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EU-Forschungsstelle warnt vor smarten Teddybären und Schnüffelpuppen

Der Millionenmarkt für smarte Spielzeuge wächst rasant. Die Auswirkungen der Kulleraugen-Robotik auf die Entwicklung der Kinder sind noch weitgehend unerforscht. Bekannt sind allerdings Probleme bei Sicherheit und Datenschutz. Davor warnt jetzt auch eine Studie der EU-Kommission.

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Die gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC) hat sich mit den Auswirkungen von internetfähigen Spielzeugen auf Sicherheit, Privatsphäre und Sozialverhalten beschäftigt. Die Autoren kommen zum Schluss, dass dieser Spielzeugbereich besser kontrolliert werden muss. Probleme sieht die Kurzstudie (PDF) vor allem in Belangen der IT-Security und der Privatsphäre, sie wirft aber auch einen Blick auf die Auswirkungen auf Kinder durch die zunehmende Interaktion mit Robotern. Hierbei sei noch nicht erforscht, ob sich diese negativ oder positiv auf die kognitive, sozio-emotionale und moralische Entwicklung der Kinder auswirke.


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Das schnelle Wachstum des Marktes für internetfähiges Spielzeug gebe Anlass zur Sorge um die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder. Insbesondere die Art und Weise, wie Daten gesammelt, ausgewertet, manipuliert und gespeichert würden, sei nicht transparent. Das stelle eine Bedrohung für die Privatsphäre von Kindern dar. Es handele sich bei den Aufzeichnungen um personenbezogene Daten, die auch als solche behandelt werden müssten.

Kinder werden an Überwachung gewöhnt

Auf lange Sicht warnen die Wissenschaftler davor, dass die Kinder in einer Kultur aufwüchsen, in der Tracking, Aufnahme und Auswertung der alltäglichen Handlungen der Kinder zur Normalität würden. Das wiederum habe Auswirkungen auf das Verhalten und die Entwicklung der Kinder.

Die Studie empfiehlt deshalb, dass Politik, Hersteller und Eltern die internetfähigen Spielzeuge genauer untersuchen, um später Leitlinien für sichere und dem Kindeswohl nützliche Spielzeuge zu entwickeln. Vor dem Kauf solcher Spielzeuge sollten Eltern sich genau über die Fähigkeiten, Sicherheit, Funktionen und Privatsphäreeinstellungen der Puppen, Bären und Roboter informieren.

Die Forschungsstelle hat noch ein Video zur Studie produziert:

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3 Kommentare
  1. Sehr sehr viele Bluetooth Headsets sind hier betroffen, aufgrund der geforderten einfachen Handhabungsweise, einschalten und verbinden, ist ein Abhören recht einfach zu bewerkstelligen.
    Der Terrorist schaltet sein Handy ab und nimmt den Akku raus, aber an sein Headset, das auf Standby ist, denkt er nicht!
    Dieses wurde vorher bei einer günstigen Gelegenheit bei einem anderen Gerät eingebucht, das jetzt zum Tragen kommt, höhö!
    Abhören solange der Akku hält!
    So wie es dem Geheimdienst oder Nachbarn gefällt!

  2. „Vor dem Kauf solcher Spielzeuge sollten Eltern sich genau über die Fähigkeiten, Sicherheit, Funktionen und Privatsphäreeinstellungen der Puppen, Bären und Roboter informieren.“
    Das ist der beste Witz, den ich seit langem gehört habe. Als ob man darüber Auskunft bekäme. Als entspräche die Auskaunft, falls man denn eine bekommt, der Wahrheit.
    Man kann sich in einem Gedankenexperiment einmal fragen, welche Auskunft man von VW erhalten hätte, wenn man nach Leistung, Umweltfreundlichkeit und Verhalten der Motorsoftware gefragt hätte.

    Trotzdem großes Lob an die Industrie, die es geschafft hat für diesen Schrott den Begriff „SMART“ zu etablieren. Wird nur noch übertroffen für Honig statt Bienenkotze.

  3. Man ersetze im Artikel jeweils „Kind“ mit „Erwachsenem“ und „Spielzeug“ mit „Smartphone“.

    Denkt doch auch mal an die … !!!

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