Liebe Leser:innen,
tagtäglich sammeln verschiedenste Apps sensible Daten über uns. Dazu gehören neben dem Standort auch Daten zur Person wie Alter, Geschlecht oder Sprache. Dass diese Daten mächtig und gefährlich sind – nicht nur für unsere Privatsphäre, sondern auch für die nationale Sicherheit -, zeichnen meine Kollegen Sebastian und Ingo seit mehr als einem Jahr in den „Databroker Files“ nach.
Die ungarische Regierung soll nun kürzlich Lizenzen für ein Überwachungsprogramm erworben haben, das Menschen mithilfe von genau solchen Daten aus der Online-Werbeindustrie überwachen und verfolgen kann. Das hat am Donnerstag das ungarische Investigativmedium VSquare berichtet – und wir heute in Deutschland. Der autoritäre Ministerpräsident Orbán will damit offenbar seine Macht zementieren. Die Enthüllungen kommen zu einem besonderen Zeitpunkt: Am Sonntag wird in Ungarn gewählt.
Der Fall zeigt einmal mehr: Die einzig sinnvolle Konsequenz aus der Schädlichkeit des Geschäftsmodells mit dem Werbe-Tracking ist ein Verbot dieser invasiven Praxis. Wir brauchen ein Ende der ewigen Profilbildung und Datensammelei über Privatpersonen. Denn private Überwachung zu Werbezwecken ist keineswegs harmlos, sie kann immer auch für staatliche Überwachung genutzt werden.
Ich wünsche Euch ein überwachungsfreies Wochenende
Markus

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