Lieber Leser:innen,
was treibt eigentlich ausgerechnet Tech-Bros zu permanenten Anleihen bei großen Heldenerzählungen, von Cäsar bis zu Herr der Ringe? Eine Sehnsucht nach alter, männlicher Stärke und nach einer Welt, in der man ganz einfach Gut und Böse unterscheiden kann, schreibt Vincent Först in seiner neuen Trugbild-Kolumne.
Was mich persönlich an den fragwürdigen Referenzen fast noch mehr irritiert als die ihnen zugrunde liegenden Großmannsgelüste geltungssüchtiger Hanswürste ist die Inkonsistenz mit den literarischen Vorlagen. Das Metaversum beispielsweise ist in Neal Stephensons Klassiker Snow Crash alles andere als geil. Und Palantiri sind bei J.R.R. Tolkien in erster Linie Werkzeuge des bösen Fieslings Sauron, um mit Zukunftsvorhersagen mächtige Männer zu korrumpieren.
In Deutschland setzt man trotzdem auf Palantir, die Firma des (übrigens vom Antichristen besessenen) Peter Thiel. Anders macht’s die Schweiz. Stoff für eine Heldengeschichte?
Epische Grüße,
Euer Ingo

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