Öffentlichkeit

Unser Blog soll schöner werden (VI): Crowdfunding?

In einem Prozess wollen wir mit Euch unser kleines Blog weiterentwickeln. Nach Beiträgen darüber, wer uns liest, wer wir sind, wie wir aussehen könnten, welche alten und neue Formate möglich sind sowie was das kostet und einbringt, kommen wir heute zur Frage, ob Crowdfunding machbar wäre und wenn ja, wie.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Als eine mögliche Option zum weiteren Ausbau und zur Refinanzierung dieses Blogs wurde uns immer wieder Crowdfunding genannt. Wir haben das mal mit langjährigen Wegbegleitern theoretisch durchgespielt. Bei journalistischen Inhalten funktioniert es leider noch nicht so stark wie z.B. bei Konsumprodukten, bei denen man tatsächlich bei einem Crowdfunding-Erfolg etwas in die Hand bekommt. Bei uns bekäme man eher was virtuelles in Form von mehr Inhalten.

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Aber gehen wir das mal durch: Sagen wir, jede 30 Stunden Redakteurs-Stelle kostet rund 30.000 Euro/Jahr (zumindest bei unseren Fast-Selbstausbeuter-Gehältern). Wäre es realistisch, dass wir über Crowdfunding eine oder zwei Stellen finanzieren könnten? (Also ohne aktuelle skurrile Abmahnung, wogegen immer sofort und viel gespendet wird?) Wenn man das weiter verfolgen würde, käme man vor allem zu zwei Optionen.

Förderverein oder Crowdfunding-Plattform?

Beides hat Vor- und Nachteile. Ein Förderverein klingt langweilig und altbacken, aber läuft länger als eine bestimmte Aktion. Sollte ein Förderverein auch noch als gemeinnützig anerkannt werden, gäbe es Steuererleichterungen für Spender. Ein Förderverein bedeutet aber mehr Verwaltungsaufwand gegenüber einer Plattform. Man könnte auch freiwillige Abo-Modell einführen wie „Mit X Euro im Monat finanzierst Du die Weiterentwicklung von netzpolitik.org“, was auch in unserer Diskussion über Finanzierungsmöglichkeiten am häufigsten vorgeschlagen wurde. Was bei einem Förderverein noch unberücksichtigt bliebe ist die Finanztransaktion. Überweisung und Bankeinzug gehen einfach, für alles andere braucht man wiederum einen Dienstleister, der auch wieder einen Teil vom Kuchen abhaben will. Flattr nimmt 10%, Paypal X% und Kreditkarten auch X%.

Der Vorteil einer Plattform (von denen es ja mehrere gibt) liegt erstmal am Zeitgeist – das wirkt irgendwie sexy. Nicht unterschätzen sollte man, dass eine Plattform den gesamten Bezahlvorgang über mehrere Wege und die Abwicklung des dazugehörigen Verwaltungsaufwands bereitstellt. Dazu gibt es einen klar umrissenen Zeitraum, der für zeitliche begrenzte Mobilisierungs-Werbekampagnen genutzt werden kann.

Jedoch fallen wahrscheinlich noch Steuern an, hinzu kommen in der Regel noch Transaktionskosten, für die die vermittelnde Plattform auch noch etwas haben möchte. Steigt man mit zu hohen Erwartungen ein und erreicht das Ziel nicht, scheitert die Aktion. Steigt man zu niedrig ein, wird suggeriert, dass nur wenig Geld benötigt wird. Wichtig sind häufig auch die Pakete, die man schnüren könnte. Wie gesagt, bei Konsumprodukten geht das sicher einfacher als bei einem journalistischem Blog. Für Produkt X gibt bei ersterem mehr Features, je mehr man investiert.

Frage: Wie könnten bei uns solche Pakete aussehen? Und sind 30.000 Euro überhaupt realistisch, um diese über eine Plattform für unseren Zweck zu sammeln?

Sollte man Förderverein und Crowdfunding-Plattform kombinieren?

Eine Möglichkeit könnte die Kombination beider Modelle sein. Also einerseits den Förderverein gründen und darüber eine freiwillige monatliche Abomöglichkeit mit Konto und Kontonummer anbieten. Die Ein- und Ausgaben dieses Vereins könnte man transparent kommunizieren und so zusätzlich zu Flattr einen kontinuierlichen Spendenfluss haben.

Und andererseits beispielsweise einmal im Jahr für eine neu zu schaffende Redakteursstelle einen Monat lang auf einer Crowdfunding-Plattform konzentriert mit einer Kampagne Geld sammeln, ähnlich wie es die Wikipedia Ende des Jahres immer macht. Welche Plattform man nimmt, ist dabei offen. Es gibt einige, die jeweils bestimmte Vor- und Nachteile haben. Das könnte nochmal in einem gesonderten Blogpost diskutiert werden.

Lieber Crowdfunding als Sponsored Posts!

Ihr lest wahrscheinlich heraus, dass mehr Crowdfunding wagen tatsächlich eine unserer bevorzugten Optionen, zumindest gegenüber Alternativen wie Sponsored Posts oder viel mehr aufdringlicher Werbung ist. Auch wenn wir noch eher zurückhaltend skeptisch sind, ob das tatsächlich ausreichend Einnahmen bringen würde (für eine weitere Redaktionsstelle, zum Beispiel).

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Über Zahlungswege werden wir uns auch noch Gedanken machen, die hatten wir in unserer Leserinnenumfrage auch abgefragt. Das ist aber komplexer als man denkt. Zumindest, wenn man eine warnende Buchhaltung im Nacken hat, die keinerlei Lust auf Chaos und unnötigen Stress hat. Was auch gut ist. Insofern ist Bitcoin bei uns erstmal rausgeflogen. Bitcoin ist zu wenig verbreitet und der Aufwand, das buchhalterisch ordentlich zu verrechnen dürfte höher sein als die Einnahmen. Flattr haben wir. Konto und Paypal, was damit verbunden wäre, werden kommen. Wir werden die Idee eines Fördervereins nochmal überdenken, denn dort könnte ein Konto angesiedelt werden. Das ist etwas komplexer, wenn man einen Verein hat, dessen Ziel es ist, ein Medium zu unterstützen, was bei einem Unternehmen angesiedelt ist. Und wir wollen das schließlich alles korrekt machen. Eine Amazon-Wunschliste gibt es übrigens auch! Da hat aber noch nie jemand was drüber verschenkt. Scheint in unserem Fall nicht zu funktionieren.

Es gibt ja auch noch einige Knackpunkte: Einige werden sagen, solange Werbung und damit verbundenes Tracking hier zu sehen ist, werden sie nichts bezahlen. Der US-Blogger Andrew Sullivan ist ja die Tage mit einem Crowdfunding-Paywall-Modell gestartet, das explizit werbefrei sein soll. Wir werden aber aus pragmatischen Gründen nicht auf Werbung verzichten, weil diese uns momentan einfach rund 50.000 Euro im Jahr an Einnahmen bringt. Insofern wäre ein Versprechen, dass wir auf Werbung verzichten, nur sinnvoll, wenn ein viel höherer Betrag durch Crowdfunding reinkommen würde. Man könnte natürlich sagen: Wenn X Euro per Crowdfunding reinkommen, verzichten wir mit einer Übergangsfrist auf Werbung. Aber was ist die X Euro Grenze?

Wir freuen uns über Feedback und werden Euch über weitere Schritte auf dem Laufenden halten. Und wir würden uns freuen, wenn Ihr uns im weiteren Prozess unterstützt. Sei es durch Feedback, sei es bei der möglichen Entwicklung einer Crowdfunding-Kampagne oder zum Schluß durch eine finanzielle Unterstützung.

Die Herausforderung ist ja zu beweisen, dass in Deutschland auch über Crowdfunding reiner Onlinejournalismus mit einer eindeutigen Haltung finanziert werden kann. Kann man mal ausprobieren. Seid Ihr dabei?

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
39 Kommentare
  1. – Förderverein mit jährlichem Bankeinzug, funktioniert aufwandsarm bei unserem Kindergarten-Förderverein – und oft bleiben die Leute Förderer aus Nostalgie, selbst wenn ihre Interessen sich schon gewandelt haben. Eine schöne Dankesliste, auf der man sich wiederfindet wenn man es denn will, bauchpinselt sicher manche.
    – Spontanspende über Paypal etc. Bei aufwändigen Recherchen könnte man doch einen Knopf anhängen „dies hat uns 3 Tage und Nächte gekostet, willst Du spenden?“. Werbung in eigener Sache…
    – Das A und O der Glaubwürdigkeit ist Transparenz, die Präsentation Eurer Ein- und Ausgaben muss von Anfang an sitzen

    keep up the good work!

    1. Ich kann nur zustimmen.
      – Förderverein + PayPal + Transparenz
      – Erstellt eine eingene Seite zur Funanzierung wo Ihr erklärt warum man etwas zahlen soll und dann schön sauber die Einnahmen den Ausgaben gegenüber stellen. Monatliches Updat der Daten und unter den Artikeln freundlich darauf hinweisen das bloggen Geld kostet.

  2. Ja aber das ist doch genau das was bei dem Kickstarter Prinzip im Game-Development Bereich auch erzeugt wird, nämlich virtuelle Inhalte. Je mehr gespendet wird je mehr Inhalte bekommt man dort. Im eigentlich genau das was hier auch passieren würde.

    Mal Salopp gesagt, wird viel gesammelt könnt Ihr viele Beiträge schreiben und wenn nicht dann eher weniger. Natürlich ist das mit den Grundkosten so eines Blogs so eine Sache aber auch beim Kickstarter Prinzip gibt es einen Mindestwert ab dem das Projekt überhaupt erst in einem sinnvollen Rahmen ausgeführt werden kann!

    Der einzige Unterschied besteht darin das hier immer wieder gesammelt werden müsste und nicht nur einmal wie bei einem Kickstarter Projekt. Aber im eigentlichen denke ich schon das man dieses Prinzip, etwas angepasst, sicher auch für eure Zwecke verwenden könnte. Und sicher kann man das auch mit der Menge der angezeigten Werbung koppeln, d.h ab Betrag X ist der Blog Werbefrei. Wird so auch im Bereich FreeToPlay eingesetzt und funktioniert doch scheinbar super. Warum sollte das ganze also nicht auch auf diesem Sektor funktionieren, im weitesten Bereich ist es doch auch Entertainment.

  3. > Einige werden sagen, solange Werbung und damit verbundenes
    > Tracking hier zu sehen ist, werden sie nichts bezahlen
    Das wär ja vielleicht auch ein Ansatz: Wer nen Euro im Monat spendet (oder x Euro im Crowdfunding), bekommt dafür (für x Monate) einen werbefreien Blog zu sehen. Setzt natürlich irgendeine Art von Account und einen gewissen Buchhaltungs-Aufwand voraus.
    Oder mit weniger Aufwand und mehr Bedarf an Ehrlichkeit: Wer spendet, kriegt einen „geheimen“ Link (sowas wie vip.netzpolitik.org) zugeschickt. Dort wird die Seite ohne weitere Zugangskontrolle werbefrei gezeigt. Natürlich *kann* man diesen Link auch an Nicht-Zahler weitergeben, aber da den Link ja nur zahlende Netzpolitik-Nutzer zugeschickt bekommen, die Netzpolitik also offensichtlich wohlgesonnen sind, werden nicht allzuviele den Link weitergeben. Und nach einem Jahr oder so könnte man den Link ja austauschen.

    Vielleicht würden ja auch ein paar Leute zum Spenden animiert, wenn es eine Spendenleiste à la „in diesen Monat sind die Stellen unserer Redakteure erst zu x% finanziert“ gäbe. Dazu ein kurzer Erklärungstext der Einnahmen/Ausgaben transparent macht. Mir war vor dieser Reihe zum Beispiel gar nicht bewusst, dass es hier Autoren mit festen bezahlten Stundenzahlen gibt.

  4. Die Kombination Crowdfunding & Förderverein & Stiftungsanträge fände ich unschlagbar, wie auch schon im anderen Kommentar erwähnt.
    Ein Förderverein kann sehr sexy sein, kommt immer drauf an, wie man ihn gestaltet. Was wäre denn mit einer Stiftung? Eine Stiftung zu gründen geht mit einem (relativ) kleinen Kapital – und dann können Zustifter hinzu kommen. Vielleicht könnte man das Crowdfunding nutzen, um die Basis für die Stiftung zu legen? Vielleicht fände sich auch ein Stifter, der das Basiskapital für die zu gründende Stiftung stiftet?

  5. Bei Bitcoin gibt es immerhin auch noch die Option, dass an einen Dienst gezahlt wird, der die Spenden automatisch in reguläres Geld umwandelt und überweist. BitPay beispielsweise macht das, soweit ich weiss im Fall von Spenden kostenfrei.

  6. Eure Frage „Die Herausforderung ist ja zu beweisen, dass in Deutschland auch über Crowdfunding reiner Onlinejournalismus mit einer eindeutigen Haltung finanziert werden kann. Kann man mal ausprobieren. Seid Ihr dabei?“ beantworte ich mit einem eindeutigen Nein. Anders, als die 6,6%, die zwar angeben dass sie euch über Amazon-Wunschzettel unterstützen würden, es aber nicht tun, bin ich da zumindest ehrlich. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass eure Crowdfunding-Idee funktionieren wird und ihr in Zukunft (noch) mehr und bessere Inhalte liefern könnt.

  7. Auch ich halte den Vorschlag Förderverein mit Crowdfunding zu verbinden für sinnvoll.
    Crowdfunding funktioniert IMO allerdings nur, wenn konkrete Ziele benannt werden.

    Mein Vorschlag, wie solche Ziele aussehen könnten (ja, einiges von vorherigen Kommentaren geklaut):
    Der reine „Grundbedarf“ der Webseite, der derzeit durch Werbung gedeckt wird, für Zeitraum X.
    Wird dieser Betrag erreicht, so läuft Netzpolitik über Zeitraum X werbefrei.
    Sollte dieser Betrag überschritten werden könnte man Zusatzziele definieren, wie zB
    – eine weitere 30h-Stelle für Zeitraum X
    – die von euch genannten „Anlaufestellen“-Artikel für aktuelle Themen

    Außerdem halte ich die Idee mit dem „Wir haben diesen Monat schon X% unserer Grundkosten durch Spenden finanziert“-Anzeiger auf der Homepage für äußerst sinnvoll. Es gibt einige Webcomics, die sich so zumindest die Betriebskosten für Traffic usw wieder reinholen.

    Weiterhin glaube ich, dass absolute Transparenz über Einnahmen und Ausgaben (zB ein kleiner Artikel pro [ZEITRAUM], der die jeweilige Bilanz „hübsch“ darstellt) den Lesern bewusst macht, was der Betrieb dieser Seite kostet.
    Und damit auch die Zahlungswilligkeit anregt.

  8. > Bitcoin ist zu wenig verbreitet und der Aufwand, das
    > buchhalterisch ordentlich zu verrechnen

    Bitcoin buchhalterisch ordentlich zu verrechnen ist ohnehin unsinnig. Also laßt das doch.
    Insofern wäre Bitcoin die beste Variante, da diese Zahlungsart nun überhaupt keinen Aufwand erfordert.
    Über die Bitcon Transactionscodes lassen sich weder Empfänger noch Absender festmachen, es sei denn es wird von diesen gewünscht, aber dies kann man ja ausschliessen.

  9. Wenn 30.000 im Jahr bei einer 30-Stunden-Woche Fast-Selbstausbeuter-Gehälter sind, unter was für Bedingungen arbeitet dann mittlerweile fast jeder Journalist an anderer Stelle? Das ist immerhin ein Stundenlohn über 20 Euro. Davon können leider viele Freie und Pauschalisten nur von träumen

      1. Ich meinte ja wie erwähnt auch Freie. Da zahlt der Arbeitgeber keine Kranken, Renten, Pflege und AL-Versicherung…

        Auch nicht falsch verstehen, ich bin natürlich dafür, anständig zu bezahlen, auch hier. Wollt nur sagen, dass es nicht, wie man denken könnte, deutlich unter dem liegt, was Leute zahlen, die auf der Einnahmenseite besser bestellt sind als Netzpolitik

      2. Trotzdem ist die Gehaltsforderung für einen Verein nicht wenig. 2,5Brutto im Monat ist für eine 3/4 Stelle derzeitig nicht wenig. Das bekommen viele nichteinmal für eine volle Stelle (das kann man gerne in Tariftabellen für Vollzeitstellen nachlesen…http://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle.html#4…und das sind eigentlich schon besser bezahlten Jobs).
        Erkläre das mal bestimmten Zielgruppen, die man ja auch über diesen Blog ansprechen will. Somal die Restzeit (10Stunden) auch mit anderen Jobs gefüllt werden kann.

        @Markus: Und wenn Dir Geld tatsächlich so wichtig ist (wobei ich jetzt mal davon ausgehe, dass Deine Aussage ironisch gemeint ist), dann frage ich mich, warum Du Dich dem Thema der Netzpolitik angenommen hast. Ich dachte es geht hier auch um freie Bildung und politisches Engagement finanziell schlechter gestellter Menschen. Da sollte man sich auf gleicher Ebene befinden, sonst wird man irgendwann abgetan wie Politiker, die Entscheidungen über das Leben anderer Menschen treffen, obwohl Sie selbst keine Ahnung (mehr) davon haben, wie es eigentlich ist, so zu leben.

      3. @o.A. Verstehe ich nicht. Warum muss man arm sein, um sich für soziale Gerechtigkeit und in diesem Fall Bürgerrechte zu engagieren? Hast Du mal geschaut, was bekannte NGOs für vergleichbare Stellen zahlen? Hast Du mal bei Gewerkschaften nachgefragt, was deren Funktionäre verdienen?

        Blöde Kommentatoren wie Deinen wünscht man keinem engagierten Blogger, der sicher auf mehr Geld verzichtet, was er woanders verdienen könnte (bei Gewerkschaften, Greenpeace oder anderen Vereinen), um ein solches Angebot zu schaffen.

      4. @ Anon: Danke. Nehme ich zur Kenntnis. Es ging mir nicht darum sich an Spitzenverdienern zu orientieren. Und: Die NGO´s, die ich persönlich kenne und dementsprechend die Einkünfte, verdienen bei weitem weniger. Aber sie machen es nicht allein wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung und das ist für mich immer noch der springende Punkt, was mich auch motiviert Leute (finanziell) zu unterstützen.

      5. Ergänzung für Anon: 1000EUR für eine 70-Stundenwoche ohne Auslöse und in Krisengebieten.
        Leider sitzt man dann auch nicht wirklich im warmen Büro und braucht 10 Minuten bis nach Hause.
        Da kannst Dir gerne mal den Stundenlohn ausrechnen!

        Ich denke um authentisch rüber zu kommen, sollte man sich auf gleicher Ebene wie die Zielgruppe befinden, oder? Ich ziehe mich aber gerne aus diesem Blog zurück und widme mein Zeit lieber Open-Source-Seiten…bringt mich weiter und entspricht auch mehr meiner Philosophie. LG

      6. Scheindiskussion.
        Das Team bietet eine Leistung zu einem Preis an. Take it or leave it.
        Persönlich: ich kenne Hausdamen mit höherem Stundenlohn. Das liegt am äusserst beschränkten Angebot in diesem Qualitätsbereich. Ich lese netzpolitik erst seit einigen Wochen aber mir schwant da eine Parallele. Keep up the good work und ich helfe bei der Finanzierung.

  10. @Markus
    Dann habe ich wohl jetzt als erster die Amazon Wunschliste [‚Evolution of Electronic Dance Music (Keyboard Presents)] genutzt. Viel Spass damit.

  11. Um ehrlich zu sein, ich habe flattr u.ä. noch nie benutzt, aber:
    Früher hatte man sich daran gewöhnt: Monatlich einen bestimmten Betrag für eine oder zwei Tageszeitungen, dazu hie und da eine Wochenzeitung, eine (Fach-)Zeitschrift, etc. Das ändert sich.
    Verfährt man jetzt zweigleisig (Printmedien und Bloggs, etc.) dann wird man Geld aus den Printmedien abziehen und in irgendeiner Weise den internetbasierten Medien zuführen. Auf welche Weise aber?
    Das wird heute keiner so recht beantworten können. Fest steht nur, die Orte, an denen man seine Informationen holt nehmen zu, der Beitrag zur Gesamtinformation (für den Einzelnen) nimmt ab. Man holt nicht fast alles aus einer Tageszeitung sondern Happen aus spezialisierteren Quellen. Dazu kommt: Diese Quellen sind heute nicht wirklich stabil, kommen und gehen – Ihr seid eine löbliche Ausnahme.
    Wenn man diese mögliche Änderung der Art der Informationsgewinnung alleine zu Grunde legt – und außer Acht lässt, dass man netzpolitik.org natürlich auch als rein politisches Projekt ansehen kann und die Mitgliedschaft in einem Förderverein dann eben ein politisches Statement ist – dann scheint mir das crowdfunding angemessen zu sein. Man geht durch das Internet, man hat seine bevorzugten Quellen, denen man vertraut und man bezahlt, wenn man liest. Wenn das nichts mehr taugt, wenn die Interessen sich geändert haben sollten, etc. dann liest man nicht mehr, dann bleibt man weg.
    Wen man sich jetzt vorstellt, man müsste ein solches Leseverhalten jeweils mit Fördervereinen und anderen verbindlichen Langfristbekundungen absichern, Eintritte und Austritte managen – das scheint nicht recht plausibel.

    So, jetzt guck ich erst mal, wie das mit flattr genau geht, denn netzpolitik.org ist so eine Quelle, die ich bevorzuge und der ich traue.

    Viel Erfolg bei der (Neu-)Ausrichtung

    SoGesehen

    1. @SoGesehen: Alles richtig, so gesehen :-)
      Der Blog braucht aber auch was Stabiles, nicht ganz so flattr-Haftes. Sonst ist er bald nicht mehr löblich. Also Abo, Förderverein, Freundeskreis (siehe unten)… Auch nachvollziehbar, SoGesehen?

  12. Warum kein Förderverein? Crowdfunding ist eher eine Starthilfe für Startups und Experimente. Das ist netz-politik.org sicher nichf, und eine dauerhafte Finanzierung die über den Namen „Crowdfunding“ läuft würde generell auch nicht zu Crowdfunding passen, und nicht den gewünschten Effekt erzielen.

    Ich fände die Idee mit einem Förderverein besser und praktischer.
    1. Lässt sich dieser auf mehrere Jahre hinweg ohne Probleme durchführen (was bei Crowdfunding Plattformen wie startnext) zu Problemen führen würde
    2. Ist eine Gebundenheit an den Blog so größer: „Ich bin teil des ‚Förderverein von Netz-Politik“…. …praktischer für eine Dauerhafte und so hohe Finanzierung!

    Außerdem muss man es ja nicht „Förderverein“ nennen. Unsere Schule nennt es zum Beispiel „Freundeskreis“….

  13. Wenn die Leute schon zu faul sind zum Flattern, werden sie nie und nimmer den Aufwand einer Überweisung auf sich nehmen. Und wenn, dann sind es nur einmalige Beträge. Ich würde da eher auf Abbuchungen setzen. Die Leute unterschreiben, und regelmässig wird von ihrem Konto abgebucht. Man muss sie nur einmal überzeugen und dann kommt das Geld regelmässig. Das ist der Vorteil gegenüber all den anderen Formen, bei denen das Geld halt nicht regelmässig kommt.
    Wer bezahlt, bekommt Zugriff auf eine Seite ohne Werbung und den Full-RSS-Feed ohne Werbung – der Rest bekommt halt Werbung auch in den RSS-Feed.

    Wichtig ist ein regelmässiges, automatisiertes Feedback, das den Usern schwarz auf weiss zeigt, wie es aussieht. Also jeden Monat ein Post, der die Einnahmen mit den Kosten vergleicht. Damit nicht diejenigen, die am 1. Januar für 5 cent geflattert haben, glauben, damit könne sich die Seite jetzt finanzieren.
    Alternativ könnten Ihr auch ein Einnahmenziel festlegen und das auf die einzelnen Besucher runterbrechen und auch klar kommunizieren.

  14. Ich glaube, wenn ihr prominent auf netzpolitik.org eine Spendenseite integriert, könnte das eine Crowdfunding-Kampagne ersetzen. Eine Plattform wie startnext ist ja nur dann praktisch, wenn es darum geht, physische Belohnungen strukturiert zu verteilen. Um Physisches geht es hier doch aber prinzipiell nicht.

    Das heißt:

    Eine Unterseite mit Fortschrittsbalken, z.b. 0 von 30.000€ für eine Stelle. Darunter diverse Bezahloptionen, die ja Überweisung, Paypal etc. beinhalten

    Das könnte man auch mit der monatlich/jährlich wiederkehrenden Spende integrieren.

    Aber ich glaube allein so ein Fortschrittsbalken macht schon viel, wenn darunter transparent erklärt wird, wohin das Geld fließt und inwiefern es die Seite wertiger macht.

  15. Bei der taz nutzen wir für freiwilliges Bezahlen die Zahlungswege Flattr, Paypal, Handy, Kreditkarte, einmalige Lastschrift, regelmäßige Lastschrift, Kreditkarte. Die Einnahmen lagen bis vor kurzem bei 4.500 bis 5.000 Euro pro Monat. Mehr als die Hälfte davon kam über regelmäßige Lastschriften. Flattr weit abgeschlagen auf Platz zwei mit unter 15 Prozent.

    Ende November haben wir nervige Layer-Erinnerungen ans freiwillige Bezahlen eingeführt, dadurch sind die Einnahmen deutlich angestiegen, aber wir haben noch keine Abrechnung des ersten vollständigen Monats vorliegen.

    Zu den Transaktionskosten. Von einer Zahlung von 50 Cent kommen bei der taz an:

    – bei Überweisung aufs taz-Konto: 47 Cent
    – bei Zahlung per Lastschrift: 40 Cent
    – bei Zahlung mit Kreditkarte: 39 Cent
    – bei Zahlung per Handy: 37 Cent
    – Bei Zahlung mit paypal: 29 Cent

    Bei einer Zahlung von 5 Euro kommen bei uns an:

    – bei Überweisung aufs taz-Konto: 4,97 Euro
    – bei Zahlung per Lastschrift: 4,90 Euro
    – bei Zahlung mit Kreditkarte: 4,73 Euro
    – bei Zahlung per Handy: 3,97 Euro
    – Bei Zahlung mit paypal: 4,60 Euro

    Die Zahlung per Handy empfiehlt sich also nur bei kleineren Beträgen, die per Paypal erst bei größeren,am günstigsten ist immer die Überweisung.

    Wir wickeln die Zahlungen bei der taz nicht über einen eigens gegründeten Förderverein ab, sondern ganz normal über ein Firmenkonto. Es könnte natürlich die Zahler irritieren, warum auf dem Kontoauszug aus Zahlungsempfänger newthinking steht und nicht netzpolitik.org, aber wenn netzpolitik.org als Zahlungszweck genannt ist, sehe ich die Irritation nicht hinreichend groß. Und der Nachteil eines Vereins ist ja der Verwaltungsaufwand.

    Als kleine Belohnung können die Zahler sich bei uns in diesem Twitter-Account verewigen: https://twitter.com/tazzahlich

    Wichtig erscheint uns auch, mit den freiwilligen Zahlungen transparent umzugehen – daher bloggen wir regelmäßig über die Entwicklung: http://blogs.taz.de/hausblog/tag/taz-zahl-ich/

    1. Jetzt sind die neuesten taz-Zahlen da. Als wir am 22. November die nervige Layerwerbung mit Erinnung ans freiwillige Bezahlen einführten, gab es eine kurze und heftige Zahlungsspitze. Die ebbte nach ein paar Tagen wieder ab – und bleibt dauerhaft um den Faktor 2,5 über dem Niveau vor der Layer-Werbung: Unsere Einnahmen stiegen von vorher knapp 4.000 Euro auf jetzt 10.900 Euro.

      Besonders gut für unsere Planungssicherheit: 4.700 Euro kamen über Einzugsermächtigungen für regelmäßige Lastschriften. Das ist also Geld, mit dem wir regelmäßig fest rechnen können.

      Mehr Details:
      http://blogs.taz.de/hausblog/2013/01/16/taz-zahl-ich-rekord-im-dezember/

    2. Ich bin verblüfft – mein Förderverein kriegt 100% der Lastschrift. Liegt das an der Bank oder an der Gemeinnützigkeit? Solltet ihr mal checken…

  16. Ein Betrag der wiederkehrend und beliebig ist würde für mich persönlich am besten funktionieren. Als Spender könnte ich mir für regelmäßige Unterstützung beispielsweise einen Dauerauftrag einrichten. Wie ich als Spender zahle, möchte ich selbst entscheiden, auch wenn es nicht unbedingt Sinn macht Services wie Paypal zu nutzen um denen Gebühren einen Teil des Geldes in den Rachen zu werfen.

    Die Option Paypal halte ich für kritisch, besonders auch in Verbindung mit dem Thema Netzpolitik. Die haben so manches mal fragwürdige Methoden an den Tag gelegt.

  17. Ich bin sehr gerne bereit, zu spenden (ich hasse dieses Wort), bin aber kein großer Fan von Paypal im speziellen oder anderen Zwischenstellen, die sich einen Teil des Geldes abzwacken, von dem dann weder ich, noch ihr etwas habt.
    Am liebsten wäre mir persönlich, ich könnte ganz klassisch auf ein Bankkonto überweisen.
    Was für euch als „Empfänger“ am angenehmsten ist, weiß ich allerdings nicht.

  18. Wäre ein Crowdfunding aus Österreich interessant? Die Unabhängigkeit wäre dadurch sicher gewährt und das Unternehmen ist brandneu und ich könnte mir vorstellen, dass da beiderseitiges Interesse herrschen könnte. Ich investiere dort schon in die SunnyBAGS und eine Investition in Netzpolitik wäre nach Prüfung der wirtschaftlichen Parameter nicht uninteressant, und vielleicht eine Expansion auch in den österreichischen Raum?

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