Auf den PunktDie Debatte ums Social-Media-Verbot ist völlig entkoppelt.

  • Daniel Leisegang

Liebe Leser:innen,

ich warte darauf, dass sich Gil Ofarim auch noch zum Social-Media-Verbot für Jugendliche äußert. Dann hätten wohl alle mal ihren Senf dazugegeben.

Seit Tagen kocht die Debatte hoch – und zwar weitgehend losgelöst von jeder Faktenlage, wie das Interview meines Kollegen Sebastian mit dem Medienrechtler Stephan Dreyer sehr schön zeigt.

Ob ein Verbot den Jugendlichen überhaupt was bringt? Lässt sich nicht eindeutig sagen. Und rechtlich? Stünde es vor mehreren hohen Hürden. Dass es mit dem DSA schon eine Verordnung gibt, mit der die EU bestehende Probleme gezielt angehen könnte – und zwar an der Wurzel? Darüber redet niemand.

Stattdessen könnte die EU, weil alle so schön laut nach einem Verbot rufen, schon bald selbst strenge Alterskontrollen im Netz einführen. Damit würden aber weitere Probleme auf uns zurollen. Oder in den Worten Dreyers: Dann „werden wir uns noch umschauen“.

Behaltet den Überblick!

Daniel

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Über die Autor:innen

  • Daniel Leisegang
    Darja Preuss

    Daniel ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den "Blättern". 2014 erschien von ihm das Buch "Amazon – Das Buch als Beute"; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik "Medienkritik". Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr).


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