Dieser Artikel ist mehr als 17 Jahre alt.

Taz-Titelseite: Blogwart Mehdorn

Die TAZ hat die Abmahnung durch die Deutsche Bahn auf die Titelseite genommen und zum Thema des Tages gemacht. In insgesamt drei Beiträgen inklusive dem Kommentar auf der Startseite geht es um die Geschichte. Danke für die Unterstützung. Kommentar: Ein Bahn-Chef von gestern. Interview mit dem Abgeordneten Anton Hofreiter: „Es gab weitere Fälle“. Brisantes Bahn-Memo:…

  • Markus Beckedahl

Die TAZ hat die Abmahnung durch die Deutsche Bahn auf die Titelseite genommen und zum Thema des Tages gemacht. In insgesamt drei Beiträgen inklusive dem Kommentar auf der Startseite geht es um die Geschichte. Danke für die Unterstützung.

Kommentar: Ein Bahn-Chef von gestern.
Interview mit dem Abgeordneten Anton Hofreiter: „Es gab weitere Fälle“.
Brisantes Bahn-Memo: Hart bleiben gegen Mehdorn.

Heute Morgen war ich auch Gast beim Deutschlandradio Kultur, um im Radiofeuilleton über den Fall zu sprechen.

Goliath kann nicht gewinnen – Die Solidarisierungswelle für netzpolitik.org nach Abmahnung durch die Deutsche Bahn zeigt, wie das Web 2.0 die Öffentlichkeit verändert hat.

Davon gibt es jetzt schon die MP3. Und hier ist das Transcript: „Notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht durchfechten“.

Update:

Unterstützung gibt es jetzt auch in einer Pressemitteilung des Deutschen Journalistenverbandes: DJV fordert von Bahn Transparenz.

In dem Zusammenhang kritisierte Konken das Vorgehen der Bahn gegen den Betreiber des Internetportals netzpolitik.org. Dort war ein Sitzungsprotokoll der Bahn im Original veröffentlicht worden, in dem es um die Überwachungen ging. Das Verkehrsunternehmen drohte dem Portalbetreiber daraufhin mit rechtlichen Konsequenzen, wenn er das Dokument nicht unverzüglich entferne. „Angesichts der immensen gesellschaftlichen und politischen Bedeutung des Datenskandals gehörte das Papier in die Öffentlichkeit“, sagte Konken. In diesem Fall könne das Unternehmen nicht damit argumentieren, dass Sitzungsprotokolle aus Wettbewerbsgründen stets geheim seien. Wenn das Papier in einem engen Zusammenhang mit den Bespitzelungen bei der Bahn stehe, gebe es sogar ein Recht zum Vollzitat. „Im Zweifel hat das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und damit letztlich die Pressefreiheit Vorrang.“

Und Stern.de berichtet auch: Bahn vs. Blogger – „Die müssen uns ernst nehmen“

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

27 Kommentare zu „Taz-Titelseite: Blogwart Mehdorn“


  1. Das ist mal eine frische Berichterstattung. Doch ausgerechnet heute gab es die Zeitung nicht am Kiosk meines Vertrauens. Damn!


  2. Ich bin schwer beeindruckt. Journalismus in diesem Land scheint doch noch erstaunlich flexibel. Welch’ ein Schneeball!


  3. Guten Morgen! Schön, dass dradio einen Bericht daraus gemacht hat.

    Eine kleine Anmerkung zur immer wieder gestellten Frage, ob denn die Abmahnung auch als Druckwerk eingehen müsste: warum? Sie ist doch zugegangen, das ist offensichtlich. Und die DB AG bestreitet dies auch nicht, ebenfalls nicht den Inhalt. Was soll denn da ein Einschreiben o. ä. noch bewirken?

    Sofern keine Seite irgendetwas bestreitet (Zugang, Inhalt) ist die Sache juristisch völlig uninteressant.


  4. Marc Behrends

    ,

    Erstaunlich. Als ob es kein relevanteres Thema für den Titel einer sich selbst ernst nehmenden Tageszeitung geben würde.

    Markus, für dich ist das natürlich aufregend, nach acht Jahren erstmals abgemahnt zu werden. Aber dass die Position der Bahn juristisch haltlos ist, sollte sich inzwischen rumgesprochen haben. Zum BVerfG wird dieser Fall nie kommen, nicht mal zum Amtgericht.

    Aber angesichts der Nachrichtenlage ist das doch eher ein Stürmchen im Wasserglas und die Welle der Berichterstattung ist grotesk überzogen.


  5. Alexander fischer

    ,

    Finde es gut das hier mal das Dokument und das komplette Ausmaß nachzulesen ist. ich finde auch das sich Großkonzerne in unserer Welt einfach zu wichtig nehmen und meinen sie können sich alles erlauben. Das kann nciht sein udn ich hoffe das Hr. Mehdorn dafür seinen längst überfälligen Hut nehmen muss und hoffe weiter das er so richtig einen von unserer ledislativen draufbekommt. Denn was da abläuft ist eine Sauerei.
    Sollte der Herr hier wirklich ein Verbot bekommen, dass er das Dokument nicht mehr anbieten darf, soll er sich melden dann setz ich es auf meine Webspaces!!


  6. Ein großer Sieg für den Webjournalismus. Echt unglaublich, was für Wellen das jetzt schlägt. Die Beudetung von Blogs nimmt in Deutschland immer mehr zu. Danke Markus!


  7. […] Anfrage an den Berliner Datenschutzbeauftragten (deswegen): […]


  8. e-punk

    ,

    und auf taz.de findet man heute nix neues dazu…
    seltsam, dass zum Thema „bloggen“ ausschließlich in der Print-Version Stellung genommen wird.


  9. Gunnar

    ,

    Hallo
    Ist es denn wirklich rechtlich richtig gewesen dieses interne Schreiben zu veröffentlichen? Kann man denn dann jedes bristante Dokument einfach so rausgeben?

    Gruss
    Gunnar


  10. Sehr geehrter Herr Beckedahl.
    Evtl. sollten wir uns zusammenschließen um gemeinsam den Rechtsstreit mit dem Bahnriesen abzuwenden.
    Erneut sind geheime Bahnpapiere der Bahn aufgetaucht…

    –> http://beastybasti.de/?p=393


  11. […] durch die Bahn-Abmahnung inzwischen noch bekannter gewordene Netzpolitik.org Blogger Markus Beckedahl hat laut seinem Tweet auch einen “Plan […]


  12. Erstaunlich. Als ob es kein relevanteres Thema für den Titel einer sich selbst ernst nehmenden Tageszeitung geben würde.

    Schau mal, womit die anderen Tageszeitungen titeln – hauptsächlich Varianten von „Papst fehlbar“ und „Obama fehlbar“.

    Ist es denn wirklich rechtlich richtig gewesen dieses interne Schreiben zu veröffentlichen? Kann man denn dann jedes bristante Dokument einfach so rausgeben?

    Die rechtliche Dimension dieser Frage kann wohl nur ein Gericht beantworten.

    Um eine moralische Bewertung abzugeben, nützt es sicher, sich vor Augen zu führen, was hier geschehen ist: Der Öffentlichkeit wurden wahre Informationen „übergeben“, die einen Beitrag zur öffentlichen Aufklärung begangener Untaten leisten und sensibilisieren.

    Ich finde, Medienkonsumenten haben ein Recht darauf, sich ungehindert und ungefiltert zu informieren. Andersherum: Welche Gründe sprächen gegen eine Veröffentlichung ?


  13. Gunnar

    ,

    @erlemahnn
    Hmmm, das stimmt. Eigentlich gar keine.


  14. immerhin bringt die taz diesen OBERBLOcker auf die Titelseite!
    Weiter so!!!!!


  15. Die „Betriebsgeheimnisse“ der Bahn dürfte es in dem Sinne nicht einmal geben. Denn Eigner der DB ist zufällig jeder Bürger! Das einige Leute auf Kosten der Bürger Kasse machen, dann noch mit Stasi Methoden die veröffentlichung verhindern wollen ist ausgesprochen uncool, aber Bundes- und Landesregierungs Alltag. Wer sich gegen solche Systemversager stellt ist wenigstens kein Jasager Michel!


  16. Hermann Wesseling

    ,

    Einer der Kommentatoren schreibt, es wäre einmal an der Zeit für Mehdorn, „Größe“ zu zeigen. Geht leider nicht: Mehdorn ist ein kurzer Mann und nicht besonders attraktiv. Solche Männer können immer nur beißen. Da hilft nur eins – ein Maulkorb, bzw. in die Wüste schicken. Am besten gleich zusammen mit Tiefensee, der ist genauso überflüssig.


  17. Hallo Markus!

    Wie es aussieht, darf Herr Mehdorn gleich da weiter machen ‚wo er aufehört hat. Bis zur Bundestagswahl 2009 am 27.09. Da hat er viel Zeit über seine Mitarbeiter noch mehr in Erfahrung zubringen! Tolle Nummer! Scheiß Parteienprorporz!Da zählt das Mitarbeiterchen, das böse gesreente garnichts!!!!

    Herliche Grüße aus Potsdam!

    Martina

    http://www.martinawilczynskimeinung.blog.de


  18. […] für dieses Titelbild ist die Abmahnung von netzpolitik.org durch die Bahn, die meiner Meinung nach mehr als […]


  19. Es ist schon gut, das Meinungen nicht einfach durch rechtliche Institutionen Tod geschwiegen werden können.
    Der Mann ist über sein Ziel hinausgeschossen und gehört demzufolge auch abgeschossen.
    Gruß aus dem Norden von
    Thomas


  20. Patrick

    ,

    Also langsam finde ich den Trubel sehr übertrieben.
    Es war ungeschickt von der Rechtsabteilung der Bahn.
    Alles was da jetzt noch (pathetisch) hineininterpretiert wird, geht am Thema vorbei.
    Medien mussten sich immer schon juristische Auseinandersetzungen liefern, das ist Teil des Systems (und dabei waren sie oft nicht im Recht).


  21. […] Dienstag, 03.02.09: Die Welle nach der Abmahnung (Mit Pressespiegel). Donnerstag, 05.02.09: Taz-Titelseite: Blogwart Mehdorn. Freitag, 06.02.09: Der Text: Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung Freitag, 06.02.09: Die […]


  22. […] an deren Spitze auch die Massenmedien aufsprangen und die Geschichte sogar als Titelstory brachten. Heut, drei Tage nach der Abmahnung, gibt die Bahn auf und verzichtet auf weitere […]


  23. Links – 07.02.2009…

    Hohes Backlog heute. Da sollte einiges zusammenkommen. Die Innenstadt ist ja Sperrbezirk heute (wobei in Davos ja auch schon das Festnehmen geübt worden ist, ich wetter aber, dass München an der Anzahl der Festnahmen besser sein kann, wenn es will)…


  24. Mehdorn ist einer jener skruellosen Manager, die glauben, sich um des Profits willen alles leisten zu können. Wohin das bei den Banken führte, können wir derzeit sehen und werden es wohl auch zu spüren bekommen. In der „Realwirtschaft“ gibt es aber ganz ähnliche Leute. Es wird Zeit, dass man auch sie aufs Abstellgleis schiebt. Mehr:

    http://www.blogsgesang.de/2009/02/07/mit-mehdorn-ist-die-krise-bei-den-managern/


  25. […] Medien schaffen. Als Beispiele könnte man die Abmahnung der Deutschen Bahn gegen Netzpolitik.org (Artikel auf Netzpolitik) oder die angedrohte Abmahnung der Agentur KemperTrautmann gegen DubistTerrorist.de nennen (Bericht […]


  26. […] JAKO ist unbestritten der Verlierer des Tages auf Twitter und in den Blogs. Ob die Geschichte den Sprung aus dem vormedialen Raum in die Massenmedien schafft, ist ungewiss. Präzedenzfälle dafür gibt es jedoch genügend. So wurde im Februar dieses Jahres aus dem getwitterten Hilfeersuch von Markus Beckedahl wegen einer Abmahnung der Deutschen Bahn die Titelstory der überregionalen Tageszeitung taz. […]


  27. […] Das erzeugt einige Aufmerksamkeit im Netz und ni den Medien bis hin zur TAZ-Titelseite: Blogwart Mehdorn. […]

Dieser Artikel ist älter als 17 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.