu 500 ml pro Person mit sich führen.“
  • Schon infiziert?“, fragt das Innenministerium im Zuge seines Vortrags zu Cybercrime im PC. Ob auch Cybercrime im Laptop thematisiert wird, ist unklar. Jeweils um 13.30 Uhr und 17 Uhr am Samstag und Sonntag im Innenministerium.
  • Pssst – Streng geheim?“ – Das Innenministerium lädt zur Aufklärung ein über Aufgaben, Befugnissen und Grenzen von Nachrichtendiensten in Deutschland. Ergänzendes Material haben wir hier zusammengetragen. Am Samstag um 11 Uhr.
  • Gleich drei Behörden hacken live: Das Innenministerium, Wirtschaftsministerium und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zeigen, wie man Daten aus Mobiltelefonen stehlen kann. Mehrfach am Samstag und Sonntag.
  • Das Verkehrsministerium informiert ganztägig über den Breitbandausbau. Vermutlich geht es dabei um das neue Förderprogramm des Ministeriums, das die desolate Breitband-Bilanz der Bundesregierung retten soll.
  • Und das Innenministerium will mit seinen BesucherInnen zusammen den Geodatenschatz heben.

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11 Kommentare
  1. Ich liebe diese Überschriftenkombination auf der Infoseite zum Live-Hack des Innenministeriums:
    “ Politik zum Anfassen
    Live-Hack “
    Da hat wohl jemand vergessen, den Ungewollte-Ironie-Checker drüber laufen zu lassen. ^^

  2. Beim lesen des Titels der zweiten Veranstaltung konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen: sicher bekommt man zum Abschluss als Teilnehmer auch einen hübschen kleinen USB-Stick mit weiterführenden „Informationen“ für sein Notebook oder seinen PC geschenkt…?
    ;-)

      1. … hmmm … wäre ich qualifiziert, würde ich mich niemals dort Bewerben!
        … würde mehr Geld mit weniger Arbeit verdienen, ohne das mit einer über die Schulter schaut … auch müsste ich nicht damit rechnen müssen, mittels Domoinsäure mein Gedächtnis zu verlieren!

        1. Nö, so schlecht verdienen die in der „Staatshackerei“ kaum. Nicht schlechter, als in der „Privatwirtschaft“. Ich nehme mal an, die Rätsel waren schon zu schwer für Dich (und mich). „Politik“ kann jeder Blödi machen, aber, wenn man was wirklich können soll, sieht das etwas anders aus. Aber ich tröste Dich auch gleich, „wir“ sind auch bezüglich Hackerei, einfach abgehängt. Hier tummelt sich die Hackeria aus ganz USA (!), Frankreich, Russland und China und „wir“ schauen blöd in die Landschaft und fordern „Regeln für den Cyberkrieg“.

          Wenn jemand wirklich Probleme sähe, sollte er nicht hacken, sondern das DE-Linux erfinden, damit sich nicht jeder Halbaffe auf seinen Servern rumtummelt.

  3. Erst- und einmalig? Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens? Bei so zentraler Lage mitten in der Hauptstadt ist der vertrauensvolle Kontakt zur Bevölkerung ein absolutes Muss.

  4. Da suche ich das Presseamt per OpenStreetMap und finde ihn, den Wehrbeauftragten. Jetzt überlege ich, wie ich mich vorstellen würde, hätte ich die Stelle inne: Also ich bin DIE der Wehrbeauftragte. Oder ich bin die DER Wehrbeauftragte. Oder doch einfach: Ich bin DIE Wehrbeauftragte der Bundeswehr. Oder lieber: Ich bin die Werbebeauftragte der Bundeswehr.

    Doch das stimmt nicht:
    „Ein Organ des Parlamentes, nicht etwa der Streitkräfte, ist der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages. Als Teil der parlamentarisch-zivilen Kontrolle über die deutschen Streitkräfte hat der Wehrbeauftragte Verfassungsrang (Art. 45 b des Grundgesetzes) und dient als Petitionsinstanz für die Soldaten. Er wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt und verfügt über eine Reihe von Kontrollrechten, die ihn zu einer unabhängigen und effektiven Institution machen.“ (bundeswehr.de)

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