Öffentlichkeit

Sommerloch doppelplusgut: Tauss, Schmidt, Schwesig, Jung und Lauterbach. [4 Updates]

Kommt nur mir das so vor, oder ist der Vorwahlkampf in diesem Jahr noch absurder, als in den letzten Jahren?

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Da wäre zu einem die causa Tauss. Spiegel Online liegen offenbar einmal mehr interne Ermittlungsergebnisse vor. Allein das ist – auch und gerade nach der Vorgeschichte – bereits ein Skandal. Was Spiegel-Autorin Simone Kaiser aus dem Material macht, schlägt dem Fass allerdings den Boden aus.

Von „schweren Vorwürfen der Ermitllern“ ist die Rede. Und davon, dass „mehr belastendes Material als bislang angenommen“ gefunden wurde. „Insgesamt 356 kinderpornografische Bilddateien und 59 kinderpornografische Videodateien“ sollen es sein.

Moment mal, war nicht bereits Anfang März davon die Rede, dass bei den Durchsuchungen DVDs mit einschlägigem Material gefunden wurden? Ah, hier:

In mindestens einem Fall soll Tauss auch eine DVD von dem Norddeutschen erhalten haben. (06.03.2009)

Insgesamt habe die Staatsanwaltschaft bei dem früheren SPD-Abgeordneten Handy-Bilder und drei DVD mit kinderpornografischen Inhalten gefunden, schreibt die Zeitung. (21.07.2009)

Woher ich das habe? Aus dem Archiv von Spiegel Online. Und nun überschlagen wir kurz: Knapp 400 Dateien, verteilt auf 3 DVDs (jede von ihnen in der Lage, 10.000 und mehr Bilder in typischer „Internetauflösung“ zu speichern), sollen „mehr belastendes Material“ als angenommen sein?

Und das, wo bei vergleichbaren Razzien scheinbar regelmäßig „tausende Bilder“ und „dutzende Datenträger“ beschlagnahmt werden? Den Vorwurf findet nicht nur RA Udo Vetter ziemlich merkwürdig:

356 Fotos, 59 Clips sind bei Tauss „mehr als angenommen“? Eine Null hinter jeder Zahl machte diese These überzeugender. […]

Bevor ich missverstanden werde: Es geht hier nicht darum, den Besitz von Kinderpornographie zu relativieren. Aber das, was der Spiegel gerade abzieht, ist eine Schweinerei, die einem „Qualitätsmedium“ unwürdig ist. Oder „unterirdisch“, wie Tauss selber bei Twitter schreibt:

gerne wg. vieler Anfragen: Es wurde im Gegensatz zu SPon weniger gefunden als zunächst behauptet. Der Artikel ist etwas unterirdisch…

Uuups, Tauss eben schrieb gerade noch etwas:

hört von interner SPIEGEL Disk.: Journalistin, deren Name drüber steht, weiss gar nichts von dem Artikel. […]

Was ist das nur für ein erbärmliches Schmierenstück?

Update, 22:50 Uhr: Stefan Graunke schreibt, dass SpOn offenbar nachträglich am Artikel rumeditiert.

Update, 23:45 Uhr: Nachträglich eingefügt wurde schonmal:

Der Anwalt von Tauss, Jan Moenikes, erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE: „Das Ergebnis der Ermittlungen widerlegt die Darstellung von Jörg Tauss nicht und hat nichts Neues zu Tage gefördert. Die nach Auswertung der Datenspeicher gefundene Menge ist szeneuntypisch wenig. Auch nach monatelangen Ermittlungen beschränkt sich der Vorwurf auf den Besitz dreier einschlägiger DVDs sowie der Bild und Video-MMS, die sich im nur wenige Megabyte großen Speicher seines Handys befanden.“

Update, 23:50 Uhr: Für die Konsolenfreunde unter den Netzpolitiklesern hier ein „Diff“ mit den Änderungen bei Spiegel Online. Die Zeilen mit dem „>“ vorn sind neu, die mit dem voranstehenden „<“ wurden bearbeitet oder gelöscht. Wie man sieht, wurde der Artikel im Laufe des Abends massiv entschärft.

***

Wer heute Abend die Tagesschau gesehen hat, dürfte (auf den Archivbildern) die lächelnde junge Frau an Walter Steinmeiers Seite aufgefallen sein. Nein, das war nicht Ulla Schmidt, die, nun, wo der Bundesrechnungshof ihr die Absolution erteilt hat, endlich ihren Platz im „Team Steinmeier“ einnehmen darf.

090808_Kompetenzteam.jpg

(Screenshot 20Uhr-Tagesschau, 08.08.2009)

Das ist Manuela Schwesig, die neue Familienexpertin der SPD, der die Einführung von Netzsperren in Deutschland gar nicht schnell genug gehen kann. Glaubt ihr nicht? Gegenüber der Passauer Neuen Presse erklärte sie am Samstag:

Das Gesetz über Internet-Sperren für Kinderpornoseiten ist immer noch nicht in Kraft. Droht es zu scheitern?

Schwesig: Das Hin und Her haben zwei von der Union geführte Ministerien zu verantworten. Für diese Hängepartie habe ich nicht das geringste Verständnis. Das hält einen besseren Kinderschutz auf!

Womit auch das geklärt wäre. Und ja, Frau Schwesig ist Mitglied im Kinderschutzbund (siehe auch „Bündnis fordert schärferes Zensursula-Gesetz“ bzw. diese „Gemeinsame Stellungnahme“ diverser Kinderrechtsorganisationen.).

***

Sehr hübsch auch die Idee des Verteidigungsministeriums, jugendliche Besucher mit Fastfood-Gutscheinen zu versorgen. Weil, das Essen bei McDonalds entspreche schließlich den „Lebensgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler“. Ahja. Spon titelt:

Die Bundesregierung sagt Hamburger, Fritten und Cola den Kampf an – und hat ein Programm gegen Übergewicht aufgelegt. Trotzdem ließ das Verteidigungsministerium massenhaft Fastfood-Gutscheine an Schüler verteilen: McDonalds-Coupons im Wert von 73.000 Euro.

Oh, das machen die schon seit 4 Jahren? Wenn das der Lauterbach wüsste! Wobei, ich glaube, er weiß es jetzt. Ja, ich weiß, Fastfood hat nichts mit Netzpoltik zu tun. Aber erstens grillen wir hier gerade und zweitens mag ich nicht immer nur über die SPD schreiben. Schönes Wochenende.

***

Update, vorhin vergessen: Ach, und weil’s so schön ist, noch ein bisschen mehr SpOn-Presseschau:

Säuberungsaktion im Netz: Nach SPIEGEL-Informationen hat Multimillionär Harald Christ – im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Steinmeier für den Mittelstand zuständig – seine Internetpräsenzen gelöscht. Sie waren wohl alles andere als sozialdemokratisch.

So langsam frage ich mich, wer da bei der SPD das Sagen hat. Hätte jemand das Chaos der letzten Wochen in einem Drehbuch „Wie man eine Volkspartei mit maximalem Schaden vor die Wand fährt“ skizziert, würde ein Produzent den Plot wohl als unrealistisch ablehnen. Dummerweise reden wir aber nicht über ein Drehbuch, sondern über die Realität.

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61 Kommentare
  1. Gerade oben in der Klammer die Erläuterung „jede von Ihnen in der Lage, 10.000 und mehr Bilder in typischer “Internetauflösung” zu speichern“ zur DVD-Kapazität nachgetragen. Ausgehend von 4.4GB Speicherplatz und einer Bildergröße von ~300KB scheint mir das eine akzeptable Näherung.

    Mir ist klar, dass Bilder auch deutlich kleiner oder wesentlich größer sein können. Mir geht’s erstmal um eine Relation zum Vorwurf 400 Dateien seien „mehr belastendes Material als angenommen“.

  2. Finde ich schon etwas seltsam Nicht-Journalismus über Fastfoodgutscheine und die öffentliche Demontage von Jörg Tauss in eine Meldung zu packen. Soll das Zynismus sein?

    Wenn die – was im obigen Beitrag spekulativ unterstellt wird – die auf eine arithmetische Neuverpackung und Aufbauschung der bekannten Fakten reingefallen sind oder das sogar allein fabriziert haben, dann ist das schlicht skandalös.

    Neben einem neuen SpOn-Artikel, der journalistische Minimalstandards erfüllt wäre es allerdings auch an Tauss, nicht auf die Staatsanwaltschaft zu verweisen, sondern eine klare Ansage zu machen, inwieweit diese Behauptungen durch seine Erklärung abgedeckt sind.

    Ich habe den Artikel übrigens auch anders in Erinnerung. Das auch zu belegen und nachzuvollziehen wäre schon mal interessant. Hat nicht noch wer eine frühe Auslieferung im Cache?

    Neben Kopfschütteln über verantwortungslose und voyeuristische mediale Gedankenspiele von SpOn kann ich aber übrigens auch nicht nachvollziehen, warum Tauss von vielen Netzaffinen so gehätschelt wird.

  3. @Erasmus: Zynismus? Man könnte es auch als Zusammenfassung der politischen Berichterstattung eines großen deutschen Nachrichtenportals sehen (Nein, nicht Netzpolitik. SpOn natürlich).

    Zu den Änderungen siehe die Updates von 23:45 Uhr und 23:50 Uhr.

    Dass ich Tauss hätschele, kann ich auch nicht sehen. Richtig ist aber, dass ich ihn für einen fachlich hoch kompetenten und nach wie vor glaubwürdigen Politiker halte. Zudem bin ich ein großer Fan der Unschuldsvermutung.

    Was der Spiegel sich gerade on- wie offline erlaubt, ist nach journalistischen oder auch nur moralischen Maßstäben schlicht indiskutabel. Dabei ist es auch völlig gleich, ob man nur die eigenen Leserzahlen pushen will (Da wäre die Skandalisierung des Dienstwagenskandals von Ulla Schmidt nicht so weit weg) oder gar eine politische Kampagne fährt.

    1. @Jo (#7):

      Beim Grillen nicht Lauterbachs Tips beachtet?

      „Skandalisierung des Dienstwagenskandals“ ;-)

      Mir fehlt hier die Spekulation, wer dem SPIEGEL den internen Ermittlungsbericht zugespielt hat.
      *Da* sollte die StA Karlsruhe mal ermitteln… :P

  4. Mir fällt dazu grad ein, dass man da eventuell eine Rüge durch den Deutschen Presserat initiieren könnte. Ich werd mal einen Journalisten darauf ansprechen, wie man das einfädeln könnte.

  5. @Jörg-Olaf Schäfers: Danke für den Hinweis auf’s Update und nichts für ungut bzgl. des Zynismusvorwurfs!

    Wenn der SpOn-Artikel es ursprünglich so dargestellt hat, als seien Tatsachenbehauptungen aus Tauss‘ Erklärung durch neubekannte Fakten widerlegt, Ermittlungen im Sinne des Mandats damit gegenüber dem „Eigengebrauch“ unplausibel, dann ist das IMV eine Vorverurteilung durch das reichweitenstärkste Onlinemedium und kein Sommerloch-Pillepalle.

    Das „hätscheln“ bezog sich übrigens garnicht auf Netzpolitik, zumal ich die Kritik am SpOn-Artikel ja für sehr berechtigt halte. Hätscheln war überhaupt ein schlechtes Wort, weil ich es ja nicht nur wegen der Unschuldvermutung gut finde, sich nicht von dem Fnord-Gerede von „zerfetzten“ und „geschändeten“ Kinden überall blenden zu lassen und mit nach dem Scheiterhaufen und dem Bußstoppschild zu schreien.

    Trotzdem scheint mir bei allem Mitgefühl die Vermengung der Kriminalisierung von freier und unbeobachteter Kommunikation und Meinungsbildung mit dem klärungsbedürftigen Einzelschicksal von Jörg Tauss nicht wirklich gut geeigent das allgemeine Anliegen zu transportieren, vielleicht kann es ihm sogar nachhaltig schaden. Ich denke da z. B. an die Piratenpartei.

  6. > Aber das, was der Spiegel gerade abzieht, ist eine Schweinerei, die einem “Qualitätsmedium” unwürdig ist

    Sie machen das, was eines Kampagnenblattes von Qualität würdig ist.

    > So langsam frage ich mich, wer da bei der SPD das Sagen hat.

    Der sozialdemokratische Fundamentalist der SPD aus der Generation der zornigen Alten, Albrecht Müller, hat vor einem Jahr einen zukunftsweisenden Artikel über die Fremdbestimmtheit der SPD geschrieben.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=3446
    Ihren Auftrag, eine rot-rot-grüne Mehrheit zu verhindern, hat die SPD-Spitze ganz gut erfüllt.

  7. Zu der Fälschungsaffäre:

    Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft.

    Auf dem 25c3 gab es zu diesem Thema ein geradezu hellseherischen Beitrag von Wikileaks, in dem exakt diese Situation vorhergesagt wurde:

    ftp://ftp.ccc.de/congress/25c3/video_h264_720x576/25c3-2916-en-wikileaks.mp4

    Torrents gibt es auch, ebenso eine ipod Version.

    Es ist ungeheuerlich, wie schnell derartige Vorhersagen eintreten. Und es ist ungeheuerlich, für wie dumm doch die Menschen gehalten werden.

    Für mich hat sich der Spiegel endgültig auf eine Ebene mit BILD gestellt.

  8. Was mich richtig schockiert hat, war wie der
    Der Spiegel mit Verweis auf Ermittlerkreise zugleich eine angebliche Homosexualität von Jörg Tauss outete. Das ist wirklich unterste Schublade. Vor allem wie das in Verbindung zu dem Fall „Besitz Kinderpornographischer Medien“ gesetzt wird.

    Das Sturmgeschütz der Demokratie ist in Feindeshand.

  9. BTW,

    wenn man dem Vorabbereicht auf Telepolis zum ZDF-Sommerinterview mit Westerwelle glauben kann, wählt man im Herbst auch mit der „F“.D.P. mehr Überwachung:

    „Westerwelle kündigt schärfere Sicherheitsgesetze an

    Offenbar als Schritt zur Union hin sagte Westerwelle, dass man zwar Bürgerrechte schützen, sich neuen Sicherheitsgesetzen aber nicht verweigern wolle. Die Aussage dürfte einen in der letzten Woche an die Öffentlichkeit gelangten Wahlkampfleitfaden der FDP einiges an Nutzwert nehmen.“

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/143245

  10. Zunächst mal noch ein kleiner Tipp:

    http://www.changedetection.com/

    Und dann: Ja, der Offlineartikel über Tauss ist so unterirdisch, dass man einem Spiegelskandal sprechen könnte.

    Vielleicht sollte man gegen den Spiegel bei seinem Hauptquartier demonstrieren gehen, wie einst die heute ausgelutscht-nervigen pseudoliberale Journaille mit roter Fahne gegen Springer. Eine Mahnwache oder so. Ich wäre dabei.

    Auch der Artikel zum Netz ist das Hinterletzte:
    Das Internet ist „Wurzelwerk darunter ein Pilzgeflecht aus Intrigen, Täuschung und Terror“ und „Die Refugien der Diebe, Rufmörder, Kinderschänder entziehen sich weitgehend der Kontrolle des Rechtsstaats. Nur einer transnationalen Instanz kann es gelingen, Ordnung zu schaffen.“

    Der absolute Hammer aber:
    „Das Netz macht, was es will, und das ist kein Ausdruck von Freiheit, sondern von Gefahr: „Der Cyberspace, sich selbst überlassen, kann das Versprechen der Freiheit nicht erfüllen“, warnt Lawrence Lessig, Stanford-Rechtsprofessor
    und der weltweit bekannteste Prediger einer
    neuen Netzordnung.“

    Der Schwachsinn ist, dass Spiegel ausgerechnet das Kontrollproblem mit dem Ruf nach „Internet Governance“ begegnet.

    1. “Das Netz macht, was es will, und das ist kein Ausdruck von Freiheit, sondern von Gefahr: „Der Cyberspace, sich selbst überlassen, kann das Versprechen der Freiheit nicht erfüllen“

      Oh weh. Denen steht das Wasser bis zum Hals. Die haben ANGST vor uns. Und nach derartigen öffentlichen Hinrichtungen haben sie zu Recht Angst.

  11. @Der Wetter: Die Online-Version ist eine nachrichtliche und etwas übergeigte Zusammenfassung des Printstücks (das ich vorliegen haben).

    Interessant ist, dass die Print-Version bereits den Hinweis auf die drei gefundenen DVDs (allerdings ohne zu erklären, wieviel Speicherplatz so eine DVD bietet, aber das hätte ja dem Artikel seine Grundlage entzogen …) und das Statement von Tauss‘ Anwalt Jan Mönikes enthält.

    Beide Punkte fanden bekanntlich erst im Lauf des gestrigen Abends ihren Weg in die Online-Version.

    Ach, und in der Printausgabe ist dann noch von Material die Rede, das „von den Ermittlern der Homosexuellen-Szene zugeordnet wurden.“

    Das sei, so Autorin Simone Kaiser „für das anstehende Verfahren wohl strafrechtlich nicht relevant“. Bleibt die Frage, warum sie es dann trotzdem explizit erwähnt und beschreibt.

  12. Erschreckend finde ich, wie viele aus dem SPD-„Kompetenzteam“ jetzt die CDU-Positionen aber auch wirklich zu 100% nachplappern. Nicht einmal eine Nuance eigenes Profil bleibt da noch… Offenbar will man sich wirklich zu 100% überflüssig machen.

  13. Die Online-Ausgabe der Süddeutschen spielt kräftig mit im Konzert der Lautsprecher für die Staatsanwaltschaft Karlsruhe:

    „Auf dem Mobiltelefon des 56-Jährigen wurden 356 MMS- und 59 Videodateien gefunden, die die Polizei als kinderpornographisch einstuft. Über eine Dauer von sieben Monaten soll er Kontakt zu Pädophilen gehabt haben, fünf Mal verschickte er selbst Dateien, einmal auch um 4.52 Uhr.“
    http://www.sueddeutsche.de/politik/92/483536/text/

  14. „Intrigen, Täuschung und Terror“. Aha.

    Die Tradition des Prangers, der öffentlichen Vorverurteilung und des Denunziantentums braucht der „Rechtsfreie Raum“ Internet ja schonmal nicht wieder aufleben lassen. Die hat offenbar bei den klassischen Print-Medien mit ihrem Qualitäts-Journalismus sehr gut überlebt.

  15. Verfolge schon seit einiger Zeit verständnislos das hier völlig überflüssige Geschrei wegen der SPD (z.B. Internetsperren); erkenne beim besten Willen keinen Unterschied zur CDU/CSU. Vielleicht täte es hier gut, eindeutig Position zu den „Sozialdemokratischen“ zu beziehen, anstatt deren unwürdiges Spiel mitzuspielen.
    Übrigens den Spiegel als „Qualitätsmedium“ zu bezeichnen ist entweder ignorant oder dreist. Wie wäre es denn mit Toilettenpapier? Ah ja, ein bisschen zu glatt…

  16. @milo
    – wobei … ‚fünf Mal verschickte er selbst Dateien, einmal auch um 4.52 Uhr‚ wohl _besonders_ verdächtig macht. oh mann, und ich bin auch ’ne nachteule, bibber…

  17. Verfolge schon seit einiger Zeit verständnislos das hier völlig überflüssige Geschrei wegen der SPD (z.B. Internetsperren); erkenne beim besten Willen keinen Unterschied zur CDU/CSU.

    @name: Nun, da kann ich nur für mich sprechen (bzw. Nico Lumma zitieren. Auch wenn ich, im Gegensatz zu Nico, kein Parteimitglied bin.). Bei der SPD durfte man bis vor ein paar Monaten zumindest noch die Hoffnung haben, dass sie wieder zu der progressiven Partei wird, die die CDU/CSU nie war.

    Von der Union erwarte ich schlicht keine akzeptable Netzpolitik, bei der SPD gibt/gab es zumindest Ansätze. Dass der Rest hier eher den Grünen nahe steht, ist auch kein Geheimnis.

  18. „Für mich ist das mit Tauss beabsichtigte Täuschung nicht nur einzelner sondern ganzer Bevölkerungsteile, kann man so etwas anzeigen?“

    Tausch erlebt gerade das was Nadja B – die Sängerin einer Pop Gruppe und Andreas Türck ebenfalls erlebten. Andreas Türck wurde von den Medien vorvoruerteilt – wie sich auch bei der Verhandlung – Unschuldig“ herausgestellt hat mit dem Ergebnis das er „weg vom Fenster“ ist.

    Da steckt System dahinter da es sich nicht nur um eine Zeitung handelt die Menschen vorverurteilt. Das ist gesellschaftlich und letztendlich politisch gewollt. Da nützt dann auch ein „erwiesenes Unschuldig nichts mehr. Menschen die von den Medien verurteilt worden sind haben hier in diesem Land keine Chance mehr.

  19. Der Hinweis auf „Manuela Schwesig“ und ihre Mitgliedschaft im Kinderschutzbund ist schon sehr interessant. Wer genau hinschaut, kann gut erkennen, dass beim SPD Wahlprogramm jede Menge Lobbyisten die Feder geführt haben.

    So entlarvt ein Versprecher Steinmeiers, dass er sich von McKinsey in Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen beraten lässt (s. Nachdenkseiten, Punkt 7).

    Schaut man sich in Steinmeiers Konzept die Punkte an, die Software-Innovationen betreffen (oder Rechteindustrie, etc.), erkennt man deutlich den Einfluss der BITKOM (sogar deren oberster Lobbyist ist vom Namen her erwähnt).

    Schade, die SPD entwickelt keine eigenen Vorstellungen mehr, sondern übernimmt nur noch Konzepte und Interessen von Lobbyisten und Verbänden. Kein Wunder, wenn ihr niemand mehr etwas abkauft. Die Basis spielt dort wohl überhaupt keine Rolle mehr.

  20. Zum Thema Medien mal ’n Tipp:

    „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“.

    Generell würde ich aber nicht mehr nur von täuschenden Medien sprechen. Um es frei nach Homer (der Gezeichnete) zu sagen: Zu einer Lüge gehört auch derjenige, der sie glaubt.

    Ciao
    Kasimir

  21. Zum Thema SPD-Selbstdemontage grad mal folgendes: http://de.news.yahoo.com/17/20090810/tde-cdu-mann-empfahl-spd-abgeordneter-in-a1b5811.html

    Was auch „interessant“ ist in diesem Zusammenhang sind die recht intimen Verbindungen des „SPD-Rebellen“ Walter zu Fraport. Einfahc mal nachgooglen. Zur Erinnerung: Linkspartei und Grüne haben sich gegen den Flughafenausbau ausgesprochen.

    Im Zusammenhang mit den Verkehrsgewohnheiten der Ulla S. (no pun intended, aber wenn ihre Vergangenheit als Thekenschlampe und Lover Steinis demnächst noch aufgerollt werden sollte würde es mich nicht wundern) ist auch interessant, daß Zensursula ihr Fahrtenbuch immer noch unter Verschluß hält. Wer nichts zu verbergen hat…

    Bleibt also die Frage: PP oder Grüne? Oder besser gleich unter Berufung auf Artikel 20(4) der nächsten Regierung die Gefolgschaft verweigern, konsequent?

  22. Neues Update im Fall Tauss (via heise):

    „Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat noch nicht endgültig über eine mögliche Anklage gegen Jörg Tauss entschieden. „Es ist noch keine Schlussentscheidung der Staatsanwaltschaft ergangen“, sagte Pressesprecher Rainer Bogs. Den Bericht des Spiegel wollte er nicht kommentieren.“

    Das entlarvt den SpOn-Artikel als das, was hier auch schon geschrieben wurde: Heiße Luft.
    Schade nur, dasss der Zweck erreicht wurde, Tauss noch unmöglicher zu machen.

  23. Der Spiegel ist seit einigen Jahren einfach nur noch unlesbar.

    Ich kann nicht verstehen wie Die sich noch unparteiisch und überparteilich nennen können. Das einziege was Sie noch machen sind politische Hetzkampagnen gegen bestimmte Parteien zu fahren.

    Und selbst wenn sie einen Artikel noch entschärfen wie im Fall Tauss, „die Message“ ist bis dahin längst in den Köpfen angekommen die solche Geschichten einfach so glauben.

    Ein Schelm wer System dahinter vermutet…

  24. Bei frischen SpOn-Artikeln empfiehlt es sich zukünftig die DRUCK-Taste zu drücken.

    Blogger können das doch auch: Durchstreichen und Updates ergänzen.

    Bedauerlich, dass Transparenz noch nicht im Journalismus angekommen ist.

  25. @El Hongo: Wenn man die Geschichte der hessischen SPD kennt, überrascht auch die Rolle von Frau Metzger bedeutend weniger ,)

    Ihr Großvater beispielsweise war Gründer des Metzger-Kreises. Nein, das war kein Stammtisch für Freunde traditioneller Fleischverarbeitung, sondern der Vorläufer des „Seeheimer Kreises“ (rechter bzw. konservativer Flügel der SPD). Die Frau ist gut vernetzt.

    Hier gibt’s die Familien-Geschichte der Metzgers aus – Achtung – linker Perspektive.

    Aber das hat leider nichts mit Netzpolitik zu tun ,)

  26. Degeneratives SPONgiformes Revisionssyndrom (DSR).

    Befällt meist die Onlinepräsenzen der Spezies des Auf-tote-Bäume-Druckers, eventuell verwand mit dem gemeinen Schmierfink.
    Experten diskutieren, ob es sich dabei um eine aussterbende Art handelt und welche rolle das DSR dabei spielt.

  27. Der Bedarf für die ganzen Schweinereien hinsichtlich der Dokumentation von Kindesmissbrauch wird doch durch die ganze Hysterie erst geweckt, es ist die beste Werbung. Und die blödsinnige Idee, dass Unmengen von Geld verdient wird mit und an der Verbreitung der Bilder ist ziemlich absurd. Die letzte Verhaftung von dem Typ aus der Eifel zeigt doch, dass es den Tätern oft primär um Aufmerksamkeit geht. Die Politik und die Justiz bedienen doch regelrecht diese kranken Gestalten, wobei gerade in diesen Kreisen die übelsten Missbraucher sitzen.

    Für Tauss war es eine willkommene Gelegenheit, seine Negier auf diese Welt zu stillen, genauso wie viele der Beamten hier eigene Neigungen ausleben können. Und das Gegenstück scheint zu sein die frigide SPD-Frau aus dem „Kompetenzteam“, die regelrecht gierig zu sein scheint darauf, Werbung für Schweinereien per Stoppschild machen zu können.

    Meine Einschätzung ist die, dass ein Ignorieren dieser Inhalte die beste Lösung wäre, wenn man nicht bereit ist, offensiv gegen die Täter vorzugehen. Wer sich im Internet auf der Suche nach derlei herumtreibt, der ist weder durch Strafandrohung, noch durch lächerliche Stoppschilder abzuschrecken. Vielleicht sollte man sich mal mit der Funktion der Aufmerksamkeitslenkung befassen. Wie genial wäre es wohl, wenn Bürger sich genauso für Parteiprogramme begeistern könnten, wie für die Darstellung des Missbrauchs von hilf- und wehrlosen Personen. Warum kümmern sich die vermeintlichen Kinderschützer nicht darum, dass keine Kinder mehr unter den Hartz-IV Bedingungen leiden?

    Ich nutze das Internet seit mehr als 15 Jahren und komme nicht auf die Idee, nach etwas zu suchen, was ich verabscheue. Warum können manche Menschen nicht verstehen, wie leicht es ist, dem Dreck aus dem Weg zu gehen? Und der Kampf gegen Verbrechen, der muss nun mal in der Realität geführt werden…

  28. Neue Infos:

    In meinen Weblog habe ich das Stopp- Schild Gesetz wegen des wahltaktischen Schnellschusses von Kompentenzteam- Mitglied Manuela Schwesig kurzerhand in Zugangerschwesiggesetz (www.guedesweiler.blogspot.com) umbenannt. Ich will Zensursula keineswegs ihre virtuelle Totgeburt wegnehmen, aber die Wortspielerei passt gerade so schön.
    Auch habe ich gestern eine kritische Email an die Kinderschutzorganisationen geschrieben, die die obige „Gemeinsame Stellungnahme“ vertreten. Bereits heute erhielt ich Antwort vom Deutschen Kinderschutzbund mit der Nachricht, dass man eine neue überarbeitete Stellungnahme im Internet veröffentlicht habe: http://www.dkhw.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=550:loeschen-von-kinderpornographie-im-internet&catid=85:aktueller-kommentar&Itemid=133
    Noch gestern konnte ich die „alte“ lesen und jetzt ist die „neue“ auf der Startseite…
    Wie ist das zu vertreten, da ja Frau Schwesig gerade in dieser Organsiation „tätig“ ist, die nun ein Statement veröffentlicht, dass eine Trendwende darstellt? Die „alte“ Stellungnahme ist allerdings noch über den Direktlink erreichbar…vielleicht extra für Manuela Schwesig?

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