Technologie

Bundeswehr spricht nunmehr von fünf bewaffnungsfähigen Drohnen

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Die Bundeswehr will nicht drei, sondern fünf Kampfdrohnen des Typs „Heron TP“ als „Übergangslösung“ beschaffen. So erklärte es der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Ralf Brauksiepe, in der gestrigen Fragestunde des Bundestages. Bislang war lediglich vage von „drei bis fünf Systemen“ die Rede. Eine Unterzeichnung des endgültigen Vertrags ist in greifbarer Nähe, das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erstellt laut Brauksiepe die notwendigen Unterlagen.


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Die Drohnen werden nach gegenwärtigem Stand vom israelischen Hersteller Israel Aerospace Industries (IAI) geleast. Als Vertragspartner fungiert jedoch der europäische Rüstungskonzern Airbus. Zum Gesamtvorhaben gehört auch die Anschaffung von „notwendigem Peripheriegerät“, darunter feste und mobile Bodenstationen zur Steuerung der Drohnen sowie zur Übertragung und Auswertung der Daten. Außerdem werden breitbandige Satellitenverbindungen und – je nach Entfernung zum Einsatzort – Relaissatelliten benötigt. Welcher Hersteller hiermit beauftragt wird ist noch unklar, Airbus verfügt selbst über entsprechende Kapazitäten.

Die Drohnen werden in Israel stationiert, als „Heimatverband“ unterstehen sie jedoch dem Taktischen Luftwaffengeschwader 51 im schleswig-holsteinischen Jagel. In Israel werden auch große Teile der praktischen Ausbildung der PilotInnen übernommen. Näheres soll eine deutsch-israelische Regierungsvereinbarung regeln.

Die Auswahlentscheidung zugunsten der „Heron TP“ ist abhängig davon, ob IAI Nachweise zur Zulassungsfähigkeit der Drohne erbringt. Das Verteidigungsministerium will dann eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vornehmen. Werden die Kriterien nicht erfüllt, könnte die Bundesregierung doch noch auf das eigens für den europäischen Markt entwickelte Konkurrenzmodell „Predator CPB“ ausweichen. Hersteller ist der US-Rüstungskonzern General Atomics.

Nach Vertragsabschluss will das Verteidigungsministerium ein Vergabeverfahren für die gewünschte Bewaffnung mit Lenkbomben und -raketen eröffnen. Gespräche mit Waffenherstellern gab es angeblich noch nicht, allerdings wurden entsprechende Möglichkeiten bereits mit dem israelischen Verteidigungsministerium und der israelischen Luftwaffe erörtert.

Schließlich wird die Beschaffung der zunächst unbewaffneten Drohnen auch dem Bundestag vorgelegt. Die parlamentarische Befassung soll dem Staatssekretär zufolge spätestens im ersten Quartal 2017 erfolgen. Die „Überbrückungslösung“ könnte nach positivem Votum bis zum Jahr 2025 genutzt werden, bis dahin sollen europäische Rüstungsfirmen eine „europäische Lösung“ für bewaffnungsfähige Drohnen entwickelt haben.

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16 Kommentare
  1. Wird Zeit, dass die Bundeswehr im Bereich UAVs auch endlich mal ordentlich ausgestattet ist. Wenn wir unsere Soldaten in den Auslandseinsatz, sollten sie auch in der Lage sein, von der Basis aus Aufklärungsmissionen zu fliegen, ohne dabei das eigene Leben riskieren zu müssen. Die Technologie ist da, andere Nationen nutzten sie seit Jahren, Deutschland hinkt als angebliche Technologienation wieder deutlich hinterher. Wird Zeit, dass sich das ändert.

      1. Thomas hat die -tags vergessen?
        Wieso erscheint irgendjemandem die Argumentation, Soldaten sollten töten müssen können – ohne selbst das Risiko einzugehen dabei verletzt oder getötet zu werden, auch nur im entferntesten als schlüssig? Das töten können, mit geringer werdendem Risiko der eigenen Versehrtheit, führt immer zu einer Situation autoritärer willkürlicher, oder mindestens willkürlich wirkender, Bedrohung.

        1. Wieviel Risiko müssen Soldaten eingehen damit das Töten im Krieg in den Augen der Salonpazifisten hier politisch korrekt ist? Tödlicher Ausgang des Einsatzes mit 1%, 10%, 25% oder mindestens 50% Wahrscheinlichkeit? Mir hat immer noch keiner schlüssig erklären können was der Unterschied zwischen einem B52 der aus großer Höhe, ungefährdet durch die ehere rudimentäre Luftabwehr der Terroristen, mit seinen 25t Bomben ein Dorf einäschert und einer Drohne die gezielt ein Haus eines Terroristen zerstört.

        2. Es ist die Definition von Soldaten, dass sie toeten koennen und dabei ihr Leben riskieren muessen, und Zielsetzung des Militaers ist immer die Optimierung von ersterem und die Minimierung von letzterem. Das ist Teil ihres Auftrages, denn sie sollen dabei erfolgreich sein.

          Wie Soldaten und Militaertechnik eingesetzt werden ist eine politische Frage. Der derzeitige Auftrag der BW legt die Anschaffung von Drohnen auch mit Bewaffnung nahe.

          Von daher ist die Forderung, auf Drohnen zu verzichten, mE verfehlt und auch sehr schwach. Die konsequente Forderung waere ein Auftrag der BW, der den Einsatz solcher Drohnen nicht beinhaltet und sie damit ueberfluessig macht.

          Wenn ein Soldat im Auftrag dieses Staates fuer diesen Staat kaempft ist er von diesem Staat bestmoeglich zu unterstuetzen. Die Alternative ist nur, ihm diesen Kampfauftrag nicht zu geben.

        3. Deiner letzten These würde ich massiv widersprechen. Gerade wegen der geringeren, direkten Bedrohung für den Piloten, neigen die Leute hinter dem Joystick seltener zu hektischen, oder aus Angst getriebenen (Über-)Reaktionen, sondern können – so es die Befehlssituation zulässt – deutlich überlegter reagieren.

          Ein Schütze in nem Kampfpanzer, der um ne Häuserecke fährt, von da Beschossen wird und mit dem großen Geschütz zurück schießt, der hat für seine Zielanalyse vielleicht 30 Sekunden, im guten Fall ne Minute Zeit.

          Ein Drohnenpilot, der zwei, drei Stunden über einem Gebiet kreist, die Situation zunächst analyisert und dann die Freigabe zum Abschuss einer Rakete bekommt, kann deutlich besser einschätzen, wie die Situation im Zielgebiet ist und ob zivile Opfer zu erwarten sind.

          Aus der Praxis weiß ich, dass Drohnenpiloten überdurchschnittlich viel Zeit haben, sich mit dem, was sie da tun, auseinander zu setzen. Noch dazu ist der Einsatz von Drohnen auch heute überwiegend zu Aufklärungszwecken, selbst wenn die Modelle in der Lage sind, Waffensysteme zu tragen.

          Und weil ich möglichst wenig unserer Männer und Frauen in Uniform im Sarg in die Heimat holen möchte, bin ich sehr dafür, ihnen Drohnen an die Hand zu geben.

          1. Wenn Du weniger Tote haben willst, schlage ich ein deutlich effektiveres Mittel vor: Keine Beteiligung deutscher Soldaten an ausländischen Kriegseinsätzen.
            Zu Deinem Blabla sei noch gesagt, dass schon heute mehrfach nachgewiesen ist, dass ein Drohnenpilot im Fall eigener Zweifel einfach am Joystick ausgetauscht werden kann und sogar mit Repressionen zu rechnen hat, wenn er Befehle nicht ausführt. Während ein echter Pilot einfach die Kiste (und damit die Bewaffnung“) wegfliegen kann, kann ein Drohnenpilot das nicht unbedingt durchziehen.
            Und solltest Du ein Meinungsmacher sein: LMAA. Erst werdet Ihr argumentativ entkräftet. Dann wechselt Ihr die Payroll, mangels Auftragslage :-D
            Use free Wlan, like I do and play with trackers blinde Kuh. :-P

    1. Aber echt … „Das Galileo-Programm [europäisches GPS] liegt gut im Zeitplan, wie der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation erklärte. Die ersten von OHB konstruierten Satelliten sind für den Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana bereit. Weitere Satelliten werden im Laufe des Jahres folgen. Somit werden die ersten Galileo-Dienste Ende 2014 bzw. Anfang 2015 zur Verfügung stehen.“ europa eu ;D

  2. „Die Drohnen werden in Israel stationiert,…“ Oh hört sich für mich so an, als ob dann in Zukunft deutsche Gerichte nicht mehr dafür zuständig sind wenn mal wieder ein Tanklaster platzt.

  3. Hm, was macht den so eine Drohne?
    Das Foto sieht aus als käme JONAS der rettende Walfisch.
    Ist das so?
    Wer blickt denn da als OTTO-Normalverbraucher noch durch?
    Lieben Gruß SUSI

  4. Wen, um alles in der Welt, sollen denn diese „bewaffnungsfähigen“ Drohnen bewaffnen? Doch wohl nicht ihre potentiellen Opfer, das wäre doch Verschwendung!

    Liebe BRD-Insassen, Eure Sprachkompetenz kommt inzwischen auch aus Helvetien.

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