Die Rechteindustrie mag Kinderpornographie – das schreibt zumindest der schwedische Pirat im Europaparlament, Christian Engström, und schildert seine Erlebnisse während eines Seminars in Schweden: IFPI’s child porn strategy. Ein Vertreter aus Dänemark, der anscheinend bei einer ähnlichen Organisation wie der hiesigen GVU arbeitet, erklärte dabei, dass man mit Sperrlisten für Kinderpornographie Politikern sehr einfach erklären könnte, wie man damit auch viele Urheberrechtsprobleme lösen könne.
”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites”. […] ”One day we will have a giant filter that we develop in close cooperation with IFPI and MPA. We continuously monitor the child porn on the net, to show the politicians that filtering works. Child porn is an issue they understand,” Johan Schlüter said with a grin, his whole being radiating pride and enthusiasm from the podium.
Update: Da in den Kommentaren der Hinweis kam, dass man das noch dazu schreiben sollte: Engström schildert ein Erlebnis aus dem Jahre 2007. (Für die, die nicht auf den Link klicken).
Ergänzungen
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53 Kommentare zu „Die Rechteindustrie mag Kinderpornographie“
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Ugh. Der klingt wie ein James-Bond-Bösewicht und hat einen ähnlich verruchten Plan.
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Meine Fresse! Da kann einem beim Lesen glatt die Magensäure hochkommen!
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Johan Schlüter lässt einen ja noch hoffen: An einen Scherz von Extra3-Johannes Schlüter. Auch wenns unwahrschienlich ist :-/
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das ist doch nichts neues, das kennen wir doch. ist doch nichts anderes als die lügerei und hetzerei von zensursula.
das muss verbreitet werden, an alle EU-„politiker“, die in der sache involviert sind.
vielleicht auch an herrn thomas de zensiere.
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Der Vertreter der Urheberrechtsindustrie heißt wirklich Johan[nes] Schlüter? Das klingt verdächtig nach extra3 (auch vom Inhalt her kann das doch eigentlich nur Satire sein).
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Selbst für einen ersten April klingt das heftig. Den haben wir aber heute nicht. Was sich hier liest wie eine Ansprache des Bösewichts im Schwarzweißkrimi, ist die Umsetzung des 1984 in die Realität.
Ich hätte erwartet, dass sie sich erst in ein paar Jahren trauen, so vor Publikum zu reden, von dem sie wissen, dass es nicht nur auf ihrer Seite steht. Mal schauen. Vielleicht auch nur ein Testballon.
-„blindest know“- Only the blindest see it.
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Wer Urheberrechtsverletzungen mit Misshandlung von Kindern, „Kinderpornografie“ und anderen kranken Tagen gleichsetzt, gehört sofort in die nicht existenten Gaskammern gesteckt^^
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Oha. Die sind sich also ihrer Sache schon so sicher, dass sie sich nicht mal mehr die Mühe machen, sie zu verschleiern.
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@mike
der rechteindustrie ist alles zuzutrauen, sogar dies.
mal gespannt, wann der erste kipo-produzent vor dem (hamburger?) gericht wegen urheberrechtsverletzung seines schundes klagt und gewinnt.
in diesen tagen ist alles perverse denkbar.
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[…] Weil es vor ihnen längst andere getan haben. Wie zum Beispiel die armen, von Raubmordkopierverbrechern gepeinigten Rechteverwerter. […]
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Also es überrascht mich jetzt wirklich wie naiv die Leute sind, das ist doch nun wirklich sonnenklar worum es der Content-Industrie geht wenn sie von Kipo-Sperren reden.
Auch der Deutsche Videotheken Verband hat die Kinderhilfe bei ihren Zensurversuchen unterstützt, das es ihnen dabei genauso ausschließlich um Copyright ging, das versteht sich doch von selbst!
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WIDERLICH.
Mehr kann man dazu echt nicht sagen.
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[…] Netzpolitik berichtet, sind unsere Freunde von der Contentmafia von Kinderpornographie schwer angetan. […]
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Unfassbar. Dass oft so gedacht wird, war ja offensichtlich. Aber, dass das offen so ausgesprochen wird, schlägt dem Fass doch den Boden aus.
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das muss doch an alle beteiligten sperr‑, lösch‑, zensurbefürworter geschickt werden. was haben die dann noch für argumente?
endlich sagt einer mal was wirklich beabsichtigt ist. dieses statement trägt doch sicher auch zu einer „realitätsnahen“ urteilsfindung in karlsruhe bei.
ich denke, der typ hätte auch die VDS erwähnen können, oder glaubt wirklich jemand an die mär mit den „terroristenfangen?“
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Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Aussagen von Schlüter bereits aus 2007 stammen (wie im Text von Engström erwähnt).
hehe, captcha: although absurdly
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WIR haben es von Anfang an gewusst und wurden dafür von Politikern und VG’s o.ä. belächelt. Nun kommt wieder einmal die hässliche Fratze der Gierigen an’s Tageslicht. wacht verdammt nochmal endlich auf und zeigt euren Enterhaken!!! Wofür habt ihr den wohl?
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http://www.jschluter.com/default.asp?frontnav=3&lockID_1=5&lockID_2=35&frontID=123&frontModuleType=0
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„”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastic…“…
”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we c…
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Ist sicher, dass Engström nicht auf einen enthusiastischen Sperr-Gegner reingefallen ist?
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[…] des Tages: »Child pornography is great. It is great because politicians understand child pornography« – und wenn die Politiker das verstehen, denn werden sie auch von der Contentindustrie […]
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CAPTCHA: this censored :-S
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[…] Source where I found this – sorry people, the blog is mostly german.. […]
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Gibts da mehr als eine Quelle, welche diese Aussage bestätigt?
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@Christian: Im Post von Egström sind zwei Artikel in schwedisch verlinkt.
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Rick Valkvinge hatte dieses Erlebnis bereits im Juli 2007 vor einem Auditorium der Stanford Law School angesprochen: http://video.google.com/videoplay?docid=4472314929478865652# (ab 28:30)
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Das wussten wir doch alle, dass es nie um misshandelte Kinder ging, geht und gehen wird.
Es geht immer nur um den Reichtum einiger alter Männer, denen jedes Mittel recht ist.
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Zensupdate des Tages…
Vorsicht, gleich wird es eklig. Erstmal wäre da die Meldung, dass es doch noch gar kein Löschgesetz gäbe. Dafür berichtet netzpolitik.org, dass die Content-Mafia geil auf Kinderpornos ist. Weil man damit Politikern so gut erklären kann, wofür so eine Z…
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Ich bin ja schon ein alter Zyniker, aber die Menschenverachtung, die dort zum Ausdruck kommt, ist nicht mehr zu ertragen. Unsägliches kindliches Leiden zu kommerziellen Zwecken zu instrumentalisieren, ist genau so verachtenswert wie der Mißbrauch selbst. Und unsere Politiker tappen bis zur Oberlippe in diesen übel riechenden „Honeypot“ und lassen sich dann noch lustvoll grunzend am Nasenring der Content-Industrie durchs Dorf ziehen. Widerlich!
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[…] Engström – IFPI’s Child Porn Strategy [via netzpolitik.org] Geschrieben von Rouven. Veröffentlicht am Dienstag, 27. April 2010 um 20:43. Abgelegt unter […]
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Warum überrascht mich das jetzt nicht? Ich denke jedem, der sich in den letzten Monaten mit der Thematik Sperren oder Löschen weitgehend objektiv auseinandergesetzt hat, wird festgestellt haben, dass es bei den Websperren niemals um das Löschen von KP, sondern ausschliesslich um das Schaffen von gesetzlichen Grundlagen zur Etablierung von Zensur, Vertretung wirtschaftlicher Interessen und willkürlicher politischer Einflussnahme auf Internetpublikationen ging und geht. Und die yitierte Person hat einfach mal offen ausgesprochen, dass es nicht um Verhinderung von KP und Missbrauch geht, sondern um die Interessen der RIAA oder wem auch immer. Das is exakt das, was die Sperrgegener schon von Anfang an z.B. Frau von der Leyen und jetzt Frau Malmström vorgeworfen haben, nämlich Missbrauch der Missbrauchten zum Erreichen eigener politischer und wirtschaftlicher Ziele.
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Was wahres hat es aber, es ist ja nicht so das Kinderpornografie jetz verherrlicht wird, weil jetzt manche so reagieren. Es ist nur Mittel zum Zweck, es hat die Aufmerksam aus seiner seite u. deshalb ist es was heißt gut find ich auch falsch formuliert es existiert und es ist gut wenn drüber diskutiert wird, deshalb diskutiert wird Sachen im Internet zu sprerren oder völlig vom Markt zu holen.
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Das einzige Überraschende daran ist die Offenheit mit der das hier gesagt wir.
Das die Rechteindustrie die Debatte über Seitensperrungen nicht ohne Hintergedanken mitverfolgt ist nur logisch.
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@31
Es ist nicht Mittel zum Zweck, um darueber zu diskutieren, wie man da Problem grundlegend bekaempfen kann, sondern wie man den Missbrauch Minderjaehriger wirtschaftlich ausnutzen kann. Und das ist mindestens genauso schlimm, wie der Missbrauch selbst, da es ein zweiter Missbrauch ist.
Es wird nicht verherrlicht, aber zumindest gutgeheissen, da es ein Werkzeug darstellt, der die eigenen Interessen durchzusetzen hilft. Das das Sperren von Websites totaler Schwachsinn ist, sollte mittlerweile jeder kapiert haben, da es a) den Opfern nicht hilft, b) das eigentliche Problem nur versteckt und nicht behebt, c) eine Grundlage fuer willkuerliche Zensurmassnahmen fuer jegliche beliebige Inhalte etabliert,
d) problemlos umgangen werden kann etc.pp.
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hmm…ich denke, jetzt werden einige schwarze koffer wieder zurückgefordert werden.
soll denn allen ernstes jetzt noch, seine sie so schwarz wie die nacht, das ganze „denkt den niemand an die kidner“- theater weitergehen?
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#34 Wenn Du da mal nicht zu optimistisch bist. Auf solche peinlichen Veröffentlichungen reagieren Profis ganz entspannt mit Diffamierungen – entweder wird der Quelle selbst irgendwas angehängt (wäre ja nicht das erste mal), oder es tauchen plötzlich flankierende Gutachten auf, oder es gibt plötzlich sensationelle Erfolge, die man irgendwelchen Zensurgeschichten verdankt.
Und wer meint, man müsse das nur den Schwarzen schicken und sie wachen alle auf und beginnen sogleich eine Katharsis und werden zu Piraten: Viel wahrscheinlicher sind, leider, Reaktionen wie „naja erstens ist das uralt, zweitens ein unbewiesener Einzelfall und drittens ist dieser Engström einer von diesen Raubkopiererverteidigern, bei denen ja alle den Internetkommunismus fordern“.
Markus schrieb ja an anderer Stelle was von „dicken Brettern“, ich als Pessimist sehe da ja eher armierten Stahlbeton… aber: Hoffen darf man natürlich. ;-)
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[…] Digital: Die Rechteindustrie mag Kinderpornographie…Netzpolitik […]
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[…] [via netzpolitik] […]
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Die Kinderporno-Strategie der Rechteverwerter…
Wir haben es im letzten Jahr erlebt, wann immer die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen aka Zensursula die Kinderporno-Keule schwang, herrschte nur noch betretenes Schweigen und absolute Zustimmung. Ja, Kinderpornographie ist ein schlimmes…
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Wozu die Aufregung über ein 2 Jahre altes Statement?
Im Artikel wird in der Tat suggeriert, die Aussage wäre aktuell.…
(Offtopic: Das Captcha geht mir auf den Keks…)
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[…] ich hab es mal mit Google übersetzt: “Kinderpornographie ist groß”, die Redner auf dem Podium erklärte enthusiastis… […]
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[…] wieder, die Netzsperren sollen jetzt von der EU kommen. ELENA, ACTA, 3‑Strikes, die Content-Industrie, die Kinderpornographie toll findet. Die Verlage gehen gegen Google vor, als wäre es der Feind aber verlsuchen gleichzeitig bei […]
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@39 und alle anderen die sagten „das Statement ist alt“.
Gerade DESHALB ist es ja so schlimm! Weil ganz klar ein von langer Hand (2Jahre) geplantes Szenario nun Wirkung zeigt. Das Szenario heißt: Willst Du das Geschäftsmodell Uheberrechtsregime in der bisherigen Form weiterführen musst Du Politiker über den Umweg KiPo gefügig machen. Das braucht Zeit und man hat dementsprechend schon früh angefangen…
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[…] Die Rechteindustrie mag Kinderpornographie “Ein Vertreter aus Dänemark, der anscheinend bei einer ähnlichen Organisation wie der hiesigen GVU arbeitet, erklärte dabei, dass man mit Sperrlisten für Kinderpornographie Politikern sehr einfach erklären könnte, wie man damit auch viele Urheberrechtsprobleme lösen könne.” […]
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[…] netzpolitik Tags » Internetsperren, Lobbyismus, Piraten « Autor: Jonas Schaible Datum: […]
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Ich will da mal auf einen Artikel der NYT aus dem Jahr 2003(!) verweisen, wo dieser Kontext bereits behandelt wird:
Aiming at Pornography to Hit Music Piracy
http://www.nytimes.com/2003/09/07/technology/07PORN.html
Damit lässt sich auch erkären, warum die Musikindustrie hierzu so gerne Benefizkonzerte und Vereine sponsert, um so über ein schwer emotional besetztes Thema an ihre eigenen, pekuniären Interessen anzudocken.
Diese, schon über Jahre verfolgte, Strategie ist äußerst perfide.
Der Kerl hat es jetzt halt bloß direkt ausgesprochen.
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Tja, und letztes Jahr wurde man noch blöd angemacht, wenn man sich über die Beteiligung des Videoversins und der Buchmafia am Zensurela mMist gewundert hat. Und das der Verein die gleiche Adresse hat wie eine Firma, die Politik Beinflussung verkauft… Na sowas aber auch. Warum springt hier die Blöd nicht auf? Das wäre doch mal eine Schlagzeile. Kann man nicht mal alle Blogs zusammenschalten, so dass eine Woche lange genau DAS auf jeder Seite oben zu sehen ist? Z.B. über das schöne Schäuble Eck rechts oben oder so?
Bitte macht eine Aktion! Z.B. Eintrag in Wikipedia oder Google News oder Gulli oder Nachdenkseiten oder Fefe oder am Besten alle zusammen!
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So wie ich die BLÖD einschätze, würde das denen ideologisch nicht in den Kram passen. Man würde dann ja auch zumindest streifen müssen, was wirklich hinter der ganzen KiPo-Aktion der Regierung stecken könnte, damit also auch an dieser gar fundiert Kritik üben. Und das geht nun wirklich nicht, wenn die Verlegerin wie man hört, guten Kontakt zur Kanzlerin pflegt. Die betreiben dann doch viel lieber offen Hetze gegen ganze Bevölkerungsteile. Jemand meinte über die BLÖD mal \Das Blatt unserer Herrscher für die Beherrschten\. Das dürfte es ganz gut treffen.
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Plattformneutralität als Politik…
Dies ist der zweite Teil der Reihe über das, was man wohl unvorsichtiger Weise „Politik“…
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[…] Die Rechteindustrie mag Kinderpornographie : netzpolitik.org @Vaness: Deine Einstellung zu lesen ist alles andere als prickelnd. Scheinbar interessieren dich […]
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[…] We continuously monitor the child porn on the net […]
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[…] Ich rede hier von der Netzneutralität, ein Diskurs, der in den USA bereits seit einiger Zeit geführt wird und mittlerweile auch hierzulande im Mittelpunkt vieler netzpolitischer Forderungen steht. Obwohl der Staat in den USA bislang weniger Regulierungsbegehrlichkeiten gezeigt hat, hat dort der Netzneutralitätsdiskurs seinen Ausgang genommen. Dort nämlich waren es die Provider und großen Telefonkonzerne, die das Thema Internetregulierung auf den Tisch brachten. Der Streit, der dort immer noch schwelt, hat es auch nach Europa geschafft. Jetzt sind es bereits zwei, die sich um die Regulation des Internets bemühen: die Politik und die Provider. Angestachelt auch von der Rechteindustrie, die meint, mit Internetregulation ließen sich auch ihre… […]
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[…] Rant ablassen, wie so die weiteren Geschäftsmethoden aussehen. Hier würde sich zum Beispiel dieser Artikel gar wunderschön machen. Ich ziehe mal das schönste Zitat raus: ”Child pornography is great,” […]
Dieser Artikel ist älter als 16 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.