NSA und GCHQ greifen gemeinsam größere Hersteller von Antivirensoftware an, um daraus zu lernen, welche Wege es vorbei an der Viren- und Schadcodeerkennung gibt. Besonders im Fokus der Dienste steht dabei die russische, aber auch in Großbritannien registrierte, IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. Das berichtet The Intercept und beruft sich dabei auf Snowden-Dokumente wie interne Präsentationen der Dienste – auch wenn die Erkenntnis an sich diesmal nicht besonders überraschend ist.
Methoden zum Erkenntnisgewinn bestehen zum einen aus Reverse Engineering, also der Quelltext- oder Programmablauf-Rekonstruktion von Software, und aus dem Abfangen der Firmenkommunikation. Im Licht der aktuellen Enthüllungen fügt sich der Mitte Juni publizierte Angriff auf Kaspersky ein, der sich Angaben der Firma nach darauf fokussierte, Erkenntnisse über „Technologien, Forschung und interne Prozesse“ abzugreifen.
Doch Kaspersky ist nicht das einzige Ziel. Auf einer Folie zum Projekt „Camberdada“ mit dem Titel „More Targets!“ sind noch 23 weitere verzeichnet, darunter auch die deutsche Firma Avira und F‑Secure aus Finnland.