Überwachung

Dritte Klage gegen GCHQ: Sieben internationale Provider wollen Angriffe auf Internet-Infrastruktur stoppen

Die neue GCHQ-Zentrale in Cheltenham, Gloucestershire. CC BY-SA 2.0, via flickr/UK Ministry of Defence

Sieben Internet-Provider aus der ganzen Welt haben heute beim britischen Investigatory Powers Tribunal (IPT) eine Klageschrift gegen das Government Communications Headquarters (GCHQ) eingereicht. Mit dabei ist auch der Chaos Computer Club (CCC), der in einer Pressemitteilung schreibt:

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In der heute beim IPT eingelegten Beschwerde wird dargelegt, daß die Angriffe des GCHQ nicht nur unrechtmäßig sind, sondern zugleich destruktiv und zerstörerisch. Sie unterminieren und beschädigen absichtlich das Vertrauen in Sicherheit und Vertraulichkeit, das das Internet erst zu dem nicht mehr wegzudenkenden Werkzeug der Kommunikation, Information und Selbstermächtigung auf allen Ebenen gemacht hat. Daher fordern die Beschwerdeführer, die Angriffe auf die Netze und Kommunikationsdienste zu beenden und die gezielten Attacken auf Administratoren zu unterlassen. Zugleich fordern wir, die Betroffenen und ihre Rechte endlich zu schützen.

Die kompletten sieben Anbieter sind:

  • GreenNet (UK) is an “ethical Internet Service Provider that has been connecting people and groups who work for peace, the environment, gender equality and human rights since 1986″.
  • RiseUp (US) provides “online communication tools for people and groups working on liberatory social change. We are a project to create democratic alternatives and practice self-determination by controlling our own secure means of communications.”
  • Jinbonet (Korea), the Korean Progressive Network, is an organisation that “aims to support the growth of civil activity and communication by providing network services such as web hosting, community, e-mail, blog, progressive meta blog, mailinglist, etc to civil society organizations, trade unions, individuals and progressive projects.”
  • Greenhost (Netherlands) offers “a fresh approach to ICT and sustainability, and also supports various projects in the fields of education, culture and journalism. We are committed to a free and open internet and the security of our users.”
  • May First/People Link (US) is “a politically progressive member-run and controlled organization that redefines the concept of „Internet Service Provider“ in a collective and collaborative way,” and notes that its members are “organizers and activists.”
  • Chaos Computer Club (Germany) is a non-profit association with 3,600 members which “[f]or more than thirty years [has been] providing information about technical and societal issues, such as surveillance, privacy, freedom of information, hactivism, [and] data security.”

An der Ausführung beteiligt waren unsere Freunde von Privacy International (PI), die in ihrer eigenen PM schreiben:

While the claimants were not directly named in the Snowden documents, the type of surveillance being carried out allows them to challenge the practices in the IPT because they and their users are at threat of being targeted. Given the interconnectedness of the internet, the surveillance being carried out by GCHQ and NSA detailed in the articles could be carried out against any internet and communications provider, not just simply the networks and companies named in the reports.

Das ist bereits die dritte Klage gegen das GHCQ. Die ersten waren gegen die Massenüberwachungsprogramme TEMPORA, PRISM und UPSTREAM und den Einsatz von Hacking-Tools.

Wir wünschen viel Erfolg!

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Ein Kommentar
  1. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, das sämtliche Investitionen in diese Infrastruktur exakt zwei Zwecken dient:
    1.) Den Leuten systematisch über Subventionen das das Geld aus der Tasche zu ziehen (Scheininnovationen)
    2.) Ausdehnung und Anwendung des Gewaltmonopols des Staates (Willkür, Klassenjustiz, Propaganda…)
    Das unterstütze ich nicht mehr zum Beispiel finanziell.

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