Digitalkultur
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: Anhörung zu Jugendschutz im Internet
: Anhörung zu Jugendschutz im Internet Heute war ich als Sachverständiger bei einer Anhörung zum Thema „Jugendschutz im Internet“ im Berliner Abgeordnetenhaus geladen. Vorausgegangen ist ein Antrag der CDU-Fraktion, die Filter in allen Schulen und Jugendeinrichtungen installiert haben wollen. Meine Aufgabe war es, dem etwas Kritik entgegen zu setzen.
Die Anhörung war schon etwas bizarr, einer der anderen Sachverständiger, eingeladen von der CDU, schien ein Marketing-Mensch der Firma „Time for Kids“ zu sein, der das ganze als Unternehmenspräsentation nutzte, so richtig mit Beamer, Preisen („Alles ganz billig und im Cent-Bereich für jeden einzelnen Schüler…“)… Eigentlich hatte ich von einer Anhörung was anderes erwartet, aber scheint nunmal die Regel zu sein. Zum Glück hat die CDU aber keine Mehrheit in Berlin. Das gleiche gilt für die FDP, hier sass ein ziemlich alt aussehender Abgeordnete da, faselte meiner Meinung nach leicht wirres Zeug über „Medienkompetenz fördern“ und sein einziges Interesse bestand darin, dass Schüler auch im Umgang und Respekt mit Geistigem Eigentum geschult werden müssen. Ausserdem sei das ja alles kriminell mit dem Musik herunterladen und man könne froh sein, dass in den Schulen keine Razzien geben würde, bei all dem geklauten Material auf den Festplatten. Der Mann war auch recht verwirrt, als ich ihm die Frage stellte, was er mit „Geistigem Eigentum“ und Gefahren für Schüler meinen würde, ob darunter auch mögliche Softwarepatentvergehen von 16 Jährigen Programmierern fallen würden. Ausserdem musste ich ständig erklären, dass man für das nichtkommerzielle herunterladen von MP3s in Deutschland noch nicht in den Knast kommt. Das glaubte mir dort aber keiner.
Am bizzarsten war allerdings die Diskussion, worüber man eigentlich redet, da jeder einfach so mit dem Wort Medienkompetenz rumwarf. Meine These war ja, dass alle wohl Informationskompetenz meinen würden und dass Medienkompetenz eher das kreative Auseinandersetzen mit Technik meint, was durch Programmieren, Webseitenerstellen oder Filter umgehen ausgedrückt wird.
Mein vorbereitetes Papier gibts übrigens hier. Da ich aber dann doch die freie Rede genutzt habe, gibts hier jetzt mit einem Monat Verspätung das Redeprotokoll der Sitzung.
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: Das Musikimperium schlägt zurück
: Das Musikimperium schlägt zurück Gerd Gebhard, Präsident des deutschen Phonoverbandes, hat in einem eigenen Artikel auf Spiegel-Online den Vorschlag von Oliver Moldenhauer von der Attac AG Wissensallmende zur Einführung einer Kulturflatrate geantwortet. (Das Konzept wurde mittlerweile in „Film- und Musikflatrate“ umgenannt, um Missverständnisse auszuräumen.) Dabei stellt Gerd Gebhard sieben Antithesen auf und antwortet pauschal mit „Nein“ auf den Vorschlag.
Amüsant sind dabei viele der Antithesen, wenn das Thema nicht so ernst wäre. Z.B. die Nummer 3:
Mit einer „Kulturflatrate“ hätten legale Onlinedienste keine Chance mehr. Mehr als 20 legale Musikangebote allein in Deutschland müssten schließen. Hier würde einer Branche die Zukunft endgültig beschnitten.
Da noch keines der legalen Musikangebote annähernd benutzer- / verbraucherfreundlich ist oder gar Offene Standards verwendet (Ausnahme: Finetunes mit OGG Vorbis - aber dort leider ganz üble Benutzerführung), werden diese Angebote auch ohne einer Film- und Musikflatrate in den nächsten zwei Jahren schliessen. Bestes Beispiel hierfür ist Phonoline, worüber ich schonmal berichtet hatte.
Das Konzept von Pauschalabgaben auf Internetzugänge zur Kompensation von Künstlern und der Legalisierung von Filesharing wurde erstmals im Mai von der Grünen Jugend im Rahmen ihrer „copy4freedom- Für eine freie Digitalkultur“ – Kampagne gefordert. Im Juni wurde auf der Wizards of OS – Konferenz die „Berliner Erklärung zu kollektive verwalteten Online-Rechten: Kompensation ohne Kontrolle“ vorgestellt, die eine Musik- und Filmflatrate fordert. Gleichzeitig präsentierte ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen ein Positionspapier zum laufenden 2. Korb Urheberrechtsgesetzgebungs-Prozess namens „Kompensation ohne Kontrolle“, welches sich den Forderungen anschliesst.
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: Film über Londoner GNU/Linux Community veröffentlicht
: Film über Londoner GNU/Linux Community veröffentlicht Unter einer Creative Commons-Lizenz wurde ein Film über die Londoner Linux-Community namens „GNU – London“ veröffentlicht. Die Datei ist 128 MB gross und liegt im Apple Quicktime-Format .mov vor.
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: 23 Jahre Chaos Computer Club
: 23 Jahre Chaos Computer Club Der Chaos Computer Club wird 23 Jahre alt. Aus diesem Grund gibts eine grosse Party am 11. September in der C‑Base in Berlin. Eintritt kostet 5 Euro, Beginn ist ab 20h. Auflegen wird u.a. Sven Dohse und ich bin mir sicher, dass die C‑Base richtig schön bunt wird.
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: Hinter den Kulissen der Ars Electronica
: Hinter den Kulissen der Ars Electronica Jedes Jahr findet in Österreich die Ars Electronica statt, am ehesten vergleichbar mit der Transmediale in Berlin. Auch dieses mal gab es viele Nominierungen und Futurezone hat einen kleinen Blick hinter die Kulissen geworfen und berichtet über die Jury-Entscheidungen zum Prix Ars Electronica.
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: Und weg war ebay.de.…
: Und weg war ebay.de.… Am gestrigen Samstag staunten Besucher von ebay.de nicht schlecht, als sie statt des erwarteten Flohmarktes eine halb fertige Clan-Webseite vorfanden. Als Grund nannte ebay, dass bei der Denic ein KK-Antrag (Ein KK-Antrag braucht man für Domainwechsel) für ebay.de eingegangen wäre, der auch erfolgreich bearbeitet wurde. Spannend bleibt die Frage, wer Schuld ist. Und ob ich bei der Denic auch erfolgreiche KK-Anträge für z.B. spiegel.de oder heise.de stellen kann, bzw. das ganze vielleicht auch nur eine Nebelbombe von der ebay-PR ist. Wir werden es vermutlich in den nächsten Tagen oder Wochen erfahren.
Heise thematisiert die Frage, was denn aus den in der Zeit zwischen Freitag Abend und Samstag Mittag endenden Versteigerungen wird. Normalerweise werden in den letzten Minuten einer Aktion die Preise nochmal weit in die Höhe getrieben, was diesmal nicht möglich war, bzw. nur von Nutzern, die die englische URL für das deutsche Angebot kannten. Anbieter könnten eine Kompensation fordern, allerdings kann niemand errechnen, was tatsächlich der wirtschaftliche Schaden ist.
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: Weapons of Mass Mobilization
: Weapons of Mass Mobilization Was sich zunächst als Massenvernichtungswaffen anhört ist tatsächlich ein langer und lesenswerter Artikel auf Wired über die MoveOn-Plattform.
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: Call for Paper für Chaos Comunication Congress online
: Call for Paper für Chaos Comunication Congress online Der Call For Papers für den Chaos Communication Congress ist online. Der Kongress des Chaos Computer Clubs wird wie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr (27.–29.12.) in Berlin stattfinden.
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: Olympia bei Öffentlich-Rechtlichen nur mit Windows möglich
: Olympia bei Öffentlich-Rechtlichen nur mit Windows möglich Die Olympiade ist in aller Munde. Damit niemand während der Arbeitszeit grosse Ereignisse verpasst, wurden Streams der Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF auf deren Olympiaseiten abgelegt. Dumm nur, dass man alle ausschliesst, die kein Windows haben, das ganze funktioniert nämlich nur mit dem Windows Media Explorer. Werden jetzt die Gelder der Bürger genommen, um Monopole zu sichern? Wieso gibt es keine Wahlfreiheit der Verbraucher, auf welchem Rechner mit welchem Betriebssystem man sich Olympia anschauen möchte? Zumal ein jeder über Rundfunkgebühren dafür bezahlt hat.
Was bleibt ist ein toller neuer Vorgeschmack auf die neue Zeit, in der Digital Rights Management Systeme die Kontrolle über die Daten übernehmen.
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: Interview mit John Gilmore
: Interview mit John Gilmore GrepLaw bringt ein interessantes Interview mit John Gilmore, einem der Gründer der Electronic Frontier Foundation (EFF) mit den Themen „inflight activism, spam and sarongs“. Spannend wie immer, wenn er was zu sagen hat.
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: Filesharing-Software in den USA legal!
: Filesharing-Software in den USA legal! Die FTD titelt „Tauschbörsen triumphieren über Musik- und Filmindustrie“, Heise bringt „Schlappe für Unterhaltungsindustrie im Verfahren gegen Tauschbörsen“, aus England kommentiert The Register „Court tells RIAA and Congress to let P2P software thrive“, Musikmarkt.de bezeichnet das ganze als „Wegweisendes Urteil für Tauschbörsen“, für den Stern ist es eine „Schwere Niederlage der Musik-Giganten“ , der BoingBoing-Blog titelt „EFF wins Grokster. Software doesn’t have to be easy for Hollywood to wiretap!“ Wired schreibt „P2P Services in the Clear“ und nun hat auch Spiegel einen AP-Bericht online gestellt „Brechstangen-Produzent nicht verantwortlich für Diebstahl“.
Worum gehts? Die US-amerikanische Musik- und Filmindustrie versuchte Filesharing-Software dafür verantwortlich zu machen, dass Menschen diese nutzen, um Filme und Musik zu tauschen. Da die Klagewellen nicht fruchteten, versuchte man nun, gleich die ganze Technik zu kriminalisieren. Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation, der als Anwalt die Filesharing-Börsen unterstützte, sagte, das Urteil folge „dem Prinzip, dass Hersteller von Brechstangen nicht verantwortlich sind für den Diebstahl, der damit verübt werden könnte“. Hier gibt eine 16MB grosse Datei mit der Verteidigungsrede von Fred von Lohmann.
Aber die alten Dinosaurier geben sich immer noch nicht geschlagen:
Man wolle „alle in unserer Macht stehenden Möglichkeiten ausschöpfen, die zu bekämpfen, die unerlaubt vom wertvollen Eigentum unserer Mitglieder profitieren“, sagte der Präsident des Filmverbandes MPAA, Jack Valenti.
Also weiter gegen Windmühlen rennen und Lobbyisten auf Politiker hetzen.
Update:
Janko Röttgers hat in seinem Weblog die PM von P2PUnited gespiegelt und für MP3-World einen Artikel dazu geschrieben: „US-Tauschbörsen gewinnen vor Gericht“. Und die beste englischsprachige Übersicht über alle möglichen Stellungnahmen und Berichte findet sich im Weblog von Ernest Miller. -
: Howard Rheingold über die „nächste soziale Revolution“
: Howard Rheingold über die „nächste soziale Revolution“ Howard Rheingold, der Autor des Buches „Smart Mobs: The Next Social Revolution“ diskutiert bei MSNBC die neuen Möglichkeiten einer Internet-Ökonomie, die Wikipedia, Freie Software und User-Reviews bei Amazon hervorgebracht hat. Rheingold warnt auch davor, dass sich die alte Ökonomie mit Händen und Füssen gegen alles neue wehrt:
„Never before in history have we been able to see incumbent businesses protect business models based on old technology against creative destruction by new technologies. And they’re doing it by manipulating the political process. The telegraph didn’t prevent the telephone, the railroad didn’t prevent the automobile. But now, because of the immense amounts of money that they’re spending on lobbying and the need for immense amounts of money for media, the political process is being manipulated by incumbents.“
Recht hat er, wenn man sich alleine die Diskussion um Filesharing anschaut.
Bei Slashdot gibts dazu eine grosse Diskussion.
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: Spiegel: Der Aufstand gegen die Hüter des Wissens
: Spiegel: Der Aufstand gegen die Hüter des Wissens Im Spiegel wirft Thorsten Dambeck einen Blick in die Zukunft und kritisiert die Stellung der Verlage im Wissensschaftsbereich. Wissen wird zunehmend künstlich verknappt und auch öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse landen in privatem Besitz. Hoffnung gibt die immer stärker werdende OpenAccess-Bewegung, die einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen fordert. Vor einigen Monaten wurde die Berliner Erklärung zu Open Access veröffentlicht, die u.a. von der Max Planck Gesellschaft mitunterzeichnet wurde.
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: Musikbranche versucht sich am viralen Marketing
: Musikbranche versucht sich am viralen Marketing Telepolis berichtet in einem interessanten Artikel von Wolf-Dieter Roth über missglückte Versuche der Musikindustrie, Virales Marketing zum Selbstlob zu nutzen. Der Fall von WarnerBrothers machte nun schon ein paar Mal die Runde durch die Medien der letzten Tage. WarnerBrothers stellten MP3s einer zu promotenden Band in ein MP3-Weblog und ein fleissiger Mitarbeiter schrieb verschiedene fantastische „Hörerkommentare“. Dumm nur, dass alles von derselben IP-Nummer kam.
Interessanter ist aber, dass die Band Marillion, die Mitte der 80er ihren kreativen Höhepunkte hatte, ihre Fanbasis nutzte, um mit einer Vielzahl von Vorbestellungen ihrer neuen Werke bis ganz nach oben in die britischen Charts kam. Wenn sie es noch geschafft hätten, dass dabei kaum Spam entsteht, könnte man diese Vorgehensweise fast schon ein wenig revolutionär bezeichnen.