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Protest in Berlin: Mit Gandalf gegen Peter Thiel

Wenn der rechte Milliardär Peter Thiel in Berlin den Axel-Springer-Award bekommt, wird dies nicht ohne Widerspruch über die Bühne gehen. Ein Bündnis hat laute und kreative Proteste und einen Gandalf-Kostümwettbewerb gegen die Preisverleihung angekündigt.

  • Markus Reuter
Playmobil Gandalf vor einem Regenbogen
– Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Matthew Ball, Alexander Grey / Montage: netzpolitik.org

Am kommenden Donnerstag wird der Axel-Springer-Verlag den Tech-Milliardär und Demokratie-Gegner Peter Thiel mit dem Axel-Springer-Award auszeichnen. Gegen die Preisverleihung an Thiel, der eine wichtige Rolle beim Überwachungskonzern Palantir innehat und dessen Risikokapitalunternehmen Founders Fund in das Rüstungsunternehmen Covenant investierte, formiert sich Protest.

Ein Zusammenschluss unterschiedlicher Gruppen will unter dem Motto „Thiel shall not pass“ mit einer Kundgebung und einem queeren Gandalf-Kostümwettbewerb gegen die Verleihung protestieren. Hintergrund des Wettbewerbs: Thiel selbst benennt seine Firmen gerne nach Namen aus dem Herr der Ringe, so auch das Unternehmen Palantir. Der Zauberer Gandalf ist Gegenspieler der Bösen in Tolkiens Epos – weswegen er schon in Argentinien gegen Thiel eingesetzt wurde und nun auch in Berlin zum Teil des Protests werden soll.

„Wenn Thiel sich für Sauron hält, zeigen wir ihm, wer ihm den Weg versperrt“, sagt ein Sprecher des Protestbündnisses im Vorfeld der Aktion. Die Kundgebung soll am Donnerstag, den 24. September, um 17:30 Uhr vor dem Verlagsgebäude starten.

Die Aktivist:innen kritisieren, dass ausgerechnet Peter Thiel nun für die Gründung der Big-Data- und Überwachungsfirma Palantir als „eines der wertvollsten und für die Resilienz von Demokratien wichtigsten Unternehmen unserer Zeit“ geehrt werde. „Ein Preis für Demokratie-Resilienz an Peter Thiel ist lächerlich“, sagt Elena Kempf, Sprecher:in des Zusammenschlusses in der Pressemitteilung.

„Thiel stellt sich offen gegen die Demokratie“, so der Zusammenschluss. Bereits 2009 hatte Thiel geschrieben, er glaube nicht mehr, „dass Freiheit und Demokratie vereinbar sind“. Springer habe das gelesen und den Preis trotzdem vergeben. Die Kritik des Bündnisses richte sich nicht nur gegen Thiels politische Positionen und gegen seine Unternehmen, sondern auch gegen den Axel-Springer-Verlag, der ihn ehrt.

Gegner der Demokratie

Peter Thiel ist einer der wichtigsten Ideengeber der amerikanischen Rechten, er unterstützt Donald Trump und hat die Karriere des US-Vizepräsidenten JD Vance massiv gefördert. Thiels Weltbild ist, so kritisierte der Historiker Volker Weiß gegenüber dem ZDF, letztlich eine faschistische Dystopie: Eine kleine Elite von Tech-Oligarchen, die sich auch noch theologisch rechtfertige, habe die technischen Werkzeuge in der Hand, um Massen global zu kontrollieren.

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Springer-Chef Mathias Döpfner beschreibt Thiels Rolle hingegen so: „Neben seinem unternehmerischen Wirken hat Peter Thiel die öffentliche Debatte über Innovation, Freiheit und die Zukunft westlicher Gesellschaften geprägt.“

Der Milliardär Döpfner ist mit Milliardär Thiel familiär und über Netzwerke verbunden. So arbeitete Döpfners Sohn Moritz als Chief of Staff bei Thiel Capital, Thiel investierte laut Medienberichten 50 Millionen in Moritz Döpfners „Döpfner Capital“. Diese wiederum investierte in das Kampfdrohnen-Startup Stark Defence, in das auch Peter Thiel investiert hat.

Der Axel-Springer-Verlag, der in den letzten Jahren stark in die USA expandiert ist, sucht mit dem Preis offenbar die Nähe der US-Oligarchen. Der Verlag hat mit dem Award in der Vergangenheit viele Tech Bros ausgezeichnet, unter ihnen Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Elon Musk und Sam Altman.

Korrektur, 18. September: Wir haben uns beim Datum vertippt. Die Kundgebung findet am 24. und nicht am 26. September statt. Wir haben den Fehler korrigiert und ein fehlendes Wort ergänzt.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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4 Kommentare zu „Mit Gandalf gegen Peter Thiel“


  1. Mathias Döpfner (Axel Springer CEO) who texted Elon: „Why don’t you buy Twitter? We run it for you… true platform of free speech.“ Elon replied „Interesting idea.“ Döpfner doubled down: „I’m serious. It’s doable. Will be fun.“

    Unvergessen auch Döpfners „FDP stärken!“

    Die Washington Post deckte am 6. September 2022 eine E‑Mail Döpfners an seine engsten Führungskräfte wenige Wochen vor der US-Wahl 2020 auf. Darin lobte er mehrere von Trumps Maßnahmen als Präsident und schrieb: „Wollen wir alle am 3. November [2020] morgens eine Stunde in uns gehen und beten, dass Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird?“ Der Verleger hatte zuvor die Existenz dieser E‑Mail geleugnet. Trump bedankte sich im September 2022 auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social bei Döpfner für die E‑Mail.

    2025 lobte Döpfner die Rede von J. D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz als „inspirierende Botschaft“. Vance hatte dort behauptet, Meinungsfreiheit und demokratische Grundwerte seien in Europa eingeschränkt, zudem forderte Vance ein Ende der politischen Isolierung rechter Parteien. Döpfner kritisierte die ablehnenden Reaktionen europäischer Politiker auf diese Rede.

    2026 nahm er an einer Veranstaltung der politisch rechten Alliance for Responsible Citizenship teil

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_D%C3%B6pfner#Verbindungen_zu_US-Politik_und_-Milliard%C3%A4ren
    https://www.zeit.de/2023/16/mathias-doepfner-axel-springer-interne-dokumente/komplettansicht


  2. Bit-te-1-Bit und das gute XUNIL

    ,

    Mich dünkt, wir brauchen ein Revival der 68er-Big-Protest-Generation! JETZT!


  3. Erstaunlich viele Leute haben keine Ahnung, was Tolkiens Palantir sind.

    Die sind von den Guten im gesegneten Land im Westen als Werkzeuge gemacht worden, die guten Menschen aus dem Westen haben sie als Geschenk bekommen mit nach Mittelerde gebracht.

    Sauron hat einen dieser Palantir in seine Gewalt gebracht und missbraucht ihn. Aragorn als rechtmäßiger Herrscher und Nachfahre der guten Menschen aus dem Westen bekommt einen anderen in die Hände und nutzt ihn für seine gute Sache gegen Sauron. So sieht sich Thiel.


    1. Roland Wilcke

      ,

      Ich verstehe was du meinst , es würde reichen zu sagen das wir ne ganze menge Reicher und Einflussreicher Okkulter Menschen haben die ihre Ideologie und vorransgehenweise auf noch ältere Okkulte und Ideologisch geprägte Traditionen auslegen. Theil erzählt das die E.T Dämonen sind…Das ist eine PsyOBs, und nur wenige durchschauen das spiel und sind trotzdem machtlos. Cassandra Effekt

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