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Autistici / Inventati: Es ist immer noch viel zu still

Anne Roth hat vor 19 Jahren ein Blog bei NoBlogs.org gestartet. Jetzt hat die unkommerzielle Plattform dicht gemacht, weil die USA das dahinter stehende Tech-Kollektiv als Terrorismus eingestuft haben. Die USA greifen damit direkt und ohne jedes Verfahren die Meinungs- und Internetfreiheit in anderen Ländern an.

  • Anne Roth
Fotografierte Lexikonseite mit "Censorship"
Die Terror-Sanktionen der USA gegen das Tech-Kollektiv sind eine besondere Form internationaler Zensur. (Symbolbild) – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Mick Haupt

Im Spätsommer 2007 suchte ich nach einem Blog, um eine ziemlich ungewöhnliche Geschichte aufzuschreiben. Mein Freund war früh am Morgen in der Wohnung unserer Familie in Berlin von SEK-Einheiten der Polizei festgenommen worden. In diesem Moment erfuhren wir, dass er verdächtigt wurde, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Seit einem Jahr stand er unter Anti-Terror-Überwachung und ich war, gewissermaßen als Kollateralschaden, auch davon betroffen.

Er ist kein Terrorist und war es nie. Er wurde schließlich nach einigen Wochen freigelassen. Das Ermittlungsverfahren wurde später eingestellt. Das ist eine andere Geschichte.

Blogs ohne Tracking

Ich wollte im Netz darüber schreiben, was die Überwachung mit uns gemacht hat und wie sie sich auf unseren Alltag ausgewirkt hat. Ich hatte von einem noch recht neuen Phänomen namens „Blogs“, oder Weblogs, gehört, mit denen Texte veröffentlicht werden konnten, ohne gleich selbst eine komplette Website einrichten zu müssen. Genau das brauchte ich: die Möglichkeit zu veröffentlichen, ohne mich um Software-Updates, Sicherheit oder Domain-Registrierung kümmern zu müssen.

Ich war schon vor diesem Vorfall als Netzaktivistin aktiv und wollte ganz bestimmt nicht dazu beitragen, dass meine Leser*innen irgendeiner Form von Tracking ausgesetzt wären, sei es kommerziell oder staatlich. Es war schwierig genug, über unsere Situation zu informieren, ohne dabei andere der Gefahr auszusetzen, durch den Kontakt zu uns selbst ins Visier zu geraten. Ich war also sehr froh, als ich auf die Blog-Plattform stieß, die von Autistici/Inventati (A/I) betrieben wurde, dem italienischen Tech-Kollektiv, das versprach, all das nicht zuzulassen.

Während ich dies schreibe, ist noch lesbar, für wen sie noblogs.org betrieben. Dort heißt es:

Noblogs.org ist ein Projekt des Kollektivs A/I, das seit über zehn Jahren Dienste zur Kommunikation und Konspiration für Aktivist*innen und generell für alle bereitstellt, die sich mit den Grundsätzen unseres Manifests identifizieren: für eine gerechtere, gleichere und freiere Gesellschaft zu kämpfen; uns der allgegenwärtigen Kontrolle einer Gesellschaft zu entziehen, die sich zu sehr dafür interessiert, wer du bist, und nicht dafür, was du denkst und was du liebst oder hasst; sich der Vorstellung zu entziehen, dass jeder Moment unseres Lebens in irgendeiner Weise Geld und wirtschaftlichen Transaktionen entspricht.

Ich kannte A/I schon seit ein paar Jahren. Einige von ihnen hatte ich 2001 während der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua im unabhängigen Medienzentrum kennengelernt. Dort berichteten Hunderte von Aktivist*innen über die Proteste, lange bevor es Social Media gab. Gemeinsam haben wir entsetzt zusehen müssen, als die Polizei eine Schule auf der anderen Straßenseite angriff und viele Aktivist*innen brutal verprügelte, die dort nach den Demonstrationen übernachteten.

Einstufung als Terror-Unterstützer

Wenn ihr das hier lest, ist noblogs.org nicht mehr online.

Am 26. August veröffentlichte A/I eine Mitteilung, dass die US-Regierung die Organisation als Unterstützer von Terrorismus eingestuft hat. Laut einer Pressemitteilung des Außenministeriums sei „Autistici/Inventati (A/I‑Kollektiv) eine in Italien ansässige extremistische Gruppe, die digitale Infrastruktur für gewalttätige Antifa-Zellen und andere militante Linksextreme auf der ganzen Welt aufbaut und betreibt.“

Das Kollektiv wies die Vorwürfe umgehend zurück und schrieb, dass es „sein Engagement für die Bereitstellung einer Plattform mit Werkzeugen zur digitalen Selbstverteidigung nachdrücklich bekräftigt, um dem Bedarf an freier Kommunikation für Aktivist*innen und andere Einzelpersonen, Gruppen und Vereinigungen gerecht zu werden.“

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Domain weg

Zwei Tage später verschwand ihre Domain „autistici.org“. Zunächst war unklar, was passiert war, da sich niemand sich die Mühe gemacht hatte, A/I zu informieren. Laut einer Pressemitteilung von A/I wurde die Entscheidung, die Domain unzugänglich zu machen, von der Public Interest Registry (PIR) getroffen, einer gemeinnützigen Organisation, die von der Internet Society (ISOC) gegründet wurde, um die .org-Domain zu verwalten und „dem öffentlichen Interesse im Internet zu dienen“.

Die italienische Sektion der ISOC protestierte heftig in einem offenen Brief, der sich nicht nur an PIR und ISOC richtete, sondern auch an die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und deren europäische Sektion, die European Regional At-Large Organization (EURALO).

In dem Brief erklärt ISOC Italien, dass keine Beweise dafür vorliegen, dass A/I terroristische Aktivitäten betrieben oder unterstützt habe.

Mit den Worten von A/I:

Die US-Regierung hat beschlossen, ein außergerichtliches Verfahren anzuwenden, das eine Berufung im Rahmen eines ordentlichen Verfahrens unmöglich macht und sowohl diejenigen, die Dienstleistungen für A/I erbringen, als auch diejenigen, die A/I‑Dienste innerhalb der USA nutzen, dem Risiko aussetzt, als Terrorist*innen eingestuft zu werden.

ISOC Italien führte weiter aus, dass ihre Sorge der Rolle der PIR gelte:

.org ist weder Eigentum der USA noch ein gewinnorientiertes Unternehmensvorhaben, sondern vielmehr eine globale, supranationale Ressource, die für die Meinungs- und Vereinigungsfreiheit im Internet von entscheidender Bedeutung ist. Seine Verwaltung muss diesem Ziel Rechnung tragen, wie es bei der Vergabe auf unbegrenzte Zeit an die Internet Society und deren hundertprozentige Tochtergesellschaft Public Internet Registry vereinbart wurde.

Die Verwalter von „.org“ sollten sich dafür einsetzen, dass keine Regierung die Kontrolle über die Online-Präsenz von gemeinnützigen Organisationen hat, die nicht zu ihrem Hoheitsgebiet gehören oder dort tätig sind, und ganz allgemein, dass keine einzelne Regierung entscheiden kann, wer weltweit einen „.org“-Domainnamen behalten darf oder verlieren muss.

Und das sollte in der Tat ein Anliegen der gesamten Internet-Governance-Community sein. Wenn die Registrierung von .org-Domains faktisch den willkürlichen Entscheidungen der US-Regierung unterliegt, müssen wir uns überlegen, ob und wie dies geändert werden kann.

Konto weg

Wiederum einige Tage nach der Einstufung teilte die Bank von A/I, die italienische Banca Etica, dem Kollektiv mit, dass sie beabsichtige, ihr Konto zu schließen. Das PayPal-Konto war bereits am ersten Tag ohne Vorankündigung gesperrt worden.

Die Schließung von Bankkonten von Organisationen, denen Terror oder Terrorunterstützung vorgeworfen wird, ist nicht ungewöhnlich. Doch auch hier gab es keinerlei juristisches Verfahren, das die Bank zur Schließung des Kontos zwang oder aufforderte. Hintergrund ist, dass die Aufnahme einer Organisation in eine Terrorliste durch die US-Regierung weitere Sanktionen nach sich ziehen kann.

Die Bank entschied sich aus Angst vor der Möglichkeit solcher weiteren Sanktionen, das Konto von A/I zu sperren. Seit dem 4. September hat A/I keinen Zugriff mehr auf die eigenen Gelder, die durch Spenden ihrer Nutzer*innen zusammengekommen waren.

Alessandro Messina, ehemaliger Direktor der Banca Etica, kommentierte:

Es ist plausibel, dass viele Banken sich dafür entscheiden würden, das Konto von A/I zu schließen. Von einer Organisation, die zur Förderung ethischer Finanzgeschäfte gegründet wurde, würde man jedoch etwas anderes erwarten, wenn sie mit einer Einstufung von so ausgeprägt politischer Natur konfrontiert ist.

A/I hört auf

Weitere zwei Tage später kündigte A/I an, den Betrieb vollständig einzustellen:

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„Bleibt menschlich“ ist für uns keine leere Floskel.

Es bedeutet vor allem, dass wir eine Verantwortung haben, unsere Nutzer*innen zu schützen und die, die die menschlichen Netzwerke bilden, auf die wir uns verlassen, sowie die Communitys, die uns mit Botschaften der Unterstützung und Solidarität überschüttet haben.

Wir können uns nicht auf einen Kampf einlassen oder uns Manipulationen aussetzen, die das Leben dieser Menschen und ihrer Liebsten bedrohen und sie der Gnade von Autokrat*innen, Faschist*innen und Behörden ausliefern, die extralegale Maßnahmen ergreifen.

Angriff auf politische Gegner

Ein Schock ging durch die Community der Nutzer*innen der Dienste von A/I. Diese Community ist riesig: A/I besteht seit 25 Jahren und gibt an, 20.000 Blogs, 20.000 E‑Mail-Konten, 5.000 Mailinglisten und 1.500 Websites zu hosten.

Während ich dies schreibe, Mitte September, ist mein Blog noch online – allerdings nur im Read-Only-Modus. Ich habe keinen Zugriff mehr auf die Administration. Bald wird es verschwunden sein, und mit ihm 19 Jahre meiner Texte zu digitaler Politik und digitalen Rechten.

Das Gleiche gilt für die vielen anderen Blogs und Websites aus zahlreichen Ländern zu einer Vielzahl von Themen, darunter Klimawandel, Antimilitarismus, Rechte indigener Völker, Gesundheitsreformen oder Antifaschismus.

Wenn sie verschwinden, werden viele, viele Links von Websites im gesamten Internet ins Leere führen. Und ich bin wieder zum Kollateralschaden eines Terrorvorwurfs geworden. So wie auch viele andere.

Es braucht einen Aufschrei

Die britische Menschenrechts-Organisation Artikel 19 warnt: „Abgesehen davon, dass dies gegen die Standards der Meinungsfreiheit verstößt, hat schon diese Einstufung einen Chilling Effect“, also eine abschreckende Wirkung.

20.000 Blogs werden geschlossen, und es gab keinen Aufschrei. Weil sich die Menschen fragen, ob es klug ist, eine Organisation zu verteidigen, die von den USA als terroristisch eingestuft wurde.

Wenn autoritäre Regierungen nichtkommerzielle, unabhängige digitale Kommunikationsinfrastrukturen angreifen wie in diesem Fall, dürfen wir die Auswirkungen nicht unterschätzen. Diesmal war es Italien, aber das nächste Mal könnte es näher bei euch sein.

Es ist immer noch viel zu still.

 

Der Beitrag ist eine Übersetzung aus dem Englischen. Der Original-Text ist auf internet.exchangepoint.tech zu finden.

Über die Autor:innen

  • Anne Roth

    Anne Roth ist netzpolitische Referentin der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag. Sie schreibt und spricht über netzpolitische Themen. Außerdem bloggt sie gelegentlich über Innenpolitik, Netzpolitik, Medien und Feministisches in ihrem Blog annalist. Kontakt per Mail oder Messenger.


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Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

24 Kommentare zu „Es ist immer noch viel zu still“


  1. Philip Engstrand

    ,

    USA tun USA-Dinge?


    1. Und wieder ein Engstrandscher Imperativ!

      ,

      Lebe stets so, dass Du nicht solche solche (…) Fragen stellen musst!

      Hätte nicht gedacht, dass Sie zu solcher Unterkomplexität fähig sind.

      „USA“ ist eine Länderbezeichnung. Mehr nicht.
      Dort aber treffen schreckliche Menschen in der Administration zur Zeit sehr üble Entscheidungen. Diese sind verantwortlich, werden aber nicht zur Rechenschaft gezogen.


      1. Die sind demokratisch legitimiert, und zwar zum zweiten Mal.

        Aber was nicht sein darf, das kann ja nicht sein.


        1. > Die sind demokratisch legitimiert, …

          Was nicht dazu berechtigt, die Verfassung samt nachgeordnetem Recht zu brechen, sich zu bereichern, und Kriege nach Laune vom Zaun zu brechen.

          Wer legitimiert ins Amt gekommen ist, darf seine Legitimation nicht missbrauchen.


          1. „Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.“


          2. Zum einen kann POTUS laut SCOTUS nicht für Amtshandlungen belangt werden.

            Zum anderen steht natürlich der US-Rechtsweg offen, so Sie dazu noch Geld und Gelegenheit haben sollten.

            Und dann lohnt natürlich ein Blick auf die entsprechenden Handlungen von vorangegangenen US Administrationen wie auch entsprechender Urteile und Folgen. Und der führt dann genau zu dem ersten Kommentar.

            Zählt halt nicht, was jemand darf, sondern was er tut. Denn alles, was er tut, erlaubt ihm das System offensichtlich zu tun, eventuelle spätere Korrekturen unbelassen.


          3. Übrigens sind die Leute hinter A/I mW weder US Staatsbürger noch auf US Gebiet. Trump könnte sie also jederzeit verschleppen oder töten lassen, da ist dann auch nichts mit Rechtsweg.


        2. Das ist schon etwas komplizierter.
          „Die sind demokratisch legitimiert“ – Als Abziehbilder zum Aufkleben, ja.
          Ansonsten ist die Frage: sind deren Handlungen legitimiert? Und da wird es offensichtlich interessant.

          Ich finde nicht mal die Frage uninteressant, wie Trump überhaupt eine Wahl hat gewinnen können. Transparenz darüber müssen letztlich allerdings Dritte herstellen. Die Informationen sind meines Wissens derzeit nicht frei verfügbar,

          Ich schiebe diese und ähnliche Vorgänge auf die Hybris der Eliten und auch der Politik, Manipulation u.a. im übelsten Sinne hoffähig zu machen und zu halten. Die Hoffnung kann fast nur sein, dass sich jegliche Intelligenz diesem widersetzen wird. Egal wer sie nun zu welchem Zweck schafft.


          1. Anonym

            ,

            Zugegeben nichts wissen aber von „Eliten“ munkeln nennt man Verschwörungstheorie, oder auch „Geschwurbel“.


          2. Anonym

            ,

            > Zugegeben nichts wissen aber von „Eliten“ munkeln nennt man Verschwörungstheorie, oder auch „Geschwurbel“.

            Bitte um Eigenkategorisierung dieses Posts.


          3. Anonym

            ,

            „Zugegeben nichts wissen“

            Bitte elaborieren:
            1. Sind Sie der Meinung, der Poster gebe zu, nichts zu wissen?
            2. Sind Sie der Meinung, zu wissen was der Fall ist, und halten den Inhalt des Posts daher für falsch?
            3. Lehnen Sie jegliche Methodik ab, Wissen zu erweitern?
            4. Kennen Sie Konzepte von Kausalität und Logik?
            5. Für wen arbeiten Sie?


          4. Anonym

            ,

            „Die Wahrheit“


          5. Anonym

            ,

            Gönnen wir uns den Spaß 8)

            „1. Sind Sie der Meinung, der Poster gebe zu, nichts zu wissen?“

            Das schreibt er explizit.

            „2. Sind Sie der Meinung, zu wissen was der Fall ist, und halten den Inhalt des Posts daher für falsch?“

            Der Post hat schlicht keinen Inhalt, der wahr oder falsch sein könnte, und das ist kein Versehen.

            „3. Lehnen Sie jegliche Methodik ab, Wissen zu erweitern?“

            Nein. Geschwurbel ist keine solche Methodik, unabhängig von Vorsatz oder Inkompetenz.

            „4. Kennen Sie Konzepte von Kausalität und Logik?“

            Ja. War Teil meines Studiums und beruflicher wie ehrenamtlicher Aktivitäten.

            „5. Für wen arbeiten Sie?“

            Mein Arbeitgeber ist in diesem Kontext und für diesen Kontext völlig irrelevant.

            Die Fragen passen zum verschwörungstheoretischen Gemunkel, Netzpolitik goes nachdenkseiten?


          6. Anonym

            ,

            Netzpolitik ist hier wohl reingefallen.

            „Das schreibt er explizit.“ – Offensichtliche Falschbehauptung.

            „Der Post hat schlicht keinen Inhalt, der wahr oder falsch sein könnte,“ – Trivial nachprüfbare Falschbehauptung.

            „und das ist kein Versehen.“ – Geschwurbel.

            „Nein. Geschwurbel ist keine solche Methodik,“ – Weder Methodikwissen noch Analytik zu erkennen. Stattdessen „Geschwurbel“ angesetzt.

            „unabhängig von Vorsatz oder Inkompetenz.“ – Ad hominem, leider ohne Beleg. Nur die pauschale Schwurbelbehauptung.

            „Ja. War Teil meines Studiums und beruflicher wie ehrenamtlicher Aktivitäten.“ – Die unangenehme Wahrheit? Für wen?

            „Mein Arbeitgeber ist in diesem Kontext und für diesen Kontext völlig irrelevant.“ – Plötzlich kein Sowjetwissen mehr vorhanden.

            „Die Fragen passen zum verschwörungstheoretischen Gemunkel, Netzpolitik goes nachdenkseiten?“ – Doppelt ad hominem, ohne jeglichen Beleg.

            100% Kampagnenpost. Ob mit oder ohne Kampagne ist dabei ja wohl Wurscht.


          7. Anonym

            ,

            Und abends ist kälter als draussen, jawoll!


  2. Es ist nicht nur viel zu still, sondern es fehlen auch Konsequenzen. Zwar stehen die USA auf meiner privaten Sanktionsliste, die ich auch beruflich weitestgehend umsetze, aber das reicht nicht. Die Souveränitätsbekundungen der EU sind ledglich Lippenbekenntnisse, um die EU Bürger zu beruhigen, während die Komission eifrig mit den autotitären Trump Regime packtiert.


    1. Anonym

      ,

      Die derzeitige EU Kommission ist eine Interessenvertretung der Reichen und die sind längst global und multinational.

      Wie Sonneborn festgestellt hat: die EU funktioniert prinzipiell, aber solange „Konservative“ in Parlament und Regierungen die Mehrheiten stellen, arbeitet die EU eben primär für deren Klientel.


  3. Bit-te-1-Bit und das gute XUNIL

    ,

    Fassen wir die Folgerungen aus dem so wichtigen Artikel zusammen:

    1. Der Despot Trump beginnt, jeden Widersacher auf dem Planeten aus dem Weg zu räumen. Ich könnte hier schwerwiegende Indizien aus der IT/Open Source-Welt anbringen, die darauf hindeuten, dass dies nicht nur auf dem im Artikel beschriebenen Weg, sondern auch technisch versucht wird. Aus taktischen Gründen nenne ich hier keine Beispiele, aufmerksame IT-/Netz-Beobachter werden wissen, was ich meine.

    2. Dass die Banken, wie im Text beschrieben, das Handeln der USA unterstützen, belegt die nicht erst jetzt einsetzende, sondern längst auf den meisten gesellschaftlichen Ebenen vorhandene Wirkung des diskutierten und von Überwachungsbefürwortern vehement geleugneten „Chilling Effects“.

    Demokratien verwandeln sich in Angstgesellschaften und kuschen vor einem Diktator, anstatt sich konsequent gegen ihn zu stellen und die geforderten Maßnahmen nicht umzusetzen.

    3. Die Hypothese, das Internet diene keineswegs der Kommunikations- und Bildungsförderung der User, sondern in erster Linie den Mächtigen, totale Kontrolle über Gesellschaften auszuüben und sie nach Belieben zu abhängigen Gefolgschaften zu machen, gewinnt grausige Gestalt.

    4. Dabei macht unsere Regierung völlig ergeben mit. Nicht umsonst war Herr Söder bei der Preisverleihung für Peter Thiel.

    5. Das alles offenbart die unglaubliche Ignoranz und Dummheit, die zur Etablierung neoliberaler und rechter Strukturen führt.

    6. Unter Herrn Merz wird sich das nicht ändern, das liegt auf der Hand. Nun rechne man sich aus, was unter einer AfD-Regierung passiert …

    7. WIR MÜSSEN UNS WEHREN, und das NICHT NUR STILL!!!


  4. 1337 LEET

    ,

    Es braucht komplett dezentrale Protokolle die auf I2P oder Tribler aufbauen so das Blog Netze dann auch nicht abgeschaltet werden können weil es keine zentralen Server gibt.

    Keine Regierung in keinem Staat der Welt sollte die Macht haben globale Zensur ausüben zu können.


    1. Die setzen einen KI-Agenten (Schwarm) dranm, statt echte Mitarbeiter. Welche Dezentralität bring dann was (bzw. was genau)?


    2. Überzeugende Argumentation, aber technisch kenne ich mich nicht aus, gibt es das bereits ausreichend gut? Ist es nachhaltig machbar, oder hängt das dann auch an wenigen Freiwilligen, die die Infrastruktur/ Software pflegen


  5. Der Bloglink ist schon jetzt tot


  6. Alle „noblogs“ sind jetzt auf „nublogs“ erreichbar. Die Kontolöschung der Sparkasse Göttingen war lt Gerichtsurteil kürzlich, rechtswidrig. Riecht nach Schadensersatz.

    Riseup hat eine Liste von gut drei Dutzend weltweiten Kollektiven und Vereinen.
    Anoxinon e.V. würde mir dazu noch einfallen.

    https://riseup.net/de/security/resources/radical-servers


  7. Politische Gegner sind nur ein Ziel. ISOC/ICANN/PIR kriegen ihren Segen vom Department of Commerce (DOC), oder auch nicht.

    Archive wie „Anna’s Archive“ müssen Domain hopping betreiben, um am Laufen zu bleiben. Peter Sunde bekommt für seinen Dienst „Njalla“ keine Akkreditierung, seine Vergangenheit. Alter Schwede, echt jetzt ICANN.

    Gar nicht so einfach, allen Steigbügelhaltern aus dem Weg zu gehen.

    https://lowendbox.com/blog/from-pirate-bay-to-njalla-why-icann-accreditation-remains-out-of-reach-for-peter-sunde/

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