Wissen

Die Wikipedia-Sperre in der Türkei zensiert unser aller Wissen

2018 ist ein wichtiges Jahr für das Internet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wird mehr als die Hälfte der Welt Zugang zum Netz haben. Doch neue Bedrohungen stellen die Zukunftsfähigkeit der weltgrößten Informationsquelle in Frage.

Morgenröte über Istanbul
Istanbul Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com nurhan

Die Autorin Eileen Hershenov ist Chefjustiziarin der Wikimedia Foundation.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Ende diesen Jahres wird jeder zweite Mensch auf der Welt Zugang zum Internet haben. Dieser Meilenstein repräsentiert mehr als 40 Jahre des kontinuierlichen Einsatzes für einen offenen Raum, in dem eine einzigartige Kultur der Zusammenarbeit und des Teilens entstanden ist. Das Internet steht für das größte Experiment der Menschheitsgeschichte, Wissen zu demokratisieren und zu teilen.

In diesem spannenden Zeitalter des Internets sind neue Geschäftsmodelle entstanden. Zugleich hat das enorme Wachstum des Netzes ein neues Verständnis von Arbeiten, Leben und auch Spielen bewirkt. Parallel dazu nehmen jedoch besorgniserregende Entwicklungen auf globaler Ebene an Fahrt auf, die das natürliche Wachstum des Internets als Ermöglicher des gleichberechtigten Zugangs zur Wissen bedrohen.

Bedrohte Freiheit im Netz

Wohin wir auch schauen, die Zensurmaßnahmen werden häufiger und perfider. Vielfach findet sie im Verborgenen statt. In den letzten Monaten haben sowohl die russische als auch die iranische Regierung Versuche unternommen, den Messenger-Dienst Telegram zu blockieren. Als Argument führten sie an, die freie Meinungsäußerung innerhalb der Plattform ermögliche gesellschaftsschädigende Diskussionen. Vietnam verabschiedete kürzlich ein Gesetz, das die freie Meinungsäußerung im Netz weiter einschränkt. In Uganda will die Regierung mit einer neuen Abgabe auf die Nutzung sozialer Medien das “Tratschen” im Internet verhindern.

Wir müssen diese Entwicklungen sehr genau verfolgen, den oft treffen sie auch uns. Die weltgrößte Community-Plattform Wikipedia bietet heute mehr als 46 Millionen Artikel in nahezu 300 Sprachen. An manchen Orten ist Wikipedia allerdings überhaupt nicht mehr verfügbar: Mit zunehmender Sorge nehmen wir wahr, dass Wikipedia in der Türkei seit 12 Monaten gesperrt ist und damit der gesamten Welt Informationen über eine der boomenden Wirtschaften vorenthalten werden.

Bisher härteste Blockade in der Türkei

Die türkische Blockade ist das weitreichendste Verbot Wikipedias durch eine Regierung in der Geschichte des Projektes. Die Wikipedia-Angebote aller Sprachen sind seit April 2017 in der Türkei blockiert. Der Gerichtsbeschluss, der das Verbot begründet, beruft sich dabei auf zwei englischsprachige Wikipedia-Artikeln, die das Gericht als rufschädigend für die Türkische Republik einstufte. Während wir der Einschätzung des Gerichts bereits damals respektvoll widersprachen, möchten wir auch darauf hinweisen, dass die betroffenen Artikel weiterhin unter Einhaltung der Neutralitätskriterien der Wikipedia bearbeitbar sind. Die Artikel wurden seit Inkrafttreten der Sperre in weiten Teilen durch Freiwillige überarbeitet.

Die betroffenen Artikel unterscheiden sich erheblich von den Versionen, die dem Gericht vor mehr als einem Jahr zur Beurteilung vorlagen. Die Artikel wurden den Wikipedia-Standards entsprechend verbessert und enthalten nun zusätzliche Aussagen von verlässlichen türkischen und internationalen Quellen, decken bei Kontroversen unterschiedliche Seiten ab und verwenden eine neutrale Sprache.

Die Änderungen sprechen die Vorbehalte der türkischen Regierung an, Wikipedia-Artikel sollten umfassendere Zusammenfassungen beinhalten, die nicht nur eine Sichtweise wiedergeben. Die Artikel sind und waren stets von Jedem und Jeder rund um den Globus bearbeitbar. Das entspricht Wikipedias Richtlinien der Neutralität und Nutzung verlässlicher Quellen.

Gemeinsame Anstrengung

Tatsächlich rückt die Blockade die gemeinschaftliche Arbeitsweise Wikipedias in den Fokus. Nur durch den Einsatz einer weltweiten Freiwilligen-Community ist die Erstellung der Artikel, die millionenfach genutzt werden, überhaupt möglich. Diese Kooperation zwischen hunderttausenden Menschen stellt den einzigartigen Wert der Wikipedia dar.

Unsere Freiwilligen treffen gemeinsam Entscheidungen darüber, welche Informationen in Wikipedia aufgenommen werden und wie diese präsentiert werden. Der Bearbeitungsprozess vollzieht sich anhand von Regelungen, die wiederum von Freiwilligen entwickelt und kontrolliert werden. Wikipedias Regeln schreiben verlässliche Quellen zur Verifizierung von Informationen sowie Neutralität vor, insbesondere bei kontroversen Themen. Dabei handelt es sich um einen sich ständig weiterentwickelnden Prozess, der von zusätzlichen Bearbeitenden und unterschiedlichen Perspektiven profitiert.

Niemanden vom Wissen abschotten

Die Aufhebung der Sperre in der Türkei ist darum umso wichtiger. Die Art und Weise, Inhalte gemeinschaftlich zu schaffen und zu verbessern, ist bis heute der
herausragendste und wichtigste Beitrag Wikipedias zum Internet. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto neutraler, zuverlässiger und genauer werden die Artikel. Die Wikimedia Foundation und von ihr unabhängige Wikipedia-Freiwillige haben angeboten, kostenfreie und öffentliche Schulungen im Editieren der Wikipedia in der Türkei abzuhalten, sobald die Sperre aufgehoben wird. Das bieten wir auch in anderen Ländern an, um die Zahl der Freiwilligen und der angebotenen Perspektiven zu erweitern.

Das einzige, was die türkische Bevölkerung von der Bearbeitung und Verbesserung Wikipedias abhält, ist das immer noch fortbestehende Zugangsverbot zu Wikipedia. Aus diesem Grund bitten wir die türkische Regierung um die Aufhebung der Wikipedia-Sperre, damit Wikipedia seine Funktion als wertvolle freie Bildungsressource in der Wissenschaft, aber auch in der Technik, Kunst und Kultur wieder erfüllen kann.

Wir wünschen uns, dass die türkische Bevölkerung zum globalen Gespräch, auch über türkische Themen, beitragen kann. Die Abwesenheit türkischer Beiträge macht uns alle ärmer. In einem so entscheidenden Moment, da die Mehrheit der Menschheit Zugang zu frei verfügbaren Informationen im Netz hat, können solche Maßnahmen den beeindruckenden Fortschritt des Internets über die letzten 40 Jahre nur zurückwerfen. Wenn wir Informationen aus und über die Türkei zensieren, zensieren wir unsere kollektive Menschheitsgeschichte.

Eine englische Version dieses Beitrags ist hier zu finden.

30 Kommentare
  1. Ist mit „Diese Kooperation zwischen hunderttausenden Menschen…“ tatsächlich die aktuelle Wikipedia gemeint? Geht das wieder, das tatsächlich jeder mitmacht, oder ist es weiter so, dass die Beiträge neuer oder gelegentlicher Nutzer gnadenlos von den Aktiven übergebügelt werden? — Nicht dass das die Zensur entschuldigen würde.

    1. @Harald
      Ich editiere seit Jahren völlig anonym ohne jegliche Registrierung bei Wikipedia. Das was du meinst ist mit bisher noch nicht vorgekommen. Man sollte für seine Edits Quellen hinzufügen. Dann gibt es in der Regel keine Probleme.
      Ich finde wikipedia sollte endlich wieder die Editierung durch das Tor Netzwerk ermöglichen. Das stellt derzeit nämlich eine Einschränkung der Netzneutralität dar. Wenn bestimmte IP-Adressen automatisch geblockt werden nur weil sie zu irgendetwas „zugehörig“ sind ist das einfach nur Diskriminierung.

      1. @ Anonymous

        Ich habe bei krassen historischen Fehldarstellungen sogar schon andere Wikipedia-Artikel als Quelle genannt, trotzdem wurden manche Edits ohne Angabe von Gründen gelöscht. Manches ist ziemlich kaputt bei Wikipedia, wenn sie sich nicht mal mehr selbst glaubt.

        1. * „Wikipedia ist keine Quelle“ (… für Wikipedia-Artikel) *

          Statt Deine Aussagen (Text edits) mittels Aussagen (Text) in anderen Wikipedia-Artikeln zu belegen zu versuchen, solltest Du deren QUELLEN (=Belege) (die Quellen jener Aussagen in anderen Wikipedia-Artikeln) als Quellen Deiner Aussagen anführen.

          Belegpflicht ist ein gaaanz wichtiges Grundprinzip für Aussagen in der Wikipedia, um eine Art Verläßlichkeit zu erzielen: Hier stellt sich jeder Editorin die Frage: Was sind zuverlässige Informationsquellen?

          https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege#Was_sind_zuverl%C3%A4ssige_Informationsquellen?

          (was in der anglophonen WP „sources“ (Quellen) sind, nennt sich offenbar in der deutschsprachigen WP „Belege“):

          „Wikipedia ist keine Quelle:
          Nach dem Wiki-Prinzip erstellte und veröffentlichte Texte – egal aus welchem lokalen Namensraum oder externen Schwesterprojekt sie stammen – fallen prinzipiell nicht unter den hier verwendeten Quellenbegriff. …“

          aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege

    2. Es hängt offensichtlich sehr davon ab, um welche Artikel es geht. Die „Aktiven“, die in der Tat als großes Problem dieses Projekts zu beschreiben sind, kümmern sich halt um ihre jeweiligen Steckenpferde.

      Der grundsätzlichen Politik, Wikipedia nicht als Beleg für Wikipedia zuzulassen, kann ich allerdings sehr viel abgewinnen. Das ist eine notwendige Vorkehrung gegen eine selbstreferentielle Schleife, in der die „Aktiven“ nur noch um sich selbst kreisen.

    3. Everipedia aims to build the most accessible online encyclopedia, and not be as restrictive as Wikipedia.[13] The company aims to address the critical factors commonly cited for Wikipedia’s downturn in participation, such as deletionism.[1] The site’s interface is akin to Facebook,[10] as opposed to Wikipedia’s wiki markup syntax.[26] Everipedia adapted social media elements such as letting celebrities communicate with fans.[26] Everipedia allows users to create any page on anything as long as the content is sourced[1] and in the past anyone could contribute to a page by registering an account.[13] As of 2018, to start editing on the site, a person can apply for an invite.[27] The site was criticized early on for presenting false information in wiki pages on breaking news events.[7]

      On December 6, 2017, the company announced plans to convert to using EOS blockchain technology, and work on a cryptocurrency token called IQ to encourage generating information.[28] The IQ tokens are intended to be exchangeable for Bitcoin.[24] One of the goals of the company is to stop certain countries from blocking the content, by the integration of the blockchain model.[29] Once Everipedia is decentralized and hosted on the EOS platform, countries like Turkey and Iran that block Wikipedia will no longer be able to block it, via Everipedia’s fork.[11]

      https://en.wikipedia.org/wiki/Everipedia

    4. Gerade bei Wissenschaftlichen Themen (ja, Ich schrieben WISSENSCHAFTLICH), die man dem Bereich „neben dem Normalen“ zuordnen kann (obwohl das für „Besucher“ eigentlich NICHT gilt), gibt es ideologische Zensur.
      Die Hintergründe sind die Gleichen die hier erklärt werden:
      http://www.skeptizismus.de/syndrom.html
      http://www.debunkingskeptics.com

      Mich würde nicht wundern wenn die Machthaber, bzw. die Machthaber im Bereich Wissenschaft auch Sektenmitglieder oder zumindest Sympathisanten von „GWUP“ sind.
      GWUP wird im ersten Link erwähnt.

      Man schaue sich mal an was für Artikel man in der US-Wikipedia findet, die in der Deutschen komnplett fehlen.
      Man müsste da mal ein Experiment starten, und die Artikel 1:1 übersetzen, Ich befürchte die Deutsche Zensur hat daran was auszusetzen…
      Z.B. das Philip-Experiment, aber auch alle „Incidents“ (UFO-Vorfälle).

      Aber evtl. könnte man das nutzen um inb den USA negative Stimmung gegen die Deutsche Wikipedia und deren Machthaber zu machen. Eine Diskussion gegen die Dt. Machthaber auszulösen.

      Hat die US-Wikipedia keinerlei Machtbezüglich den Länderversionen?
      Ich meine damit, könnten die wenn die wollten Deutsche Machthaber entmachten?
      Wie wäre es mit einer weiteren Wikipedia mit .at- oder .ch-Adresse, die eine eigene Datenbank hat.
      Als Kontrast zur Deutschen, aber ohne den Sumpf.

  2. Eine solch hemmungslose Werbung für Wikipedia hier zu lesen, finde ich schon erschreckend. Darüber hinaus sind einige Aussagen schlicht verkehrt: Es können eben nicht alle Artikel von jedermann editiert werden, vielmehr ist dies einem kleinen, exklusiven Kreis Nutzer mit unbekannter Identität vorbehalten, die darüber hinaus auch noch häufig die US-Amerikanische Sicht der Dinge propagieren und sogar amerikakritische Autoren diffamieren. Einfach mal nach „Daniele Ganser“ suchen oder die Videos „Neues aus Wikihausen“ schauen. Dort erfährt man, wie Wikipedia wirklich funktioniert.

    1. „Einfach mal nach .. suchen“ – LoL, man merkt, Sie sind’s gewohnt das alle Quellen immer offen und frei verfügbar sind. Deswegen scheinen Sie auch nicht die Notwendigkeit zu empfinden die entsprechenden Links (mit den Quellen: Primär-, Sekundär-, Verschwörungstheorien-, Facebook-?) zu posten?! Ts, ts, was sich so alles weg-gedacht wird.

    2. Auf der anderen Seite kannst du auch anti-amerikanisches in die Wiki posten, solange du gute Quellen dafür findest. Gerade beim NSA-Skandal oder Vietnamkrieg kippt die Theorie.

      Das Problem ist, dass die Leute Facebook für ne gute Quelle halten. Muss schon dem wissenschaftlichen Diskurs standhalten.

  3. Das Internet ist kaputt, noch bevor jeder mitmachen durfte.

    Die Tatsache dass es so leicht ist Dinge zu zensieren und Leute zu deanonymisieren um sie dann mundtot zu machen, zeigt wie fehlerhaft die Architektur des Ganzen mittlerweile ist.

    U.a. deßhalb setzen sich Leute wie Tim Berners-Lee für sowas wie „Dezentralisierung“ ein. Entwicklungen wie TOR, IPFS usw. sind die Zukunft. Dann muss nur noch jeder angeschlossen werden.

    Was die Wikipedia angeht: Gute Idee und die Foundation macht auch gute Sachen, aber das mit der Zensur stimmt schon. Da müsst ihr dringend dran arbeiten, falls das nicht schon zu spät ist.

  4. So traurig und zugleich erschreckend es auch ist: Trotz unfairem Wahlkampf, wurde in der Türkei Erdogan von einer Mehrheit nicht nur erneut zum Präsidenten gewählt, sondern auch zusätzlich mit erheblich mehr Macht ausgestattet. Hier sehe ich die viel größere Gefahr, nämlich dass wieder offensichtliche Autokraten mehr oder weniger demokratisch gewählt und sogar wiedergewählt werden.

    Zensur gab es schon immer und wird es immer geben, ebenso das Bestreben unerwünschtes Wissen, unbequeme Meinungen und jegliche Kritik zu unterdrücken. Dabei waren viele Jahrhunderte hindurch die Kirchen äußerst erfolgreich.

    Wie bereits Eingangs erwähnt, halte ich die allgemeine Tendenz, Autokraten die sich als vermeintliche Heilsbringer darstellen, auf jedes Problem eine einfache Antwort haben und für alles einen Schuldigen präsentieren können viel bedenklicher und gefährlicher. Erst recht, weil sich dieses Phänomen nicht nur auf ein oder zwei Länder beschränkt.

    Die Blockade von Wikipedia ist da lediglich für ein Symptom des eigentlichen Problems. Vielmehr sollten wir uns imho darüber ernsthaft Gedanken und Sorgen machen, wieso immer mehr Menschen in so vielen Ländern vermeintlichen Heilsbringern hinterherlaufen. Ebenso sollten wir uns fragen, wieso unsere Gesellschaft wieder immer menschenfeindlicher wird und Nationalismus, Egoismus und Angst vor allem vermeintlich Fremden auf dem Vormarsch sind. Uns fragen, wie sich unsere bisher angeblich so freie und offene Gesellschaft in eine fast schon paranoide Angstgesellschaft verwandeln konnte.

    Offensichtlich ist die Menschheit nach wie vor unfähig aus der eigenen Geschichte zu lernen. Dabei ist das unheilvolle 20. Jahrhundert gerade erst einmal 18 Jahre her. Obwohl gerade dieses Jahrhundert aufgrund der technischen Entwicklungen am besten in Bild und Ton dokumentiert ist sodass es eigentlich nicht zwingend Zeitzeugen braucht, scheinen auch hier zu Lande die Schrecken und deren Ursachen schon wieder vergessen zu sein und es werden wieder die gleichen Fehler begangen. Nach dem unausweichlichen großen Knall hat dann natürlich niemand etwas gewusst. Auch wenn der Knall anders aussehen wird, wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht weniger verheerend sein. Und er wird kommen. Dazu muss man kein Prophet sein, dazu reicht etwas Geschichtswissen.

  5. !! Achtung, dieser Text kann Zynismus, Ironie und auch schlimmeres wie ein Körnchen Realität enthalten! !!

    „Als Argument führten sie an, die freie Meinungsäußerung innerhalb der Plattform ermögliche gesellschaftsschädigende Diskussionen.“

    Nun, wenn ich so von den Alpen in unseren Vorgarten gucke, muss ich feststellen, das sich die Politik von Kritikern und Möchtegernwissenden bedroht fühlen muss!
    Das gilt für den Lehrer ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sigmar_Gabriel ‚ oder Physiker’in ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel ‚, die sich als mündige Bürger in ihrer Intelligenz beleidigt fühlen, wenn ein Studiumabbrecher aus dem CCC ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chaos_Computer_Club ‚ ihnen versucht das ihnen bekannte „Neuland“ nochmal zu erklären, obwohl es ihnen von den Wirtschaftsexperten ihrer Partei ja schon erklärt wurde, wie das „Neuland“ nach ihrem Wissen zu funktionieren hat!

    Klar sollte es da nicht unerwähnt bleiben, das der persönliche Standpunkt die Wahrnehmung stark beeinflusst!
    Aus Sicht der oben genannten Personengruppe ist klar, die Wirtschaftsexperten haben recht und der Studienabbrecher nicht, auch wenn es viele viele einzelne Fälle dieser Art gibt!
    Deswegen dürfen diese vielen vielen Einzelfälle keine Plattform haben, auf der sie sich austauschen und sich evtl. zusammenrotten können/dürfen!
    In solchen Fällen könnten sie auch unbedarfte Bürger mit ihrem Wissen infizieren und durchaus beträchtlichen wahlpolitischen Flurschaden anrichten, wie man an der AFD gesehen hat!
    Solche Flurschäden wieder zu beseitigen ist schwierig und verzögert die wirtschaftspolitischen Vorhaben nicht unerheblich, zumindest eine Legislatur!
    Das hat man ja schon an Otto Schily gesehen, eine kleine Verzögerung (etwas mehr als eine Legislatur) und seine Firma ging Pleite! ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Otto_Schily
    Am 1. November 2010 war es dann soweit ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_(Deutschland) ‚, die Biometrie hielt Einzug!
    Der nächste Schritt wird sein, das man das Ausweisdokument stets bei sich zu haben hat ‚ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_(DDR) ‚, wegen dem Kampf gegen den Terror, versteht sich und wer sich nicht fügt, begleitet das Personal einmal öfters auf die Wache, zur biometrischen Erfassung!

    Auch in dem letzteren Beispiel wird ersichtlich oder man kann sich ausmalen, was passiert, wenn sich angepisste Bürger auf solchen subversiven Plattformen austauschen, eventuell bei der nächsten Wahl eine unwirtschaftliche Partei wählt und somit die wirtschaftspolitischen Vorhaben noch weiter verzögern oder gar ganz verhindern!

    Ja, diese Plattformen müssen endlich unter staatliche Kontrolle und die nichtstaatlichen Meinungsmacher hinter Schloss und Riegel!
    Gilt das auch für Wikipedia?
    Na aber klar doch! Freies Wissen für Freie Bürger!
    Der Bürger muss aber geleitet werden, aber nicht durch eine durch frei verfügbarem verifizierbaren Wissen gebildete Meinung, die wiederum mit anderen Bürgern auf diversen Plattformen im Internet geteilt und auch gefestigt werden kann, aber sich nicht mit der politischen Meinung der Volksvertreter deckt!

    1. Warum sollte man den Personalausweis bei sich haben müssen?
      Die bekommen mobile Geräte mit Kamera, und werden jeden am Foto identifizieren. Evtl. noch mit Fingerabdruck.
      Klebt man sich zur Abgabe vorher den von Schäuble auf ;-) .

  6. Die Wikipedia sollte erst mal vor der eigenen Haustür kehren und die Bearbeitung aus dem Tor-Netz heraus ermöglichen. Solange sie selbst Nutzergruppen bewusst blockieren, haben sie kein Recht sich über eine Blockade durch andere aufzuregen.

    Davon mal abgesehen, ist das Verhalten der Türkischen Regierung trotzdem falsch. In diesem und vielen anderen Punkten.

  7. „Aus diesem Grund bitten wir die türkische Regierung um die Aufhebung der Wikipedia-Sperre, damit Wikipedia seine Funktion als wertvolle freie Bildungsressource in der Wissenschaft, aber auch in der Technik, Kunst und Kultur wieder erfüllen kann.“

    Schon krass, dass man eine Regierung um so etwas „bitten“ muss. Wie wäre es mit „fordern“? Wie wäre es mit der Androhung von (wirtschaftlichen) Sanktionen? Wie wäre es, wenn das über die UN koordiniert wird?

    1. Ein dritter Weg wäre: 1. Sperren verstoßen in diesem (Einzel-)Fall gegen diese und jene Beschlüsse der WTO, der Weltbank, Beschlüssen der G20, da durch deren Ausschluss andere Markt-Teilnehmer zur Kartellbildung/Monopolstellung/Markt-Manipulation/Wettbewerbsverzerrung/whatever befähigt werden und erlangen. 2. Zudem wird das Konsum-Verhalten unter Ausschluss frei zugänglicher Bildung und Bibliotheken massiv durch politische/wirtschaftliche/religiöse (Einzel-)Interessen beeinflussbar gemacht. 3. Bei Monopolstellung/Kartellbildung innerhalb einer Volkswirtschaft ist freier und fairer Handel unmöglich; Unabhängige Beurteilung und wissenschaftliche Erforschung von (Konsum-)Gütern ist nicht möglich. 4. ergeben sich u.o.g Bedingungen diese und jene wirtschaftlichen Sanktionsmöglichkeiten…

      gez. die Wirtschafts-Nationen

      1. Du weist doch, Despoten, Irre mit mächtigen Waffen und Nationalstaaten mit eindeutig menschenverachtenden Tendenzen, die sich eh‘ keinen Deut um diese Beschlüsse scheren, sind davon Ausgenommen, wie die Schufa und ähnliche Wirtschaftsunternehmen von der DSGVO!

  8. Einfach mal Philip Cross und Wikipedia googeln, z.B. der Artikel hier https://www.craigmurray.org.uk/archives/2018/05/the-philip-cross-affair/ oder die Doku „Die Dunke Seite der Wikipedia“ anschauen.
    https://www.youtube.com/watch?v=ieso_7meGZo
    Danach weiß man, was man in gewissen Bereichen von Wikipedia zu halten hat.
    Die gleichen Admin-Typen gibt es in Deutschland auch – und es ist anzunehmen, dass es Sie in nahezu jeder Sprach gibt.

    Was aber Naturwissenschaft, etc angeht, da passt es, denn da gibt es ja auch keinen Grund, Narrative zu stützen.

  9. Man muss auch nicht alles glauben, was man in Deutschland über die Türkei liest. In den Hotels zumindest laufen auch ausländische Kanäle über Satellit, da ist nichts zensiert. Im Internet kann man in der Türkei auch deutsche Zeitungsartikel lesen, die nicht Erdogan-freundlich sind, ohne Zensur.
    In Deutschland dagegen kann man nicht mal das Österreichische Fernsehen frei schauen, und die meisten Online-Medien wie Spiegel Online oder Focus Online zensieren schon lange die Leserbeiträge, nennt sich dann eben nicht Zensur, sondern „Netiquette“. Wir leben nunmal nicht in einer freien Welt, auch wenn das hierzulande gerne suggeriert wird. Zensur findet in jedem Land statt.

  10. unsere Politische probleme hier in Deutschland sind viel Großer als die Sperren der Internetseiten in der Turkei. Dieser Beitrag ist wie viele anderen Beiträgen …. ablenkungen.

  11. Die Türkei geht mit gutem Beispiel voran und hat die Verleumderplattform „Wikipedia“ gesperrt. Das Problem sind nicht zwei Artikelchen sondern es ist in der Tat der Umstand, daß es sich bei dieser Seite um eine Pseudo-Enzyklopädie handelt, in der jeder Hans und Franz seinen Kommentar absetzen kann ohne jede Gewähr von Richtigkeit und Qualität. Allerdings: unliebsame Kritik oder Richtigstellungen, die den führenden Wiki-Leuten nicht passen, werden dort umgehend wieder entfernt. Diese Seite hat bereits klassische Enzyklopädien wie den Brockhaus zerstört und narrt die Welt mit ihrem Halb- und Falschwissen. Sie sollte bald weltweit gesperrt werden.

    1. Sehr geehter Herr Schneider-Addae-Mensah,

      viele Studenten arbeiten mit Wikipedia. Und die kommen wie durch Zauberhand damit durch? Auserdem sind Wikipedia-Artikel fast immer mit Referenzen belegt, im Gegensatz zu Ihrem Kommentar. Falls keine oder wenige Referenzen und Quellen verfügbar sind wird das direkt auf der Webseite kenntlich gemacht.
      Sie haben keine Ahnung vom Sachverhalt und scheinen nur Ihre fundamentalistischen Vorstellungen propagieren zu wollen. Wenn das Ihr mittelalterliches Weltbild erschüttert und Sie lieber in einer Diktatur leben wollen, ziehen Sie doch bitte den Stecker und halten sich von aufgeklärten Menschen fern.

      Danke

      1. Alles klar: ich ziehe den Stecker Ihrer ebenso absurden wie gefährlichen Demokratie! Das ist mir eine Lebensaufgabe.

    2. Was wurde auch der Microsoft Enzyklopädie…
      MS könnte ja eine kostenlose Version anbieten.
      Irgendwie stört es auch niemand dass die MSE damals interaktiver war, als die Wikipedia wo es maximal Bilder gibt. Ich kann mich nicht an YouTube-Links erinnern. Und wenn, dann wohl unten.
      Dazu noch deren auf „Freaks“ ausgelegtes Editsystem.

  12. Ohne frage sperre/zensur von Seiten oder Artikeln ist immer schlecht und gegen meinungsfreiheit , aber ist es mir eine Frage wieso Netzpolitik.org direkt über ein anderes Land berichtet wegen nur „einer“ Interseite und in diesem Artikel über das große Internet und ihre Freiheit spricht. Doch habe ich nicht ein Bericht über Artikel 13 gefunden welches wirklich eine bedrohung für das Internet ist, aber lieber hass und vorturteile über andere Länder verbreiten.

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