Öffentlichkeit

Der Fall Alex Jones: Apple, Facebook und YouTube schmeißen Hassprediger raus

Es ist eine Zäsur im Umgang mit Hassrede: Nachdem Apple die Podcasts des rechten Kommentators Alex Jones aus dem iTunes-Store entfernte, zogen kurz darauf auch Facebook, YouTube und Spotify nach. Sie alle sperrten Beiträge oder gleich die Kanäle von Jones und seiner Marke Infowars. Nach welchen Regeln dies geschieht und warum ausgerechnet jetzt, bleibt allerdings unklar.

Alex Jones mit einem Megaphon in der rechten und einem Mikrophon in der linken Hand
Megafon in der Rechten, Mikro in der Linken: Alex Jones sendet von einer Demo in Dallas im Jahr 2014 CC-BY 2.0 Sean P. Anderson

Auf einmal ging alles ganz schnell. Innerhalb von 24 Stunden haben die großen Tech-Firmen Apple, Facebook und YouTube sowie die Musikplattform Spotify Alex Jones und seine Botschaften von ihren Plattformen verbannt. Vorangegangen war eine längere Debatte darum, wie man mit einem Menschen umgehen sollte, der von sich selbst behauptet, Nachrichten zu liefern, tatsächlich aber vor allem rechte Verschwörungstheorien und Hetze gegen Minderheiten verbreitet. Jones und sein Sender Infowars hatten in der Vergangenheit etwa behauptet, die US-Regierung sei an den Anschlägen des 11. September beteiligt gewesen und das Attentat an der Grundschule Sandy Hook sei mit Schauspielern inszeniert worden, um strengere Waffengesetze durchzusetzen. Angehörige der Opfer werden seither mit Morddrohungen überzogen.


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Die Debatten um den Umgang mit Alex Jones dauern in den USA schon seit Monaten an. Jones ist für seine Wutreden bekannt, in denen er das politische Tagesgeschehen kommentiert, manchmal bis zum Gebrüll. Ein zeitgenössischer Hassprediger, der persönliche Attacken gegen Migranten, Muslime oder unliebsame Politiker und Journalisten fährt. Facebook hatte bereits Ende Juli einzelne Videos und Posts von Jones’ Kanal Infowars gesperrt, die gegen die Standards verstießen. Der Streamingdienst Spotify hatte das gleiche mit einzelnen Folgen von Jones‘ populärem Podcast „War Room“ getan. Bisher hatte sich aber keine der Firmen zu einer kompletten Sperre seiner Sendungen und Kanäle durchgerungen.

Am Sonntagabend änderte sich das plötzlich mit der Entscheidung von Apple, fünf Infowars-Podcasts inklusive aller bisheriger Folgen aus der iTunes- und Podcast-App zu entfernen. Apple toleriere keine Hassrede, sagte ein Sprecher gegenüber Buzzfeed News. Man habe klare Richtlinien. „Podcasts, die gegen diese Richtlinien verstoßen, werden aus unseren Verzeichnissen entfernt.“

Apple selbst hostet keine Podcasts auf seinen Servern, sondern listet sie nur in seinen Apps. De facto bietet der iTunes-Store aber eine große Sichtbarkeit, insofern ist die Entscheidung bedeutsam. Eine Infowars-App, die ebenfalls die beanstandeten Botschaften verbreitet, kann derweil weiter im App-Store heruntergeladen werden und rangiert dort auf Platz 37 der Nachrichten-Charts.

Eine Zeitenwende im Umgang mit Falschnachrichten

Die Nachricht markiert nicht weniger als eine Zeitenwende im Umgang mit Falschmeldungen und Hassbotschaften: Noch vor wenigen Wochen hatte vor allem Facebook alles getan, um sich in der Diskussion um Infowars aus der Verantwortung zu winden. Im Juli hatte etwa der CNN-Reporter Oliver Darcy den Facebook-Manager John Hegemann gefragt, wie die Firma behaupten könne, sie meine es ernst mit ihrem Kampf gegen Falschmeldungen, während zugleich Infowars eine Facebook-Seite mit 1.000.000 Followern betreiben dürfe. Hegemanns Antwort: „Ich vermute, einfach falsch zu liegen, verstößt noch nicht gegen die Gemeinschaftsstandards.“

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich angesprochen auf Infowars immer wieder auf die Meinungsfreiheit berufen, zuletzt etwa in einem Interview mit der Tech-Nachrichtenseite Recode: „Der Ansatz, den wir gegenüber Falschnachrichten verfolgen, ist nicht zu sagen: Du darfst im Internet nichts Falsches behaupten. Ich denke, das wäre zu extrem. Jeder liegt mal daneben, und wenn wir die Accounts von Leuten sperren würden, nur weil diese mal mit ein paar Dinge falsch liegen, dann wäre das eine harte Welt, um Menschen eine Stimme zu geben.“

Er ging soweit, selbst Holocaustleugnenden auf Facebook die Meinungsfreiheit gewähren zu wollen – das geschehe nicht immer mit böser Absicht. Offensichtlich falsche Inhalte stufe Facebook im Newsfeed dann eben herunter, so dass sie weniger sichtbar seien. Zunächst dürfe aber jeder alles sagen, solange es keine Menschen gefährde. Die Familien der in Sandy Hook ermordeten Grundschüler berichten, dass sie seit dem Ereignis im Jahr 2012 von Anhängern Jones‘ verfolgt und bedroht werden. Mehrere sollen seither ihren Wohnsitz geändert haben.

Wer bestimmt die Regeln?

Die Ereignisse zeigen drei Dinge. Erstens: Die Plattformen passen ihre Haltungen im Zweifel sehr schnell dem aktuellen Zeitgeist an. So sehr Facebook die Meinungsfreiheit von Infowars noch vor wenigen Wochen verteidigte, so schnell vollzog die Plattform jetzt eine Wende, nachdem Apple die Podcasts aus iTunes entfernt hatte. Noch in der Nacht auf Montag, um 3 Uhr morgens lokaler Zeit, gab der Konzern bekannt, vier von Jones‘ Seiten offline zu nehmen – sowie Jones selbst mit einer 30-tägigen Sperre zu belegen, weil er Inhalte gepostet habe, die gegen Facebook-Standards verstießen.

Zweitens: Die Plattformen bestimmen als private Unternehmen allein über die Standards, auf deren Basis solche Entscheidungen getroffen werden – und bleiben dabei schwammig und intransparent. Facebook etwa verweist in seiner Begründung ausdrücklich darauf, dass Falschinformationen nichts mit den aktuellen Sperren gegen Infowars und Jones selbst zu tun hätten – es handele sich allein um Verstöße gegen die Standards von Facebook. Man habe sich die Seiten, auf denen zuvor nur einzelne Beiträge gelöscht wurden, nun nochmal genauer angesehen und dabei festgestellt, dass sie „Gewalt verherrlichen“ und „entmenschlichende Sprache verwenden, um Menschen, die transgender sind, Muslime und Einwanderer zu beschreiben, was gegen unsere Regeln für Hassrede verstößt“.

Ab wann genau diese Verstöße relevant werden, bleibt jedoch unklar. Werden Inhalte gemeldet, verwarnt Facebook nach eigener Aussage die entsprechende Seite und deren Administratoren zunächst, bevor die Seite temporär vom Netz genommen wird. Wie viele Verwarnungen dabei für eine Sperre auflaufen müssen, variiert und wird nicht offengelegt. Manchmal reiche schon ein schwerer Verstoß, manchmal erfolgten zunächst mehrere Verwarnungen. Ob Jones‘ Seiten nun lediglich temporär offline sind oder für immer gelöscht wurden, wird aus dem Statement nicht klar. Die Pressestelle von Facebook, in Deutschland vertreten von einer PR-Agentur, konnte netzpolitik.org diese Fragen auch nicht beantworten.

Den schmerzhaftesten Einschnitt für Jones, der sich mit Infowars seit den Neunzigerjahren ein Millionenpublikum und eine Einkommensquelle aufgebaut hat, bedeutet wohl die Sperre seines YouTube-Accounts wenige Stunden nach der Facebook-Entscheidung. Er sendete dort auf mehreren Kanälen, dem wichtigsten folgten fast 2,5 Millionen Menschen. Ein YouTube-Sprecher sagte netzpolitik.org dazu: „Alle Nutzenden stimmen zu, unsere Nutzungsbedingungen und Gemeinschaftsrichtlinien zu achten, wenn sie sich bei YouTube anmelden. Wenn sie wiederholt gegen diese Regeln verstoßen, etwa unsere Regeln gegen Hassrede und Belästigung, […] dann löschen wir ihre Accounts.“ Jones hatte offenbar auf anderen Kanälen weiter Live-Videos auf YouTube geteilt, obwohl ihn die Plattform Ende Juli für neunzig Tage verbannt hatte. Als Konsequenz daraus wurden nun all mit Jones verbundenen Kanäle gesperrt.

Weitersenden ohne die Reichweite von Apple, Facebook und YouTube

Drittens: Wer Nachrichten über das Netz verbreitet, dessen Zukunft liegt in den Händen der großen Social-Media- und Tech-Firmen. Das gilt für Seiten wie Buzzfeed News oder Vice ebenso wie für einen Menschen wie Alex Jones, der sein Publikum vor allem mit Falschmeldungen und Verschwörungstheorien bedient. Jones verbreitet seine Botschaften nach wie vor über seine eigene Infowars-Webseite. Rein rechtlich gesehen darf er das in den USA. Auch kleinere Podcast-Apps listen seine Sendungen nach wie vor. Ohne die Marktmacht und Reichweite von Apple, Facebook und YouTube bricht ihm trotzdem ein Großteil seines Publikums weg. Wer Alex Jones sehen und hören will, wird jetzt gezielt nach Alex Jones suchen müssen. In Facebooks News Feed, in iTunes oder auf YouTube über seine Inhalte stolpern wird niemand mehr. Für ein Medium, dessen Geschäftsmodell auf der viralen Verbreitung in Social Media basiert, wird das Konsequenzen haben.

Einzig Twitter und dessen Videoplattform Periscope erlauben Jones noch weiterzusenden. Ein Sprecher von Twitter sagte netzpolitik.org dazu, Infowars verstieße derzeit nicht gegen die Regeln von Twitter und Periscope. Falls in Zukunft einzelne Beiträge von Infowars gemeldet würden, die gegen Regeln verstießen, so werde Twitter diese entfernen. Die Logik von Twitter sei darüber hinaus derart, dass falsche Inhalte ohnehin leicht zu erkennen seien. „Die Antworten auf die Tweets von Infowars sind typischerweise voller Gegenrede und Menschen, die sie in Echtzeit in Frage stellen. Journalisten, Experten und engagierte Bürger tweeten Seite an Seite“, um Falschmeldungen zu entkräften. So darf Alex Jones derzeit auf Periscope darauf hinweisen, dass die Zensurbemühungen gegen ihn umso klarer zeigten, dass er als einziger die Wahrheit sage.

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47 Kommentare
  1. Hm, was wohl die PsyOp hinter dieser Aktion ist?
    Sowas wird ja wohl nicht aus Dummheit geschehen sein, die Leute bei Google/FB/Twitter wissen doch, was das für Konsequenzen hat.

    Ist das vielleicht der Versuch, die kollektive Controlled Opposition zu einem neuen kontrollierten sozialen Netzwerk zu treiben, bevor die wirkliche Opposition es auf die Reihe bekommt, eine wirklich sichere und unzensierbare Alternative zu schaffen?

          1. Hrm, jetzt willste mich aber neurotisch triggern. Ich habe diese blöde Angewohnheit, den Links zu folgen. Aber wenn man Fefes Link folgt, geht es eben nicht um reguläre Nutzer, sondern um Bots und Konsorten. Die Aktie brach doch auch ein, weil es vermutlich viele überrascht haben dürfte, wie viele gerade keine reguläre Nutzer, sondern irgendwie ferngesteuerte Sockenpuppen und Kauf-Accounts waren, als einmal mit dem Software-Besen gekehrt wurde. Wo ist denn da der Zusammenhang zu dem abgesprochen wirkenden Rauswurf von Jones?

          2. Wenn ich das Warner Proposal so lese, dann würde ich sagen wir sehen da gerade erst den Anfang.

            httpx://www.documentcloud.org/documents/4620765-PlatformPolicyPaper.html

            httpx://www.washingtonpost.com/powerpost/top-senate-intel-democrat-proposes-measures-to-counter-influence-campaigns-on-social-media/2018/07/30/50de4786-9420-11e8-810c-5fa705927d54_story.html

    1. Jones ist doch z.B. auch in den rechten Blasen gab ai, real video und auf dem Russen-VK noch online.
      Und er hat glaube ich noch ein old school Forum.

      Ich vermute mal die Echo-Kammern werden sich so noch etwas weiter voneinander entfernen, mehr wird nicht passieren. Vielleicht besser so, dann werden die armen SJWs nicht mehr so getriggert. Und die rechte Subkultur fühlt sich auch weniger beobachtet.

        1. Warum Witz? Die Verschwörungstheorie ist, dass Alex Jones bereits vor 2 Jahren aufgehört hat und nun lediglich die gleichen 20 Ausraster in zufälliger Reihenfolge mit jeweils anderen Sendungstiteln hochläd. :D

          Aber mal RealTalk: Ich halte Alex Jones für schwer bis unerträglich und das sage ich als jemand, der sich sehr gut vorstellen kann, dass die US-Regierung 9/11 bewusst hat geschehen lassen oder gar befördert hat. So eine Aktion kam zu der Zeit wie gerufen und diese Taktik gibt es auch nicht erst seit Hitler (Reichstagsbrand), sondern seit hunderten von Jahren.

          Doch ich schweife ab: Alex Jones ist ein eiskalter Geschäftsmann, der seine Popularität nutzt, um Kleidung, Esotherik und Homöopatie (Male Vitality Pills) zu verkaufen. Ich würde ihn nicht mal als Spinner bezeichnen, denn dafür handelt er viel zu sehr, wie ein gewiefter Geschäftsmann. Dennoch ist es in meine Augen eine Schande, dass die Unternehmen in einer Konstatierten Aktion Alex Jones mundtot machen möchten. Meinungs- und Redefreiheit sind gerade für solche Menschen da, denen wir am liebsten das Reden verbieten würden. Das müssen wir aushalten, sonst verbietet irgendwann uns jemand den Mund. Soweit ich das Mitbekomme ruft Alex Jones auch nicht zur Gewalt auf.

          Das ganze Geschieht wohl wegen der Mid-Terms und somit kann man sich hier mal die Frage stellen, warum das jetzt weniger „Wahlmanipulation“ sein soll, als gezielte Werbekampagnen auf Facebook.

          1. Gut formuliert. Etwa das gleiche wollte ich auch schreiben.

            Ergänzend noch die Frage, wer überhaupt entscheidet, was z.B. bei der Sandy-Hooks-Geschichte wahr, und was gelogen bzw. eine Verschwörungstheorie ist.
            Nicht, dass ich behaupten will, Jones habe recht, aber wenn man sich alle im Netzt zur Verfügung stehenden Analysen gründlich und ergebnisoffen ansieht, bekommt man zumindest erhebliche Zweifel an der offiziellen Darstellung.

          2. Stimmt, @Markus_Beckedahl, ein jeder sollte Gutjahr zuliebe bei Chris Stöckers Kampa mitmachen und so mithelfen Gerhard Wisnewski, diesen deutschen Alex Jones, auch von Youtube zu vertreiben.

            „Christian Stöcker
            ‏Verifizierter Account @ChrisStoecker

            Ich habe dieses Video gerade als Hatespeech gemeldet, und Ihr solltet das auch tun, und sei es nur @gutjahr zuliebe: youtu.be/te4kYdWOzYg“

            https://twitter.com/ChrisStoecker/status/1027187971265572864

          3. Vielleicht auch nicht, denn vielleicht ist an Alex Jones Meinungen und Kommentaren viel mehr Wahrheit dabei, als dies eine Menge Menschen wahrhaben wollen….mal nachdenken!??

  2. „Nach welchen Regeln dies geschieht und warum ausgerechnet jetzt, bleibt allerdings unklar.“
    Lasst es mich in einem Wort zusammenfassen: Midterms.

    Alex Jones hat angeblich eine maßgebende Rolle bei der Wahl von Trump gehabt. Um zu verhindern, dass er wieder seinen Einfluss mit unliebsamer Berichterstattung geltend macht haben sich die linken Techgiganten im Silicon Valley dazu hinreißen lassen koordiniert gegen ihn vorzugehen.
    Das dürfte nach US Recht Wahlmanipulation und Missbrauch einer Monopolstellung darstellen.
    Da Jones direkten Kontakt zu Trump pflegt könnte das der Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt und dafür sorgt, dass besagte Konzerne entweder zerschlagen oder in „public utilities“, mit einer Verpflichtung zur absoluten Redefreiheit, umgewandelt werden.
    Insbesondere unter Beachtung des jüngsten Gerichtsurteils welches Trumps Twitterfeed zum „public forum“ deklariert hat dürfte die zweite Option durchaus wahrscheinlich sein.

    Was auch passiert, ich vermute diese Aktion wird sich als Eigentor für die Linken herausstellen und mehr Wähler ins Lager der Republikaner treiben.

  3. Alex Jones ist der moralische Prediger der Allgemeinlogik. Er stellt Fragen die sonst niemand aus Angst vor Verfolgung in den Mund nehmen will. Seine Feinde sind China, die US Antiregierung und der böse Teil Russlands. Daher wurde sein Inhalt überall gelöscht. Entweder du nimmst die rote Pille oder du bleibst dein ganzen Leben lang verarscht.

  4. Arme Menschen denen nichts anderes einfällt als andere als Hassprediger zu bezeichnen.
    So wie Daniele Ganser, der ist ja auch ein Hassprediger weil er 9/11 kritisch hinterfragt?
    Oder liegt es daran dass dieser Mensch an Bluthockdruck leidet?
    Also jeder der Bluthochdruck hat ist ein Hassprediger?

  5. Die Autorin sollte sich mit Ihren Behauptungen nicht soweit aus dem Fenster lehnen, ohne nachzuweisen, dass es anders war.
    So oft und deutlich zu behaupten, dass Jones Falschmeldungen verbreite, und diese Behauptungen ohne Nachweis einfach stehen zu lassen, ist journalistisch niveaulos.
    Würde Sie nachweisen, wie die Geschichte in der Schule war und dass die Regierung an 9/11 nicht beteiligt war, nähme ich meine Aussage gern zurück.

  6. Besonders hier, auf einer Seite an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Informatik, sollte man mal fordern die Entscheidung welche Aussagen „Falschmeldungen und Hassbotschaften“ sind, von einem Algorithmus tätigen zu lassen. Davon würde ich auch gerne den Quellcode sehen. Dann wären solche Entscheidungen wirklich rational und neutral und nicht willkürlich und einseitig politisch.

    Aber ich vermute so ein Algorithmus würde ihre Erfinder nicht glücklich machen, weil sie dann öffentlich – im Quellcode – ihre persönlichen Überzeugungen und Präferenzen zugeben müssten.

  7. Das ist durchaus eine beunruhigende Entwicklung, weil die Zensur derartiger Inhalte mit der amerikanischen Version der Meinungsfreiheit und auch mit dem dortigen Gesetz nicht zu vereinbaren ist. Man kann außerdem von Alex Jones denken, was man will, aber dass er ein „Hassprediger“ sein soll, ist für mich neu. Hier werden politische Inhalte durch Unternehmen verboten, die nach dem Gesetz erlaubt sein sollten.

    Ich glaube, der Zweck der Infowars-Bewegung bestand nicht darin, Hass gegen verschiedene Bevölkerungsgruppen zu predigen. Vielmehr hatte man erkannt, dass die US-Regierung regelmäßig verschiedenen Mist verbreitet, um die etwas verblödete Allgemeinheit zu manipulieren. Dazu wollte man ein Gegengewicht schaffen, indem man ebenfalls systematisch Blödsinn verbreitet hat, dessen Verbreitung allerdings nicht mehr im Interesse der Regierung war. Und die Entscheidung, ob Jones dafür die richtige Form gewählt hat, sollte nicht bei Google, Facebook und Co. liegen.

  8. Jones ist weg.Islamisten und Co. dürfen dort weiter ihren Hass verbreiten.
    Auch wer aufruft „Weisse oder Juden zu ermorden“ muss meistens keine Angst haben gelöscht zu werden.

    Will aber jemand die Heuchelei öffentlich machen und und setzt für „Weiss“ eine andere Farbe ein wird er sofort gelöscht.

      1. Dass weiße Männer im Netz besonders bedroht sein sollten, wäre neu. Alle bisher dazu veröffentlichten Zahlen und Studien zeigen, dass Frauen, Menschen of Color und solche mit migrantisierten Namen besonders von Hass betroffen sind – ob als Journalist*innen oder als Bürger*innen, die eine Meinung äußern. Nur im Fall antisemitischer Hassrede stimme ich dir zu, die wird tatsächlich viel zu selten gelöscht.

  9. Tja, bei uns in Leipzig sagt man am Stammtisch immer: Mir ist so kalt, mir ist so kalt, ich will zurück nach Buchenwald.

    In diesem Sinne, frohes Schaffen!

  10. DAS hat Alex Jones zum Märtyrer gemacht. Die unüberlegteste und dümmste Aktion der letzten Jahre.
    JETZT hat er profunde Fakten um jedesmal zu sagen „Sehr ihr? Die Globalisten in Koordination mit den außeridridschen Reptiloiden habe solche Panik vor mir, daß sie mich kaltstellen wollen. Das könnt ihr überall selbst nachrecherchieren“.

    Dann drohen Sie Joe Rogan ebenfalls kaltzustellen, und H3H3 wurde der Lvestream abgestellt, dachem sie es gewagt haben, die Unperson Alex Jones in einer Diskussion zu erwähnen.

    1984 war eine Warnung, keine Blaupause.

    Jedenfalls wird das ein ganz übler Boomerang werden.

  11. Gut, dass ich euch schon länger nicht mehr finanziell unterstütze, denn spätestens jetzt würde ich mich furchtbar ärgern und auch schämen eure politische Engstirnigkeit mit zu finanzieren.
    Wer mit technischem, politischen und journalistischen Hintergrund der Meinung ist, dass so eine koordinierte Löschaktion eine gut Sache ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

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