Zollfahndungsdienst

  • Finanzbehörde mit Geheimdienstbefugnissen: Zoll soll bei „drohender Gefahr“ überwachen dürfen
    Zollkontrolle
    Die Aufgaben des Zolls verschieben sich von der klassischen Gepäckkontrolle, hier ein Bild von 1973, immer weiter in den präventiven und geheimdienstlichen Bereich.
    Finanzbehörde mit Geheimdienstbefugnissen Zoll soll bei „drohender Gefahr“ überwachen dürfen

    Der Zoll gehört zur Finanzverwaltung, seine wichtigste Aufgabe ist die Kontrolle von Waren und Geldströmen. Doch die Bundesregierung will ihn noch stärker in das Netz der Sicherheitsbehörden verankern. Dafür hat sie einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Handschrift der neuen Polizeigesetze trägt.

    23. September 2019
  • : Weniger „Stille SMS“ bei Bundesbehörden, aber mehr Geheimhaltung
    Gesicht mit Finger vor den Lippen
    Die Bundespolizei versendet "Stille SMS" zur Strafverfolgung, das BKA auch zur Gefahrenabwehr. Die Geheimdienste nutzen die Methode auf Basis des G10-Gesetzes.
    Weniger „Stille SMS“ bei Bundesbehörden, aber mehr Geheimhaltung

    Netzpolitik.org stellt den Versand von Stillen SMS halbjährlich grafisch dar. So lässt sich zeigen, in welchem Umfang Polizeien und Geheimdienste Mobiltelefone als Ortungswanzen nutzen. Wegen einer solchen „Verdichtung“ von schutzwürdigen Informationen sind die Zahlen für den Verfassungsschutz jetzt als „Geheim“ eingestuft.

    21. August 2019
  • : Halbjahreswerte für Stille SMS, IMSI-Catcher und Funkzellenabfragen
    Mobiltelefone werden immer häufiger als Ortungswanzen genutzt.
    Halbjahreswerte für Stille SMS, IMSI-Catcher und Funkzellenabfragen

    Das Bundesinnenministerium hat die aktuellen Zahlen für die Telekommunikationsüberwachung mitgeteilt. Unterdessen hatte der Bundesgerichtshof geurteilt, dass Telefone mit Stillen SMS als Ortungswanzen benutzt werden dürfen. Die Behörden können sich demnach auf eine alte Regelung stützen, die eigentlich für IMSI-Catcher erlassen wurde.

    22. August 2018
  • : Bundesbehörden spähen immer öfter Mobiltelefone aus
    Spion in der Hosentasche: Von der Ortung ihres Mobiltelefons bekommen die Betroffenen nichts mit.
    Bundesbehörden spähen immer öfter Mobiltelefone aus

    Die Nutzung von Telefonen als Ortungswanzen nimmt abermals stark zu. Dies betrifft Einsätze von IMSI-Catchern, „stillen SMS“ und Funkzellenauswertungen. Zu den jeweiligen Techniken zeichnet sich eine Aufgabenteilung unter BKA, BfV und Bundespolizei ab. Wichtige Angaben zur Spitzelei des Zolls oder Bundesnachrichtendienst bleiben indes geheim.

    24. Januar 2018 17
  • : Der Spion in der Hosentasche: Weiterhin viel Überwachung von Mobiltelefonen durch Bundesbehörden
    Mobilfunkgeräte können nicht nur über die Funkzellenabfrage überwacht werden.
    Der Spion in der Hosentasche: Weiterhin viel Überwachung von Mobiltelefonen durch Bundesbehörden

    Das BKA hat im ersten Halbjahr fast jeden Tag eine Funkzellenabfrage durchgeführt. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Bundesinnenministeriums hervor. Der polizeiliche Einsatz von IMSI-Catchern steigt wieder an. Zahlen zum Bundesverfassungsschutz und dem Zoll werden jedoch verschwiegen.

    3. August 2017 10
  • : Deutsche Polizeibehörden erhalten Direktzugriff auf Europol-Dateien
    Deutsche Polizeibehörden erhalten Direktzugriff auf Europol-Dateien

    Am 1. Mai tritt die neue Europol-Verordnung in Kraft. Ein neues Datenregime erweitert den Kreis der Zugriffsberechtigten, in vielen Fällen ist dabei im Unterschied zum früheren Verfahren sogar der Vollzugriff erlaubt. Erwartet wird ein deutlicher Anstieg von Abfragen und Zulieferungen. Das kostet Geld.

    16. März 2017 1
  • : Statistik zu Überwachungsmaßnahmen: Bundesverfassungsschutz verschickt wieder mehr stille SMS zur Handyortung
    Die israelische Firma ist für das Hacken von Smartphones bekannt.
    Die israelische Firma ist für das Hacken von Smartphones bekannt. - <a href="https://creativecommons.org/pub1licdomain/zero/1.0/deed.de">CC0</a> via unsplash/<a href="https://unsplash.com/photos/pb_lF8VWaPU">Gilles Lambert</a>
    Statistik zu Überwachungsmaßnahmen: Bundesverfassungsschutz verschickt wieder mehr stille SMS zur Handyortung

    Seit 2014 fragen Bundestagsabgeordnete der Linkspartei die Überwachungsmaßnahmen von Bundesbehörden ab. Dabei geht es um sogenannte stille SMS, Funkzellenabfragen, IMSI-Catcher und WLAN-Catcher. Die Antworten enthalten auch Angaben zu anderen digitalen Fahndungsmethoden.

    3. Februar 2017 6
  • : Größte europäische Polizeidatenbank: Wieder drastischer Anstieg heimlicher Fahndungen im SIS II
    Größte europäische Polizeidatenbank: Wieder drastischer Anstieg heimlicher Fahndungen im SIS II

    SIS_IIDie Agentur für IT-Großsysteme (eu-LISA) hat einen neuen Bericht zum Schengener Informationssystem (SIS II) herausgegeben. Hintergrund ist die Migration der größten europäischen Fahndungsdatenbank auf eine neue Version sowie der damit verbundene Wechsel der Zuständigkeit durch die neu gegründete eu-LISA.

    Der Bericht beschreibt die Funktionsweise des SIS, das in ein zentrales System (C‑SIS) und die nationalen Subsysteme (N‑SIS) untergliedert ist. Diese Subsysteme werden von den beteiligten Regierungen selbst eingerichtet, Aufträge erfolgen hierzu gewöhnlich an Privatfirmen. Zu den deutschen Zugriffsberechtigten auf das SIS II gehören die Polizeien der Länder, die Dienststellen der Bundespolizei, die Bundestagspolizei, alle Zollfahndungsdienstellen und Hauptzollämter. Über eingeschränkten Zugriff verfügen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder die KfZ-Registrierungsstellen.

    Auch Großbritannien und Europol nehmen teil

    Das SIS in der zweiten Generation verfügt über neue Funktionalitäten. Hierzu gehört die Möglichkeit, Fotografien, Fingerabdruckdaten oder Links zu speichern. Nicht alle EU-Mitgliedstaaten machen hiervon Gebrauch, weshalb die EU-Kommission hierzu Untersuchungen einleitet und Informationen der betreffenden Regierungen anfordert. Im Winter stand beispielsweise die Schweiz als trödelnder Mitgliedstaat im Fokus. Eine ähnliche Untersuchung Polens führte zu einer erneuten Ortsbesichtigung. Im Zuge der Migration über das Mittelmeer muss auch Italien ein Prüfverfahren über sich ergehen lassen.

    SIS_II_2015_generalIm Berichtszeitraum fanden weitere Überprüfungen durch die Kommission statt. Untersucht wurde etwa Großbritannien, das seit April 2015 wieder Daten in das SIS einstellt. Wenn die Überprüfung positiv ausfällt, wird die „vorläufige Beteiligung“ Großbritanniens in eine „dauerhafte Beteiligung“ umgewandelt. Mittlerweile kann auch die EU-Polizeiagentur Europol über einen Direktzugriff Daten im SIS II abrufen.

    Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Zahl der im Schengener Informationssystem ausgeschrieben Personen und Sachen gegenüber dem Vorjahr um 11% zunahm. Derzeit enthält das SIS II 56 Millionen Personen und Objekte. Zu den Sachfahndungen gehören etwa Banknoten, Fahr- und Flugzeuge oder gestohlene Dokumente. Unter den Personenfahndungen dominieren Ausschreibungen zur Festnahme oder zur Abschiebung.

    Zuwachs bei heimlicher „Registrierung“ von rund 70%

    Eine der Kategorien zielt auf die „verdeckte Kontrolle“ bzw. „verdeckte Registrierung“. Diese sogenannte Artikel 36-Fahndung ermöglicht es Polizeidienststellen, immer dann eine Meldung zu bekommen wenn eine ausgeschriebene Person oder Sache irgendwo anders im Rahmen einer Kontrolle festgestellt wird. Weitere Maßnahmen erfolgen dabei zunächst nicht, die kontrollierte Person soll davon auch nichts mitbekommen. Früher mussten für eine solche Ausschreibung im SIS II mehrere schwere Straftaten vorliegen, nach einer Änderung der entsprechenden Artikel genügt nun das Vorliegen einer einzigen solchen Straftat.

    Schon im vergangenen Jahr stieg die heimliche „Registrierung“ um 30% an. Von 2013 auf 2014 ist sogar ein Zuwachs von rund 70% zu verzeichnen. Vermutlich geht die drastische Steigerung auf neue Methoden gegen die sogenannten ausländischen Kämpfer zurück. Mit den Ausschreibungen nach Artikel 36 sollen ihre Reisebewegungen und Aufenthaltsorte festgestellt werden. Ermittelt werden dabei aber auch Begleitpersonen.

    Heimliche Fahndung „grundsätzlich die wichtigste Informationsquelle zum Detektieren von Reisebewegungen“

    SIS_II_2015 Letztes Jahr hatte das Bundesinnenministerium erklärt, die heimliche Fahndung sei „grundsätzlich die wichtigste Informationsquelle zum Detektieren von Reisebewegungen beispielsweise des islamistisch-terroristischen Personenpotenzials im europäischen Ausland“. Die verstärkte Nutzung des SIS II war damals in der Abschlusserklärung eines EU-Innenministertreffens gefordert worden. Hintergrund waren Gesetzesänderungen unter anderem in Deutschland, wonach verdächtigen ausländischen Kämpfern der Pass oder Personalausweis entzogen werden kann. Die EU-Kommission hat die „intensivere Nutzung der SIS-Ausschreibungen“ in Ratsarbeitsgruppen und anderen Gremien ebenfalls vorangetrieben und schließlich im Januar in ein entsprechendes Handbuch eingeschrieben.

    Auch deutsche Polizeibehörden nutzen die heimliche Fahndung immer öfter. Waren 2009 noch 781 Personen nach Artikel 36 zur verdeckten und gezielten Kontrolle ausgeschrieben, lag die Zahl Mitte 2014 bereits bei 2.136.

    13. Juli 2015 5
  • : Innenministerium: BKA und Zoll haben Überwachungsdaten vom Tor-Netzwerk erhalten, deutsche Dienste wissen es nicht
    Innenministerium: BKA und Zoll haben Überwachungsdaten vom Tor-Netzwerk erhalten, deutsche Dienste wissen es nicht

    Bundeskriminalamt und Zollfahndungsdienst haben vom amerikanischen FBI Überwachungsdaten aus dem Tor-Netzwerk erhalten. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Frage hervor. Über deutsche Nachrichtendienste liegen „keine Erkenntnisse“ vor, aber bei einem Informationsaustausch erfahren diese die Quelle nicht.

    16. Juli 2014 10