Technologie

Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.

  • : Botnets, Internetanbieter und Politik – auf sanften Sohlen zu neuen nationalen Strukturen der Internet-Regulierung?
    Botnets, Internetanbieter und Politik – auf sanften Sohlen zu neuen nationalen Strukturen der Internet-Regulierung?

    Dieser Gastbeitrag stammt von Andreas Schmidt, der an der Technischen Universität Delft zu institutionellen und organisatorischen Aspekten von Internet-Sicherheit forscht. Er bloggt seit kurzem auch dazu auf netdefences.com. (RB)

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verband der Internetbetreiber (eco) haben vereinbart, im Rahmen einer Kooperation eine Art nationales Botnet-Zentrum zu errichten. Ist es nach der politischen Instrumentalisierung missbrauchter Kinder ein neuer Versuch, eine Organisation aufzubauen, die einen direkten staatlichen (oder privatwirtschaftlichen) Eingriff in die Kommunikation aller ermöglicht? Wo beim Sperrgesetz Schwarz und Weiß noch sehr einfach zu trennen waren, sind die Dinge hier verschlungener, nuancierter, vielschichtiger.

    Es gibt eine Reihe von Gründen, die BSI und eco zu diesem Schritt bewegt haben dürften. Gestützt wird ihr Vorgehen von pragmatischen Erwägungen und einer Reihe plausibler wissenschaftlicher Argumente. Doch es könnte auch der Kern eines neuen nationalen Internet-Governance-Regimes werden, dessen gesamtes Gebilde und auch dessen Risiken und Nebenwirkungen sich erst im Laufe der Zeit offenbaren werden.

    18. Dezember 2009 13
  • : Springer (vs.|&) Google: Mit Cloaking zum Erfolg?
    Springer (vs.|&) Google: Mit Cloaking zum Erfolg?

    Seit gestern ist ein Großteil der Inhalte des Hamburger Abendblattes im Internet nur noch kostenpflichtig erhältlich. Auch wenn der – laut Stefan Niggemeier für Mitarbeiter und Leser gleichermaßen überraschende – Schritt des Springer-Blattes für das Netz auf den ersten Blick keinen sonderlich großer Verlust bedeuten dürfte, ist er doch mit einer klaren Ansage verbunden: Bei Hamburgs größtem Lokalblatt ist’s vorbei mit kostenlos.

    Vorbei? Wirklich? Nun, ausser natürlich, man stellt den so genannten „User Agent“ des eigenen Webbrowser so ein, dass er sich als Google-Bot ausgibt, wie bereits gestern in einem Tweet des Kölner Pressefotografen Peter Wafzig zu lesen war.

    16. Dezember 2009 34
  • : USA verhandeln mit Russland und UN über Computersicherheit
    USA verhandeln mit Russland und UN über Computersicherheit

    Die New York Times und der Guardian berichten von Gesprächen der US-Regierung mit Russland und einem Waffenkontroll-Kommittee der UN über Maßnahmen zur Cybersecurity.

    Russland hat demnach einen „Cyberwar-Sperrvertrag“ im Sinne, ähnlich denen gegen Atom‑, Bio- und Chemiewaffen. Die USA dagegen sind eher daran interessiert, eine internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Internetkriminalität zu entwickeln.

    Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber den Zeiten der Regierung von George W. Bush. Damals weigerten sich die Amerikaner strikt, mit Russland über Computersicherheit zu sprechen. Auch, dass die UN mit einem Kommittee zur Waffenkontrolle und nicht zur Wirtschaft mit von der Partie ist, stellt eine Veränderung dar.

    Doch trotz der Einbindung der Vereinten Nationen bleibt ein mulmiges Gefühl dabei, wenn zwei der größten Militärmächte über Regeln und Verträge für das Internet sprechen. Auch im Beraterstab von Präsident Obama gibt es intern Bedenken; während eine Fraktion für ein staatliches Eingreifen plädiert, spricht sich eine andere dafür aus, Vorrichtungen zur Computersicherheit der freien Wirtschaft zu überlassen.

    14. Dezember 2009 3
  • : Hacker Filme – A hacker screening series
    Hacker Filme – A hacker screening series

    FREE KEViN – A HACKER SCREEINING SERIES“ stellt als Kunstprojekt Filme mit Hacker-Bezug von 1982 bis 2006 zusammen. Auf der Webseite finden sich viele Schnipsel aus den Filmen als Youtube-Videos. Die Filme selbst findet man dann in der Regel bei Tauschbörsen.

    Aus der Selbstbeschreibung:

    FREE KEVIN is a screening series featuring 15.4 GB of downloaded films and documentaries depicting hackers and related computer culture from the 1980s-2000s. A range of material, representing divergent points of view and intended audiences, including blockbuster films, educational television programming for public broadcast, and documentaries produced within the hacking community itself will be shown side-by-side.

    Wer sich für Filmkultur mit Hacker-Bezug interessiert, wird auch mit dieser ausführlichen Liste glücklich, die Caspar Clemens Mierau zusammen gestellt hat.

    14. Dezember 2009 5
  • : Wir brauchen einen Netzpolitik-Gipfel und keinen IT-Gipfel
    Wir brauchen einen Netzpolitik-Gipfel und keinen IT-Gipfel

    Heute findet zum vierten Mal der „nationale IT-Gipfel“ statt. Wie in den Vorjahren laden die Bundesregierung und der IT-Lobbyverband Bitkom ein. Und dann gibt es stundenlang Politiker- und Lobbyistenreden und eine „Leistungsshow“.

    Es ist sinnvoll, einen Platz zu haben, an dem Politik und Gesellschaft über wichtige Fragen der digitalen Gesellschaft und über die nationale Netzpolitik diskutieren. Doch der IT-Gipfel krankt seit seiner Erfindung daran, dass er allein dazu dient, Großprojekte vorzustellen, die allein Industrie und Politik zusammen ausgeheckt haben. Dabei fällt mir im Rückblick auf Anhieb kein deutsches Projekt ein, das nicht zuerst groß angekündigt und dann gegen die Wand gefahren wurde.

    Auch zeigt die Redeliste des IT-Gipfels den Stellenwert, den das Internet in Deutschland hat: Das Netz soll Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche schaffen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Rahmenbedingungen einer digitalen Gesellschaft werden allein mit den großen Industrie-Lobbyverbänden diskutiert. Eine Maßnahme zeigt anschaulich, was das Problem ist: Während andere Staaten wie Finnland Breitbandinternet als Grundversorgung begreifen und dementsprechende Gesetze schaffen, will die Bundesregierung dies dem Markt überlassen. Das ist zu wenig in heutigen Zeiten. Internet muss als Grundversorgung bereitgestellt werden, um der digitale Spaltung endlich entgegen zu arbeiten, statt sie zu vergrößern.

    Deutschland braucht Ereignisse, bei denen Politik und Gesellschaft gemeinsam die Herausforderungen des digitalen Zeitalters diskutieren. Der IT-Gipfel war und ist bisher nicht der Ort dazu. Es wird Zeit für einen Netzpolitik-Gipfel, auf dem es um mehr als nur um Arbeitsplätze geht.

    Da der IT-Gipfel ein running Gag ist, gilt auch noch das, was ich im vergangenen Jahr in der Taz kommentiert habe: Die Angst vor dem User.

    8. Dezember 2009 11
  • : Immer noch kein freies WLAN für Berlin
    Immer noch kein freies WLAN für Berlin

    Die neverending Story rund um ein freies WLAN in Berlin geht mal wieder in die Verlängerung. Jetzt hat auch die CDU einen Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht und in einer parlamentarischen Anfrage die Senatsverwaltung gefragt, was Stand der Dinge ist. Heise hat die Zusammenfassung. Demzufolge eignen sich die meisten Straßenlampen nicht für eine WLAN-Infrastruktur, weil die Antennen das Stadtbild verunschönen würden. In einem Großteil der Lampen im Ostteil soll es Probleme geben, die Stromversorgung zu gewährleisten. Klingt natürlich alles nach Ausreden. Warum sind zahlreiche andere Metropolen weltweit in der Lage, eine solche Infrastruktur aufzubauen?

    Etwas entlarvend ist die Antwort der Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus (Linke) von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Heise zitiert:

    „Aus wirtschaftspolitsicher Sicht wäre ein privatbetriebenes WLAN unter Nutzung der öffentlichen Verkehrsanlagen des Landes Berlin zu begrüßen“, erklärte Nehring-Venus. Besonders für medienaffine junge Berliner und Touristen sei es wünschenswert, an jedem Ort der Innenstadt kostengünstig ins Internet zu kommen. Doch gerade an den touristisch interessanten Straßen und Plätzen dürften Betreiber die Lampen nicht nutzen, weil sie entweder stadtbildprägend oder gasbetrieben sein. Das Thema WLAN könne aber ohnehin bald überholt sein: Die Mobilfunkunternehmen bieten nach Angaben der Staatssekretärin mit Pauschaltarifen und Angeboten für Internetzugang für einen Tag „attraktive Alternativen für den mobilen Internetzugang“.

    Freies WLAN wird nicht als kommunale Daseinsvorsorgen angesehen, sondern man möchte das gerne privatisieren. Was dann wieder kein freies WLAN wäre, sonderm im Extremfall eine monopolisierte Infrastruktur.

    Mal schauen, ob es bis zur nächsten Berliner Landtagswahl in 2011 noch irgendwelche Schritte geben wird. Bis auf die FDP haben jetzt alle Parteien die Position entwickelt, dass Berlin ein freies WLAN braucht. Der Berliner Senat ist aber anscheinend nicht in der Lage, das dann auch umzusetzen. Und das ist schade.

    4. Dezember 2009 17
  • : Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection
    Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection

    Mark Bedner von der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (Provet) an der Uni Kassel hat eine Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection veröffentlicht. Das ist meines Wissens nach der erste fundierte Beitrag zu DPI aus juristischer Perspektive. Bedner prüft, inwieweit verschiedene Einsatzszenarien von DPI (Bandbreitenlimitierung, Inhalte-Filter, Re-Routing, Profiling und Ad-Injection, …) mit dem deutschen Recht vereinbar wären. Dabei geht er vor allem auf das Datenschutzrecht und das Strafrecht ein. Aus dem Fazit:

    „Die Ergebnisse zeigen, dass die geltende Rechtslage kaum mit der technischen Entwicklung Schritt gehalten hat. So sind ungewollte Auswüchse in der Providerbranche nur bedingt rechtlich klar handhab- oder sanktionierbar. Das geltende Recht behandelt derzeit überwiegend die Manipulation von längerfristig aufbewahrten Daten. Dass Daten quasi „on-the-fly“ während einer Übertragung inhaltlich manipuliert werden können, war für den Gesetzgeber jedoch auch nicht unbedingt absehbar. (…)

    Für den deutschen und europäischen Gesetzgeber besteht die Notwendigkeit die Regeln der Netzneutralität und des Verbraucher- und Datenschutzes zum einen überhaupt als geltendes Recht auszugestalten und zum anderen vorhandenes Recht, insbesondere den einfachgesetzlichen Schutz des Fernmeldegeheimnisses, zügig an die fortschreitende Technikentwicklung und insbesondere an die bereits vorhandenen höchst intransparenten Echtzeitmanipulationsmöglichkeiten anzupassen.“

    Inspiriert wurde Bedner übrigens von einem Beitrag hier bei netzpolitik.org. Das freut uns natürlich ganz besonders, daher ein fettes „Danke“ an ihn an dieser Stelle.

    Update: „Wer war erster?“ ist nicht immer ganz klar zu beantworten. Es gab schon 2008 einen umfangreichen Aufsatz in einer Jura-Fachzeitschrift von Paul Ohm, aber der hat eine andere, eher essayistische Herangehensweise und bezieht sich auf das US-Recht. Er ist daher nur bedingt vergleichbar mit der Studie von Bedner.

    4. Dezember 2009 2
  • : Digitale Entmündigung: Was Dir gehört, gehört Dir nicht
    Digitale Entmündigung: Was Dir gehört, gehört Dir nicht

    Der data-epi-spacing Elektrische data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing thematisiert data-epi-spacing diese data-epi-spacing Woche data-epi-spacing DRM: data-epi-spacing Digitale data-epi-spacing Entmündigung: data-epi-spacing Was data-epi-spacing Dir data-epi-spacing gehört, data-epi-spacing gehört data-epi-spacing Dir data-epi-spacing nicht.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.elektrischer-reporter.de anzuzeigen.

    Elektrischer data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing – data-epi-spacing Digitale data-epi-spacing Entmündigung: data-epi-spacing Was data-epi-spacing Dir data-epi-spacing gehört, data-epi-spacing gehört data-epi-spacing Dir data-epi-spacing nicht

    Für data-epi-spacing Apples data-epi-spacing iPhone data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing Unmengen data-epi-spacing nützlicher data-epi-spacing Zusatzprogramme, data-epi-spacing geschrieben data-epi-spacing von data-epi-spacing Profi- data-epi-spacing und data-epi-spacing Hobby-Programmierern data-epi-spacing in data-epi-spacing aller data-epi-spacing Welt. data-epi-spacing Aber data-epi-spacing welche data-epi-spacing die data-epi-spacing Kunden data-epi-spacing letztlich data-epi-spacing auf data-epi-spacing ihrem data-epi-spacing Telefon data-epi-spacing installieren data-epi-spacing dürfen, data-epi-spacing entscheiden data-epi-spacing nicht data-epi-spacing sie, data-epi-spacing sondern data-epi-spacing Apple. data-epi-spacing Passt data-epi-spacing dem data-epi-spacing Hersteller data-epi-spacing ein data-epi-spacing Programm data-epi-spacing nicht, data-epi-spacing bekommt data-epi-spacing es data-epi-spacing keine data-epi-spacing Zulassung data-epi-spacing fürs data-epi-spacing iPhone. data-epi-spacing „Für data-epi-spacing die data-epi-spacing Sicherheit data-epi-spacing der data-epi-spacing Kunden”, data-epi-spacing argumentiert data-epi-spacing Apple. data-epi-spacing „Zur data-epi-spacing Sicherung data-epi-spacing von data-epi-spacing Apples data-epi-spacing Geschäftsinteressen”, data-epi-spacing meinen data-epi-spacing Kritiker, data-epi-spacing denen data-epi-spacing solche data-epi-spacing geschlossenen data-epi-spacing Systeme data-epi-spacing ein data-epi-spacing Dorn data-epi-spacing im data-epi-spacing Auge data-epi-spacing sind.

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    13. November 2009 20
  • : In aller Kürze: Jack Wolfskin zieht die Krallen ein
    In aller Kürze: Jack Wolfskin zieht die Krallen ein

    Erfreuliches Update zum Wochenende? Felix Knoke schreibt bei SpOn, dass Jack Wolfskin im Tazzenstreit einlenkt:

    Das Unternehmen will seine umstrittenen Abmahnungen zurücknehmen. „Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden in den aktuellen Fällen der DaWanda-Anbieter nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen“, erklärte Geschäftsführer Manfred Hell am Freitag am Unternehmenssitz in Idstein im Taunus. Heftige Reaktionen im Internet hätten zum Einlenken geführt.

    (via piercyha in den Kommentaren)

    Beim Werbeblogger gibt es ein paar Details und einen Link auf die zugehörige Presseerklärung (PDF). Roland Kühl‑v.Puttkamer kommentiert:

    23. Oktober 2009 23
  • : OpenData Network gegründet
    OpenData Network gegründet

    Gestern wurde in Berlin das OpenData Network in die Rechtsform eines Vereins gegossen. Aus der Selbstbeschreibung:

    Das OpenData Network ist ein offenes zivilgesellschaftliches Netzwerk, welches die Themen Opendata, Openaccess, Opengovernment, Transparenz und Partizipation auf die politische Agenda setzen möchte. Ziel des Netzwerkes ist es den freien und ungehinderten Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu allen Daten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu ermöglichen und zu fördern. Wir wollen neue basisdemokratische Formen und Methoden für Kollaboration und Partizipation erforschen und entwickeln und so einen Beitrag dazu leisten Politik und Verwaltung offen, transparent und bürgernah zu gestalten.

    Neben den hiesigen Co-Autoren Daniel Dietrich (Vorsitzender) und Markus Beckedahl (stellvertretender Vorsitzender) waren unter den gut 20 Gründungsmitgliedern auch Mitglieder von sechs politischen Parteien. Ganz transparent finden sich Satzung, Protokoll und der Vorstand online.

    Als quasi erste Amtshandlung findet nächsten Mittwoch, den 28.10.09 um 19 Uhr ebenfalls im Newthinking Store ein offenes Treffen mit dem Titel Eine Demokratie-API für alle Daten aus Politik und Verwaltung statt. Dabei geht es neben einem Kennenlernen um folgende Fragestellungen:

    Wie bekommen wir das Thema Transparenz und Opendata auf die politische Agenda?
    Welche konkreten Projekte gibt es bereits?
    Welche politischen Strategien gibt es?
    Welche Strategien und Pilotprojekte können wir gemeinsam entwickeln um dem Ziel des freien Zugangs zu Daten aus Politik und Verwaltung näher zu kommen?

    Das Network betreibt auch einen interessanten Blog sowie Podcast-Feed zum Thema. Natürlich gibt es ebenfalls eine Mailingliste sowie Twitter- und identi.ca-Accounts. Der Verein ist offen (*g*) zum Mitmachen und sucht weitere Engagierte, also macht mit!

    politik-digital.de und annalist haben auch berichtet.

    22. Oktober 2009 3
  • : Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt
    Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt

    BoingBoing berichtet über die Veröffentlichung des Source Codes, den die Wahlcomputer der Firma Sequoia verwenden:

    Sequouia, a company that makes many of the electronic voting machines used in the US and elsewhere, has inadvertently leaked much of the secret source-code that powers its systems. The first cut at analysis shows what looks like illegal election-rigging code („code that appears to control or at least influence the logical flow of the election“) in the source.

    Die Aktivisten der Election Defense Alliance haben Datenbanken von einer Wahl in die Hände bekommen. Sequoia hat die zwar vandalisiert, konnte aber nicht verhindern, dass die Aktivisten tausende Zeilen MS-SQL-Source-Code aufdeckten:

    The Linux „strings“ command was able to peel it apart. Nedit was able to digest 800meg text files. What was revealed was thousands of lines of MS-SQL source code that appears to control or at least influence the logical flow of the election, in violation of a bunch of clauses in the FEC voting system rulebook banning interpreted code, machine modified code and mandating hash checks of voting system code.

    Die Aktivisten haben auch gleich ein Wiki aufgemacht, wo man das ganze anschauen, herunterladen und diskutieren kann.

    21. Oktober 2009 3
  • : Koalitionsvereinbarung: Keine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, dafür mehr Open Source und Absage an Internetüberwachung
    Koalitionsvereinbarung: Keine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, dafür mehr Open Source und Absage an Internetüberwachung

    Union und FDP haben sich auf eine Reihe von internetpolitischen Positionen geeinigt:

    Die Breitbandversorgung soll flächen- und leistungsmäßig weiterhin gesteigert werden. Dabei sollen freiwerdende Fernsehrundfunk-Frequenzen in Form der „digitalen Dividende“ genutzt werde, um kurzfristig Versorgungslücken in der Fläche zu schließen.

    Die Netzneutralität soll vorerst nicht gesetzlich verankert werden. Hier setzt sich die FDP Position durch: „Wir vertrauen darauf, dass der bestehende Wettbewerb die neutrale Datenübermittlung im Internet und anderen neuen Medien sicherstellt“. Allerdings werde man die Entwicklung „sorgfältig beobachten und nötigenfalls mit dem Ziel der Wahrung der Netzneutralität gegensteuern“.

    20. Oktober 2009 7
  • : Digitales Vergessen: David Weinberger interviewt Viktor Mayer-Schönberger
    Digitales Vergessen: David Weinberger interviewt Viktor Mayer-Schönberger

    „Das Internet vergisst nicht“: Eine Binsenweisheit, von der man zumindest hoffen sollte, dass sie jedes Kind kennt. Viktor Mayer-Schönberger erkennt darin Vor- und Nachteile – und argumentiert für ein „vergessendes Web“:

    Author and Professor of Public Policy Viktor Mayer-Schönberger believes that digital memory is a little too perfect. Every word you post on the web, every picture, every video, tweet, and email is set in stone, archived, permanently findable. Like the proverbial elephant, the digital world doesn’t forget.

    There are incredible benefits to this. And there might be consequences as well, ranging from invasion of privacy, to the impairment of human memory.

    In Folge 133 des Berkman Radio spricht Viktor Mayer-Schönberger mit David Weinberger darüber, „wie wir unseren Maschinen helfen könnten zu lernen, wie man vergisst“.

    20. Oktober 2009 6
  • : Die Zensursula-Chroniken
    Die Zensursula-Chroniken

    Daniel Schulz von pressesschauer.de hat in einer beeindruckenden Fleißarbeit die ganze Entwicklung bis zur Verabschiedung des „Zugangserschwerungsgesetzes“ mal auf 35 Seiten aufgeschrieben und das Ganze sogar mit einem Index versehen:

    Seit November letzten Jahres verfolge ich nun die politischen Bestrebungen die Kinderpornographie mittels Internetsperren einzudämmen. Da ich die von Ursula von der Leyen vertretene Herangehensweise als problematisch für Grundrechte erachte und mich selbst als Zeitzeuge sehe, habe ich angefangen die Ereignisse chronologisch aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Herausgekommen ist ein 35-seitiges PDF, das die Vorkommnisse von November bis zur Verabschiedung des Zugangserschwerungsgesetzes durch den Deutschen Bundestag beschreibt.

    Zensursula eine Rückschau

    Es handelt sich dabei um einen ersten Wurf. Für Anregung und/oder Kritik einfach einen Kommentar hinterlassen oder mir eine E‑Mail schreiben.

    Update: Liebe Leute, wenn ihr Anregungen für Daniel habt, dann schreibt auf seiner Seite eure Kommentare rein, nicht hier!

    21. September 2009 16
  • : Wikileaks: Lycos Deutschland Zensurliste?
    Wikileaks: Lycos Deutschland Zensurliste?

    Bei Twitter macht gerade der Link zu einer „Liste gesperrter Domains“ die Runde, die die Suchmaschine Lycos in Deutschland bis Ende 2008 benutzt haben soll. Ob sie tatsächlich „eine wichtige Perspektive fuer die angehenden Debatten um Zensursystem in Deutschland wie auch dem Rest von Europa“ bietet, wie Wikileaks orakelt, kann man gleichwohl diskutieren.

    Zumindest auf den ersten Blick schaut es so aus, als ob es sich bei einem großen Teil der 318 Einträge um Angebote handelt, die Lycos im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes aus der Anzeige für Suchergebnisse nehmen musste. Ein paar der gelisteten Seiten deuten auch auf Phishing oder mögliche Betrugsfälle hin.

    Natürlich ist jede Manipulation von Search Engine Result Pages grundsätzlich problematisch, inbesondere wenn sie nicht transparent erfolgt. Auf der andere Seite kommt die Aufregung vielleicht etwas spät. Entsprechende Eingriffe sind seit vielen Jahren üblich.

    20. September 2009 16
  • : Studie: German Enterprise Encryption Trends
    Studie: German Enterprise Encryption Trends

    Wenig überraschend, aber um so spannender ist die Studie „German Enterprise Encryption Trends“, die neulich erschien. Darin gehts neben strategischer Verschlüsselung auch um verschusselte Daten. Zur Erinnerung: „Dataloss“ ist ungleich Datenverlust, sondern meint vielmehr Kontrollverlust. Das betrifft verlorene Rechner, Festplatten oder andere Datenträger mit Nutzdaten drauf, oder die ungewollte „Veröffentlichung“ durch gehackte Server oder Dienste.

    This year’s study surveyed 490 IT and security practitioners, 27 percent of whom hold positions at managerial level or higher, and identifies the trends in enterprise encryption planning strategies, budgeting and spending, deployment methodologies and impact on data breach incidents.

    The fundamental conclusion on the basis of study participants’ responses is that data protection is a significant problem in Germany. Fifty-three percent of all companies and organisations suffered at least one instance of data loss during the past twelve months, representing an increase of over 55 percent on the figure for 2008 (34 percent).

    Den ganzen Artikel gibt es bei net-security.org.

    [via dataloss-discuss]

    18. September 2009
  • : Facebook: Protest gegen die Tethering-Pläne von T‑Mobile (Update)
    Facebook: Protest gegen die Tethering-Pläne von T‑Mobile (Update)

    Zugegeben, bis gestern war da noch ein gewisse Schadenfreude. Natürlich fand ich es absurd, dass iPhone-Nutzer mit aktuellen T‑Mobile-Verträgen 20 Euro zusätzlich im Monat zahlen sollten, um ihr Telefon auch als Modem nutzen zu können (Nein, bei T‑Mobile ist sowas auch für Flatratekunden nicht selbstverständlich. Zumindest nicht für iPhone-Kunden. Mit denen kann man es ja machen. Kann man?).

    Auf der anderen Seite war ich ja nicht betroffen. Als Kunde mit „Complete-Vertrag“ der ersten Generation durfte ich schließlich hoffen, demnächst kostenlos in Genuss der „Tethering“-Option zu kommen, die Apple mit iPhone OS 3.0 endlich eingeführt hatte.* Nur Geduld möge ich bitte noch etwas haben, hieß es noch Ende August.

    Pustekuchen! Inzwischen plant T‑Mobile, dass Kunden mit Verträgen der ersten Generation überhaupt kein Tethering nutzen können:

    Die Geschäftsführung von T‑Mobile Deutschland „hat sich entschieden, die Option Modem Nutzung ausschließlich für Kunden der aktuell vermarkteten Complete-Tarife anzubieten“. Dies erklärte ein Telekom-Sprecher gegenüber fscklog.com auf Nachfrage.

    Schönen Dank auch! Das ganze Trauerspiel hat Leo im fscklog fachgerecht dokumentiert.

    War’s das? Schaun’ mer mal. Im Laufe des Tages dürfte die Geschichte wohl bei Heise Online und den üblichen Verdächtigen landen. Bei Facebook formiert sich derweil eine Protestgruppe gegen die Pläne von T‑Mobile. Auch Apple-Nutzer lassen sich nicht endlos melken:

    Hallo T‑Mobile, liebe Telekom: es reicht!!!

    T‑Mobile ist nie für übermäßig guten Service oder günstige Preise bekannt gewesen. Aber wer ein iPhone ohne größere technische Probleme und mit voller Funktionalität haben will, hat halt keine Wahl. Der muss sich die überteuerten Angebote der Telekom schön reden und lernen damit zu leben. Eine ganze Weile ging das auch irgendwie. Zwar wurden die Verträge nach und nach immer kundenunfreundlicher, aber was soll’s. Die depperten Apple-Kunden lassen ja alles mit sich machen. Nur irgendwann ist mal gut. […]

    *Ja, ich weiß, dass Apple böse ist und andere Telefone sowas können. Macht nichts. Ich mag das Ding.

    Update, 14:15 Uhr: Difool verweist in den Kommentaren auf einen Musterbrief an T‑Mobile im Lawblog. Udo Vetter berichtet via Twitter, dass er auf jeden Fall berichten wird, wie sich die Sache mit T‑Mobile entwickelt.

    16. September 2009 49
  • : IFA: Kopierschutz entmündigt
    IFA: Kopierschutz entmündigt

    Es ist wieder die Zeit der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Und wieder preisen die Hersteller ihre tollen neuen Technologien, die viele Kopierschutzsysteme (HDTV/HDMI/DRM/etc) eingebaut haben. Zur IFA 2006 haben wir eine kleine Aktion gemacht, die daher immer noch aktuell ist: Kopierschutz entmündigt.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Mehr Bilder und Inhalt gibts im Artikel von 2006.

    4. September 2009 11
  • : Markenrechts-Streit um Smartbook
    Markenrechts-Streit um Smartbook

    Die deutsche Firma Smartbook besitzt die Markenrechte an dem Namen in Deutschland und geht jetzt gegen die Nutzung vor. Zuerst wurde der US-Firma Qualcomm untersagt, den Begriff in Deutschland zu nutzen. Heise berichtete darüber: Marken-Ärger ums Smartbook.

    Unterdessen will die Smartbook AG die Verwendung des Begriffs auch über den Rechtsstreit mit Qualcomm hinaus unterbinden. „Wir haben zum Schutz unseres durch die Qualcomm-Werbung gefährdeten Unternehmens und unserer Marken alle Anbieter, die über unsere Marken aus unserer Perspektive unrichtig berichtet haben, anschreiben und um ausgewogene Berichterstattung bitten lassen“, erläutert Pick. Verschiedene deutsche Redaktionen erhielten in den vergangenen Tagen ein Schreiben von einer Kölner Kanzlei. In Namen der Smartbook AG fordern die Juristen die Journalisten auf, bei der Berichterstattung über Produkte, „die nicht von unserer Mandantin stammen“, doch künftig bitte auf die Verwendung des Begriffs zu verzichten und bisher veröffentlichte Artikel zu „modifizieren“ oder „aus Ihrem Internetangebot zu entfernen“.

    Netbooknews.de berichtet nun: Smartbook AG zensiert das Internet fuer deutsche User.

    „Internetseiten der Qualcomm Inc. wie u.a. www.hellosmartbook.com und Internetseiten der deutschen Niederlassung Qualcomm CDMA GmbH, die auf us-amerikanische Seiten der Qualcomm Inc. verweisen, wurden bereits für Nutzer mit deutscher IP-Adresse gesperrt“, so Dirk Pick, Vorstand der Smartbook AG.

    Wenn man bei Google die Suchbegriffe „Qualcomm + Smartbook“ eingibt, findet man zwar Verweise auf Seiten auf qualcomm.com. Aber wenn man drauf klickt, kommt nur die Qualcomm-Startseite. Der Google-Cache zeigt noch den Inhalt der Seiten mit dem Stand vom 25. Juli an. Ich gehe mal davon aus, dass Smartbook keine Sperrverfügungen an deutsche Provider gestellt hat, sondern Qualcomm deutsche IPs einfach auf die Startseite umroutet.

    Auch wenn der Zensur-Vorwurf in diesem Fall falsch sein wird, lohnt es sich für die Hintergründe Netbooknews zu lesen.

    1. September 2009 3
  • : Netzpolitik-Podcast 081: Netzneutralität und Netzwerkmanagement
    Netzpolitik-Podcast 081: Netzneutralität und Netzwerkmanagement

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 081 ist ein Interview mit dem Netzwerk-Spezialisten Michael Horn vom Chaos Computer Club. Der Schwerpunkt dieses knapp 52 Minuten langen Gespräches liegt auf den technischen Aspekte von Netzneutralität. Da geistern immer Fachbegriffen wie Netzwerkmanagement, Deep-Packet-Inspection und Quality of Service durch die Debatte. Da in der Regel Technik-fremde Menschen von diesem Teil der Debatte abgeschreckt werden und große Telekommunikationsunternehmen diese Wissenslücken von Politikern in ihrem Lobbying gegen Netzneutralitäs-Regeln ausnutzen, haben wir das mal ausführlich erklärt.

    Aber es geht nicht nur um Technik in diesem Podcast. Wir unterhalten uns auch über die politischen Aspekte der Netzneutralität und gehen etwas in die Geschichte der Debatte hinein. Der Netzpolitik-Podcast 081 ist ca. 50 MB gross und liegt als MP3 auf dem Server. Viel Spass beim hören.

    Dieser Podcast ergänzt den Netzpolitik-Podcast 074, der sich nicht-technisch um Netzneutralität drehte.

    24. August 2009 28