Auf den PunktDobrindt soll die Chatkontrolle stoppen.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag die Möglichkeit offengehalten, der Chatkontrolle im EU-Rat zuzustimmen. Damit würden Kommunikationsinhalte vor ihrer Verschlüsselung analysiert. „Grundsätzlich sichern wir die Vertraulichkeit privater Kommunikation und Anonymität im Netz“, heißt es im Koalitionsvertrag. Das Wörtchen „grundsätzlich“ macht einen großen Unterschied, denn Ausnahmen bleiben damit möglich.

Der CSU-Innenminister Alexander Dobrindt hat sich noch nicht zur Chatkontrolle positioniert. Seine Partei ist dafür bekannt, Überwachungsmaßnahmen gutzuheißen. Eine Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen fordert nun von Dobrindt, die bisherige deutsche Blockade der Chatkontrolle fortzuführen. Mein Kollege Markus hat darüber geschrieben.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin

Unsere Artikel des Tages

Offener BriefDobrindt soll Verschlüsselung schützen

Der neue Innenminister Alexander Dobrindt hat bislang keine Position zur umstrittenen Chatkontrolle bezogen, die sichere und private Kommunikation unmöglich machen würde. Digital- und Bürgerrechtsorganisationen appellieren nun an ihn, bei Deutschlands bisheriger Blockade im EU-Rat zu bleiben.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von heise online vom 16. 06. 2025

Im Februar urteilte das Landgericht Berlin, dass die soziale Plattform X Forschenden Zugang zu Daten einräumen muss. Nun hat das gleiche Gericht die Einstweilige Verfügung wieder kassiert, weil diese zwar zulässig, aber nicht ausreichend begründet gewesen sei.

Ticker-News von zdnet vom 16. 06. 2025

Smartphone-Nutzer:innen installieren immer mehr Apps auf ihren Geräten. 2022 waren es durchschnittlich 25 Apps, im vergangenen Jahr dann 42. Jüngere Menschen haben in der Regel doppelt so viele Apps installiert wie ältere Menschen.

Ticker-News von BMJV vom 16. 06. 2025

Gerichte und Notar:innen sollen Dokumente künftig auch elektronisch beurkunden können. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundesjustizministerium vergangene Woche veröffentlichte. Bislang können Urkunden nur in Papierform ausgestellt werden.

Ticker-News von golem.de vom 16. 06. 2025

Führungskräfte verschiedener Tech-Konzerne leisten fortan einen Militärdienst light bei der US-Armee. In einer Spezialeinheit werden sie künftig 120 Stunden im Jahr Soldat:innen im Umgang mit KI-Tools schulen oder die Armee beim Kauf von Technologie unterstützen.

Ticker-News von heise online vom 16. 06. 2025

Das Zentrum für digitale Souveränität (Zendis) und das Robert-Koch-Institut wollen die Plattform OpenDesk in die Kommunikationsplattform Agora des Öffentlichen Gesundheitsdienstes integrieren. OpenDesk gilt als Alternative für das Office-Paket Microsoft 365.

Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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