Bitkom-Umfrage: Kunden wollen Sprachassistenten nicht nutzen, weil sie Unternehmen nicht vertrauen

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Bitte nicht zuhören: Kunden wollen stationäre Sprachassistenten nicht nutzen, weil sie Unternehmen beim Datenschutz nicht vertrauen. Foto: CC BY 2.0 Ky Olsen

Unter dem Titel „Digitale Sprachassistenten als intelligente Haushaltshelfer“ hat der IT-Branchenverband Bitkom Ergebnisse einer Umfrage zur Akzeptanz von Systemen wie Google Home oder Amazon Echo veröffentlicht. Auch wenn der Verband versucht, sie anders zu vermarkten – die gewonnenen Erkenntnisse dürften kaum im Sinne der Internetwirtschaft sein.

Nur 27 Prozent der Befragten gaben an, sich vorstellen zu können, Sprachsteuerung außerhalb des Smartphones einzusetzen. Lediglich jede*r Zehnte plant demnach konkret, solche stationären Sprachassistenten einzusetzen. Etwa ein Drittel gab an, sie auf keinen Fall nutzen wollen, und 23,6 Prozent sagten, dass sie es sich eher nicht vorstellen können. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aber lautet, dass fast dreiviertel (73 Prozent) derjenigen, die die Technologie eher oder gar nicht nutzen wollen, dies damit begründen, dass sie Unternehmen ihre Daten nicht anvertrauen wollen.

Auch wenn Bundeskanzlerin Merkel jüngst beim Tag der Deutschen Industrie wieder mal in bester neoliberaler Manier proklamierte, „dass Daten der Rohstoff der Zukunft sind und dass das uns einst vom Bundesverfassungsgericht vorgegebene Prinzip der Datensparsamkeit nicht mehr zur heutigen Wertschöpfung passt“: Die Menschen sehen das offenbar ganz anders. Gerade weil sie das Gefühl haben, dass Unternehmen ihre Privatsphäre nicht respektieren und sie politisch nicht wirksam vor der kommerziellen Verwertung ihrer Daten geschützt werden, vertrauen sie vermeintlicher Zukunftstechnologie nicht und wollen von deren Nutzung absehen. Ganz unabhängig davon, dass sie nicht an Grundrechten oder sozialer Gerechtigkeit orientiert ist, stellt sich die kurzsichtige Datenschutzpolitik der Bundesregierung also auch als echtes Wirtschaftshemmnis heraus.

13 Kommentare
  1. A. Nonymous 26. Okt 2016 @ 16:21
    • Frl. Unverständnis 26. Okt 2016 @ 17:05

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