Demokratie

#Thotaudit: Die neueste Taktik, um Sexarbeiterinnen im Netz zu jagen

Wer darf im Netz Geld verdienen? Sexarbeiterinnen auf jeden Fall nicht, wenn es nach den Frauenhassern hinter #thotaudit geht. Die organsierte Hetzkampagne gegen Frauen, die online sexuelle Dienstleistungen anbieten zeigt, wie einfach es ist jene zu jagen, die rechtlich nicht geschützt sind.

Graffiti an der Wand "Fuck Money"
Wer online Geld verdient, braucht dafür Zahungsanbieter: für Sexarbeiter*innen ein Problem. CC-BY 2.0 Matthias Mueller

Wer darf im Netz mit seiner oder ihrer Arbeit Geld verdienen? Das ist eine rechtliche Frage, deren Antwort je nach Land und Art der Arbeit unterschiedlich ausfällt. Es ist aber auch eine moralische Frage, die manche im Netz gern selbst beantworten wollen. Seit vergangener Woche organisieren sich einige Menschen in den Chatforen von 4Chan und Reddit zu einer Hetzkampagne, die Sexarbeiterinnen und Frauen, die online pornografisches Material anbieten, das Leben schwer machen soll. Die Waffe ihrer Wahl: die Geschäftsbedingungen von Paypal und anderen Online-Zahlungsabwicklern, die „Transaktionen bezüglich bestimmten sexuell orientierten Materialien oder Diensten“ verbieten.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Die Kampagne unter dem Hashtag #thotaudit bezieht sich auf den herabsetzenden Ausdruck „Thot“, kurz für „that hoe over there“ und von einigen Kampagnen-Beteiligten umgemünzt in „that hoe owes taxes“, und verfolgte zunächst das Ziel, Sexarbeiterinnen einzuschüchtern, indem angedroht wurde, sie bei der US-Steuerbehörde IRS anzuschwärzen. Kurz darauf hatte jemand einen noch effizienteren Vorschlag: Warum nicht einfach ihre Konten bei Paypal und Co. melden, das sei viel einfacher und schneller.

Adult content? Paypal handelt zügig

Das ist es tatsächlich, denn viele sogenannte Camgirls, die vor der Kamera live performen, nutzen mittlerweile gern die Plattform Snapchat und verkaufen dort Monats-Abos zu ihren Premium-Accounts. Die Zahlung wickeln sie dann über Anbieter wie Paypal ab. Im Gegensatz zur Steuerprüfung handeln diese Online-Zahlungsanbieter ausgesprochen zügig, wenn es um so genannten „adult content“ geht, also pornografische Inhalte und Dienstleistungen. WIRED und Motherboard berichteten über den Fall und sprachen mit Frauen, deren Konten binnen kurzer Zeit gesperrt wurden:

Als Lily Adams, Schauspielerin und Model, die Zugang zu ihren pornografischen Fotos und Videos verkauft, am Samstagabend bemerkte, wie die Thotaudit-Bewegung Fahrt aufnahm, meldete sie sich auf Twitter zu Wort und nannte es eine Hexenjagd. Innerhalb einer Minute meldete ein Thotauditor ihr Nutzerkonto und twitterte, dass sie der „Reviewlist für Montagmorgen“ hinzugefügt worden sei. Zu Montag war Adams‘ Paypal-Konto geschlossen. In einer E-Mail an WIRED sagte Adams, sie habe zu dem Zeitpunkt etwa 526 Dollar in ihrem Paypal-Konto gehabt und dass ihr die Firma mitgeteilt hätte, sie werde die Summe auf „unbestimmte Zeit“ einfrieren.

Wer ist besonders verletzlich im Netz?

Die Kampagne ist nur die neueste Runde in einem lang andauernden Kampf gegen Sexarbeiter*innen im Netz und außerhalb, bei dem so genannte Männerrechtler mit der extremen Rechten und religiösen Hardliner*innen in einem Lager vereint sind. Und sie ist eine Erinnerung daran, wie verletzlich Menschen und insbesondere Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, in der jetzigen Rechtssituation sind. In den Vereinigten Staaten, wo Prostitution fast überall illegal ist, gilt das noch mehr als in Deutschland, wo Sexarbeiter*innen ihre Tätigkeit legal ausüben und beim Finanzamt melden können.

Doch auch hierzulande spricht einiges gegen eine Anmeldung: Die wenigsten Sexarbeiter*innen befinden sich in der privilegierten Position, offen über ihre Arbeit sprechen zu können. Viele fürchten, aufzufliegen und bei der Familie, den Nachbarn, an der Uni oder in der Schule der Kinder künftig als „so eine“ verschrien zu sein. „Einige sind alleinerziehend und bangen um das Sorgerecht, wenn rauskommt, dass sie anschaffen gehen. Andere sind halbtags in der Pflege beschäftigt, welches Krankenhaus stellt sie noch ein?“, sagt Johanna Weber, Vorstand des Berufsverbands für erotische und sexuelle Dienstleistungen.

Paypal statt Briefumschlag

Seit der Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes im Juli des vergangenen Jahres müssen sich alle, die in Deutschland „eine Tätigkeit als Prostituierte oder als Prostituierter ausüben“ wollen, bei einer zuständigen Behörde anmelden und einen Prostituierten-Ausweis bei sich tragen, sonst droht ein Bußgeld. Bis Ende 2017 hatten sich erst knapp 7.000 Menschen in ganz Deutschland registriert, neuere Zahlen liegen nicht vor. Auch Weber sagt, die meisten Prostituierten, die sie kenne, wollten sich nicht anmelden.

So bleibt es auch in Deutschland einfach, Sexarbeiterinnen strategisch über ihre Zahlungsabwicklung anzugreifen. Denn auch hier bieten auf Webseiten wie poppen.de oder Plattformen wie Snapchat viele Frauen die Zahlung via Paypal an. Wer nicht mit einem Stapel Geld nach Hause fahren oder von Freiern mit einem Briefumschlag voller Papier getäuscht werden will, braucht eine verlässliche Möglichkeit, die Zahlung zu regeln. Für Frauen, die ihre Videos oder Bilder nur im Netz gegen Geld anbieten, gilt das umso mehr. Durch den anhaltenden Druck der Gegner*innen von Sexarbeit in den Vereinigten Staaten gibt es inzwischen so gut wie keinen Kreditkarten- oder Zahlungsanbieter mehr, der Sexarbeiter*innen nicht diskriminiert. So lange sich das nicht ändert, wird es für jene, die sie einschüchtern wollen, weiterhin einfach bleiben.

27 Kommentare
  1. Vielen Dank für den Beitrag.

    Allerdings ist dieser ein halber Griff in’s Klo, da leider die persönliche Voreingenommenheit der Autorin rauszulesen ist, welche linke, feministische Tendenzen aufzeigt, als auch vergleichbar schlecht recherchiert. Begriffe wie „Frauenhasser“ gehören in einen Artikel auf netzpolitik.org nicht hin.

    Es geht hierbei nicht um Frauen, die hierbei ihr hart verdientes Geld im horizonatalen Gewerbe verdienen, sondern um normale Frauen (keine sex worker), welche unter anderem Minderjährigen erotische Fotos und Clips (unter anderem über der App ‚Snapchat‘) für eine „kleine“ Aufwandsentschädigung von $30 und mehr versprechen.

    Nicht nur ist dieses Handeln moralisch äußerst fragwürdig, auch ist das Geld, welches diese Frauen einnehmen unversteuert.

    Davon wird in diesem Artikel leider nichts erwähnt.

    1. Vielen Dank für den Kommentar. Wir haben die Verwendung des Begriffs hier diskutiert, aber wenn Hass auf Frauen die treibende Kraft hinter einer Kampagne ist, dann finde ich es journalistisch angemessen, dies zu benennen. Besser, da weniger essentialisierend, wäre es noch gewesen von Menschen zu sprechen, die von Frauenhass angetrieben werden, aber das passte leider nicht in die Zeile.

      Zum ihrer weiteren Kritik: Sexarbeiterinnen zahlen in vielen Fällen Steuern (siehe dazu etwa https://twitter.com/xMochaPuffx/status/1066169426993537024 ), selbst in den USA, nur müssen sie ihre freiberufliche Tätigkeit aufgrund der Illegalität dann anders verpacken, z.B. als Einnahmen aus Modeling. Darüber hinaus nimmt Sexarbeit sehr viele Formen an und es spricht wenig dafür, hier moralisch zwischen Frauen zu trennen, die im Bordell, in einer Stripbar arbeiten oder als Sexualbegleiterin für Menschen mit Behinderung arbeiten und anderen, die im Netz oder via Social Media Fotos oder Videos anbieten. Frauen sind aus unterschiedlichsten Gründen auf die Einnahmen aus Sexarbeit angewiesen, viele sind in einer prekären Situation. Diese Frauen sollten selbst wählen können, wie und in welcher Form sie mit Sexarbeit Geld verdienen. Und ja, natürlich bin ich Feministin.

      1. Also ich finde den Begriff Frauenhass an der Stelle auch vollkommen Falsch. Diese Männer agieren doch eher aus Selbsthass, geringem Selbstbewusstsein heraus. Und suchen sich halt irgendwelche leicht angreifbaren heraus, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Dazu kommt halt noch das Gruppenzugehörigkeitsgefühl, was dann vor allem davon Lebt, das von außen Angriffe kommen. Ich denke es wäre hilfreicher das klar so zu benennen als einfach nur vereinfachend aber imho auch verfälschend von Frauenhass zu schreiben. (Verständnis zu zeigen und vielleicht gleich mal auf Hilfsangebote verlinken fände ich viel konstruktiver als dann noch klar diesen Gruppenkampf/zugehörigkeitgefühl Futter zu geben mit „Natürlich bin ich Feministin“.)

        Und zu den Antworten an Roland. Auf die Diskussion ober der Begriff „Frauenhass“ an der Stelle gerechtfertigt ist würde ich mich bei ihm nicht einlassen. Wer als einziges „Argument“ bringt, dass das auf Netzpolitik.org nichts zu suchen hat, hat so offensichtlich keine Ahnung wovon er redet, dass ich das erst mal ansprechen würde bevor ich mich da weiter inhaltlich drauf einlasse.

        Und auch so Blüten wie „das es ja nur um Frauen geht, die ihre Videos an Minderjährige vertreiben“ sollte man direkt als Strohman und bullshit ansprechen. Es ist wohl eher Aufgabe des Zahlungsdienstleisters Paypal dafür zu sorgen, dass nur erwachsene bestimmte Dienstleistungen über ihren Dienst Abwickeln können (Wenn denn überhaupt Minderjährige ein Account eröffnen können). Das ist ja heutzutage nun echt kein Problem mehr. (Wobei ich halt auch nicht verstehe, wie man sich freiwillig Paypal antun kann, auf der anderen Seite.)
        Und die nächste Frage wäre dann, ob er denn Zahlen hat, die Rechtfertigen Pauschal alle Frauen anzugreifen, die ihr Geld mit Videos verdienen oder ob er es moralisch für okay befindet vorsorglich alle Menschen in den Knast zu stecken, weil ein geringer Prozentsatz kriminell ist.
        Und man könnte auch mal die Frage stellen von welchen Alter und Minderjährig wir sprechen. Wenn ein 16-Jähriger der womöglich auch schon Sex hatte „clever“ (Bei einschlägigen kostenlosen Angeboten ist natürlich die Frage ob man hier von „clever“ sprechen sollte) genug ist sich so ein Video anzuschauen, ob das dann tatsächlich ein Problem ist oder nur ein haltloses „Aber denkt doch mal jemand an die armen Kinder.“ vorgeschoben wird um die Probleme die man mit sich selbst hat zu kaschieren.

    2. Und mit Ronald wieder einer, der zeigt, was das eigentliche Problem ist. Warum sollten bspw. Camgirls für ihre verhältnismäßig kleinen Einnahmen aus ihrer Onlinetätigkeit versteuern müssen, während die großen Globalplayer wie Google, Facebook und wie sie alle heißen von dieser „Digitalsteuer“ befreit bleiben, die im Gespräch war/ist?
      Was ist mit den brutalen Filmen, die sich Minderjährige unreglementiert reinziehen können, wenn ihnen danach ist?
      Hier wird wieder mit zweierlei Maß gemessen…

    3. ALTER !!!!
      Dein Kommentar zeigt einfach nur dass du zu dem Scheißpack dazu gehörst!
      Das sind Frauenhasser, Frauenfeinde und vermutlich sind auch Frauenmörder und Vergewaltiger dabei, du verteidigst die hier und laberst einen Scheiße von wegen dass netzpolitik das Wort Frauenhasser nicht verwenden darf!
      Verpiss dich!

      #KillAllSexists

      @ Chris
      Vielen lieben Dank für den Artikel!
      =-)
      <3

      @ netzpolitik
      Langsam bekomme ich doch Bock auf Klarnamenpflicht, zumindest solange das Netz auch von Nazis, Sexisten und anderem Abschaum bevölkert werden darf…!
      =-(

      1. Hallo Bunthut. Danke für deinen Enthusiasmus in der Sache. Von der Beschimpfung anderer Diskussionsteilnehmer*innen und Ausdrücken wie „Pack“ und „Abschaum“ unter meinen Artikeln bitte ich dich jedoch abzusehen, von Aufrufen zum Töten erst recht. Das ist nicht der Ton, den wir in unseren Kommentaren haben wollen (auch nicht anderswo im Internet, aber hier gilt das besonders). Wir sind hier schließlich nicht im SCUM Manifesto. Vielen Dank.

        1. @ Chris
          Im SCUM Manifesto geht es um die Vernichtung der Männer, nicht um die Vernichtung von Sexisten.
          Die meisten Sexisten sind Männer aber bestimmt nicht alle.

          Ist auch egal, was ihr hier an Kommentaren stehen lasst ist echt der Hammer… Beleidigungen sind schlimm, aber Nazi und Religiotenpropaganda nicht.

          Auch hier wieter unten der eine Idiot der gesetzliche Strafen propagiert die gegen die sexuelle Selbstbestimmung abzielen.

          Ich halte fest:
          Kommentare auf netzpolitik org die ein Lebens- und Menschenverachtendes Weltbild propagieren = kein Problem.
          Kommentare die Leute welche solche geistigen Krebschgeschwüre verbreiten beschimpfen = geht garnicht.

          Na dann Gute Nacht freiheitliche Demokratie und np wirkt aktiv daran mit!

          1. So viel Dehumanisierung muß doch echt nicht sein. Das vergiftet doch das Diskussionsklima.

            Wie ist das eigentlich, was geht Dir da denn im Kopf herum? So was wie „Ich bin einer von den Guten, also darf ich tun und lassen, was ich will“?

            Tip: Das denken alle. Und daher wird so auch nichts besser.

          2. Jede und jeder von uns moderiert anders. Ich würde den ein oder anderen Kommentar auf unserer Seite sicher nicht freischalten. Das ändert aber nichts daran, dass ich generell ein Problem mit der Verrohung von Sprache habe und es schön fände, wenn Kritik hier in den Kommentaren anders und inhaltlich geäußert wird.

  2. Hätten wir konsequentes Prostitutionsverbot mit klaren, heftigen Strafen für Anbieterinnen und Kunden wäre das Problem gar keines mehr.
    Sexualität ist ein Geschenk das sich zutiefst Liebende gegenseitig bereiten – keine Ware, kein Freizeitvergnügen.
    Haft für Prostituierte und Freier – nicht unter 6 Monaten je Tat.
    Lasst uns Deutschland wieder lebenswert machen.

    1. Und Gott sei Dank wird es das weder in der Realität geben, noch werden Leute wie du das je zu entscheiden haben.

      Sex ist sehr wohl ein Freizeitvergnügen und du der letzte Mensch der das irgendjemandem abspricht. Mir tut es jetzt schon persönlich Leid, wie dein Leben ausgesehen haben muss, um so eine Einstellung zu entwickeln.

    2. Die (mögliche) Doppelmoral des Kommentars erinnert ein wenig an die Zeit des Alkoholverbots in den USA zwischen 1920 und 1933 (Prohibition), als sich in Flüsterkneipen, den sogenannten „Speakeasies“, abends auch gern diejenigen amüsierten, die tagsüber eifrig gegen die Verderbnis des Alkohols wetterten.

  3. Man kann von dem Vorgehen halten was man will, aber es ist nun wirklich schon lange bekannt wie unzuverlässig (aus meiner Sicht betrügerisch) Paypal arbeitet. Ich habe die noch nie genutzt und gedenke auch nicht das zu ändern. Dann auch noch Guthaben auf dem Account liegen zu haben ist geradezu sträflich leichtsinnig. Man denke nur an die Sperrungen der Konten von Priatebay und der Wau-Holland-Stiftung.

    BTW: Binnen-I-Be-Gone mußte bei dem Artikel kräftig aufräumen. Das sorgt nicht unbedingt für Verbreitung jenseits der eigenen Google-Blase ;)

      1. Danke für die Artikelempfehlung, aber ich konnte darin nichts Neues der Überzeugendes entdecken. Zudem begeht er den (leider viel zu häufigen) üblichen Fehler journalistischer Texte: Es werden keine Quellen genannt.

        Ich werde das Thema hier nicht weiter verfolgen. Das Problem ist für mich technisch weitestgehend gelöst. Mein Hinweis war tatsächlich wohlwollend gemeint.

  4. „Die meisten Sexisten sind Männer aber bestimmt nicht alle.“

    Alle!
    Frauen sind Sexistinnen, wenn schon. Das angesprochene SCUM-Papier ist ein Paradebeispiel für Hass-Sexismus seitens *Frauen, gemäßigte Formen fallen weniger auf.

    Zum Artikel: Dass sog. „Männerrechtler“ ein Problem mit Prostitution/Sexarbeit haben, kommt mir zum ersten Mal unter. Falls die nicht gleichzeitig Christen sind, halte ich das für unwahrscheinlich.
    Ganz viele Beispiele kann ich hingegen nennen für sog. „Frauenrechtlerinnen“, die so drauf sind. Und zwar von „links“ bis „rechts“. Im Krieg gegen Sexarbeit sind diese cis-white-bourgois-Feministinnen die Hauptfraktion, und stecken bestimmt auch hier dahinter. Die Bosheit, die im Artikel beschrieben wird, nur *Männern zuzutrauen und *Frauen nicht zu verdächtigen, ist auch Ausdruck von Sexismus.

    1. Frauen können gemein sein, böse oder ungerecht, aber nicht sexistisch, weil es für Sexismus immer eines gesellschaftlichen Machtgefälles bedarf – und das zeigt in unserer Gesellschaft eben in eine Richtung. Also bitte nicht mit umgekehrtem Sexismus kommen. Außerdem ist das Whataboutism, der nichts mit dem Fall hier zu tun hat. Wer die Aktion unterstützt hat, lässt sich ganz einfach auf Twitter oder in den entsprechenden Foren auf Reddit nachlesen, da muss man also nichts glauben, sondern kann sich informieren. Und zum letzten Punkt: Ja, Kampagnen gegen Sexarbeiterinnen werden auch von feministischer Seite geführt. In diesem Fall scheint es aber eher unwahrscheinlich, dass Feministinnen hinter der Kampagne stecken, dazu muss man sich, wiederum siehe oben, nur mal in den Foren umschauen.

  5. Die Verteufelung der (gekauften) Sexualität von einigen Zeitgenossen kommt imo aus der Motivation, Selbstbestimmung und das Leben nach eigenen Maßstäben zu untergraben bzw. unmöglich zu machen. Konservative Zeitgenosssen begründen das dann mit dem christlichen Glauben. Diese diskreditieren damit aber auch den christlichen Glauben. Sie ziehlen vielmehr auf Unterdrückung und Fremdbestimmung ab. Mit Selbstbestimmung, und somit auch mit Demokratie, können die Induvidien wenig bis nichts anfangen. Für solche verbohrten Menschen kann man sich nur schämen.

    Peace and Love
    Klaus

  6. Wenn Prostitution richtige Arbeit sein soll, dann ist sie auch dementsprechend zu besteuern. Verstehe jetzt nicht, warum so viele Prostituierte und ihre Unterstützer den Rechtsstaat mit seiner Steuergesetzgebung ablehnen.

    Diese Einnahmen werden dringend gebraucht, um soziale und progressive Gesetzgebung zu ermöglichen.

  7. Soweit ich sehe, lehnen die meisten Sexarbeiter*innen in Deutschland nicht die Besteuerung ab, sondern die Repressalien und Gefahren, die für sie mit einer Anmeldung einhergehen (Prostituiertenausweis, Papierkram und das damit verbundene Risiko aufzufliegen, siehe dazu auch das Zitat von Johanna Weber im Text). So lange das Stigma bestehen bleibt, wird sich daran nichts ändern. Wer also eine Normalisierung und Besteuerung wünscht, müsste dort ansetzen.

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