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Auf den PunktSexualisierte Deepfakes als Geschäftsmodell.

  • Chris Köver

Liebe Leser:innen.

was passiert eigentlich, wenn eine neue Technologie auf eine alte patriarchale Gesellschaftsordnung trifft, in der die Körper von Mädchen und Frauen immer noch als eine Art Gemeingut gelten und sexualisierte Gewalt zum Alltag zählt? Zumindest eine Antwort auf diese Frage hat sich schon gefunden: „Nudifier Apps“ sind Webseiten, mit deren Hilfe man aus dem Bild einer bekleideten Person ein vermeintliches Nacktbild generieren kann – kostet im Zweifel nur ein paar Cent.

Vor wenigen Jahren war dazu noch eine halbe Wohnung voller Hardware und einiges an handwerklichem Können nötig. Inzwischen sind die Technologien frei verfügbar (mit Modellen wie StableDiffusion) und so leicht zu bedienen, dass sich dieses Geschäftsmodell richtig lohnt.

Mein Kollege Sebastian hat sich diese Woche den aktuellen Stand angeschaut. Sein Fazit: Sexualisierte Deepfakes anderer Menschen zu erstellen und sich damit über ihre körperliche Selbstbestimmung hinwegzusetzen, ist so leicht wie nie zuvor. Und die Shops verdienen gut daran.

Bleibt trotzdem kämpferisch

Chris

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Über die Autor:innen

  • Chris Köver
    Darja Preuss

    Chris Köver recherchiert und schreibt über Migration, biometrische Überwachung, digitale Gewalt und Jugendschutz. Recherche-Anregungen und -Hinweise gerne per Mail oder via Signal (ckoever.24). Seit 2018 bei netzpolitik.org. Hat Kulturwissenschaften studiert und bei Zeit Online mit dem Schreiben begonnen, später das Missy Magazine mitgegründet und geleitet. Ihre Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Journalistenpreis Informatik, dem Grimme-Online-Award und dem Rainer-Reichert-Preis zum Tag der Pressefreiheit.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), BlueSky, Mastodon, Signal: ckoever.24


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