Netze

Netzneutralität, Breitbandausbau, freie Netze, Plattformen und Internet Governance.

  • : Mehr Internet-Nutzung in der Schweiz
    Mehr Internet-Nutzung in der Schweiz

    Wieder mal eine Studie, die überraschende Details liefert:

    Das Radio bleibt in der Schweiz das am meisten genutzte Medium, auch wenn es im vergangenen Jahr erneut an Zuhörern verloren hat. Immer noch auf dem Vormarsch in der Gunst der Schweizer ist das Internet. […]

    Die Internetforschung der Berner Medienforscher stellte zum sechsten Mal Jahresergebnisse vor. Der Internetmarkt in der Schweiz scheint auch im Jahr 2006 noch immer nicht gesättigt, obwohl bereits 72 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal pro Quartal das Internet nutzen. Seit 2001 ist die Internetnutzung um insgesamt 21 Prozentpunkte gewachsen. Die Verbreitung eines Internetzugangs zu Hause hat seit 2001 um ganze 24 Prozentpunkte zugenommen, im Jahr 2006 verfügen 67 Prozent der Schweizer Bevölkerung über einen privaten Internetzugang.

    Uuaah, um da erfasst zu werden muss man daheim Software installieren. Wie repräsentativ wohl so eine Studie ist?

    [via]

    17. April 2007
  • : Die politische Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke
    Die politische Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke

    Bei Golem gibt es einen Artikel zu der politischen Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke: Freie Netze zwischen Anarchie und Hierarchie.

    In den wenigen Jahren, in denen die Free-Networks-Bewegung nun aktiv ist, ist die technische Entwicklung extrem schnell vorangeschritten, was zu deutlich mehr Stabilität und geringeren Zutrittsbarrieren für technisch weniger versierte User geführt hat. Damit besteht nun das Potenzial für eine Erweiterung um einige neue, nicht technische Aspekte, was sich einerseits bereits jetzt durch großes Engagement der Community im Bereich der Entwicklungshilfe abzeichnet und andererseits durch spezifische lokale Anwendungen und Inhalte (Local Content), die innerhalb der Netze angeboten werden, noch gestärkt werden kann.

    28. März 2007 2
  • : Netzneutralität: Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis
    Netzneutralität: Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis

    Technology Review hat ein Interview mit dem Eco-Geschäftsführer Harald Summa zum Thema Netzneutralität: „Das Internet könnte sich von heute auf morgen verändern“.

    TR: Gibt es Gesetzesbemühungen pro Netzneutralität, die auf Bundes- oder EU-Ebene laufen? Oder ist man hier noch nicht so weit wie in den USA?

    Summa: Weder im Bund noch bei der EU sieht man die Notwendigkeit für Gesetze, da die bestehenden Rahmen als ausreichend erachtet werden.
    […]
    TR: Sehen Sie eine kommende Kleinstaaterei im Internet? Bereits heute blockieren US-Medienkonzerne den ausländischen Zugriff z.B. auf TV-Shows, die man in den USA kostenlos sehen kann.

    Summa: Kleinstaaterei ist das nicht. Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis. Die derzeitigen Verfahren in den USA könnten von heute auf morgen das Internet verändern.

    21. März 2007 1
  • : Zürich wählt ein neues Glasfasernetz
    Zürich wählt ein neues Glasfasernetz

    Heise berichtet über eine Abstimmung in Zürich, wo die Bürger mit 65% für den Aufbau eines neuen Glasfasernetzes gestimmt haben.

    Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu intensiven Debatten. Im Fokus stand dabei die international diskutierte Frage, inwieweit sich die öffentliche Hand als Betreiber eines Telekommunikationsnetzes engagieren solle und dabei mit der Privatwirtschaft konkurrieren dürfe. Die vorangehende positive Entscheidung des Gemeinderates kam mit der Unterstützung der Mehrheit der im Gemeinderat vertretenen Parteien zustande. Einig sind sich Stadt- und Gemeinderat, dass ein neues Breitbandnetz zur Grundversorgung der Stadt gehöre und auch für den Wirtschaftsstandort Zürich dringend benötigt werde.

    Ich hätte hier in Berlin auch gerne ein neues Glasfasernetz. Und offenes WLAN in den Parks. Ich würde auch dafür abstimmen gehen, wenn es die Sache beschleunigen sollte.

    12. März 2007 2
  • : Global Alliance for ICT & Development: Breitband für Afrika
    Global Alliance for ICT & Development: Breitband für Afrika

    Heise: Armutsbekämpfung durch Informationstechnik

    Mit Verabschiedung eines Arbeitsprogramms ging die erste Vollversammlung der „Global Alliance for ICT & Development“ (GAID) im kalifornischen Santa Clara zu Ende. Auf der Sitzung, die unter dem Motto „UN Meets Silicon Valley“ stand, wurde vor allem darüber diskutiert, wie durch ein engeres Zusammenwirken von Regierungen, Privatindustrie und Zivilgesellschaft die drei Flagschiffprojekte und die zwei Partnerschaftsprogramme der GAID mit Leben erfüllt werden können. Neben dem Projekt Breitband für Afrika geht es dabei um die Schaffung eines globalen Netzwerkes von „Telezentren“ sowie die weltweite Aufstellung sogenannter Cyber Development Corps.

    Breitband für Afrika

    „Breitband für Afrika“ ist eines von drei sogenannten Flaggschiffprojekten der „Global Alliance for ICT and Development“ (GAID), die zum Ziel des „Weltgipfels zur Informationsgesellschaft“ (WSIS) beitragen sollen, bis zum Jahr 2015 die Hälfte der Menschheit Online zu bringen. Das Projekt „Broadband for Africa“ besteht aus drei selbständigen, aber miteinander verbundenen Elementen. Ein Backbone-Unterseekabel für Ost- und Südafrika, ein landgestütztes Backbone-Netz für mehr als 20 Länder im sub-saharischen Afrika und lokale Zugangsmöglichkeiten über WiMax oder Telezentren. „Ohne Infrastruktur bleiben alle Debatten zur Überwindung der digitalen Spaltung reines Wortgeklingel“, sagte Craig Barrett, Intel-Aufsichtsratsvorsitzender und Chairman der Global Alliance, auf der GAID-Jahrestagung im kalifornischen Santa Clara.

    Mehr dazu gibt es auch im Artikel „Die UNO besucht das Silicon Valley“.

    5. März 2007
  • : WLAN-Nutzer sind öfters im Netz
    WLAN-Nutzer sind öfters im Netz

    Studien finden ja immer bemerkenswertes heraus und hinterlegen dies mit wissenschaftlichen Zahlen. Aktuell hat das „Pew Internet and American Life Project“ die Unterschiede zwischen WLAN-Nutzern (Inklusive mobilen Nutzern) mit „normalen Internetnutzern“ (Kabel-Anwender) untersucht. Keine Überraschung: WLAN-Nutzer surfen mehr, lesen mehr News und checken öfters ihre Mails: Wireless users ‚do more online’.

    While 54% of internet users check e‑mail „on the typical day,“ 72% of wireless users check daily. Just under half of wireless users get news online every day, compared to 31% of internet users at large. The Pew Internet and American Life Project survey asked 798 US internet users about their wireless habits and sampled almost 2,300 people overall. The report characterised wireless as connecting to the internet using a wi-fi network or using a mobile network.

    Hab ich schonmal geschrieben, dass ich gerne flächendeckend WLAN hätte? Am besten als kostenfreier Service – Strassennutzung ist ja auch kostenfrei.

    26. Februar 2007 6
  • : Aktueller Stand der Debatte rund um Netzneutralität
    Aktueller Stand der Debatte rund um Netzneutralität

    Bei Technology Review gibt es eine aktuelle Zusammenfassung der Debatte rund um Netzneutralität: Netzneutralität: Der Kampf geht weiter.

    „Wir haben es hier mit großen Geschäftsinteressen zu tun – Kabel- und Telefon-Firmen und andere, die gerne Gatekeeper sein wollen und dem Internet eine Mautgebühr auferlegen möchten“, meint Dorgan. „Diese Firmen würden gerne zu den Inhalteanbietern sagen: Wenn Du auf meine Datenautobahn willst, dann zahlst Du mir bitte schön etwas dazu. Das halte ich für sehr gefährlich.“ Die innovativen jungen Leute mit großen Ideen, die das „nächste große Ding“ vielleicht gerade in ihrer Garage zusammenbastelten, könnten dann plötzlich nicht mehr an die Nutzer gelangen, so der US-Sentator: „Innovationen im Internet funktionieren nur, wenn es keine Diskriminierung für neue Firmen gibt.“

    26. Januar 2007 1
  • : Frage: Kommunale WLAN Netze in Deutschland?
    Frage: Kommunale WLAN Netze in Deutschland?

    Ich recherchiere gerade für einen längeren Artikel kommunale WLAN-Initiativen und was man damit alles anstellen kann, um die digitale Kluft zu verringern. Allerdings scheint es davon in Deutschland eher weniger zu geben. In den Niederlanden, USA und Skandinavien finde ich viel mehr. Hier bei uns finde ich eher viele Ankündigungen und einige Testprojekte. Letztere sind dann meist einzelne Hotspots auf dem Marktplatz und dergleichen.

    Zwei Beispiele sind bisher Heidelberg und Linz (A). Aber da muss es doch mehr geben, oder? Über Hinweise freue ich mich in den Kommentaren.

    Heidelberg Mobil

    Die Stadt Heidelberg hat im Moment die fortschrittlichste kommunale WLAN-Infrastruktur in Deutschland. Eine Testphase mit ca. 40 Access-Points wurde Anfang November 2006 gestartet. Das Ziel: Akzeptanz bei Anwohnern, Wirtschaftstreibenden und potentiellen Partnern zu schaffen. Die ausführende „Heidelberg mobil GmbH“ ist ein Tochterunternehmen der European Media Laboratory GmbH (EML) in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger WLAN-Provider MEG und wird von der Stadt Heidelberg und der Heidelberger Kongress- und Tourismus GmbH (HKT) unterstützt. Bis zum Ende der Testphase ist geplant, flächendeckend eine WLAN-Infrastruktur anzubieten und ortsbezogene Informationen bereitzustellen. Angestrebt sind 100 Access-Points, von denen derzeit 40 online sind. So ist beispielsweise die gesamte Fußgängerzone bereits jetzt mit Access-Points ausgestattet.

    Kernanwendung sind im Moment ortsbezogene Daten: Eine Software ermittelt den aktuellen Standort und vermittelt die nächstegelegenen Hotels und Geschäfte, dazu liefert ein Veranstaltungskalender aktuelle Termine. Ein virtueller Stadtplan fungiert als Navigationssystem und Reiseführer für Fußgänger. Zu Sehenswürdigkeiten finden sich weiterführende (multimediale) Informationen in Text‑, Audio- und Videoform. In der Testphase ist die Nutzung kostenlos. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen kostenpflichtige Flatrates für die Bewohner, sowie Tagespauschalzugänge für Touristen (angedacht im Bundle mit Touristen-Karten) angeboten werden.

    Linz in Österreich

    In Österreich ist die Stadt Linz als Standort der „Ars Electronica“ am fortschrittlichsten. Dort sollen bis zum Jahre 2008 mehr als 120 freie Hotspots im Stadtgebiet eingerichtet werden, aktuell sind etwa 60 installiert. Die Technik errichtet der Kabelnetzbetreiber LIWEST auf Initiative der Stadt. Das Ziel soll sein, eine Investition in die Zukunft zu tätigen und die Position von Linz als „international herausragende Medien- und Technologiestadt zu festigen“ und dem immer mobiler werdenden Kommunikationsverhalten gerecht zu werden.

    Das offene WLAN-Netz ist in Linz betont anonym und frei von Barrieren. Touristen und Anwohnern soll damit flächendeckend ein Zugang zum Internet angeboten werden. Erste offzielle Anwendung ist die „WikiMap“. In einem Wiki (Die Technik hinter Wikipedia) soll von den Einwohnern ein interaktiver und virtueller Plan der Stadt erstellt werden. Alle Nutzer können wie auf einer Pinnwand Texte, Bilder oder Klangelemente ortsbezogen einsetzen und abrufen.

    Hier geht es übrigens explizit nicht um freie WLAN-Initiativen wie Freifunk.net.

    9. Januar 2007 20
  • : Das ICANN Meeting von Sao Paulo im Rückblick
    Das ICANN Meeting von Sao Paulo im Rückblick

    Wolfgang Kleinwächter fasst auf Telepolis nochmal das vergangene ICANN-Meeting in Sao Paulo zusammen: TLDs für Städte und Regionen.

    Auf dieser Strecke brachte Sao Paulo einen nicht unerheblichen Fortschritt. Nach vierjähriger Diskussion in ICANNs Nutzerorganisation, dem „At Large Advisory Committee“ (ALAC) wurde die erste „Regional At Large Organisation“ (RALO) für die Karibik und Lateinamerika gegründet. Ihr gehören mehr als 30 sogenannte „At Large Structures“ (ALS) aus fast allen Ländern der Region an. Auch individuelle Nutzer kønnen der RALO beitreten. Die Europäer wollen in Lissabon im März 2007 ihre EU-RALO gründen. Bislang sind knapp 20 europäische ALSs lizensiert. Fortgeschritten sind auch die regionalen Projekte in Asien und Afrika. Der Fortschritt geht nicht zuletzt auf den energischen Führungsstil der sei einem Jahr im Amt befindlichen neuen ALAC-Vorsitzenden, der deutschen Anette Mühlberg, zurück.

    Mit Annette steht auch noch ein ausführlicher Netzpolitik-Podcast zu ALAC und ICANN auf dem Programm. Irgendwann klappt das auch mal.

    18. Dezember 2006
  • : Internet Governance: Box-Kämpfe bei der ITU
    Internet Governance: Box-Kämpfe bei der ITU

    Wolfang Kleinwächter berichtet bei Telepolis über die aktuellen „Box-Kämpfe“ bei der International Telecommunication Union (ITU) zum Thema Internet Governance: Weiter Uneinigkeit über Kontrolle des Internet.

    Der eigentlichen Herausforderung des Internet-Zeitalters – innovative Modelle zu entwickeln die auf dem Multistakeholder Ansatz basieren – hat sich die ITU dagegen verschlossen. Ein Vorschlag, die ITU zu erweitern und der Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor größere Zugangsmöglichkeiten – wie z. B. beim IGF – einzuräumen, wurde so weit verwässert, dass am Schluss lediglich die Bildung einer Arbeitsgruppe übrig blieb, die die Frage des „Multistakeholderismus“ in der ITU studieren soll, um dann eventuell der nächsten ITU-Generalversammlung im Jahr 2010 Empfehlungen für neue Entscheidungen zu geben. Das Kuriose an diesem Beschluss ist, dass diese Arbeitsgruppe ausschließlich aus Regierungsvertretern bestehen soll.

    Natürlich muss man zunächst abwarten, wie ernst diese Beschlüsse von Antalya gemeint sind und wie realistisch sie sind, wenn sie mit der Wirklichkeit der alltäglichen Entwicklung des Internet konfrontiert werden. Viel wird auch davon abhängen, wie sich der neue ITU-Generalsekretär, der aus Mali stammende frühere Chef des ITU-Entwicklungssektors, Hammadoun Toure, positioniert.

    3. Dezember 2006
  • : Privacy Coalition beim Internet Governance Forum gegründet
    Privacy Coalition beim Internet Governance Forum gegründet

    Nachlese aus Athen: Auf dem Internet Governance Forum sind eine Reihe von „dynamischen Koalitionen“ gegründet worden, die im Verlauf des kommenden Jahres einzelne Themen im Detail weiterbearbeiten wollen. „Dynamisch“ heissen die, weil es ein innovativer Prozess innerhalb des UN-Systems ist und die Mitgliedschaft allen interessierten Parteien offen steht. Es gibt neben der hier bereits erwähnten Koalition zur „Internet Bill of Rights“ auch noch welche zu offenen Standards, zum Zugang zu Wissen, zur Finanzierung des Internet Governance Forums, Gender, einer „Framework Convention“ (Rahmenabkommen) als völkerrechtliche Grundlage für das Internet und zu Datenschutz / Privacy. Weitere sind im Gespräch, eine aktuelle Übersicht findet sich hier.

    Ich bin an der Gründung der Privacy-Coalition beteiligt, die aus zwei Workshops hervorgegangen ist, die wir mit den Kollegen von der London School of Economics bzw. von Privacy International in Athen durchgeführt haben. Wir wollen uns speziell mit

    emerging issues of internet privacy protection such as digital identities, the link between privacy and development, and the importance of privacy and anonymity for freedom of expression

    beschäftigen. Das Interesse war erstaunlich groß, innerhalb weniger Tage haben wir Interessenbekundungen von über 40 verschiedene Akteuren bekommen, darunter Amnesty International, der Europarat, die französische Regierung, Microsoft, SAP, das Privacy and Identity Management Project (PRIME), CPSR, Cyberlaw Asia oder die Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Kanada und Griechenland. Ein erstes Treffen wird Anfang 2007 auf Einladung der französischen Regierung in Paris stattfinden. Ziel ist es, diese neuen Themen für das nächste IGF in Rio Ende 2007 genauer aufzuarbeiten und eventuell Empfehlungen zu erstellen.

    Diese „dynamischen Koalitionen“ sind großes Experiment, weil sie einerseits Teil eines UN-Gipfelprozesses sind, aber andererseits die Zivilgesellschaft derzeit die treibende Kraft ist und alle Beteiligten gleichberechtigt zusammenarbeiten sollen.

    Presseerklärungen und Berichte: Presseerklärung der Koalition, Harvard University, Virtuelles Datenschutzbüro, Microsoft, WISeKey, heise.

    5. November 2006 1
  • : Internet Governance Forum in Athen
    Internet Governance Forum in Athen

    Ralf ist ja vor Ort und hatte schon etwas gebloggt. In den letzten Tagen gab es ziemlich viel Berichterstattung rund um das Internet Governance Forum, welches erstmalig in Athen stattfindet. Das IGF ist der offizielle Nachfolgeprozess der Vereinten Nationen zum UN Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS). Rein subjektiv betrachtet ist die mediale Aufmerksamkeit deutlich höher als bei den beiden UN-Weltgipfeln in den Jahren 2003 und 2005.

    Heise: „Grober Konsens“ als Aufgabe für das Internet Governance Forum

    Telepolis: Globale Diplomatie für die Informationsgesellschaft

    Heise: Die Zukunft der Internet-Verwaltung: Internet Governance Forum eröffnet

    Deutsche Welle: Das World Wide Web trifft sich

    Heise: IGF: Die Internet-Verwaltung und der freie, allgemeine Netzzugang

    IHT: ‚Gambits’ are a risk to Internet domain system

    BBC: International net domains ‚risky’

    Zur Thematik rund um „Internet Governance“ hat die EU-Komission eine Extra-Seite.

    Aus dem EP sind sieben Abgeordnete nach Athen gereist, wie eine Pressemitteilung verkündet:
    Europaparlamentarier beim UN-Forum zur Netz-Politik in Athen

    SpOn remixt eine Agenturmeldung: Die Netzregierung der Zukunft tagt

    Heise: IGF: StopSpamAlliance soll Anti-Spam-Netze unter ein Dach bringen.

    Ein grosses mediales Thema war die Unterstützung von autoritären Regimen durch westliche Technologielieferanten und die allgemeine Kritik daran.

    BBC: Firms defend dealings with China

    Futurezone: Peinliche Fragen an Google und Cisco

    Heise: IGF: Druck auf Firmen wegen Zusammenarbeit mit autoritären Staaten

    ComputerBusiness Review: Sun to plug OpenDocument to global summit.

    Die Association of Progressive Communications (APC) berichtet mit eigenen Artikeln direkt aus Athen. U.a. über „Openness: In the activist’s eye“.

    IP-Watch: UN-led Conference Grills Corporations On Support For Restrictive Internet Regimes.

    IP-Watch: Copyrights, Knowledge Access, Democracy Debated At Internet Forum

    Georg Greve bloggte bisher in Freedom Bits über Tag1 und Tag2.

    Und Declan McCullagh bloggt bei CNet u.a. darüber, dass kein Netz da ist.

    Heise: IGF: Mehr freie Inhalte für das Internet.

    Der japanische Blogger und iCommons-Vorsitzende Joichi Ito wies darauf hin, dass Verlage bereits überlegten, die im Netz technologisch durchsetzbaren Vermarktungsstrategien auch in die Offline-Welt zu übertragen. Der Zugang zu Inhalten im Netz sei bereits massiv eingeschränkt und bringe, etwa mit den für DRM notwendigen Identifizierungs- und Authentifizierungsmaßnahmen, auch Probleme für eine anonyme Nutzung. Die Gesetze im Bereich Urheberrecht seien alles andere als hilfreich, sie würden „schlechter und schlechter“. Ito kritisierte auch das Fehlen eines Zitierrechts im Bereich Musik- und auch Videos aus dem Bereich Politik. Bush-Videos dürften so von Dokumentarfilmern häufig unter Hinweis auf das Urheberrecht nicht verwandt werden.

    1. November 2006
  • : Im Vorfeld des IGF
    Im Vorfeld des IGF

    Monika Ermert berichtet bei Heise über „Neue Anläufe zur Debatte um die DNS-Aufsicht vor dem Internet Governance Forum“.

    Der freie Informationsfluss im Netz, Sicherheit, Bestrebungen zur Internationalisierung und das große Thema freier Zugang – das sind die vier Themen, die beim bevorstehenden ersten Internet Governance Forum (IGF) der UN diskutiert werden sollen, das vom 30. Oktober bis zum 2. November in Athen stattfindet. Dafür gab das IGF-Sekretariat in Genf ein Hintergrundpapier (DOC-Datei) heraus, in dem es die Beiträge von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft rund um die vier Themenkomplexe zusammenfasst. Die weitreichendsten Vorschläge – etwa eine „Grundrechteerklärung für das Internet“, eine „UN-Rahmenregelung“ für zentrale Fragen der Netzverwaltung oder ein Vorschlag zur Öffnung und Vereinheitlichung der Arbeit technischer Standard-Organisationen – kommen aus den Reihen zivilgesellschaftlicher Gruppen, also der Gruppen, die sich jenseits von politischen Parteien, Wirtschaftsverbänden und staatlichen Organisationen gebildet haben. Vertreter der Zivilgesellschaft befürchten teilweise, dass das IGF davor zurückschrecken wird, Empfehlungen für das globale Miteinander im Netz auszusprechen.

    27. Oktober 2006
  • : Global Freifunk Newswire
    Global Freifunk Newswire

    Mario Behling hat für die immer grösser werdende Freifunk-Community einen „Global Freifunk Newswire“ aufgsetzt. Unter global.freifunk.net gibt es eine Aggregierung von vielen Blogs und Newsquellen rund um freie Netzwerke. Aus diesem Blog wird die Kategorie „Freie Netze“ aggregiert. Bisher konnte Mario 284 landesweite, regionale und lokale Freifunk-Projekte aus 34 Ländern eintragen.

    Eine Übersicht vieler Freifunk-Initiativen (inklusive Communities ohne Feeds) gibt es auch. Eine andere allerdings nicht ganz aktuelle Liste von Wireless-Communities und Intitiativen gibt es auch auf der englischen Wikipedia..

    17. Oktober 2006 1
  • : WLAN surfen ist in Wolfsburg gefährlich
    WLAN surfen ist in Wolfsburg gefährlich

    In Wolfsburg wurde das Notebook eines 22 jährigen jungen Mannes von der Polizei festgenommen, weil es sich dadurch verdächtigt machte, dass es in einem Park im Internet surfte. Die Polizeit ermittelt jetzt wegen dem „Ausspähen von Daten“, freilich ohne einen Geschädigten zu haben. Nach letzterem wird jetzt gefahndet. Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, ist bittere Realität in Deutschland. Torsten Kleinz hat mal bei der Polizei nachgefragt und schreibt darüber: Vorsicht beim Notebookgebrauch in der Öffentlichkeit!

    Fassen wir zusammen: Jemand nutzt – höchstwahrscheinlich völlig legal – seinen Laptop in der Öffentlichkeit. Folge: der Computer wird auf unbestimmte Zeit konfisziert und seine Privatdaten werden durchsucht, weil er ja das Laptop zu einer illegalen Tat genutzt haben könnte, die niemand beobachtet hat und zu der es keinen Geschädigten gibt.

    17. Oktober 2006 6
  • : GPL siegt vor Gericht
    GPL siegt vor Gericht

    Harald Welte hat mit GPL-Violations.org den ersten offiziellen Sieg der GPL erstmals in einem zivilrechtlichen Verfahren in Deutschland errungen: GPL besteht vor Gericht.

    Im konkreten Fall hatte Welte die Firma D‑Link wegen einer GPL-Verletzung auf Auskunft und Kostenerstattung verklagt. In einem Urteil vom 6. September 2006 hat das Landgericht Frankfurt am Main der Klage stattgegeben. Die Begründung des noch nicht rechtskräftigen Urteils ist bei der Anwaltskanzlei JBB, die Welte vertreten hat, erhältlich. Die Anwälte berichten, dass das Gericht insbesondere auch zu kartellrechtlichen Fragen Stellung bezogen hat. Das Gericht erklärte die GPL für wirksam, selbst dann, wenn die GPL kartellrechtlich ein Problem habe. Das ist allerdings unwahrscheinlich, zumindest wurde in den USA bereits eine Kartellklage sang- und klanglos abgewiesen.

    Heise berichtet auch: Deutsches Gericht bestätigt Gültigkeit der GPL

    D‑Link hatte ein Linux-basiertes NAS-Gerät mit WLAN-Anbindung vertrieben, ohne die GPL beizulegen und die Quelltexte der Linux-Firmware offenzulegen – beides macht die GPL zur Voraussetzung, wenn man eine GPL-lizenzierte Software wie Linux vertreiben will. Welte mahnte das Unternehmen daraufhin ab. D‑Link unterzeichnete zwar die Unterlassungserklärung, veröffentlichte die Quelltexte im Internet und sagte zu, alle Abnehmer des Gerätes über den GPL-Verstoß zu informieren, aber weigerte sich, eine Rechtspflicht anzuerkennen, die geforderte Auskunft über Herkunft und Abnehmer der Geräte zu erteilen und die angefallenen Kosten für Abmahnung, Kauf und Untersuchung eines Geräts zu erstatten. Welte klagte daher vor dem Landgericht Frankfurt, vertreten von dem Anwalt Till Jaeger, Mitbegründer des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS).

    22. September 2006
  • : WOS4-Recordings
    WOS4-Recordings

    Die ersten Mitschnitte der Wizards of OS 4 sind mittlerweile als MP4 oder OGG verfügbar.

    Hier mal ein paar Highlights:

    Keynotes: Information Freedom Rules (OGG | MP4)

    The Read-Write Society (Keynote Lawrence Lessig) (MP4 | OGG)

    Netlabels: Niche, Long Tail, Blueprint? (MP4 | OGG)

    Open Spectrum (MP4 | OGG)

    18. September 2006
  • : Wos4 – Medienspiegel
    Wos4 – Medienspiegel

    Hier ist mal ein kleiner Medienüberblick über die Wizards of OS 4.

    Viele Bilder finden sich bei Flickr mit dem Tag „WOS4“.

    Eine Blog-Übersicht findet man bei Technoratig und bei Google Blogsearch.

    18. September 2006 1
  • : Offene Netzwerke auch für Deutschland!
    Offene Netzwerke auch für Deutschland!

    Ins Internet von überall – und das umsonst? Seit der Freigabe des so genannten ISM-Bands zur öffentlichen, lizenz- und registrierungsfreien Nutzung gibt es überall in der Republik eine wachsende Anzahl offener WLAN-Accesspoints. Schon heute gelangt man in vielen Cafes und auf öffentlichen Plätzen kostenlos und ohne weitere Zugangshürden per wireless LAN (WLAN) ins Internet. Die WLAN-Technik bietet alle Chancen dazu, in naher Zukunft in den Städten und Dörfern flächendeckend ins Internet zu gelangen. Dazu müssten möglichst viele Privatpersonen ihre Internet-Zugänge für alle öffnen. Diese Idee wird unter anderen von der Initiative freifunk.net vorangetrieben.

    Auch heute schon ist die „digitale Nachbarschaftshilfe“ eine sinnvolle Maßnahme zum Abbau der „digitalen Spaltung“. So gibt es in einigen Stadtteilen Berlins und in vielen Regionen der neuen Bundesländer noch kein flächendeckendes DSL. Privatpersonen, die ihren WLAN-Zugang öffentlich machen, können so helfen, dass möglichst viele Menschen kostengünstig bzw. kostenlos ins Internet kommen. Die Anzahl derer, die dabei ihren eigenen Internetzugang anderen zur Verfügung stellen, steigt stetig.

    Sowohl die kurzfristige Sicherung der Internetversorgung durch digitale Nachbarschaftshilfe als auch die Vision eines allgegenwärtigen, frei verfügbaren Netzes sind jetzt allerdings hochgradig gefährdet. Während in anderen Ländern ganze Städte und Kommunen derzeit offene Netze aufbauen, besteht in Deutschland die Gefahr, auf lange Zeit an kommerzielle Anbieter gefesselt zu sein und damit den Anschluss an das Informationszeitalter zu verpassen. Besonders problematisch ist hier ein Urteil, dass das Landgericht Hamburg kürzlich gefällt hat (AZ 308 O 407 / 06): Einer Frau, die ihren Accesspoint für die öffentliche Nutzung freigegeben hat, wurde eine Mitschuld zugesprochen, da Dritte über ihren Zugang Musikdateien getauscht hatten. In der Konsequenz bringt dieses Urteil alle, die ihren WLAN-Zugang anderen öffentlich zur Verfügung, in eine rechtliche Grauzone. Wer seinen Zugang nicht zumacht, kann jederzeit zum „Mittäter“ werden – ohne Rücksicht darauf, dass eigentlich zwischen Infrastruktur und Inhaltsangebot unterschieden werden müsste. Wer seinen Zugang wie vom Gericht gefordert verschlüsselt – was auch keinen hundertprozentigen Schutz gegen einen eventuellen Missbrauch der im Handel befindlichen Geräte gibt – macht eine öffentliche Nutzung unmöglich. Und auch eine etwaige Registrierung der User ist weder wünschenswert, noch technisch zumutbar, noch wirklich sicher.

    Damit bewirkt dieses Urteil eine erhebliche Verunsicherung der hiesigen Bevölkerung. Wenn der Betrieb eines offenen Accesspoints dazu führen kann, dass der Besitzer mit einer Abmahnung oder Anzeige der Musikindustrie rechnen muss, dann ist das Projekt eines sozialen, frei verfügbaren Netzzugangs in Deutschland gescheitert. Digitale Nachbarschaftshilfe darf es dann nicht mehr geben.

    Freie Netzwerke müssen bleiben, wenn Deutschland nicht den Anschluss an das Informationszeitalter verpassen möchte. Insbesondere wenn es um die „digitale Spaltung“, um sozial schwächer gestellte Menschen und dünn besiedelte Regionen geht, reicht es nicht aus, diese Aufgabe kommerziellen Anbietern von Internetzugängen zu überlassen.

    Wir fordern deswegen:

    * Eine rechtssichere Klärung der Angelegenheit – notfalls auch durch eine Änderung des Gesetzesgrundlage –, die den besonderen Status nicht-kommerzieller Diensteanbieter berücksichtigt und es auch in Zukunft ermöglicht, den eigenen WLAN-Zugang öffentlich zugänglich zu machen,

    * die unbedingte Umsetzung der bereits in § 6 TDG und § 7 MDStV enthaltenen Gesetzestexte: „Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie in einem Kommunikationsnetz übermitteln oder zu denen sie den Zugang zur Nutzung vermitteln, nicht verantwortlich [sofern sie die Übermittlung nicht selbst veranlasst haben usw.].“

    * die Öffnung zusätzlicher Frequenzbänder für die öffentliche und lizenzfreie Nutzung zur Erhöhung der Bandbreite, Vergrößerung der Reichweite und Entfaltung von mehr Innovation,

    * sowie die politische Unterstützung entsprechender Vernetzungsinitiativen wie freifunk.net.

    Oder kurz gesagt: offene Netzwerke auch für Deutschland!

    Erstunterstützer:

    * Jürgen Neumann, freifunk.net
    * Markus Beckedahl, netzpolitik.org
    * Volker Grassmuck, Wizards of OS
    * Bob Horvitz, Stichting Open Spectrum
    * Armin Medosch, Autor
    * Malcolm J. Matson, The OPLAN Foundation

    English translation.

    15. September 2006 13
  • : Anonymer Internet-Zugang wird kriminalisiert
    Anonymer Internet-Zugang wird kriminalisiert

    Wie anderswo schon berichtet, wurden vor einer Woche die Festplatten mehrerer Anonymisierungs-Server in Deutschland von der Polizei beschlagnahmt, der Hintergrund waren Ermittlungen wegen Terrorismus Kinderpornografie. Kai Raven hat schon ausführlich erläutert, warum das den Staatsanwaltschaften im Zweifelsfall keine Informationen bringt.

    Bislang war nur die Rede von drei TOR-Nodes. Jetzt wurde bekannt, dass auch der AN.ON-Server des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein am 6. September beschlagnahmt wurde, der Teil des JAP-Anonymisierungsnetzes ist. Das ULD hat diese Beschlagnahme aber erst aufgrund eigener „aufwändiger Recherchen“ am 11. September herausgefunden und den Beschluss nach mehrfachem Nachhaken bei den Behörden am 13. September erhalten, wie es heute bekannt gab.
    Nach der geplanten Vorratsdatenspeicherung, der jüngsten Kampagne der CDU-Landesregierung gegen den AN.ON-Server der Kieler, der Ankündigung der Bundesregierung, die Internet-Überwachung durch den Verfassungsschutz auszubauen, der Kriminalisierung von offenen WLAN-Hotspots, die einen anonymen Netzzugang erlauben, ist diese Maßnahme ein weiterer Mosaikstein, der den allgemeinen Druck auf die anonyme Nutzung des Netzes erhöht und einen Diskurs etabliert, der „Kinderpornografie“, „Terrorismus“ und „Internet“ zusammenbringt und mit dem „wer was zu verbergen hat, ist schon verdächtig“-Theorem verknüpft. Wann werden wohl die Betreiber von Cybercafes gesetzlich verpflichtet, die Daten ihrer Kunden zu speichern, wie in Polizeistaaten wie China oder Tunesien schon lange üblich? Wer ein Prepaid-Handy kauft, muss ja auch schon seinen Ausweis vorzeigen.

    Noch vor weniger als einem Jahr hatten Frank Rieger und Rob Gonggrijp auf dem CCC-Kongress Aufsehen erregt mit ihrer These, dass wir den Krieg gegen den Überwachungsstaat verloren haben. Ihre zentrale Schlussfolgerung:

    Anonymity will become the most precious thing.

    Anscheinend haben da einige Leute in den Sicherheitskreisen dieses Landes aufmerksam zugehört und versuchen nun gezielt, diesen Punkt zu treffen. Das zeigt für mich aber gerade, dass man es entgegen der Einschätzung von Frank und Rop nicht dabei belassen kann, noch bessere Krypto-Spielzeuge zu entwickeln. TOR und JAP könnte heute bereits jeder benutzen, der zuhause ins Netz geht oder in der Firma nicht hinter einer paranoiden Firewall sitzt. Das Problem ist nicht die Technik, sondern ihr öffentliches Image. Es ist nicht cool, hip oder selbstverständlich, auf seiner Anonymität im Netz zu beharren und etwas dafür zu tun, sondern gilt entweder als geekig, paranoid oder eben der Kinderpornografie verdächtig. Was fehlt, sind schlagende Argumente bzw. ihre weitere Verbreitung auf zwei Ebenen:

    1) Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man in einer freien Gesellschaft anonym tun und lassen kann, was man will, solange man sich nicht irgendeiner Straftat o.ä. verdächtig gemacht hat. Das geht weder den Staat noch irgendwelche Provider etwas an. Punkt.

    2) Die Beschränkung von Anonymität und Verschlüsselung stellt selber ein Risiko dar. Dies haben die Leute vom ULD sehr schön in ihrer Pressemitteilung herausgestellt:

    Der beschlagnahmte Rechner ist Teil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projektes AN.ON – Anonymität Online. AN.ON ermöglicht Nutzern des World Wide Web, mit Hilfe der Software JAP kostenlos unbeobachtet zu surfen. Es dient – wie vom deutschen Telediensterecht gefordert – der Gewährleistung des Datenschutzes im unsicheren weltweiten Netz und wird auch von vielen Unternehmen zum Schutz vor Wirtschaftsspionage genutzt.

    Hier gibt es also einen Zielkonflikt zwischen dem Überwachungswahn der Polizei- und Geheimdienstfraktion auf der einen Seite und dem Interesse der Wirtschaft an Schutz ihrer Firmengeheimnisse auf der anderen Seite. Diese Argumentation hat bei der Echelon-Debatte wunderbar funktioniert, sie könnte aktuell mal wieder ausgebaut werden. Quintessenz hat das kürzlich sehr schön in bezug auf die Übermittlung der Passagierdaten in die USA gemacht:

    Ein paar Wochen im Voraus zu wissen, dass z.B. ein ungewöhnlich großer Trupp Siemens-Manager nach Seattle fliegt, kann doch allemal von Interesse sein.

    Also: Kommentare und Ideen erbeten. Denkt euch mal ein paar entsprechende Szenarien zum Thema nicht-anonymer Internetzugang aus.

    15. September 2006 19