Was vom Tage übrig blieb: Polizei-Twitter, Künstliche Intelligenz und Elektroschrott

Polizei inszeniert sich als Staatsmedium. EU-Kommission sucht KI-Richtlinien. Zensus kommt erstmal nach Karlsruhe. Radio-Feature über eine Elektroschrotthalde in Ghana. Journalisten sind bei G20-Prozess unerwünscht. Die interessantesten Reste des Tages.

Heute ist es stark bewölkt mit leichtem Schneefall, der zum Nachmittag zunehmend in Regen übergeht.

Erfolgsmelder in eigener Sache: Wie sich die Polizei als Staatsmedium inszeniert (Berliner Zeitung)
Der Kriminalreporter Andreas Kopietz kommentiert die Kommunikationspolitik der Berliner Polizei in den Sozialen Medien: „Davon abgesehen, dass die Polizei, so wie andere Behörden inzwischen auch, amtliche Inhalte zwei amerikanischen Konzernen anvertraut, stellt sich die Frage: Wo führt das hin? Die Behörden informieren nicht nur über ihre Arbeit und klären auf, sondern sie sind zu (wirklichen) Staatsmedien geworden, zu Erfolgsmeldern in eigener Sache.“

Gefährlich? Die Richtlinien der EU-Kommission zur Künstlichen Intelligenz (Deutschlandradio / MP3)
Die EU-Kommission lädt zur Konsultation über Richtlinien zur Künstlichen Intelligenz ein. Das Deutschlandradio hat dazu Philosophie-Professorin Judith Simon interviewt.

GFF stellt Eilantrag gegen überflüssige und gefährliche Übermittlung von Meldedaten für Zensus-Testlauf (Freiheitsrechte.org)
Zum 13. Januar 2019 plant der Bund eine zentrale Datei aller Menschen in Deutschland im Rahmen eines Testlaufs für den Zensus 2021. Noch nie wurden so umfangreiche Datensätze in einer zentralen Datenbank ansteuerbar. Für einen Testlauf ist das aber nicht notwendig – und es ist auch gefährlich. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte stellt deshalb gemeinsam mit dem Arbeitskreis Zensus einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Recycling von Elektroschrott: Ist die Kreislaufwirtschaft eine Illusion? (Deutschlandfunk)
In der Hauptstadt Ghanas arbeiten und wohnen tausende Menschen auf einer riesigen Elektro- und Elektronikschrottdeponie. Der Deutschlandfunk-Hintergrund besuchte die Müllhalde und berichtet über deutsche Entwicklungsprojekte, die zu mehr Recycling motivieren wollen.

Kontrolle ausgehebelt (taz.de)
Das Hamburger Oberlandesgericht entscheidet, Öffentlichkeit und Journalist:innen von einem G20-Prozess auszuschließen. Im Prozess werden Menschen wegen der Randale rund um den G20-Gipfel angeklagt, obwohl ihnen keine konkrete Straftat vorgeworfen werden kann. Die tageszeitung kommentiert die Entscheidung mit Blick auf die Angeklagten und die Auswirkungen auf eine freie Presse.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Eine Ergänzung
  1. Die Kategorie ist super!

    Mein persönlicher Nachrichtenflash am Morgen. Auf gar keinen Fall aufhören. Wenn ihr das weiter durchzieht spende ich sogar mal was :)

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