Reporter ohne Grenzen hat heute einen ausführlichen Länderbericht zum Verfall der Pressefreiheit in Hongkong veröffentlicht. Im Jahr 2002 stand die ehemalige Kolonie Großbritanniens noch auf Platz 18 von 139 bewerteten Ländern, heute steht Hongkong auf Platz 69 von 180 bewerteten Ländern und Territorien.
In der deutschen Zusammenfassung des Berichtes heißt es:
„Die Selbstzensur in Hongkongs Medien entsteht nicht im luftleeren Raum: Medieneigentümer, Chefredakteure und wichtige Anzeigenkunden schaffen ein Klima der Einschüchterung gegen kritische Journalisten“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Aber die Hauptverantwortung für die Repressalien liegt bei der politischen Führung in Peking, deren unsichtbare Hand immer öfter in Hongkonger Redaktionen hineinregiert.“
Immer mehr wichtige Medien stehen unter Kontrolle der chinesischen Regierung oder KP-naher Unternehmer, Besitzer und Chefredakteure werden durch politische Ämter kooptiert, Zeitungen und Fernsehsender lassen sich für chinesische Propagandazwecke instrumentalisieren.
Seit 2012 habe sich der Verfall der Pressefreiheit in der chinesischen Sonderwirtschaftszone beschleunigt. Die offensichtlich gesteigerte Einflussnahme der chinesischen Regierung richtet sich auch gegen die einstige Doktrin „Ein Land, zwei Systeme“, nach der Hongkong sein politisches System noch fünfzig Jahre behalten dürfe.
