Demokratie

Hat das GCHQ dich ausspioniert? Finde es heraus!

Die neue GCHQ-Zentrale in Cheltenham, Gloucestershire. CC BY-SA 2.0, via flickr/UK Ministry of Defence

Vor zwei Wochen urteilte ein britisches Gericht, dass der britische GCHQ illegal auf Datenbanken der NSA zugegriffen hat, um Kommunikationsdaten von Millionen Menschen zu erhalten. Dieses Entscheidung ermöglicht es Einzelpersonen, nachzufragen, ob ihre persönlichen Daten unrechtmäßig weitergegeben wurden – und zwar allen Menschen, nicht nur britischen Staatsbürgern. Unsere Freunde von Privacy International haben jetzt ein Tool aufgesetzt, um herauszufinden, ob auch deine Daten in der Überwachungsmaschinerie kopiert wurden:

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Privacy International beabsichtigt, Anfragen aus der ganzen Welt zu sammeln und sie dem britischen Investigatory Powers Tribunal vorzulegen. Diejenigen, die nachweislich illegal ausspioniert wurden, können die Löschung ihrer Daten beantragen, einschließlich E-Mails, Telefon-Aufzeichnungen und Internet-Kommunikation. Angesichts der Massenüberwachung von NSA und GCHQ und da diese Dienste von ihnen gesammelte Informationen „standardmäßig austauschen“, kann eine unbegrenzte Anzahl von Menschen durch die rechtswidrige Spionage betroffen sein.

Das Formular gibt’s unter privacyinternational.org/illegalspying: Did GCHQ illegally spy on you?

Dazu gibt’s eine FAQ – häufig gestellte Fragen mit Antworten.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
18 Kommentare
    1. Zumindest sagt die FAQ:

      Will GCHQ hold onto my details when they are handed over to them?

      No. GCHQ are only allowed to keep your details for the purposes of establishing whether or not they spied on you illegally and for the duration of the investigation by the IPT.

  1. Ich finde ja Initiative zu dem Thema klasse. Aber ich habe etwas Zweifel, denen mein Daten über Dritte zukommen zu lassen (sei der Grund noch so gut). Die Namen werden mit Sicherheit gespeichert. Welchen Grund hätte man, denen zu trauen?! keinen.

    1. Die Indexdatei kann man ja hashen, um den Geheimhaltungsanforderungen eines Geheimdienstes zu entsprechen:

      Also email/Telefonnummer nehmen, hashen, in Indexdatei abfragen -> es liegen (keine) Informationen zu diesem Hash beim GCHQ vor.

      Wenn Information vorliegt, verifiziert Kontrollgremium, ob Antragsteller legitimer Besitzer von email/Telefon ist, und fordert Daten von GCHQ anonym an, leitet diese an Antragsteller weiter.

    1. Hier geht’s. Leider braucht die aktuelle Seite von PI zum Rendern Cross-Domain-Content von bootstrapcdn.com und JavaScript. Es geht aber auch ohne diese beiden Sachen, wenn man CSS deaktiviert (oder einen Text-Browser verwendet).

  2. Ja ich verstehe den Sinn der Kampagne von PI. Dennoch, es werden wohl weniger Bürger „die nichts zu verbergen haben“ an der Kampagne beteiligen. Zumindest würde „ich als Geheimdienst“ erst einmal davon ausgehen. Das erhöht die Gefahr, dass die beiden Geheimdienste ein größeres Interesse daran entwickeln könnten Register mit den Daten der Appellierenden zu erstellen.
    Dass dies nicht durch Gesetze gedeckt sein könnte, kann ich nicht ausschließen. Selbst für den Fall, dass dies nicht gedeckt sein würde, kann ich nicht ausschließen, dass dann ungesetzlich gehandelt werden würde.
    Ich denke es macht derzeit keinen Sinn mit Geheimdiensten, die grundsätzlich nicht dem Rahmen des bürgerlichen Rechts unterstellt werden, oder deren Gesetzesbrüche nicht im legalen Rahmen transparent betrachtet oder verfolgt werden könnten, auf legaler Ebene zu verhandeln.
    Wenn ich mir überlege was allein es für ein Aufwand war mit der Arbeit der Stasi umzugehen – und dies geschah/geschieht weit außerhalb des legalen Konstrukts in dem der Geheimdienst agierte.

  3. »Sehr geehrtes GCHQ,

    bitte löschen Sie alle auf meine Person bezogenen Daten und Verbindungsdaten. Bitte haben Sie Verständnis für mein Misstrauen Ihnen gegenüber, weshalb ich gerne Anonym bleiben möchte.«

  4. No risk, no fun, ich bin dabei.
    Dann wird halt GB von der Liste meiner vertrauenswürdigen Urlaubsländer gestrichen.
    Die Liste wird zwar immer länger, aber auf Balkonien ist es auch sehr schön ;-)

    Aber ihr merkt schon, Überwachung funktioniert, Angst schleicht sich ein.
    So lieben das die Diktaturen. Keiner muckt mehr auf und man findet Gründe, warum man dann besser doch nicht…

    Also, Arsch hoch, mitmachen. Ihr habt doch nix zu verbergen, oder?

    1. Da stimme ich zu: es darf sich keine Angst einschleichen, nur weil man sein Recht fordert und mit seinem Namen/Emailadresse dafür einsteht. Aber warum England als Urlaubslaub streichen. Ist doch gerazu genial dort hinzugehen, dem Geheimdienst aufzufallen und dann nur die Küste Cornwalls entlangzuschlendern oder in Manchester die Pubs abzuklappern.
      Um mal die politische Seite des ganzen zu betonen: neben der juristischen Angelegenheit der Klage ist das ja auch eine politische Kampagne, die eben dann besser funktioniert und mehr Aussagekraft hat, wenn möglichst viele Leute mitmachen. Ein mögliche Pressemeldung „500000 Betroffene verlangen von GCHQ die Löschung ihrer Daten“ macht eben was her. Wenn 500 nur Leute individuell an GCHQ schreiben, bekommt das ja nicht mal jemand mit. Mit einer koordinierten Aktion kann man besser politischen Einfluß nehmen.

  5. Hab ich mich dort eingetragen? Ja
    Gebe ich jetzt (durch/über PI) meine Daten an den GCHQ: Ja
    Hat der GCHQ dadurch jetzt mehr Daten: Nein, alles was ich gebe (Name, Tel-Nr, Mail-Adresse) ist auch durch Googlieren leicht zu finden.
    Mach ich mir Hoffnung auf Erfolg der ganzen Geschichte: Nein
    Bin ich jetzt interessanter für eine Überwachung: etwas schon (das funktioniert so ähnlich wie eine Kundenkarte beim Spar … hier ein Punkt, da ein Punkt … und irgendwann bin ich ein potentieller „Super“-Kunde). Und da ich schon zu hochzeiten des Echelon-„Skandals“ im letzten Jahrtausend via Inmarsat PGP verschlüsselt gemailt habe, habe ich früh angefangen Punkte zu sammeln.
    Bin ich ein Hacker, Hacktivist, Aktivist, oder oder oder … : Nein, ein ganz normaler Bürger.

    Für mich gibt es die Hoffnung auf Bestätigung bei dieser Anfrage, dass einfache Bürger schon so viele „Points“ gesammelt haben, um von Maschinenfiltern zu potenziellen „was auch immer“ im Üerwachungssystem bewertet zu werden. Dann kann ich mich bzw. meine Kinder bei einem etwaigen Auslandsaufenthalt auf diesen dementsprechend vorbereiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.