Öffentlichkeit

100.000 unterzeichnen Zensursula-Petition

Die nächste magische Zahl ist erreicht: Die Petition „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ hat 100.000 Mitzeichner. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer! Mit unserem 72h-Countdown wollten wir das zwar gestern schon erreichen, aber wer konnte auch ahnen, dass die Wartungsarbeiten dazwischen machen. Praktischerweise war der Zähler aber gestern schon so knapp unter 100.000, so dass vielen Medien schon diese Zahl berichteten. dpa berichtete beispielsweise am Abend: „Zensursula“ kann Kritiker nicht überzeugen“.

Damit ist die Petition nicht abgeschlossen. Es besteht immer noch die Chance, diese zur erfolgreichsten Petition in der Geschichte des ePetitionssystems zu machen. Dafür fehlen noch knapp 40.000 und bleibt Zeit bis zum 16. Juni, um offline und online mehr Mitzeichner zu finden.

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Hintergründe gibt es in unserer kommentierten Zensursula – Linkliste.

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39 Kommentare
  1. @6
    Die Petition, die bislang am meisten Unterschriften sammeln konnte, war eine Petition zur Senkung der Steuern auf Treibstoffe. 128000~ Unterschriften konnte diese Petition sammeln. Finde den Link leider nicht auf der ePetition-Seite.

    1. @chrisji, 14:
      Damals hat aber Bild.de auch ordentlich für die ePetition geworben. Und die Petition war auf einem irischen ePetitionssystem gehostet, welches vielleicht effizienter programmiert war und wahrscheinlich nicht so lahm wurde in den ersten Tagen.
      Wir können jedenfalls schonmal stolz auf diese Leistung sein, selbst wenn wir den absoluten Rekord nicht brechen sollten. ;)

  2. Blöde Frage. Was ist denn die bis jetzt erfolgreichste ePetition? Wenn ich nach Anzahl der Mitzeichner sortiere steht die Zensusula mit 100000 ganz oben.

  3. ich glaube die zensursel ist politisch schon am ende. ihr anderes gesetzt wurde ja schon in der luft zerrissen.
    wenn das zensurgesetz scheitert war es das für sie.

    die netzgemeinschaft hat endlich eine kritische masse erreicht und vor allem enorm am selbstbewustsein gewonnen und gemerkt was sie erreichen kann.

  4. @flo (10):

    Zum Beitrag in Kulturzeit habe ich gestern nach der Sendung folgenden Kommentar bei netzwertig.com abgegeben:

    »Andreas Göldi hat die richtigen Worte gefunden, vielen Dank dafür! Leider hat der Beitrag insgesamt aber mal wieder den pauschalen Eindruck hinterlassen, die Kritiker der Internetsperren wünschten sich ein rechtsfreies Internet und würden Informationsfreiheit über den Schutz von Kindern stellen. Was ja nicht der Fall ist:

    Es geht um Verhältnismäßigkeit, Sachlichkeit, Umsichtigkeit in Bezug auf die Einschränkung von Freiheitsrechten und die Etablierung potentiell bürgerrechtsgefährdender Infrastrukturen, und um das Ernstnehmen des Netzes als eine Erweiterung des gesellschaftlichen Lebensraums, in der nicht nur Verbrechen und Vergehen, sondern auch schutzwürdige individuelle und soziale Handlungen stattfinden.

    Die Kritiker sind keine Freaks, denen man ihr Spielzeug wegnehmen will, sondern verdammt noch mal ernstzunehmende Bürger, die sich aufregen über fahrlässig wahlkampftaktischer, populistischer Symbolpolitik geopferten Grundrechten, den unehrlichen Umgang mit Fakten, vollkommene Ignoranz in Bezug auf Wirklichkeiten und Potentiale des Netzes und schließlich eine unredliche politische Kampagne, die auf falschen Argumentationsgrundlagen, Zuspitzung, Populismus, Entsachlichung durch Emotionalisierung und Diffamierung des politischen Gegners aufbaut.

    Im Beitrag der Kulturzeit kam kaum etwas davon vor, und die Anhörung von heute wurde mit keinem Wort erwähnt.«

    Aber das hat mich nicht wirklich überrascht, nach dem ebenso wenig differenzierten Kulturzeit-Beitrag zum Heidelberger Appell (Stichwort Open Access) neulich…

  5. Was bei mir jetzt so anliegt:

    Die Kinderhilfe hat es ja geschafft, das der Deutsche Ärztetag eine Entschließung in Ursulas Sinne verabschiedet hat. Dem Protokoll des Ärztetags ist daraufhin zu entnehmen, das sie nun allen Kinderärzten empfehlen in Ihren Praxen Unterschriften für Ursula zu sammeln.

    Wahrscheinlich mit einer sehr knappen Frage wie etwa „Sind sie für die Sperrung von Kinderpornographie im Netz“

    Ich werde mal schauen, ob das in den 4 Kinderarztpraxen der Stadt schon angekommen ist, bzw. die Ärzte schon mal informieren, was sie dort evtl auslegen.

    Zumindest bei unserem Kinderarzt bin ich mir jetzt schon sicher, dass der dann nicht mehr sammelt.

    Die Ärztekammer hatte ich ja bereits angeschrieben.

  6. Die Formulierung „aber wer konnte auch ahnen, dass die Wartungsarbeiten dazwischen machen.“ halte ich für irreführend, wenn nicht sogar für Unfug. Auch ohne die Wartungsarbeit wären bei 100-120 Zeichnern pro Stunde die 100.000 bis zur Anhörung oder bis zum Nachmittag nicht erreicht worden.

    Im Übrigen bin ich der Meinnung, dass man die Petition abhaken sollte und keine weitere Energie in die Werbung von Mitzeichenern stecken soll. Es finden nur noch zwei Sitzungswochen statt, 15.06. – 19.06.2009 u. 29.06. – 03.07.2009. Kurz vor bzw. mit Beginn der Sitzungswochen stimmen sich die Berichterstatter der Ausschüsse und der Koalition über ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag ab. Wenn man bis dahin die Abgeordneten nicht überzeugen konnte, ist der Kuchen gegessen.

    Daher mein Appell: Sprecht mit den Abgeordneten, vornehmlich mit den Abgeordneten der Koalition und hier die der SPD und überzeugt sie, das Gesetz fallen zu lassen.

    1. Volle Zustimmung zu piercyha. Die Petition WAR erfolgreich. Wir haben ordentlich Gegenwind erzeugt, die öffentliche Stimmung ist gekippt, die SPD ist in heller Aufregung und überlegt, was sie nun tun soll. Den Rekord zu knacken wäre nur etwas für unsere eigene Bauchpinselei, bringt aber für das Gesetzgebungsverfahren keinen Unterschied mehr. Konzentriert euch auf eure SPD-Wahlkreisabgeordneten. Nächste Woche ist Wahlkreiswoche. Also macht einen Termin in der Bürgersprechstunde aus.

  7. Jepp ! Sehr schön ist das insgeamt! Wir leben ja nicht in Frankreich oder bei Berlosconi. Und hier sollten wir schon erfolgreich und aufgeklärt wirken!Gute Gruppendynamik war schon immer, das was am ehesten Druck erzeugt! Siehe hier! Und somit ist das der Stoff aus dem spätere Doktorarbeiten in Fachrichtung Politikwissenschaften geschrieben werden.

    Aber trotz aller Freude ob des Trimuphes! Schön geerdet bleiben. Der nächste Versuch könnte vielleicht unter Umständen kommen!

    In diesem Sinne viele Grüße

  8. @28: Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen auch die Mitglieder folgender Ausschüsse:
    Kultur und Medien
    Wirtschaft
    Inneres*
    Recht (evtl.)

    * Bei Herrn Wiefelspütz dürft ihr eine Ausnahme machen ;)

  9. Oh klasse, das ist ungeheuer wichtig! Dumm nur, dass das Unterzeichnen so kmpliziert ist und so wahnsinnig viele persönliche Daten abfragt.

    Weitermachen, nicht locker lassen. Für diese Dumpfnudel von Zensursula ist das doch nur eine Karrieregeschichte und wenn die morgen gegen Haribo Krieg führen kann, dann lässt sie uns vielleicht das Grundgesetz. Also erhöhen wir Widerstand, dann sucht sie sich eine andere Profilierungsplattform.

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