Überwachung

Schon wieder Funkzellenabfrage in Dresden

Ist diese Meldung von Radio Dresden eigentlich noch eine Nachricht wert?


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Im Zusammenhang mit einer Farbbeutelattacke auf das Dresdner Glücksgas-Stadion im Juli vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft Dresden eine Funkzellenabfrage durchgeführt. Das erfuhr unser Sender von der Dresdner Staatsanwaltschaft. „Um der Täter habhaft zu werden, hat die Staatsanwaltschaft eine Abfrage der Funkzellen beantragt. Einen entsprechenden Beschluss hat das Amtsgericht erlassen. Dadurch sind Verkehrsdaten im niedrigen vierstelligen Bereich erhoben worden“, sagte Sprecher Lorenz Haase unserem Sender.

Eingeworfene Scheiben. Ganz klar: Da hilft nur noch Funkzelleneinsatz! Wurde die Vorratsdatenspeicherung nicht mal mit internationalem Terrorismus begründet?

Gegen die Speicherpraxis kann weiterhin geklagt werden.

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24 Kommentare
  1. wen soll das denn interessieren bei den behörden. es wird gespeichert und überwacht wie es beliebt. wen interessiert es denn schon, passiert ja eh nix…….

  2. Hach.. wie schön wärs wenn man die zuständigen Beamten sofort für jede einzelne Abgefragte Position verknacken könnte, inklusive der Politiker die dieses Gesetz ermöglicht haben… xxx.xxx mal die Mindeststrafe aufsummiert könnten vielleicht endlich mal ein abschreckendes Beispiel sein…
    Aber leider befinden sich Polizisten, Staatsanwälte und Politiker ja im Rechtsfreien Raum bis dann irgendwann mal der Mob sein Recht in diesen Raum bringt…

  3. Bin ja vollkommen auf eurer Seite, aber ihr haettet doch noch schreiben koennen, dass auch Polizisten attackiert worden sein sollen.
    Wie ein „schwerer Landfriedensbruch“ zustande kommt, der ja auch hier angezeigt wurde, wuesste ich trotzdem mal gerne.

  4. Merke: Wenn ich in Dresden eine Straftat begehen will, dann lasse ich das Handy zuhause. Damit tappt die Polizei dann im Dunkeln, verdächtigt andere, unschuldige Menschen und ich komm ungeschoren davon.

    Profis geben ihr Handy einem Kumpel mit, der damit auf der anderen Seite der Stadt gemütlich spazieren geht. Damit hat man dann wirklich das perfekte Alibi. Wer es noch interessanter machen will, besorgt sich eine auf einen fremden Namen registrierte SIM-Karte (gibt es etwa bei Ebay) und ein Wegwerfhandy für 20€.

    Und ja, spätestens seit der Abfrage bei der Nazidemo dürften große Teile der rechten und linken Szene wissen wie gefährlich Handys werden können. Die entsprechenden Umgehungsmaßnahmen dürften in den Szenen kursieren – und jetzt werden es auch die Hardcore-Fußballfans erahnen und vllt. beim Auswärtsspiel das Handy zuhause lassen oder ausschalten.

  5. Wurde die Vorratsdatenspeicherung nicht mal mit internationalem Terrorismus begründet?“

    Da auch die Besatzung eines Streifenwagens „angegriffen“ wurde wird das ganze als wohl Terrorismus ausgelegt

    Ermittelt werde wegen schweren Landfriedensbruches und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

  6. Das Handy bleibt doch eh zuhause… und wenn man „Gefahrlos“ miteinander sprechen will, geht man vorher zum Drogeriemarkt und kauft sich dort eine Simkarte… Daten mit denen mans Freischaltet gibts doch genug… Einfach mal kurz im Internet ganz Stupide nen Impressum irgendeiner Deutschen Seite nehmen und man hat alle Kontaktdaten.. ganz dreiste nutzen dann noch die vielleicht hinterlegte Kontoverbindung wenns z.B. ein Verein ect ist und Laden das Handy gleich damit auf…

    Ist ja nicht so dases tagtäglich passieren würde… (gab vor kurzem ja auch genau deswegen irgendwo nen 5 Minuten Bericht darüber im TV… *grübel*)

  7. Wenigstens wissen die in Dresden noch wann sie die Funkzellenabrage durchführen, die Hamburger Polizei und Innenbehörde weiß das leider nicht mehr.


    Allerdings führt die Polizei Hamburg keinerlei Statistik zur Durchführung dieser Maßnahme, so dass ich Ihnen nicht sagen kann, wie oft oder in welchen Stadtteilen diese Maßnahme
    durchgeführt wurde, wieviele Datensätze von den Providern angefordert wurden, zu wievielen Anschlüssen Daten ermittelt wurden, wieviele Personen insgesamt betroffen und wann diese benachrichtigt wurden.

    In welchem Zusammenhang (Straftaten) die Funkzellenauswertungen im Einzelnen stattgefunden haben, kann ich Ihnen aufgrund fehlender Statistik ebenfalls nicht sagen.

    Das finde ich fast noch schlimmer.

  8. Wieso gibt es die Daten überhaupt (noch)?
    Und wann wurde der Beschluss erlassen?
    Und gibt es bei so was keinen Richtervorbehalt? Wer sagt denn, dass der/die Täter ihre Mobiltelefone dabei hatten? Jetzt weiß man nur, welche und wie viele Tausend(!) Geräte (nicht Personen!) in dem Bereich waren. Super. Erkenntnisgewinn gleich Null.
    Fragen über Fragen.

  9. Als Abwehr empfehle ich die Funklochsimulation. Das Handy rechtzeitig in Silberfolie einwickeln und später wieder befreien.
    Es erfolgt kein Abmelden wie beim ausschalten und später auch kein Anmelden. Das Handy war eben in ein Funkloch.

  10. In Sachsen hat sich im doch politisch nicht allzuviel seit dem Fall der Mauer geändert, wieder Regiert seit 20 Jahren im prinzip eine einzige Partei welche echte demokratische Struckturen, Bürgerbeteiligung oder das Demonstrationsrecht nur widerwillig akzeptiert , lieber von einer Art „Bürgerlicher Partei Monachie“ oder dem „Ordnungsstaat“ träumt. Unter dieser Decke gedeihen Filz , Lobbyismus und Seilschaften bis hin zur Rechtsbeugung.
    Auch in der Polizei gab es kaum Brüche, der großteil des alten Personals sitzt heute auf Posten mit Verantwortung und sieht im den neuen Überwachungsmaßnahmen gegen Demonstranten oder anderen ihrer Meinung nach „Unruhrestiftern“ nur die Bestätigung von dem was sie einmal in ihrer Jugend beigebracht beommen hatten.

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