Verbot für unter 13-JährigeVon der Leyen will Alterskontrollen weit über Social Media hinaus

Die EU-Kommissionspräsidentin will das australische Modell drastisch ausweiten und plant flächendeckende Alterskontrollen im Netz. Treffen kann es nicht nur soziale Medien, sondern auch App-Marktplätze, Videospiele, Chatbots. Grundlage sind neue Empfehlungen eines Expert*innen-Gremiums.

  • Sebastian Meineck
Jörg Fegert, Urusla, von der Leyen, Maria Melchior
Ursula von der Leyen (Mitte) mit den Co-Vorsitzenden des Expert*innen-Gremiums, Jörg Fegert (links) und Maria Melchior (rechts). – Alle Rechte vorbehalten: Screenshot: European Broadcasting Service; Bearbeitung: netzpolitik.org

In der EU sollen strenge Kontrollen Menschen im Netz nach Altersgruppen sortieren. Dafür hat sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) ausgesprochen, als sie am heutigen Montag die Empfehlungen eines Expert*innen-Gremiums zum Schutz junger Menschen im Netz entgegengenommen hat.

Ins Rollen gekommen ist die internationale Debatte, nachdem die australische Regierung ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat, verbunden mit strengen Alterskontrollen. Erste Studien zeigen jedoch, dass ein Großteil der australischen Jugendlichen soziale Medien weiter nutzt. Ein breiter Chor aus Fachleuten hält solche Verbote für schädlich, selbst wenn sie funktionieren würden. Dennoch wollen zahlreiche EU-Staaten das australische Modell nachahmen – und die EU-Kommissionspräsidentin will es drastisch ausweiten.

Auf der Pressekonferenz spricht von der Leyen von „Social Media Plus“ und bekräftigt damit die frisch vorgelegten Empfehlungen des Gremiums aus internationalen Fachleuten. Mit dem euphemistischen Begriff „Social Media Plus“ will das Gremium „in der Breite Dienste definieren, die Minderjährigen zugänglich sein könnten und altersunangemessene und/oder risikobehaftete Merkmale aufweisen“. Als Beispiele nennt der Bericht auch App-Marktplätze, Videospiele, Videoplattformen, KI-Systeme und „Companions“; das sind Chatbots, die den Eindruck einer Vertrauensperson erwecken.

Mit Social Media hat das allerdings wenig zu tun. Vielmehr ist „Social Media Plus“ ein dehnbarer Begriff für allerlei Dienste im Netz, die die EU künftig mit strengen Altersschranken belegen könnte.

Ein nach Altersgruppen abgestuftes Internet

Für „Social Media Plus“ soll den Expert*innen zufolge eine EU-weite Altersgrenze von 13 Jahren gelten. Geplant ist ein Modell mit mehreren Stufen. Die Kleinsten bis 3 Jahre sollen gar keine Bildschirmzeit haben. 3- bis 13-Jährige sollen nur unter Aufsicht Internet-fähige Geräte nutzen dürfen. Für 13- bis 17-Jährige sollen Dienste nur dann zugänglich sein, wenn sie dem Alter angemessen sind, etwa durch Jugendschutz-Features. Die elterliche Kontrolle soll dabei zunehmend schwinden, während junge Menschen selbstständiger werden.

Die Durchsetzung der feinen Altersstufen soll den Expert*innen zufolge nicht nur bei Eltern oder Aufsichtspersonen liegen. Stattdessen sollen technische Kontrollsysteme sicherstellen, dass Menschen digitale Räume nur gemäß ihrer Altersgruppe betreten. Die Expert*innen empfehlen „effektive Systeme zur Alterskontrolle“. In dem Kontext hat sich von der Leyen einmal mehr für die Alterskontroll-App der EU ausgesprochen, die sogenannte „Mini-Wallet“.

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Zusätzlich könnten EU-Mitgliedstaaten nationale Einschränkungen einführen, heißt es im Papier der Expert*innen. Insgesamt haben die Fachleute 156 Seiten Bericht und 26 Seiten Zusammenfassung vorgelegt. Wir werden dazu noch eine ausführliche Analyse veröffentlichen.

Das EU-Gremium hatte sich am 5. März 2026 erstmals getroffen. Lange bevor die Expert*innen ihre Ergebnisse vorlegen konnten, hatte sich von der Leyen bereits öffentlich für das ein Social-Media-Verbot und Alterskontrollen stark gemacht und damit Einfluss auf das Gremium genommen.

Andere Fachleute empfehlen das Gegenteil

Parallel haben sich in Deutschland bereits zwei weitere Gremien mit demselben Thema befasst: Der Deutsche Ethikrat hat ein Social-Media-Verbot klar abgelehnt und enge Grenzen für Alterskontrollen gezogen. Ein weiteres Expert*innen-Gremium  ist bei Social-Media-Verbot und Alterskontrollen zu gemischten Ergebnissen gekommen.

Mehr als 400 Forschende aus 29 Ländern haben bereits im März eindringlich vor Alterskontrollen gewarnt und einen Stopp entsprechender Gesetzesvorhaben gefordert. Die Einführung von Alterskontrollen ohne weitere Forschung sei „gefährlich und gesellschaftlich nicht hinnehmbar“, schreiben sie in einem offenen Brief. Auf dem Spiel stünden „Sicherheit, Privatsphäre, Gleichberechtigung“ und „Autonomie“ aller Menschen.

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Auf der Pressekonferenz sagte von der Leyen mit Blick auf ihr eigenes Expert*innen-Gremium, aus dem Englischen übersetzt: „Das sind genau die Belege, auf die wir gewartet haben.“ Sie sprach von Daten, Fakten und Konsens. Das ist jedoch grob irreführend, denn andere Fachleute fordern das glatte Gegenteil: kein Social-Media-Verbot und keine Alterskontrollen.

Die Bundesregierung hatte im April mitgeteilt, noch keine gemeinsame Position zum Social-Media-Verbot zu haben. Mitte Mai hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach anfänglichen Sympathien für das Konzept ausdrücklich „Nein“ zu einem Social-Media-Verbot gesagt. Wenig später hatte sich Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisch geäußert und damit die Position seines Parteichefs Markus Söder gestützt.

Deutscher Ethikrat warnte vor Zensur und Missbrauch

Je nach Ausgestaltung droht mit Alterskontrollen ein umfassender Kontroll-Apparat oder gar ein Apparat zur Massenüberwachung. Wer zentrale Dienste des Internets nutzen will, könnte sich künftig mit amtlichen Dokumenten oder Scans des Gesichts ausweisen müssen. Die EU arbeitet an mehreren angeblich datensparsamen Lösungen: die kleine digitale Brieftasche („Mini-Wallet“) und die normale digitale Brieftasche („EUDI-Wallet“).

Die Mini-Wallet haben der Deutsche Ethikrat und das deutsche Expert*innen-Gremium bereits klar abgelehnt. Bei der EUDI-Wallet droht die EU-Kommission derzeit, die gesetzlich verankerten Pläne zum Schutz der Privatsphäre zu sabotieren.

Mit Blick auf Alterskontrollen warnte der Deutsche Ethikrat:

Die Technologien sind Instrumente zur Unterscheidung und unterschiedlichen Behandlung von Nutzergruppen. Als solche können sie auch zweckentfremdet werden, und zwar sowohl zur Beschränkung des Zugangs für weitere Gruppen als auch des Zugangs zu anderen Inhalten, zum Beispiel zu Materialien zur sexuellen Aufklärung oder gar zu solchen, die politisch unerwünscht sind. Aufgrund dieser breiten Einsatzmöglichkeiten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Altersbestimmungstechnologien als Zensurinstrument missbraucht werden.

Genau dieses Instrument will Ursula von der Leyen offenbar EU-weit einführen. Zunächst werde sie sich die Empfehlungen genau durchlesen, sagte sie auf der Pressekonferenz. „Nach dem Sommer“ könne die EU-Kommission einen Gesetzentwurf vorlegen. Wie unter anderem Euractiv berichtete, eignet sich als Datum die für September geplante jährliche „Rede zur Lage der Union“.

Über die Autor:innen

  • Sebastian Meineck

    Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker und Jugendmedienschutz. Er schreibt einen Newsletter über Online-Recherche und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Grimme-Online-Award sowie dem European Press Prize.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Sebastian Hinweise schicken | Sebastian für O-Töne anfragen | Mastodon

    Foto: Philipp Sipos


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29 Kommentare zu „Von der Leyen will Alterskontrollen weit über Social Media hinaus“


  1. Anonym

    ,

    Ganz ehrlich, wenn dieser Massenüberwachungs-Mist tatsächlich eingeführt wird, wird das doch vor verschiedenen Gerichten in Grund und Boden geklagt, da es nicht mit Grundrechten und der Demokratie vereinbar ist.


    1. Mag zutreffen, dauert aber Jahre bis zum Urteil und solange ist der Quatsch dan wirksam. VdL ist der Tod des Internets. Wird Zeit ein neues WWW zu erfinden, ohne Alterskontrolle und ohne Überwachung.


      1. Jerome

        ,

        Bringt nur nichts wenn diejenigen die an der Spitze alles zu veranworten haben und das bestehende Systemkonstrukt nicht zu Fall gebracht wird und sich alles wiederholt. Da kann man noch so viel neu machen.

        Und was nützen die Ideen, wenn die Menschen nicht einmal mehr für ihre Rechte und ihre Leben aktiv einstehen und alles nur noch über sich ergehen lassen? Die Themen die auf dieser Seite gepostet werden, reichen Jahre zurück und abgesehen von etwas „Diskussionskultur“ tut sich was? NICHTS.


        1. Anonym

          ,

          Watt? Netzpolitik.org war jetzt schon an so einigem beteiligt, und erhöht die Sichtbarkeit der Themen wirksam, inklusive Spillover in klassische Medien hinüber. So viel gabs vorher nur, wenn eine Partei mit angeschlossenen Medienhäusern Alarm geschlagen hat.


      2. Anonym

        ,

        „Wird Zeit ein neues WWW zu erfinden, ohne Alterskontrolle und ohne Überwachung.“

        Wäre schön, wenn es so einfach wäre. Aber sobald
        a) es breite öffentliche Bekanntheit erlangt und daraufhin
        b) der öffentliche Nutzerkreis (zu) groß wird
        sind wir wieder genau bei dem /den selben Problem(en) wie jetzt.

        Die (EU-)Politiker würden – wenn sie davon Kenntnis erlangen – auch da nicht eher ruhen, bis sie es genauso zu Tode reguliert haben, wie es jetzt der Fall ist


        1. Anonym

          ,

          Guerillamäßig ginge da schon was. Aber das ist nicht trivial mal eben hinzustellen.

          D.h. man bietet eine Safezone für 18+. Aber Webseitenübegreifend. Einmal Altersverifikation, gesamtes Netzwerk erreichbar. Die Gatekeeper müssen natürlich zivilgesellschaftlich aufgestellt und robust ausgestattet werden. Die privatsphärenschonendsten Verifikationsmethoden unter einer No-Bullshit-Doktrin.

          Das wäre allerdings kaum noch ein Internet, es sei denn Allerlei Länder oder Unternehmen schlössen sich an, ähnlich wie bei Tor (New York Times z.B.). Man könnte auch Suchmaschinen einbinden, wobei das je nach Legislation dann kompliziert wird, allerdings wäre die Sichtbarkeit in Richtung von Ländern besser, die keine restriktive Altersverifikation fordern.

          Letztlich werden die Konzerne sowas bieten, oder die Pornoindustrie. Wird sowas vielleicht noch die DVD des 22. Jahrhunderts?


    2. Anonym

      ,

      Da wäre ich mir im Anbetracht der letzten Urteile nicht so sicher (Corona und co.).
      Ich weiß nicht ob es Angst ist, aber das BVerfG war mal mutiger.


    3. Scheesch

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      Es ist natürlich richtig, dass diese Gesetze mit elementarsten Grundrechten absolut nicht vereinbar sind (bspw. freie Rede, freie Kommunikation, freie Entfaltung, freier Zugang zu Informationen, die allesamt häufig auf Anonymität angewiesen sind), aber das war auch die Abschaffung von anonymen SIM-Karten nicht. Die Gerichte werden das aber genauso durchwinken, wie die das Verbot anonymer SIM-Karten durchgewunken haben. Diese angeblich so „unabhängigen“ Gerichte sind auch nichts anderes als ein Teil des Systems.


  2. Anonym

    ,

    „Als Beispiele nennt der Bericht auch App-Marktplätze, Videospiele, Videoplattformen, KI-Systeme „.
    Stelle ich mir gerade bei den App-Marktplätzen „lustig“ vor. Wenn man bedenkt, für welchen noch so kleinen Firlefanz man alles heutzutage eine App braucht.
    Im Grunde degradiert sie mit der Aktion Minderjährige bzw alle ohne Altersnachweis zu Bürgern zweiter Klasse.

    Abartig.

    Und gleichzeitig auch lachhaft. Wo kommt nur dieser dauernde irrsinnge Glaube her, dass man, wenn man die Leute bis z.B. 13 Jahren von solchen Systemen fernhält, dass sie von einem Tag auf den anderen eine „Erleuchtung“ haben und wissen, wie man mit dem System umgeht?
    Zudem können Erwachsene genauso anfällig sein, wie bereits einige Fälle bei KI-Chatbots bewiesen haben.

    Das ganze zeigt wieder mal, dass generell – aber insbesondere in der EU – die Kombination „Kinderschutz“ und „Politik“ der Tod von Freiheit, Sicherheit und Demokratie ist.


    1. Thorsten Gorch

      ,

      Es geht ja nicht um Minderjährige ohne Altersnachweis, sondern Zwang den Altersnachweis durch die Nichtminderjährigen (wie sonst will man sicher 13 von 14 Jährigen … 17 von 18 Jährigen unterscheiden) um Datenbanken der Sicherheitsbehörden zu füllen mit Wer, Wann, Wo auf welcher Plattform war.

      Es geht um Kontrolle der Bürger in jede Online Lebensäußerung: Vor der Sabotage des Lebens der Bürger kommt halt die Spionage.


      1. Anonym

        ,

        Jepp, deswegen hab ich auch geschrieben
        “ bzw alle ohne Altersnachweis.“

        Nur nützt auch denen ihre angeblich anonyme Altersnachweis-App in der Beziehung nur wenig, wenn vor den AppStore eine Ausweiskontrolle geschaltet wird. Irgendwoher muss man die App ja beziehen.
        Der Perso wird also bei einer zentralen Datenkrake (Google oder Apple) landen.
        Und ein Vorfall ist dann wohl nur eine Frage der Zeit.

        Aber – egal ob es in Wahrheit bei dem ganzen um Minderjährige geht oder nicht (ich weiß sehr wohl, dass es das nicht tut) – es ändert nichts daran, dass damit alle, die nicht ihren Ausweis hochladen zu Bürgern zweiter Klasse werden, wenn man bedenkt für was heute alles Apps benötigt werden.

        Das schließt auch zwangsläufig alle Minderjährigen mit ein, da die gar keinen Ausweis haben.

        Und zum zweiten Teil meines Posts: das war allgemein gemeint.


    2. Anonym

      ,

      Die EU denkt so sehr an die Kinder das es vergisst das ein Leben unter permanenter Überwachung auch einen negativen Effekt auf Kinder hat.


  3. Zweifelnder

    ,

    Meine Befürchtung ist, dass die EU über kurz oder lang dann auch Alterskontrollen für VPNs und Anonymisierungsdienste einführen könnte.

    Problem 1: Wenn man sein Ausweisdokument oder Gesicht scannen muss, um einen Anonymisierungsdienst nutzen zu können, hebt dies die Anonymität von Beginn an auf. Dies wird Whistleblower und verfolgte Minderheiten hart treffen, denn für diese ist Anonymität essenziell. Auch die App der EU soll nicht anonym, sondern pseudonym und potenziell von staatlichen Behörden zurückverfolgbar sein.

    Die Verunmöglichung einer tatsächlich anonymen freien Rede im Internet wäre ein harter Einschnitt, der Demokratie und Meinungsfreiheit stark begrenzen, die gesamte EU wesentlich autoritärer und illiberaler machen würde.

    Problem 2: Möglicherweise könnte es weiterhin nicht EU-konforme VPN-Anbieter im Ausland geben, welche sich über Umwege auf dem Smartphone installieren ließen. Solche Anbieter könnten jedoch dann gezielt den Inhalt von Verbindungen mitschneiden, Nutzerdaten ausspähen und Nutzerprofile erstellen. Die Sicherheit von Jugendlichen, die solche Anbieter nutzten, wäre dann im Endeffekt deutlich reduziert.


  4. damarco

    ,

    Nun eins ist aber klar, es gibt Dinge im Netz die sind für heranwachsende nicht geeignet. Mit 12 konnte man früher auch nicht in den Sexshop gehen und sich Pornos ausleihen. Der Nachweis muss Anonym, praktikabel und sicher sein. Bisher kann keines der vorgeschlagenen verfahren überzeugen. Der Grund ist jener das viele Interessen sich gegeneinander aufreiben. Es muss auch möglich sein Pornos zu schauen ohne die Hosen herunter zu lassen bevor es überhaupt losgeht. Früher war dies noch anderes, da hatten Kinder und Jugendliche keinen oder kaum Zugang. Heute ist das Internet Teil der Gesellschaft und da lassen sich Kinder oder Jugendliche nicht mehr ausgrenzen.


    1. 風間律

      ,

      „Der Nachweis muss Anonym, praktikabel und sicher sein.“
      Und da liegt das Problem. Eine wirksame Alterskontrolle und Anonymität schließen einander aus. Wirksam hieße, dass auch ganz sicher das Alter der Person überprüft wird, die vor dem Bildschirm sitzt, und diese sich nicht irgendwelche Ausweisdaten „geborgt“ hat. Im Laden genügt dafür ein Blick auf das Ausweisfoto und das Gesicht der Person vor sich, Letzteres hat der Anbieter im Internet aber nicht, ohne dass man es ihm zeigt (von möglicher Manipulation mit technischen Mitteln inkl. KI mal ganz abgesehen). Dann braucht es irgendeine Stelle, wo dieses Gesicht mit einem Namen und einem Geburtsdatum verknüpft ist, das überprüft bzw. mit den Daten aus der Anfrage abgeglichen werden kann.

      Umgekehrt kann man eine Alterskontrolle anonym bauen (z. B. mit RSA Blind Signatures), dann ist sie aber nicht mehr wirkungsvoll, weil man eben nicht weiß, wer das Token gerade einreicht und wem es ausgestellt wurde.


    2. Joachim Kolano

      ,

      Früher hat man mit 12, die Pornos vom großen Bruder bekommen.


      1. Anonym

        ,

        Oder beim Freund vom großen Bruder. Nicht bekommen, aber kurz gezeigt bekommen.


  5. Anonym

    ,

    Ich hätte bitte gern Von-der-Leyen Kontrollen auch über die Lobbytreffen hinaus


  6. jupima

    ,

    ich arbeite in der Suchtprävention und sehe eine Altersbegrenzung einerseits positiv, weil sie Eltern und der Gesellschaft Orientierung bietet. Andererseits halte ich sie für problematisch, wenn man Aspekte wie Missbrauch, Zensur und Datenschutz bedenkt. Die bessere Alternative wäre es, die Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen – also sie für Hetze, Desinformation, altersunangemessene Inhalte und suchtfördernde Designs zur Verantwortung zu ziehen. Geopolitisch scheint das jedoch der schwierigere Weg zu sein. Ich merke allerdings auch, dass viele Eltern überhaupt nicht für die Problematik sensibilisiert sind, die hinter Social Media steckt. Deshalb finde ich es zumindest gut, dass nun seit Monaten über Altersbegrenzungen debattiert wird.


    1. Eltern, die per Gesetz Hilfe zur Orientierung benötigen, ist eh nicht zu helfen. Übrigens, was machen die Laien und ihr Team eigentlich bezüglich der ausufernden Glücksspielindustrie?


    2. Anonym

      ,

      > Die bessere Alternative wäre es, die Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen – also sie für Hetze, Desinformation, altersunangemessene Inhalte und suchtfördernde Designs zur Verantwortung zu ziehen.

      Die Plattformen sollte man außen vor lassen und den Erziehungsberechtigten unmissverständlich klarmachen, dass sie sich gefälligst selber um ihre Kinder zu kümmern haben.

      > Deshalb finde ich es zumindest gut, dass nun seit Monaten über Altersbegrenzungen debattiert wird.

      Die gegenwärtige Debatte lenkt zu sehr von der elterlichen Eigenverantwortung ab.


    3. Anonym

      ,

      Ja, aber wie man in dem Artikel sieht, geht es ja schon um wesentlich mehr als nur Social Media.
      Es ist immer wieder dasselbe: Wenn eine solche Infrastruktur existiert, wird sie auf alles mögliche ausgeweitet.
      Hier sind ja dann jetzt zusätzlich AppStores, Videospiele, Videoplattformen und KI-Systeme im Blick. Also kurz: Ein Großteil von dem, was heute Digitalisierung als solche überhaupt ausmacht.

      Was haben diese zusätzlichen Dinge mit Social Media zu tun? Nichts.


      1. Anonym

        ,

        > Also kurz: Ein Großteil von dem, was heute Digitalisierung als solche überhaupt ausmacht.

        Für mich variiert Digitalisierung mittlerweile zwischen „Etwas bekommt unnötigerweise einen Internetanschluss.“ und „Etwas wird aus purem Menschenhass heraus mit einem App-Zwang vergällt“.


  7. Postdemocracy

    ,

    Klingt nach Chatkontrolle 3.0 in Verbindung mit einer Starthilfe für die EUDI, die ja hochgradig und überaus unzweifelhaft von Anfang an bis zum Ende aller Tage immer nur freiwillig und datenschutzfreundlich sein soll, gelle?

    Denn dafür und einzig sind „Digitale Identitäten“ ja auch da: Daten ausbeuten, tracken, Zugänge zu Information und Austausch begrenzen und repressive Kontrollmacht ausüben. Garniert und Angeboten in den Geschmacksrichtungen „dann wird vieles viel einfacher und schneller“ und „die Kinder schützen wir damit“ und irgendwas mit „europäische Werte machen das besonders sicher“ und so weiter – und schon wird die bittere Giftpille geschluckt.


  8. Anonym

    ,

    Wenn ursula redet dann HÖRE ICH ZU
    Wenn ursula SMS schreibt dann LESE ICH MIT
    Wenn ursula atmet dann ATEM ICH AUF

    Ursula und ICH sind SEELENVERWANDTE.
    URSULA4EVER


  9. Thorsten Gorch

    ,

    Bin gespannt wie vdL/Zensursula und ihre Bande den Widerstand in größeren Teilen der Bevölkerung und vor allem der Jugend brechen möchte. Denn es wird wie in Australien oder UK laufen, VPN & Co wird boomen.

    Das es nicht um KiPo geht ist klar, es geht um die Kontrolle der Bevölkerung, denn ohne nachverfolgbare Registrierung bei Zugriff auf alle möglichen Portale wird es nicht gehen.


  10. Anonym

    ,

    Das ist die Folge des jahrzehntelang praktizierten Abschiebens charakterlich eindeutig ungeeigneter Parteimitglieder nach Brüssel.


  11. Anonym

    ,

    Hmm. Das eigentliche Problem ließe sich mit sehr harten Auflagen für die Unternehmen wie Facebook/X/Tiktok etc, eigentlich besser und direkter lösen. Das Internet in der jetzigen Form findet fast ausschließlich auf großen Platformen statt, die es aber geschafft haben, so ziemlich jeden Versuch sie zu regulieren, im Keim zu ersticken.
    Stattdessen ersinnt die EU Überwachungspläne für selbst die Nutzer, die sich bewusst von solchen Platformen fernhalten.

    Ohne algorithmische Feeds und ein auf das Belohnungssystem einwirkendes, menschenfeindliches und abhängig machendes Design wären die großen Dienste für alle Nutzer weniger schädlich, nicht nur für Kinder.

    Ich hätte auch gerne ein Internet, das einfach nur langweilig, aber dafür berechenbar ist. Ohne endloses Scrollen, ohne Likes und ohne fremde Müll-Postings von Accounts die ich nicht kenne, die meine Feeds oder Inboxes verstopfen.
    Dafür möchte ich aber nicht komplettüberwacht werden. Würde daran ohnehin nichts ändern.


    1. Anonym

      ,

      Deswegen kritisiere ich auch die kastrierten Suchoptionen. Bzw. das Verhalten der Konzerne, auch im Design und beim Datenabfluss auf möglichst Null Interaktion und Null Fähigkeit beim Nutzer zu setzen. Der Nutzer soll nicht gestört werden. Entsprechend war die Suche die meißte Zeit über eine alles-in-einem-Geschichte, statt verschiedener spezialisierter Sachen, wobei die Unfähigkeit der Regierenden auf neue Medien einzugehen da mit reinspielt, sowie Lobbying natürlich. Die Suche in Social Media ist weitestgehend dysfunktional und natürlich bedeutet jede Suche eine relativ krasse Auswahl, auch bei Produktsuchen von großen Sucmaschinen. Auf diese Dinge keinen Einfluss zu haben, stellt ein Problem dar. Dieses muss durchbrochen werden. Sonst bleiben die Plattformen im Grunde genommen Telefonnetzwerke. Kennst du die Nummer nicht, findest du richtige Information kaum. Man kann jetzt sagen, es sei in Wirklichkeit eher 30% oder 60% so, oder bei welchem Thema, das Prinzip des Auswahlproblems bleibt allerdings hart bestehen. Moderne Demokratie wird das Thema angehen müssen. Zugegeben, die Krisen sind derzeit heftig, insfofern wird es vielleicht die nächste Autokratie tun, so herum oder so herum, je nach dem…

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