Auf den PunktKeine Handys in der Schule sind auch keine Lösung.

  • Chris Köver

Liebe Leser:innen,

manchmal hat man den Eindruck, alle haben sich miteinander abgestimmt oder zumindest darauf geeinigt, dass eine bestimmte Maßnahme jetzt unbedingt und ganz dringlich umgesetzt werden muss. Aktuell ist das so beim Thema Handyverbot in der Schule. Bremen hat gerade ein solches Verbot bis zur 10. Klasse beschlossen, Baden-Württemberg und Hessen planen ähnliche Gesetze. Und auch die frisch ernannte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) stimmt mit ein in den Chor.

Das Ziel ist immer das gleiche: Schüler:innen schützen vor den Gefahren im Netz. Wie soll das gehen, wenn man die Geräte aus den Schulen verbannt, diese gleichzeitig aber eine immer größere Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen spielen? Das fragt sich auch Kathrin Demmler, Direktorin des Vereins Jugend Film Fernsehen.

Im Interview erklärt sie, warum sie ein pauschales Verbot aus medienpädagogischer Sicht eher für schädlich hält – und was Schulen und Politik stattdessen tun sollten.

Viele Grüße

Chris

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Über die Autor:innen

  • Chris Köver
    Darja Preuss

    Chris Köver recherchiert und schreibt über Migration, biometrische Überwachung, digitale Gewalt und Jugendschutz. Recherche-Anregungen und -Hinweise gerne per Mail oder via Signal (ckoever.24). Seit 2018 bei netzpolitik.org. Hat Kulturwissenschaften studiert und bei Zeit Online mit dem Schreiben begonnen, später das Missy Magazine mitgegründet und geleitet. Ihre Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Journalistenpreis Informatik, dem Grimme-Online-Award und dem Rainer-Reichert-Preis zum Tag der Pressefreiheit.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), BlueSky, Mastodon, Signal: ckoever.24


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