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Mitmachen erwünscht: Offene Karte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Wo finde ich in meiner Umgebung Wochenmärkte, vegetarische Restaurants, Reparaturläden oder Carsharing-Angebote? In welcher Region gibt’s die meisten Windkrafträder? Antworten auf Fragen wie diese will ein neues Open-Data-Projekt kollaborativ zugänglich machen.

Die "Klimaschutzkarte" will lokale Informationen rund um Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien zugänglich machen. All rights reserved delfi de la Rua

Passend zur Weltklimakonferenz in Bonn ist in dieser Woche ein offenes Kartographierungsprojekt rund um Nachhaltigkeit und die Energiewende an den Start gegangen. Die „Klimaschutzkarte“ soll durch regionale Informationen und Vergleichbarkeit ein Bewusstsein für das Thema schaffen. Gleichzeitig sollen Menschen, die ihren Lebensstil klimafreundlich ausrichten wollen, schnell und einfach konkrete Anknüpfungspunkte finden.

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„Bessere Informationen sind der erste Schritt für die richtige Aktion“, erklären die Projektinitiatoren von der Universität Heidelberg und dem Institut für Energie und Umwelt Heidelberg ihren Ansatz. Der Wissensschatz ist dabei in fünf Dimensionen unterteilt: Energiepolitik (z. B. Initiativen und Vereine), Energieversorgung, Wohnen und Bauen, Mobilität und Verkehr sowie Konsum und Ernährung.

Gerade im letztgenannten Bereich gibt es viele praktische Informationen zu Angeboten in der eigenen Region. So kann man sich Wochenmärkte und Hofläden, Bio-Supermärkte und -Bäckereien, Gebrauchtwarenläden und Geschäfte zur Reparatur von Elektrogeräten anzeigen lassen. Im Bereich Mobilität und Verkehr finden sich Carsharing-Angebote und Ladestationen für Elektroautos. Die Kategorie Energie macht die deutschandweite Verteilung von Anlagen für die Erzeugung erneuerbarer Energien nachvollziehbar.

Mitmachen erwünscht

War das schon alles? Die Liste der momentan auf der Klimaschutzkarte eingetragenen vegetarischen und veganen Restaurants und Cafés. Screenshot: klimaschutzkarte.de

Andere Bereich sind heute noch ziemlich leer. So finden sich bislang beispielsweise recht wenige Bürgerinitiativen im Bereich Energiepolitik. Auch die Landkarte der vegetarischen und veganen Restaurants dürfte alles andere als vollständig sein. Damit das nicht so bleibt, laden die Initiatoren zur Mitwirkung ein: „Bringe Dein lokales Wissen über die fünf identifizierten Dimensionen des Klimaschutzes in OpenStreetMap ein und hilf alle für diese wichtigen gesellschaftlichen Themen zu sensibilisieren“, heißt es in der dazugehörigen Pressemitteilung.

Das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderte Projekt arbeitet auf Basis von OpenStreetMap. Das heißt: Jede und jeder kann selbst entsprechende Orte auf der Karte eintragen. Wie das funktioniert, erklärt eine Anleitung auf der Projektwebseite. Die ist nur leider etwas schwer zu finden: Auf der Startseite des Projekts, wenn man nichts ausgewählt hat, erscheint ein Textfeld „Kartiere Deine Umgebung in OpenStreetMap.“ Dort ganz unten gibt’s dann einen Link „Hier geht es zu einem kurzen Tutorial zum Kartieren in OSM.“

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9 Kommentare
  1. Habe ich das richtig verstanden? Das Projekt besteht einzig und allein darin, ein auf bestimmte Daten spezialisiertes Frontend für OpenStreetMap zu sein? Dann hätte ich mir jemanden geholt, der sich mit Frontend-Design und -Entwicklung auskennt. Die Bedienung und die visuelle Gestaltung lässt nicht vermuten, dass das hier der Fall war.

    1. Oh, danke für den Hinweis! Auf der Startseite, wenn man nichts ausgewählt hat, erscheint ein Textfeld „Kartiere Deine Umgebung in OpenStreetMap.“ Dort ganz unten gibt’s dann einen Link „Hier geht es zu einem kurzen Tutorial zum Kartieren in OSM.“ Leider eher schwer zu finden.

  2. Gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht. Ist ja schön, dass auf der Karte viele Marker aufpoppen, aber die Info, was sich genau dahinter verbirgt, wäre ja essenziell wichtig. Anklicken zoomt nur immer tiefer in die Karte.

    1. Bei mir kommen beim Klick auf die Marker detailliertere Informationen. Hast du vlt. NoScript an? Glaube bei mir ging es auch erst richtig, nachdem ich uni-heidelberg.de akzeptiert habe.

  3. Ich habs mir noch nicht genug angeschaut, aber ich sehe hier mal wieder die Gefahr für die OSM Datenbank dass da ne Menge schrott landet, das ist leider bei diesen Frontends die einen auffordern ganz einfach mal was in OSM einzutragen ziemlich oft der Fall…

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