Auf den PunktDrohnenpflücken ist gelebter Datenschutz.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

am Wochenende war ich auf einer Freiluft-Party im Park. Auf der Tanzfläche hat jemand eine Videodrohne fliegen lassen. Wenn deren Bilder im Netz landen, kann die Polizei mit ihrer neuen Gesichtersuchmaschine – einem von mehreren geplanten KI-Überwachungstools – bald identifizieren, wer hier war. Ein Tanzender hat dann das Gerät aus der Luft gepflückt, ausgeschaltet und weggelegt. Ich musste an Ozzy Osbourne denken, der einst angeblich bei einem Konzert eine Fledermaus aus der Luft schnappte, um ihr den Kopf abzubeißen.

Die Menschen auf der Tanzfläche haben gejohlt und geklatscht. Dann kam der Drohnenbesitzer angestürmt und versuchte, sein Gerät zu finden. Er verkündete unaufhaltsam, dass es ja wohl okay sei, auf dem Fest Drohnenaufnahmen zu machen.

Immer mehr Menschen filmen andere, die dem nicht eindeutig zugestimmt haben. Sie kreieren ein Machtungleichgewicht. Sie nehmen den Abgebildeten ungefragt biometrische Daten ab. Und die können sich – innerhalb des legalen Rahmen – nicht wirklich wehren, höchstens den Platz räumen oder sich vermummen.

Am Ende hatte der Kamerajäger übrigens noch Erbarmen mit dem zunehmend weinerlichen Ex-Drohnen-Führer. Er verriet ihm, wo er das Gerät finden kann.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin

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Ticker-News von Wired vom 10. 07. 2026

Am Freitag endete der AI for Good Summit der Vereinten Nationen in Genf. Doch noch nicht einmal die Teilnehmenden scheinen zu wissen, wie genau es aussähe, wenn Künstliche Intelligenz sich zum „Guten“ wenden würde, berichtet Wired.

Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Für Recherchen zur Spionage-App mSpy hat er gemeinsam mit Chris Köver 2026 den Sonderpreis Print des Datenschutz Medienpreises DAME erhalten.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042

    Foto: Darja Preuss


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